Savannah Lichtenwald Das Monster des Prinzen

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Inhaltsangabe zu „Das Monster des Prinzen“ von Savannah Lichtenwald

Ich bin nicht normal - jedenfalls nicht das, was andere unter `normal´ verstehen. Ich bin schwul. Das ist mir seit einem halben Jahr bewusst und seit ein paar Monaten weiß es leider auch David und damit der Rest der Schule. Darin sehe ich nur einen einzigen Vorteil. Früher hatte ich keine Ahnung, was dieses Monster dazu trieb, mich zu tyrannisieren. Rempeleien und Rippenstöße gab es von Anfang an, doch jetzt weiß ich wenigstens, warum er mich hasst." Philip und David - zwei Jugendliche, so verschieden wie Tag und Nacht ... wie Magneten, die sich abstoßen. Sechs Jahre vergehen, schmerzhafte Erfahrungen drängen sich den Männern auf und hinterlassen Spuren. Vergessen können sie einander jedoch nicht. Als sie sich wiedersehen, haben sich beide verändert. Philip führt ein Café und kämpft mit seinen Komplexen, während David einen ausgeprägten Selbsthass mit sich herumschleppt. Die Vergangenheit steht zwischen ihnen wie eine unsichtbare Mauer und in der konservativen Stadt, in der sie leben, gehören Mobbing und Verachtung immer noch zum Alltag. Doch vielleicht gibt es eine winzige Chance und das Undenkbare geschieht ... David und Philip - zwei Männer, die mehr gemeinsam haben, als sie vermuten ... wie Magneten, die einander anziehen.

So wahnsinnig schön. Gefühlvoll geschrieben mit starken Figuren die man schnell liebgewinnen kann.

— Butterflykiss
Butterflykiss

Dieses Buch ist intensives Drama & süße Liebesgeschichte, zeigt eine, nein zwei Charakterentwicklungen, die hart erarbeitet werden müssen.

— Laberladen
Laberladen

Savannah Lichtenwald ist ein absolut emotionales Buch gelungen, welches mit unglaublich intensivem und berührendem Schreibsti überzeugt.

— RicardoEff
RicardoEff

Zwei abgefuckte junge Männer finden trotz ihrer schwierigen Vergangenheit zueinander. Nicht immer logisch, aber sehr süß!

— LiehsaH
LiehsaH
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  • Themen
  • Wunderschöne, zu Herzen gehende Geschichte

    Das Monster des Prinzen
    Butterflykiss

    Butterflykiss

    14. March 2017 um 08:44

    Wow, da habe ich aufgrund des Klappentextes zwar schon gewusst auf was ich mich mit der Geschichte einlasse, aber das sie mich so berührt, hätte ich nun nicht gedacht. Ich bin noch immer mit dem Kopf bei den beiden Jungs Philip und David.So wahnsinnig gefühlvoll geschrieben das mir öfters die Tränen kamen. Schon gleich am Anfang geht es los und man lernt Philip, das Mobbing-Opfer kennen, und in meinen Fall auch lieb haben. Ihn hatte ich sofort ins Herz geschlossen. Er hat zwar kaum eine Chance aus seiner Situation zu entkommen, aber er kämpft. Da blitzt auch bereits durch, was er für einen tollen Charakter hat. Immer wenn der Druck für ihn zu groß wird, murmelt er „Ich bin Philip“ vor sich hin. Später erfährt man auch warum er das macht. Sehr zu Herzen gehend, wie ich finde. Trotz alldem was er mitmachen musste, wird aus Philip ein starker junger Mann.David mochte ich zu Beginn nicht, er war der typische Schulhof Anführer der mit seinem Hass auch andere angesteckt hatte. Er hat sich Philip gegenüber schrecklich verhalten und auch noch Spaß daran. Jedoch dann später im weiteren Buchverlauf hat sich das geändert. Vielleicht weil auch David eine große Wandlung mitgemacht hat, aber vor allem deshalb auch, weil man sehen konnte, das er unter allem Vergangen leidet. Auch ist er auf den ersten Blick ganz anders als zu seiner Jugendzeit. Im Gegensatz zu Philip wirkt er geschlagen und zerbrochen. Trotzdem lauert unter der Oberfläche noch immer der David der kämpfen kann.Die ganze Handlung hindurch habe ich mit den beiden mit gelitten, hoffte das sie endlich ihr Glück finden. Oft wenn ich schon dachte, alles wird gut, passierte was. Ahhh..da wollte ich manchmal ins Buch schlüpfen und die beiden mal kurz aufrütteln. Aber das haben sie am Ende selbst geschafft.Zum Erzählstil kann ich sagen das ich normal nicht bei Büchern heule. Hier hab ich die eine oder andere Träne vergossen. Ich konnte mich so gut in die beiden Figuren hineinversetzen, ihre Handlungen waren für mich nachvollziehbar und die Gefühle die da mitschwangen fühlten sich „echt“an. Einfach toll geschrieben.Herrlich geschrieben mit zwei wahnsinnig guten Hauptfiguren. Die Geschichte ging mir mitten ins Herz, vor allem wohl weil beide um ihr Glück kämpfen mussten und es sich für mich „wirklich“ angefühlt hat. Klare Kaufempfehlung für dieses wunderschöne Buch von Savannah Lichtenwald.

