Sasha Marianna Salzmann

 3.3 Sterne bei 80 Bewertungen
Autorin von Außer sich, Aristokraten und weiteren Büchern.
Sasha Marianna Salzmann

Lebenslauf von Sasha Marianna Salzmann

Sasha Marianna Salzmann ist Theaterautorin, Essayistin und Dramaturgin und war Mitbegründerin des Kultur- und Gesellschaftsmagazins freitext. Sie schreibt als Hausautorin für das Maxim Gorki Theater Berlin, wo sie bis 2015 als Künstlerische Leiterin des Studio Я tätig war. Sasha Marianna Salzmanns Theaterstücke werden international aufgeführt und sind mehrfach ausgezeichnet. »Außer sich« ist ihr erster Roman.

Neue Bücher

Außer sich

 (80)
Neu erschienen am 10.12.2018 als Taschenbuch bei Suhrkamp.

Alle Bücher von Sasha Marianna Salzmann

Außer sich

Außer sich

 (80)
Erschienen am 10.12.2018
Aristokraten

Aristokraten

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Erschienen am 04.05.2017
Meteoriten

Meteoriten

 (0)
Erschienen am 24.03.2016

Neue Rezensionen zu Sasha Marianna Salzmann

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himbeerbels avatar

Rezension zu "Außer sich" von Sasha Marianna Salzmann

Sprachlich kraftvoll, aber thematisch überfrachtet
himbeerbelvor 5 Monaten

Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch durch den Deutschen Buchpreis 2017. Sasha Marianna Salzmann schaffte es mit ihrem Debütroman "Außer sich" bis auf die Shortlist. Natürlich ist das nicht unbedingt ein Garant, dass einem das Buch auch gefällt, aber bisher habe ich schon das ein oder andere besondere Buch im Rahmen dieses Buchspektakels für mich entdecken können. Ungewöhnlich war dieser Roman für mich in jedem Fall, aber auch eigenwillig und sperrig, wie die Charaktere dieses Buches und die Geschichte, die es erzählt.

Die Schreibweise ist kraftvoll und intensiv, die Wortwahl ungeschönt. Das Buch liest sich mit russischer Sprachmelodie, die noch durch die in kyrillischer Schrift eingewobenen Worte, die sich im Kontext selbst erklären, untermalt wird - ein merkwürdiges aber durchaus positives Lesevergnügen.

Vordergründig geht es um die Ich-Erzählerin Alissa, die ihr Mathematikstudium in Berlin abgebrochen hat, weil es sie vom Boxtraining abgehalten hat und die ihren spurlos verschwundenen Zwillingsbruder Anton sucht. Als eine Postkarte aus Istanbul ohne Text und ohne Absender ankommt, macht sie sich dort auf die Suche und blickt dabei auf ihr bisheriges Leben zurück. Auf die Zeit in der kleinen Zweizimmerwohnung im Moskau der postsowjetischen Jahre, als die Eltern aufeinander losgingen. Auf die Zeit in der westdeutschen Provinz, wo sie mit ihrem Bruder durch die Flure des Asylheims streunte und Zigaretten aus den Zimmern fremder Familien stahlen. Sie erinnert sich an die Erzählungen darüber, wie ihre Eltern und Großeltern sich kennen lernten. Insgesamt las ich lieber über die Vergangenheit Alis|sas, als über seine/ihre verwirrende und anstrengende Gegenwart, die so gar nichts mit der auf dem Klappentext erwähnten Suche nach ihrem Zwillingsbruder, sondern eher mit der Suche nach ihrem inneren Zwilling zu tun hatte.

Es geht um vieles in diesem Roman. Um Heimat und Migration, um Fremdenfeindlichkeit und Judenhass, um Familie und Herkunft, um Kindesmissbrauch und Inzest, um Identität und Transgender. Für mich waren es zu viele Themen, die hier auf 366 Seiten angerissen wurden und teilweise verwirrend daher kamen. Auch war dies das erste Buch, das ich bezüglich Transgender las und hatte das Gefühl, das es dem Thema und auch dieser Personengruppe nicht gerecht wird. Wenngleich mich die Thematik interessiert und ich darüber durchaus mehr erfahren möchte, konnte mich diese Geschichte nicht begeistern.

