Sayaka Murata

 4.3 Sterne bei 76 Bewertungen

Lebenslauf von Sayaka Murata

Eine neue Stimme aus Japan: Mit ihrem nicht mehr als 160 Seiten umfassenden Roman „Die Ladenhüterin“, der in der deutschen Übersetzung 2018 im Aufbau-Verlag erschien, gelang der japanischen Autorin Sayaka Murata der internationale Durchbruch. Die 1979 in der japanischen Präfektur Chiba geborene Sayaka Murata interessierte sich seit ihrer Kindheit für Mangas und für Romane und veröffentlichte während ihres Studiums die Kurzgeschichte „Junyu“, für die sie den renommierten Gunzô-Preis gewann. Es folgten mehrere weitere Erzählungen, unter anderem die mit dem Noma-Preis ausgezeichnete Novelle „Silver Song“ über das sexuelle Erwachen eines jungen Mädchens. Ihre persönlichen Erlebnisse als Verkäuferin in einem „Konbini“, einem japanischen Supermarkt, ließ Sayaka Murata in ihren erfolgreichen Roman „Die Ladenhüterin“ einfließen. In diesem Werk gerät das geordnete Leben ihrer Heldin, der 36-jährigen Keiko Furukura, einer Aushilfe in einem Konbini, aus den Fugen, als ihr der junge Shiraha als Kollege zur Seite gestellt wird. Mit diesem Roman zeichnete Sayaka Murata ein ebenso humorvolles wie tiefsinniges Porträt der modernen japanischen Gesellschaft, das ausländischen Lesern interessante Einblicke in diese zum Teil noch fremde Welt vermittelt.

Alle Bücher von Sayaka Murata

Die Ladenhüterin

Die Ladenhüterin

 (76)
Erschienen am 09.03.2018
Convenience Store Woman

Convenience Store Woman

 (0)
Erschienen am 05.07.2018

Neue Rezensionen zu Sayaka Murata

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killmonotonys avatar

Rezension zu "Die Ladenhüterin" von Sayaka Murata

Rezension: Die Ladenhüterin
killmonotonyvor 4 Monaten

Sayaka Muratas „Die Ladenhüterin“ lockte mich bereits mit dem ansprechenden Cover und wer mich kennt, wird auch wissen, dass der Klappentext nach einem Buch klingt, das quasi für mich geschrieben wurde.  Es geht um Keiko, ein junges Mädchen, das schon immer irgendwie anders ist. Empathie und Freundschaften sind ihr fremd und sie bleibt lieber für sich. Nach einer seltsamen Kindheit stößt sie in ihren Tagen als Studentin auf die Stellenanzeige eines Konbinis, eines japanisches Gemischtwarenladens, und ihr Leben beginnt für sie endlich besser zu werden. Im Konbini gelten klare Regeln und feste Willkommens- und Abschiedsformeln — kurz: Alles hat seine Ordnung. Keiko fühlt sich ab Tag 1 ihres neuen Jobs pudelwohl, nur mit den Kolleginnen scheint es nicht so zu klappen. Als sie jedoch beginnt, sich wie diese anzuziehen und sprachliche Eigenarten der anderen zu übernehmen, gehört sie plötzlich dazu — ein Gefühl, das ihr bisher völlig fremd war. Ihr ganzes Leben widmet sie fortan dem Konbini und alles könnte so friedlich sein, wenn nicht ihre Mutter, ihre Schwester und deren Freundinnen ständig nachhaken würden, wann sie sich denn einen Ehemann zulegt und endlich ein normales Leben führt.

Zum ersten Mal war es mir gelungen, am normalen Leben teilzunehmen. Als wäre ich gerade erst geboren worden. Mein erster Tag im Konbini war mein Geburtstag als normales Mitglied der Gesellschaft.

Durch dieses permantente Nachfragen gerät Keikos eigentlich erfülltes Leben, in dem sie nun einen Sinn gefunden zu haben scheint, gehörig aus dem Gleichgewicht und fortan beschäftigen sie Gedanken wie das „normale“ Leben einer japanischen Frau und woher sie einen Ehemann herbekommen soll. Doch dann gibt es einen neuen Kollegen, den maßlosen und undisziplinierten Shiraha, der in allem so gegensätzlich zu Keiko ist, und als dieser sich durch eine Reihe seltsamer Gegebenheiten in ihrer Wohnung einnistet, hat Keiko auf einmal eine Idee, wie sie die nervigen Fragen ein für alle Male loswird.