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  • Intensives Liebes-Drama

    Das Monster des Prinzen
    Laberladen

    Laberladen

    12. January 2017 um 17:44

    Darum geht’s: Philip weiß als Schüler schon, dass er schwul ist. Der Schultyrann David hat das auch schnell entdeckt und macht Philip zu seinem liebsten Opfer. Über Jahre tyrannisiert er den schmalen Jungen, der sich nicht wehren kann, sondern wegläuft und sich versteckt. Auch wenn sich kurz vor dem Schulabschluss ein zögerlicher Waffenstillstand zwischen ihnen beiden entwickelt, verlieren sie sich aus den Augen, als nach dem Ende der Schule Philip im kleinen Cafe seiner Mutter arbeitet und David die Stadt verlässt. Als sie sich nach 6 Jahren wiedersehen, ist aus David ein anderer Mensch geworden. So fand ich’s: Der sanfte und liebenswerte Philip versucht, allem Ärger aus dem Weg zu gehen und schafft es, mit Hilfe seiner Mutter das kleine Familiencafe über Wasser zu halten. Freunde hat er keine und sein einziger Versuch einer Beziehung endet in einer Katastrophe. Deshalb lebt er sehr zurückgezogen und ohne viel Selbstbewusstsein. David will die Welt erobern, doch er stürzt böse ab und landet tief im Dreck. Er muss auf die harte Tour lernen, dass man mit Draufhauen und Gewalt nicht immer zu seinem Ziel kommt. Dass ihn nur die Erinnerung an Philip aufrecht hält, ahnt dieser nicht. Da beide anwechselnd erzählen, erfährt man hautnah von Philips Ängsten und erlebt direkt mit, wie er sich seinen Heimweg von der Schule durch Seitengassen und Versteckmöglichkeiten plant. Und die ahnungslose und naive Mutter ist ihm keine große Hilfe. Kein Wunder, dass sich das auch auf sein Verhalten als Erwachsener auswirkt. Man bekommt aber auch mit, dass David in einem lieblosen Haushalt mit einem trunksüchtigen Vater aufwächst und es einfach nicht gelernt hat, wie man liebevoll mit Menschen umgeht. Das, was er für Philip empfindet, kann er lange nicht einordnen und will es nicht wahrhaben. Er braucht seine Zeit im Ausland und die Erfahrunge, die er dort macht, um viele Dinge zu erkennen. Als die beiden schließlich aufeinander treffen, sind die Voraussetzungen für eine freundliche Begegnung oder gar Liebe denkbar schlecht. Doch entgegen aller äußeren Umstände wächst jeder der beiden über sich hinaus und orientiert sich in Richtung des anderen. Das zu lesen macht nach den schwierigen Phasen, durch die die beiden durch mussten, wiederum richtig Spaß. Dieses Buch ist intensives Drama genauso wie süße Liebesgeschichte, zeigt eine, nein zwei Charakterentwicklungen, die hart erarbeitet werden müssen und fließt über vor heftigen Emotionen. Damit hat es mich vom ersten Moment an gepackt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen.