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Xirxes avatar

Rezension zu "Außer sich" von Sasha Marianna Salzmann

Tolle Sprache für eine chaotische Geschichte
Xirxevor 7 Monaten

Die Zwillinge Alissa und Anton kommen als kleine Kinder gemeinsam mit ihren Eltern aus Russland nach Westdeutschland, wo sie aufwachsen. Irgendwann verschwindet Anton und geraume Zeit später kommt eine Karte aus Istanbul. Alissa macht sich sofort auf die Reise, um ihren Bruder zu suchen. Doch es scheint immer mehr zu einer Reise zu sich selbst und der Vergangenheit ihrer Familie zu werden.
Die Geschichte beginnt in Istanbul, wo Alissa bereits auf der Suche nach Anton ist. Doch statt einer fortlaufenden Erzählung werden mit jedem Kapitel die Vergangenheiten diverser Familienmitglieder geschildert - Vater, Mutter, Oma, Opa, Urgroßoma, Urgroßopa usw. Aber auch hier gibt es keine chronologische Erzählweise: Der Fokus wechselt vom Alter zur Jugend zum Erwachsenensein zur Kindheit undundund. Bleibt man nicht konzentriert bei der Sache, ist man schnell völlig verloren in den verschiedenen Abschnitten. Erschwerend kommt die weit verzweigte Verwandtschaft der Hauptfigur hinzu, die immer wieder an den unterschiedlichsten Stellen auftaucht. Ich muss gestehen, dass ich zusehends den Überblick verlor, wer wer ist. Da die Suche nach Anton eigentlich nur der Aufhänger ist, um die Geschichte der Familie und diverser anderer Personen zu erzählen (zumindest habe ich es so empfunden), fiel es mir schwer, zwischen den Personen der einzelnen Kapitel eine Verbundenheit herzustellen. So waren es für mich eher einzelne Erzählungen, lose verknüpft durch Alissa, die gerade ihren Bruder sucht.
Doch was wirklich grandios ist, ist die Sprache der Autorin. Sie beschreibt die Verhältnisse in der Sowjetunion und in den Familien, die aussiedelten so, dass man diese Situationen buchstäblich vor Augen hat: "Valja war getrieben von der Angst, nicht genug Zeit zu haben, all das Wissen in ihre Kinder hineinzustopfen, das sie brauchten, um es raus zu schaffen, dafür musste man sich schnell bewegen, schnell, schnell raus hier, lest, lernt, sonst seid ihr verloren." oder "Man kann sagen, die Menschen starben wie die Fliegen, aber sie starben nicht wie Fliegen, Menschen sterben langsam, Blut spuckend, die Kinder mit großen, flehenden Augen, in die Etina nicht schaute."
Wenn es ihr jetzt noch gelingt, diese Sprache mit einer ebenso tollen Geschichte zu verbinden, wird es wohl ein Meisterwerk werden ;-)

Kommentare: 2
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Cleo15s avatar

Rezension zu "Außer sich" von Sasha Marianna Salzmann

Muss eine Suche unbedingt so ablaufen?
Cleo15vor 7 Monaten

Ich habe in letzter Zeit einige Bücher gelesen, die sich mit der Suche nach der eigenen Identität, mit dem Sinn des Lebens und dem Verbringen des eigenen Lebens befasst haben. Einige haben mich erstaunt, weil sie ehrlich waren, weil sie mich zum Nachdenken und Seufzen angeregt haben. Doch die meisten haben mich verstört, gelangweilt, sogar wütend gemacht. Drogen und Sex in verschiedenster Ausprägung, Reihenfolge und Ausführung. Warum muss das immer sein? Hat das Leben nicht mehr zu bieten, auch für diejenigen, die nach ihrem eigenen Ich noch suchen?

Inhalt:
Alissa reist in die Türkei, um ihren Zwillingsbruder Anton zu suchen. Er hat eine Postkarte ohne Absender geschrieben und sich seitdem nicht mehr gemeldet. Nun will sie ihn finden, ohne Anhaltspunkt, ohne klares Ziel. Dabei gerät ihre Suche nach dem Bruder zu einer Suche nach sich selbst, nach ihrer wahren Identität.