Sayaka Murata hat mit der „Ladenhüterin“ ein wunderbares kleines, aber auch gefühlskaltes Buch geschrieben. Letzteres ist allerdings keinesfalls negativ gemeint, sondern der Protagonistin geschuldet, die mir beim Lesen teilweise schon wie ein Roboter vorkam. Ihre Art, vielleicht auch Krankheit, wird im Detail beschrieben, wir erfahren, wie Keiko aufwächst, wie sie sich in eigentlich normalen Situationen seltsam und stellenweise auch makaber verhält: beispielsweise empfiehlt sie ihrer Mutter, ihre kleine Schwester, damals noch ein Baby, mit dem Messer ruhig zu stellen. Niemand versteht Keiko und Keiko versteht die Welt nicht. Nach ihrer „Geburt als normales Mitglied der Gesellschaft“ tut sie nur noch, was die anderen tun, folgt allen Anweisungen strikt und stellt außerhalb der Arbeitszeiten so gut wie jede Lebensäußerung ein. Und obwohl Keiko eigentlich mit der japanischen Lebensart nichts am Hut hat, wird sie immer wieder damit konfrontiert, dass eine Frau ohne einen Mann oder einen richtigen Job nichts wert ist. Deshalb entscheidet sie sich auch dazu, den schmarotzenden Shiraha in ihrer Wohnung zu belassen, damit sie ihrer Familie erzählen kann, sie hätte einen Mann. Denn ein Mann ohne Job (Shiraha bleibt, wie zu erwarten war, nicht lange Angestellter im Konbini) ist immer noch besser als kein Job, und Keiko möchte doch einfach nur in Ruhe gelassen werden und ihrer Erfüllung nachgehen.

Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: https://killmonotony.de/rezension/sayaka-murata-die-ladenhueterin

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Rezension zu "Die Ladenhüterin" von Sayaka Murata

Skurril verpackte Gesellschaftkritik
czytelniczka73vor 4 Monaten

"Die sogenanten normalen Menschen haben eine Vorliebe dafür,die unormalen zu verurteilen"


Inhalt:

" Keiko Furukura ist anders. Gefühle sind ihr fremd, das Verhalten ihrer Mitmenschen irritiert sie meist. Um nirgendwo anzuecken, bleibt sie für sich. Als sie jedoch auf dem Rückweg von der Uni auf einen neu eröffneten Supermarkt stößt, einen sogenannten Konbini, beschließt sie, dort als Aushilfe anzufangen. Man bringt ihr den richtigen Gesichtsausdruck, das richtige Lächeln, die richtige Art zu sprechen bei. Keikos Welt schrumpft endlich auf ein für sie erträgliches Maß zusammen, sie verschmilzt geradezu mit den Gepflogenheiten des Konbini. Doch dann fängt Shiraha dort an, ein zynischer junger Mann, der sich sämtlichen Regeln widersetzt. Keikos mühsam aufgebautes Lebenssystem gerät ins Wanken. Und ehe sie sichs versieht, hat sie ebendiesen Mann in ihrer Badewanne sitzen. Tag und Nacht."


Meinung:

Schon als Kind hatte Keiko Probleme die Welt zu verstehen,irgendwie waren ihre Reaktionenimmer falsch und die Eltern ihrewegen betrübt,deswegen hat sie meistens geschwiegen und sich aus allem rausgehalten.Als Studentin bewirbt sich Keiko um einen Aushilftjob in Supermarkt und während der Anschulung für die Angestellte kommt für sie die Erleuchtung.Hier gibt es klare Verhaltsregel,3 kurze Sätze mit dem sie durch den Tag kommt,auf einmal ist auch Keiko ein funktionierendes Teil der Gesellschaft.Auch die Eltern und Bekannte freuen sich über Keikos "Heilung". 18 Jahre später ist das aber zu wenig und die Familie sieht für Keiko nur zwei Alternativen-Heirat oder Karierre.Keiko ist zwar mit ihren Leben zufrieden,aber sie verucht wieder sich anzupassen.
Ich war bei diesem Buch bisschen skeptisch und bei der Inhaltsangabe wusste ich nich so recht was mich hier erwartet,aber die vorwiegen positive Meinungen haben mich überzeugt zu versuchen.Ich hab das Buch also gelesen und bin einfach nur begeistert.Diese Geschichte ist wie ein Überraschungsei,außen witzig,skurril und schräg,innen klug und gesellschatskritisch.Diese Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang ist sehr gelungen und macht das Lesen zu einem Erlebnis-leicht verständlich und sehr unterhaltsam,halt aber nach und macht nachdenklich-wo genau liegt die Grenze zwischen Anpassung und Sichselbstverlieren ?Meiner Meinung nach ist dieses Buch ein kleiner Schatz und wirklich lesenswert.