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  • Grandios - so traurig, so erschütternd und doch so schön

    Das Monster des Prinzen
    RicardoEff

    RicardoEff

    25. September 2016 um 13:11

    Philip ist schwul und zu seinem Leidwesen hat das auch David erkannt. Nun weiß es die ganze Schule. Schon vorher wurde er von David und seiner Truppe tyrannisiert, doch nun erreicht das Mobbing unerträgliche Ausmaße. Jeden Tag muss Philp um sein Leben laufen, damit er ungeschoren nach Hause kommt. Die Schule ist für ihn Horror, sein Zuhause seine Zuflucht. Er ist ein Außenseiter, ein Monster. Warum, das ist ihm ein Rätsel. David dagegen ist der Prinz. Alle tanzen nach seiner Pfeife und tun was er sagt. Und alle wollen ihm gefallen, etwa indem sie Philip gängeln, ihn rempeln oder ihm etwas stehlen. So geht es bis zur letzten Schulklasse. David stellt zunehmend seine Jagd auf Philp ein. Er hat nämlich zu seinem eigenen Erschrecken bemerkt, dass er sein bisheriges Opfer Philip sexuell anziehend findet. Aber das lässt er sich natürlich nicht anmerken. Als Philp ein Foto von sich verliert, bewahrt David es auf und trägt es wie einen Schatz all die Jahre mit sich. Während Philp in Cafe seiner Mutter seine Ausbildung macht, flieht David vor seiner kaputten Familie und der konservativen Kleinstadt nach Amsterdam und weiter nach Texas. In dieser Zeit stürzt er immer mehr ab. Er versucht sich mit Alkohol und Drogen zu betäuben und akzeptiert schließlich seine Homosexualität. Zurück in Deutschland ist er völlig am Boden und entgeht nur knapp dem Drogentod. Philip hat in dieser Zeit eine erste sexuelle Beziehung. Allerdings wird seine Naivität ausgenutzt, so dass diese Episode für ihn schmerzhaft endet. David kommt als schatten seiner selbst zurück in die Heimat und trifft auf Philip. Beide lernen sich nun nach sechs Jahren ganz anders kennen und nähern sich einander an. Das Undenkbare geschieht. Philip ist durch das lange Mobbing völlig verunsichert. Ihm fehlt es an Selbstvertrauen, ist ängstlich und schleppt einen Minderwertigkeitskomplex mit sich herum. Trotzdem beisst er sich durch, denn wenn es darauf ankommt steht er alle Situationen durch. Er sagt dann "Ich bin Philp", ich bin etwas Wert. Oft denkt er an David, aber nicht nur als Peiniger, sondern auch als begehrenswerten Jungen, den er heimlich liebt. David flieht vor seinem alten Leben und zerstört sich in seinem Selbsthass immer mehr. Nachdem er zunächst nicht akzeptieren will schwul zu sein, stürzt er sich in gefühllose one-night-stands. Stets hält ihn der Blick auf Philips Foto über Wasser, seine geheime Liebe, die so unerreichbar für ihn ist. Zurück in Deutschland betäubt er sich mit Alkohol, Drogen und Sex. Fast bis zur Selbstzerstörung kaputt kehrt er in die Heimat zurück. Dort will er sicher gehen, dass es Philip gut geht und sich bei ihm entschuldigen. Denn er hat verstanden, er ist das Monster und Philip sein Prinz. In dieser Geschichte geht es um Mobbing, Homophobie, aber vor Allen um Schuld und Vergebung. Sie zeigt, wie stark Kindheit und Jugend das Erwachsenenleben beeinflussen. Philip als Mobbingopfer gewinnt aus dieser Zeit die Stärke, die er braucht, um weiterzuleben, während David an seiner Schuld zu zerbrechen droht. Das Buch führt uns sehr nahe an die beiden Männer heran. Sie erzählen ihr Schicksal abwechselnd aus der Ich-Perspektive. Man taucht in die Gefühlswelt der beiden ein und es fällt schwer ihren Seelenschmerz auszuhalten. Die Charaktere sind glaubwürdig und lebendig geschildert. Ich habe mit ihnen gelitten. Ihre Handlungen sind schlüssig und absolut nachvollziehbar. Den Leser erwartet hier keine Romanze, sondern eine Story die ans Herz geht und wahrlich schwere Kost ist. Man erlebt hautnah mit, wie David und Phil von unsicheren Jugendlichen zu verzweifelten Erwachsenen werden. Savannah Lichtenwald zeigt mit leisen, wunderschönen Szenen auch immer wieder Hoffnung auf. So fieberte ich mit, ob und wie David und Phil es schaffen werden, den Hass zu überwinden und ihr Glück und ihre Liebe zu finden. Ohne erhoben Zeigefinger und doch tiefgründig erzählt die Autorin, dass man sich erst selbst mögen und finden muss, um dann offen für eine tiefe Beziehung zu sein. Savannah Lichtenwald ist hier ein wahnsinnig emotionales Buch gelungen, welches mit einem unglaublich intensiven und berührenden Schreibstil überzeugt. Es ist in jeder Hinsicht grandios. Absolute Leseempfehlung!

