Amatea
Handlung:
Was wäre, wenn die Menschheit in perfekten, autarken Städten leben könnte, im Einklang mit der Natur und absolut klimaneutral?
Schon von klein an interessiert Ruth sich für den Städtebau. Was als Kleinkind mit Bauklötzen und Legosteinen angefangen hat, entwickelt sich bald zu ihrer größten Faszination.
Ganz anders als ihre Zwillingsschwester, die gerne Zeit mit ihren Freunden oder beim Tanzen verbringt, ist Ruth lieber allein und ließt Architekturzeitschriften.
Unterstützung erfährt sie von ihren Eltern, die stets hinter ihren Kindern stehen und denen die hohe Intelligenz der beiden Schwestern nicht entgeht.
Schon bald erhalten die beiden ein Stipendium für ein Internat, auf dem ihre Fähigkeiten gefördert werden. Ruth erhält Kontakt zu einer weltbekannten Architektin und schon bald entsteht virtuell ihr Traum: Die autarke Stadt Amatea.
Doch das Schicksal meint es nicht gut mit Ruth. Nachdem sie zwei ihrer besten Freunde kurz hintereinander verliert und bald darauf ihre Eltern bei einem Unglück sterben, möchte Ruth von der Architektur nichts mehr wissen.
Statt dessen beginnt die nun junge Frau ein Studium weit weg von ihrem einstigen Traum. Als bereits kurze Zeit darauf ein Pflichtseminar ausgeschrieben wird und sie sich das erste mal mit ihrer Gruppe zusammen setzt, trifft sie fast der Schlag. Ihr tot geglaubtes Projekt, die Stadt Amatea, soll Wirklichkeit werden. Was allerdings als Traum für die Zukunft der Menschheit dienen sollte, wird bald zu einem irren Horrortrip. Denn mit dem Bau der Stadt wächst ein Plan, der ein grausames Ziel verfolgt. Und als Ruth dies versteht, ist es fast schon zu spät...
Review:
Was als unschuldiges Solarpunk Projekt startete wird alsbald zu einer knallharten Dystopie.
Die Geschichte, welche aus Ruths Sicht linear erzählt wird, packte mich bereits in den ersten Seiten. Und ich muss gestehen, diese schönen Kindheitserinnerungen haben mich vielleicht ein bisschen zu sehr eingelullt. Der Plottwist trifft hart, unerwartet. Und genau das macht Amatea in meinen Augen zu einer so guten Story.
Ruth erzählt von einem liebevollen Elternhaus, davon, wie unterschiedlich sie und ihre Zwillingsschwester sind, von Mobbing durch Lehrer sowie die Zeit im Internat und als jüngste in einem Architekturbüro.
Von einem Leben, welches auch unter Verlust leidet und dennoch die Hoffnung, dass sie nach wie vor ihren Platz im Leben findet.
Die Charaktere, die Ruth begleiten, fand ich auch sehr gut eingefügt. Auch wenn manche Freundschaften nur kurze Zeit dauerten, sie spielten für Ruth eine große Rolle.
Ohne viel zu spoilern kann ich euch sagen: Amatea ist eine wunderbare Geschichte. Knallhart, ungeschönt und dennoch irgendwie voller Hoffnung.