Saskia Sassen Ausgrenzungen - Brutalität und Komplexität in der globalen Wirtschaft

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Inhaltsangabe zu „Ausgrenzungen - Brutalität und Komplexität in der globalen Wirtschaft“ von Saskia Sassen

Zunehmende Ungleichheit, krasse Einkommensunterschiede, Flüchtlinge, Zerstörung von Land, Wasserknappheit: Die aktuellen Verwerfungen in der globalisierten Welt können nicht mehr mit den üblichen Begriffen von Armut und Ungerechtigkeit verstanden werden. In ihrem neuen Buch schlägt die renommierte Soziologin Saskia Sassen vor, dass man sie viel besser als Ausgrenzungen verstehen muss: aus dem Berufsleben, dem Wohnort, aus der Biosphäre. Erst dieser gemeinsame Gesichtspunkt macht eine luzide politische Analyse möglich, welche die grundlegende Logik und den Zusammenhang dieser scheinbar getrennten Effekte sichtbar macht.

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  • Der gemeinsame Nenner vielfacher Verwerfungen

    Ausgrenzungen - Brutalität und Komplexität in der globalen Wirtschaft
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    16. November 2015 um 13:20

    Der gemeinsame Nenner vielfacher Verwerfungen Eine ganze Reihe von Krisen, Bedrohungen und Problemen hält die Welt seit Jahren bereits durchgehend in Atem. Aktuell die Flüchtlingskrise in Europa, zuvor und zudem Bankenkrise, Finanzkrise Eurorettung, Eurokrise, der weltweite Kampf um Rohstoffe, das immer stärkere Auseinanderklaffen der Schere zwischen Reich und arm, der Verlust traditioneller Arbeitsplätze und eine damit einhergehende, starke Umwälzung der gesellschaftlichen Kultur. Eine Liste an Verwerfungen und brisanten Situationen, die sich noch um einiges erweitern liesse, die scheinbar ein stückweit zunächst unverbunden als Probleme im Raum stehen, die aber, so das Ergebnis und die Arbeitshypothese der Soziologin Saksia Sassen im Buch sich sehr wohl auf einen „gemeinsamen Nenner“ bringen lassen. Sehr überzeugend, verständlich, fundiert und sachlich argumentiert verortet Sassen die Ursache hinter vielen „Problem-Symptomen“ der Welt unter dem Begriff (und der Aktion!) der „Ausgrenzung“. „In den letzten beiden Jahrzehnten haben wir erlebt, wie eine stark wachsende Zahl von Menschen, Unternehmen und Orten aus dem inneren Kern der Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung unserer Zeit ausgegrenzt wurden“. Schon grammatikalisch macht Sassen dabei in den grundlegenden Betrachtungen zu Beginn des Werkes deutlich, dass in ihren Augen keine zufälligen oder „ungewollten“ Ausgrenzungen damit gemeint sind, sondern dass eine wirtschaftliche Strategie global vorherrscht, die zumindest das „Abängen“ teils ganzer Kulturen zumindest billigend in Kauf nimmt, wenn nicht sogar ein aktives Betreiben des „Herausdrängen“ eine der wussten inneren Kräfte dieser globalisierten Wirtschaft darstellt. Anhand sehr pointierter Beispiele von Ausgrenzung erläutert Sassen im Folgenden des Buches erkennbare Gesetzmäßigkeiten ebendieser Ausgrenzung am Ende einer längeren Kette von Entwicklungen. Für de Leser wird auf diese Weise sehr anschaulich vermittelt, wie das „moderne Leben und Wirtschaften“ bewusst und teils gezielt Opfer in Kauf nimmt, die Verteilungsungerechtigkeit in einer Art und Weise und einer Geschwindigkeit zunimmt, die äußerst besorgniserregend ist. Überdeutlich wird dies an der Darstellung des komplexen Vorgangs der Ausgrenzung von Billiglohnkräften und Langzeitarbeitslosen aus den staatlichen Sozial- und Gesundheitssystemen, wie auch aus der von Unternehmen getragenen Versicherungs- und Arbeitslosenunterstützung. Aber auch im Blick auf den „neuen globalen Markt für Land“ oder, vor allem, auf die immer komplexer werdenden Produkte und Strategien der Finanzwirtschaft (die mehr und mehr nurmehr einem kleinen Kreis von Investoren wirklich aktiv zur Verfügung stehen) oder der sich abzeichnende hart Kampf um die Verteilung von Wasser in naher Zukunft, all dies lässt gezielt, klar und, man kann es nicht anders sagen, brutal Menschen am Wegesrand ausgegrenzt zurück, lässt ganze Regionen außen vor im Blick auf den technischen Fortschritt und vertieft die Kluft zwischen „oben und unten“, „reich und arm“, „Akteur und Objekt“ der modernen Welt. Eine schrumpfende Wirtschaft, die sich auf immer weniger „Groß-Akteure“ stütz, wird diesen Trend der Ausgrenzung potenziert vorantreiben. So kann Sassen mit Überzeugung und fundiert vor einer problematischen Entwicklung des gesamten Wirtschaftssystems zu Recht warnen, welches an den Rändern immer mehr Menschen zurücklässt, fast aussetzt. Eine sehr lesenswerte Lektüre mit einem neuen Impuls für die sachliche und politische Diskussion angesichts vielfacher Problematiken und Konflikte weltweit. Und eine Warnung, dass ein „weiter so“, wie es gerade überwiegend in allen Bereichen betrieben wird, zu Verwerfungen führen kann und wird, die sich jeder Kontrolle dann entziehen könnten. 

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