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  • Aus Hass wird Liebe

    Das Monster des Prinzen
    Elphaba1

    Elphaba1

    07. March 2016 um 14:20

    In Das Monster des Prinzen lernen wir Phillip kennen. Phillip ist schwul und an seiner Schule das Opfer. Dies muss er jeden Tag erfahren. Von seinen Mitschülern wird er gejagt und mit dummen Sprüchen beleidigt. Allen voran David. David ist der Held schlecht hin. Die Schüler tun sofort was er sagt. So geht es eine lange Zeit. Davids Problem mit Phillip ist schnell erklärt. Phillip ist schwul, und David findet dies abscheulich. So geht es Jahre lang. Doch mit 16 verändert sich alles. Davids Provokationen hören auf. Doch scheint irgendetwas anders mit ihm zu sein. Im Sport Unterricht wirft David ihm Blicke zu, die er nicht richtig einschätzen kann. Doch nach dem Abschluss verlieren sich beide aus den Augen. Während Phillip im Restaurant bei seiner Mutter arbeitet, lebt David ein Leben im Drogen und Party Rausch. Nebenbei arbeitet er natürlich schwarz in einem Gemüse und Obstladen. Doch auch das wird ihm schnell langweilig und er flieht nach Texas. Doch dort ergeht es ihm alles andere als gut. Immer wieder muss er an Phillip denken. Sein gesamtes Leben gerät aus den Fugen. Schon bald entdeckt er dass er selbst schwul sein kann. Seine Arbeit läuft auch wieder beschissen. Er bekommt Schläge mit der Peitsche und zu allem Überfluss landet er noch im Knast weil er beim Stehlen seines Lohnes erwischt wird. Lange sitzt er ein und er hat nur noch einen Wunsch. Sich bei Phillip entschuldigen und seinem Leben ein Ende setzen. Savannah hat hier eine sehr rührende Geschichte geschrieben. Auf den ersten Seiten mochte ich David kein Stück. Doch wenn man ein wenig an seiner Fassade kratzt kommt ein sehr toller Mensch hervor. Dass er Phillip das Leben zur Hölle gemacht hat, kann man auf einer Seite verstehen, wenn man seine Geschichte liest. David ist nicht immer so stark wie er denkt. Phillip hingegen ist ein Schatz. Früh weiß er dass er auf Männer steht und für ihn ist es auch nicht so das Problem. Außer in der Öffentlichkeit. Als Kind muss er wirklich sehr viel aushalten. Ganz oft wollte ich ins Buch springen und ihm helfen. Die Emotionen der Protas kommen super rüber und ich war erstaunt in welcher Sprache Savannah hier geschrieben hat. So wie die heutigen Teenager sprechen hat sie es übernommen, und das gefällt mir super. Im Ganzen ist es ein wunderbares Buch. In dem wir lesen wie es an manchen Schulen heute noch zugehen kann. Mobbing mit Handgreiflichkeiten und niemand der zu einem steht. Ob es ein Happy End gibt im Buch verrate ich nicht. Denn jeder sollte das vergnügen haben selbst heraus zu finden wie es Endet. Für mich sehr gelungen und immer wieder lesbar.