Charaktere:
Es gibt wahnsinnig viele Charaktere. Die Biografie ihrer Familie wurde für jede Person einzeln kurz geschildert, was sehr unterhaltsam war. Dadurch war ich für etwa das erste Drittel auch begeistert, da man so viel von den Menschen und der Zeitgeschichte erfährt. Leider haben mich irgendwann die vielen Namen verwirrt und ich bin durcheinander gekommen. Das hat etwas den Glanz von der Familienhistorie genommen.
Hauptcharakter ist aber Alissa. Sie sucht ohne wirklich zu suchen. Sie bleibt an einer Stelle, obwohl sie recht schnell merkt, dass das nichts bringt. Und so fragt man sich als Leser, ob sie denn wirklich nach ihrem Bruder sucht oder ob sie einfach nur aus ihrem alten Leben fliehen wollte. Und so beginnt ein Wettlauf von den Themen Alkohol/ Drogen und Sex. Am Ende probiert sie sich in der Identität eines Mannes, was wohl eher ein Versuch ist, was die Geschichte in meinen Augen ins Lächerliche gezogen hat.

Schreibstil:
Die Historie der Familie fand ich sehr gut beschrieben. Vielleicht hätte man den ein oder anderen Namen kürzen können, damit es etwas weniger anstrengend wird, aber trotzdem wirklich gut. Doch Alissa bzw. Antons Geschichte hat meiner Meinung nach dieses schöne Buch zerstört. Solche dahingeschmissenen Leben kann ich nicht nachvollziehen.

Fazit:
Ich vergebe 3 Sterne.

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Gespräche aus der Community

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abas avatar

"Ich war es damals noch gewohnt, von mir außerhalb meiner selbst, von mir in der dritten Person zu denken..."

Jeder Mensch hat das Bedürfnis zu erfahren, woher er kommt und wo seine Wurzeln sind.
Als Kinder sind die Zwillinge Alissa und Anton unzertrennlich, ein Halt füreinander in unsicheren Zeiten. Jahre später verschwindet Anton und seine Zwillingsschwester bleibt allein zurück, bis eine anonyme Postkarte Alissa nach Istanbul führt. Kompromisslos und eindringlich – "Außer sich", der Debütroman von Sasha Marianna Salzmann, zeigt, wie wichtig es ist, die eigene Vergangenheit zu erforschen und in einer zerrütteten Welt Zugehörigkeit zu empfinden.  
Begleitet Alissa auf ihrem Weg und lasst euch von ihrer Familiengeschichte und ihrer Sehnsucht nach dem Leben mitreißen!

Mit "Außer sich" steht Sasha Marianna Salzmann auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2017!
Wenn ihr also Liebhaber anspruchsvoller Literatur seid, dürft ihr diese Leserunde nicht verpassen. In unserem LovelyBooks Literatursalon warten außerdem weitere literarische Neuerscheinungen und spannende Spezialaufgaben auf euch.

Seht euch jetzt den Buchtrailer an, um mehr über den Inhalt zu erfahren:


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Sasha Marianna Salzmann ist Theaterautorin, Essayistin und Dramaturgin und war Mitbegründerin des Kultur- und Gesellschaftsmagazins freitext. Sie schreibt als Hausautorin für das Maxim Gorki Theater Berlin, wo sie bis 2015 als Künstlerische Leiterin des Studio Я tätig war. Sasha Marianna Salzmanns Theaterstücke werden international aufgeführt und sind mehrfach ausgezeichnet. »Außer sich« ist ihr erster Roman.

Ihr möchtet diesen aufwühlenden Roman im Rahmen einer Leserunde lesen, euch darüber austauschen und am Ende eine Rezension schreiben? Dann bewerbt euch* bis zum 17.09. über den blauen "Jetzt bewerben"-Button für eins der 30 Exemplare von "Außer sich", die wir zusammen mit Suhrkamp verlosen. Dafür müsst ihr auch eine Frage beantworten:

Moskau, Berlin und Istanbul sind nur einige Stationen in Alissas Familiengeschichte.
Wohin würde euch die Reise in eure eigene Geschichte führen?


Wir freuen uns auf eure Antworten und wünschen euch viel Glück!

Im Rahmen des LovelyBooks Literatursalons könnt ihr in dieser Leserunde ein weiteres Literatursalon-Lesezeichen erlesen! Ihr seid noch kein Literatursalon-Mitglied? Ihr könnt jederzeit eintreten. Alle Infos dazu findet ihr hier.

* Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.
abas avatar
Letzter Beitrag von  abavor 9 Monaten
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Zusätzliche Informationen

Sasha Marianna Salzmann wurde am 21. August 1985 in Wolgograd (Russland) geboren.

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