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Bibliomanias avatar

Rezension zu "Die Ladenhüterin: Roman" von Sayaka Murata

Was es bedeutet eine Konbini zu sein
Bibliomaniavor 5 Monaten

Keiko Furukawa ist schon in jungen Jahren ein eher seltsames Kind. Ihre emotionale Intelligenz ist etwas verkümmert und auch ihr Sinn für die Lösung von Problemen weicht von "der Norm" ab. Als sie während ihres Studiums anfängt in einem Konbini als Aushilfe zu arbeiten, ist das die Rettung ihres normalen Lebens. Sie bleibt dort, zum Verdruss ihrer Eltern, da sie sich dort endlich normal fühlt. Sie hat genaue Vorgaben, wann sie was wie machen muss und vor allem, welches Gesicht sie zeigen muss. Das hilft Keiko durch ihr Leben und macht sie zufrieden, sie hat ihren Lebenssinn gefunden. Bald wird ein Student eingestellt, der sich weder um den Laden bemüht noch darum ein guter Mitarbeiter zu sein, er sucht lediglich eine Frau. Da reift eine Idee in Keiko, wie sie endlich von anderen als "normal" angesehen werden kann.

Keiko Furukawa ist eine wirklich besondere Person. Mir ist sie tatsächlich sympathisch, auch wenn ich mir vorstellen kann, dass ein Leben als Soziopath ziemlich anstrengend sein kann. Zunächst dachte ich an autistische Züge, aber so stark ist es dann doch nicht ausgeprägt. Im Prinzip ist sie die perfekte Mitarbeiterin, wird jedoch in ihrem sozialen Umfeld eher skeptisch beäugt. Eine schöne Gesellschaftskritik liegt diesem Buch zugrunde: Man muss alles daran setzen, um normal zu wirken (Wohnung, Job, Familie). Wenn man diese gesellschaftlich anerkannte Normalsituation nicht präsentieren kann, ist man ein Sonderling und wird ausgegrenzt. So, wie Keiko Furukawa.
Eine Geschichte, die sich schnell und flüssig lesen lässt und in der viel Gesellschaftskritik steckt, sowie das Problem von Personen nicht "normal" zu sein, was auch immer das bedeutet.
Für Japan-Liebhaber (mich eingeschlossen) eine lesenswerte Geschichte!

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Gespräche aus der Community

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aufbauverlags avatar
Die literarische Sensation aus Japan: Eine Außenseiterin findet als Angestellte eines 24-Stunden-Supermarktes ihre wahre Bestimmung. Beeindruckend leicht und elegant entfaltet Sayaka Murata das Panorama einer Gesellschaft, deren Werte und Normen unverrückbar scheinen. Ein Roman, der weit über die Grenzen Japans hinausweist.
Keiko Furukura ist anders. Gefühle sind ihr fremd, das Verhalten ihrer Mitmenschen irritiert sie meist. Um nirgendwo anzuecken, bleibt sie für sich. Als sie jedoch auf dem Rückweg von der Uni auf einen neu eröffneten Supermarkt stößt, einen sogenannten Konbini, beschließt sie, dort als Aushilfe anzufangen. Man bringt ihr den richtigen Gesichtsausdruck, das richtige Lächeln, die richtige Art zu sprechen bei. Keikos Welt schrumpft endlich auf ein für sie erträgliches Maß zusammen, sie verschmilzt geradezu mit den Gepflogenheiten des Konbini. Doch dann fängt Shiraha dort an, ein zynischer junger Mann, der sich sämtlichen Regeln widersetzt. Keikos mühsam aufgebautes Lebenssystem gerät ins Wanken. Und ehe sie sichs versieht, hat sie ebendiesen Mann in ihrer Badewanne sitzen. Tag und Nacht.

Hier zur Leseprobe: http://www.aufbau-verlag.de/media/Upload/leseproben/9783351037031.pdf 

Über Sayaka Murata 
Sayaka Murata wurde 1979 in der Präfektur Chiba, Japan, geboren und arbeitet selbst in einem Konbini. Für ihre literarische Arbeit erhielt sie bereits mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Noma-Literaturpreis für Nachwuchsschriftsteller und den Mishima-Yukio-Preis. Ihr Roman "Die Ladenhüterin" gewann 2016 mit dem Akutagawa-Preis den renommiertesten Literaturpreis Japans.

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Zusätzliche Informationen

Sayaka Murata wurde am 14. August 1979 in Chiba (Japan) geboren.

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