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  • Intensives Buch mit kleinen Schwächen

    Das Monster des Prinzen
    Koriko

    Koriko

    24. February 2016 um 12:38

    Story: Philips Leben ist seit der Mittelstufe die Hölle – gedemütigt, verfolgt und geschlagen versucht er die Tage in der Schule zu überstehen, ohne seinem Peiniger David und dessen Freunden in die Arme zu laufen. Hauptgrund für den tiefsitzenden Hass seiner Mitschüler ist Philips Homosexualität. Erst als die Schulzeit vorüber ist und seine Mitschüler ihre eigenen Wege gehen, kann sich Philip ein normales Leben aufbauen, wenngleich er die tiefsitzende Angst und die Minderwertigkeitskomplexe nie abschütteln kann. Er bleibt in der Stadt und übernimmt das Café seiner Mutter. Währenddessen verläuft Davids Leben nicht so rosig – es verschlägt ihn nach Holland und in die USA. Dort landet er nicht nur im Gefängnis, er muss auch erkennen, dass er selbst schwul ist und was es bedeutet, wie ein Monster behandelt zu werden. Für David wird nicht nur klar, was er Philip angetan hat, für ihn steht fest, dass er all die schlimmen Dinge, die ihm wiederfahren, verdient hat. Zurück in Deutschland gelingt es ihm daher nicht, die Kurve zu kriegen – einmal mehr rutscht er in einen Sumpf aus Drogen, Gewalt und Hoffnungslosigkeit ab. Der Wunsch sich bei Philip zu entschuldigen, treibt ihn schließlich zurück in seine Heimatstadt und nach über sechs Jahren treffen sich die beiden ungleichen Männer wieder … Eigene Meinung: „Das Monster des Prinzen“ stammt von Savannah Lichtenwald und erschien im Eigenverlag. Die Autorin hat bereits mit der „At home“ – Reihe und „Zwei Herzen sind ein Universum“ auf sich aufmerksam gemacht, schlägt dieses Mal jedoch einen härteren Ton an. Die Geschichte setzt in der Schulzeit von Philip und David ein, die für beide nicht sonderlich rosig ist: Philip wird von seinen Mitschülern gemobbt und auf unterschiedliche Art fertiggemacht, David hat mit seinem trunksüchtigen Vater zu kämpfen, dem mehr als einmal die Hand ausrutscht. Nach der Schule verlieren sich die beiden aus den Augen und entwickeln sich in unterschiedliche Richtungen weiter: David muss erkennen, was es heißt unterdrückt und verachtet zu werden, Philip baut sich ein eigenes Leben auf, bleibt jedoch nicht von Enttäuschungen bewahrt. Erst als die beiden Männer einander wiedertreffen und sich nach und nach nähern, können sich beide weiterentwickeln und einander helfen. Während Philip seinem ehemaligen Erzfeind zurück ins Leben begleitet, will David Phil vor jeglichen Gefahren beschützen und ihm sein Selbstwertgefühl zurückgeben. Beiden Männern steht ein langer Weg bevor, denn sowohl ihre gemeinsame Schulzeit, als auch die sechs Jahre werfen einen Schatten auf ihre wachsende Beziehung. So dauert es lange, bis sie sich ihre Gefühle gestehen und gemeinsam gegen die düsteren Schatten der Vergangenheit ankämpfen können. Dementsprechend dramatisch und erschütternd ist „Das Monster des Prinzen“. Savannah Lichtenwald legt ein schonungsloses, teils recht heftiges und intensives Buch vor, bei dem der Leser die Protagonisten hautnah kennenlernt und die unterschiedlichen Wandlungen der Figuren direkt miterlebt. Sicherlich bleibt das Buch nicht vor Klischees gefeit, mitunter ist es arg dramatisch in Szene gesetzt (gerade Davids Vergangenheit) und auch die ein oder andere Logiklücke fällt dem Leser ins Auge, doch insgesamt fiebert man mit den Charakteren. Schön ist, dass sich die Charaktere nur langsam annähern und die Beziehung zwischen David und Philip authentisch und nachvollziehbar beschrieben ist. Die Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein – Philip ist der Loser und Schwächling, der kaum Selbstwertgefühl hat und zumeist klein beigibt; David ist in der Schule der Prinz, dem alle folgen und der sich Respekt notfalls mit den Fäusten erkämpft, was ihn sehr unsympathisch macht. Erst nach und nach ändert sich David, denn während er unterwegs ist, ist er gezwungen über sich und sein Leben nachzudenken und sich selbst kennenzulernen. Auch Philip muss mehrere Wandlungen durchleben, bis er als gestärkte Person hervorgehen kann. Dementsprechend legt Savannah Lichtenwald ein Buch vor, das sich auf die Entwicklung der Charaktere konzentriert und von deren Entscheidungen vorangetrieben wird. Das mag Geschmackssache sein, bietet dem Leser jedoch einen guten Einblick in die Herzen der beiden Männer. Die übrigen Charaktere kommen nur am Rande vor und wirken ein wenig blass – gerade Davids ehemaliger Freundeskreis bleibt zu sehr im Hintergrund. Hier hätte man durchaus noch etwas in die Tiefe gehen können, gerade als sich einer der Gruppe ebenfalls in einen Mann verliebt. Stilistisch legt Savannah Lichtenwald einen soliden, flüssig geschriebenen Roman vor. Man kann problemlos in die Geschichte eintauchen, die abwechselnd aus Philips und Davids Sicht erzählt wird. Der Autorin gelingen sehr intensive Beschreibungen und Dialoge, die den Leser berühren und mitfiebern lassen. Hin und wieder wird sie ein wenig zu dramatisch, doch dadurch hält sie die Spannung hoch, da David und Philip ein langer Weg bevorsteht, bis sie die größten Probleme überstanden haben. Fazit: „Das Monster des Prinzen“ ist ein intensiver, sehr dramatischer Entwicklungsroman, der zwei völlig unterschiedliche Charaktere zusammenführt, die sich ursprünglich feindlich gegenüberstanden. Dank der guten Charakterzeichnung und des fesselnden Stils geht die Geschichte von Philip und David unter die Haut, wenngleich einige Szenen zu dramatisch daherkommen. Dennoch lohnt sich „Das Monster des Prinzen“, insbesondere wenn man dramatische Romantik mag und sich an den kleineren Logiklücken nicht stört. Reinschauen.

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  • Wenn ein Mobber und sein Opfer zusammenfinden...

    Das Monster des Prinzen
    LiehsaH

    LiehsaH

    10. January 2016 um 21:03

    Erster Satz:  Noch fünf Minuten, bis es klingelt. Meinung:  Das Cover ist ganz zauberhaft! Eine Gasse bei Nacht, die von warmem Licht erleuchtet wird. Das Gesicht mit den unglaublich blauen Augen, von dem die Haut bröckelt. Das passt ganz wunderbar zusammen. Die Farbgestaltung gefällt mir sehr gut. Auch dass „Das Monster“ in einer leicht angeknacksten Schrift geschrieben ist, was stark im Kontrast zum eleganten Fortsatz des Titels „des Prinzen“ steht, hat das gewisse Etwas.  In dem Roman wechselt die Sicht zwischen Philip und Davids Ich-Perspektive. Das ist an sich keine schlechte Idee, da beide häufig unterschiedliche Dinge erleben. Manchmal macht es aber auch keinen Sinn: Da wird dann dieselbe Begebenheit aus beiden Sichtweisen erzählt. Das ist ein schönes Extra, das man am Ende als Bonuskapitel oder separat als kleinen Leckerbissen herausbringen kann, aber innerhalb einer Geschichte ist es doch eher störend. Das liegt daran, dass die Spannung bei der zweiten Erzählung fehlt; Man weiß ja schon, was passieren wird. Natürlich ist es irgendwie spannend, den Blickwinkel der anderen Person hautnah erleben zu können. Aber wenn man kurz davor bereits die Handlung erlebt hat und nichts Nennenswertes hinzukommt, ist es doch eher langweilig. Die einzige Möglichkeit, die mir einfiele, um das Ganze doch reizvoll gestalten zu können, wäre, die Sicht der zweiten Person so besonders zu gestalten, dass man als Leser völlig überwältigt ist. Sei es, dass der Charakter einen eigenwilligen Humor hat oder doch noch etwas erlebt, das dem anderen entgangen ist, oder die Erzählstimme generell einfach markant ist. Doch das war in diesem Roman für mich nicht der Fall. Der Stil hat mir selbstverständlich trotzdem gefallen! Viele Sätze waren ganz wundervoll formuliert, ich habe mir echt viel in meinem Kindle angestrichen. Die Kritik bezieht sich allein darauf, dass sich Philip und David in ihrer Erzählweise nicht so extrem unterschieden haben. Philip und David sind ganz besondere Figuren. Beide sind seelisch angeknackst und haben ganz unterschiedliche Eigenarten. Ich gebe zu, ich stehe auf abgefuckte Leute bis zu einem gewissen Maß. Die beiden passen voll in mein Schema. Wie sie leiden und sich wieder aufraffen, nicht aufgeben – und am Ende selbstverständlich dafür belohnt werden. So wünscht man sich das doch vom Leben! Auch wenn man auf die schweren Zeiten gut und gerne verzichten könnte. Da der Fokus aber so sehr auf die beiden Protagonisten gelegt ist, bleiben alle anderen Charaktere schattenhaft. Es gibt sie, sie tauchen auf und sind auch wichtig für die Handlung, aber sie bleiben doch sehr schwammig. Am besten gefallen hat mir Martijn. Der hat Durchblick, auch wenn er wie alle anderen Nebenfiguren nur einen sehr geringen Teil der Geschichte ausmacht. Die Handlung kommt mir schlüssig vor. Einige Stellen fand ich etwas extrem, wodurch es für die Glaubwürdigkeit auch ein wenig bergab ging, aber insgesamt passt alles zusammen. Besonders die Seelenheilungsmomente fand ich sehr süß. Leider bin ich mir da bei einigen Dingen nicht sicher, ob man die wirklich so schnell und leicht verarbeiten kann. Eine Therapie hätten beide nötig, denke ich... Aber da kommt wohl der Roman-Bonus zum Tragen, was?Von den Themen her ist diese Geschichte keine leichte. Misshandlung, Minderwertigkeitskomplexe, Gewalt, Fast-/Halbvergewaltigung, Homophobie... Zwar wird das alles nicht bis zuletzt ausgereizt (das hätte ich nicht ertragen), aber wenn man eher zartbesaitet ist, sollte man sich lieber eine andere Lektüre suchen. Ansonsten werden viele gesellschaftlich relevante Missstände aufgezeigt, einschließlich ihrer Auswirkungen auf die Betroffenen. „In solchen Momenten droht die Reue mich zu verbrennen, frisst an mir herum und spuckt die ungenießbaren Stücke wieder aus.“ (Ebook, Davids Sicht, 55%, Position 1578) Fazit:  4,5* (Auf meinem Blog, hier "nur" 4!)Vor dieser Geschichte habe ich mich eine Weile gedrückt, weil mir die Thematik zu hart erschien. Ich lese solche Geschichten gerne, aber wenn ich nicht in der richtigen Stimmung dazu bin, quäle ich mich selbst nur unnötig. Letztendlich hatte ich aber gar nichts zu befürchten. Sie ist sehr gut, einfallsreich und emotional geschrieben und sehr lesenswert. Eine Mutmachgeschichte vielleicht sogar. Ich bin gespannt, was die Autorin noch so auf Lager hat!

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  • Gegensätze ziehen sich an

    Das Monster des Prinzen
    -doro-

    -doro-

    13. April 2015 um 18:48

    In Savannah Lichtenwald´s Buch „Das Monster des Prinzen“ geht es um Philip und David. Philip wird seit der 5. Klasse von seinem Schulkameraden David gemobbt und traut sich deshalb kaum aus dem Haus und flüchtet nach der Schule regelrecht nach Hause. David hingegen macht es Spaß gemeinsam mit seinen „Freunden“ andere fertig zu machen.  Was David und auch Philip nach dem Schulabschluss erleben, dass muss jeder selber lesen ;-)  Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und lässt einen schnell in das Geschehen eintauchen. Deshalb ist es kein Wunder, dass man sich schnell mit den beiden Hauptcharakteren anfreundet. Die beiden sind sehr unterschiedlich. Während Philip der ruhige und stille, fast schüchterne Junge ist, ist David eher das genaue Gegenteil. Er ist laut und sehr rebellisch. Allerdings legt er diesen Charakterzug mit der Zeit ab und zeigt eine ganz andere Seite von sich.  Besonders gut an dem Buch hat mir gefallen, dass man aus beiden Perspektiven lesen kann. Das finde ich immer wieder toll, denn so kann man als Leser viel besser die Charaktere verstehen und ihr Handeln nachvollziehen. Das Buch weckt viele Emotionen beim Lesen hervor. Zum einen trauert bzw. leidet man mit den beiden Jungs/Männern, aber zum anderen freut man sich auch mit ihnen, als das Leben es gut mit ihnen meint.  Ich finde, erst wenn man beim Lesen das Gefühl hat, berührt zu werden, ist es ein gutes Buch!

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