Sayed Kashua

 4 Sterne bei 41 Bewertungen
Autor von Tanzende Araber, Da ward es Morgen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Sayed Kashua

Tanzende Araber

Tanzende Araber

 (23)
Erschienen am 01.08.2004
Da ward es Morgen

Da ward es Morgen

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Erschienen am 20.11.2006
Zweite Person Singular

Zweite Person Singular

 (7)
Erschienen am 15.01.2013
Eingeboren

Eingeboren

 (3)
Erschienen am 01.08.2016
Lügenleben

Lügenleben

 (0)
Erschienen am 02.04.2019
Let it be Morning

Let it be Morning

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Erschienen am 11.01.2007
Druga osoba liczby pojedynczej

Druga osoba liczby pojedynczej

 (0)
Erschienen am 01.01.2014

Neue Rezensionen zu Sayed Kashua

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sabatayn76s avatar

Rezension zu "Eingeboren" von Sayed Kashua

‚Ich hatte meine Kinder belogen, als ich ihnen beibrachte, dass alle Menschen gleich seien‘
sabatayn76vor 2 Jahren

Inhalt:
‚Eingeboren‘ beinhaltet Kolumnen von Sayed Kashua, die von 2006 bis 2014 wöchentlich in der Haaretz erschienen sind. In diesen Kolumnen erzählt der Autor von sich und seiner Familie, von seinem Leben in Beit Safafa und im Westteil Jerusalems, von Israel und Palästina, von der Diskriminierung der Araber, die Fremde im eigenen Land sind, sowie von Nahostpolitik im Allgemeinen.

Mein Eindruck:
Ich habe bereits ‚Tanzende Araber‘ und ‚Da ward es Morgen‘ von Sayed Kashua mit großer Begeisterung gelesen, und auch ‚Eingeboren‘ hat mir sehr gut gefallen.

Ich empfand Sayed Kashua als einen sehr unterhaltsamen und spritzigen Kolumnisten, der oft amüsant ist und mit einem Augenzwinkern von seinem Leben und von seiner Heimat spricht, der aber auch tragische Geschichten erzählt, die dem Leser vor Augen halten, was Leben in Jerusalem tagtäglich bedeutet und was die Araber im eigenen Land erleben und erdulden müssen.

Dabei ist der Autor oft bitterböse und zynisch, spielt mit Vorurteilen gegenüber Juden und Arabern, Frauen und Männern, übertreibt schamlos und zeigt so die Skurrilität des Alltags in Israel/Palästina.

Mein Resümee:
Zynisch, amüsant und tragisch. Sehr gelungene Kolumnen aus Nahost.

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serendipity3012s avatar

Rezension zu "Eingeboren" von Sayed Kashua

Israelisch-palästinensisches Leben
serendipity3012vor 2 Jahren

Israelisch-palästinensisches Leben 

Sayed Kashua hat bereits einige Romane veröffentlicht, die stets arabische Protagonisten, die in Israel leben, in ihren Mittelpunkt stellen. Kashua weiß aus persönlicher Erfahrung, wovon er schreibt: Er wuchs im Grenzgebiet zum Westjordanland auf und lebte mit seiner Familie lange in einem jüdischen Viertel in Jerusalem, bevor er 2014 in die USA emigrierte. Im vorliegenden Band „Eingeboren“ sind Kolumnen aus den Jahren 2006 bis 2014 versammelt, die wöchentlich in der Zeitung „Haaretz“ erschienen. Kashua schrieb auch seine bisher erschienenen Romane auf hebräisch.

Die Kolumnen sind chronologisch abgedruckt und in größere Kapitel zusammengefasst; auch private Ereignisse, wie die Geburt seines dritten Kindes, kann man miterleben. Teilweise werden so sehr persönliche Szenen erzählt und es ist unklar, wie viel sich tatsächlich so ereignet hat und was der Autor womöglich doch hinzuerfunden hat. Es sind oft kleine Begebenheiten, Alltäglichkeiten. Er erzählt von Familienfesten, gibt Gespräche mit seiner Frau wieder, mit Kindern, anderen Verwandten. Er reflektiert seine Arbeit, sein Leben als Schriftsteller. Nicht immer steht die Situation Kashuas und seiner Familie, das Leben als Araber in einem jüdischen Viertel, dabei im Vordergrund. Meist schwingt sie mit, manchmal sind Alltäglichkeiten nichts weiter als das: Geschichten, wie sie genauso auch anderswo passieren könnten. Kashua erzählt das alles in lockerem Ton, humorvoll und oft ironisch, jedoch sind es gerade diese Szenen, die manchmal in wenig belanglos sind, die Pointen, auf die sie hinauslaufen, sind zu erwarten, geraten weniger komisch als erhofft.

Trotzdem ist es interessant zu lesen, wie sich das Leben Kashuas und seiner Familie entwickelt, und auch, wie die Situation, in der er sich befindet, immer wieder in kleinen Absurditäten in seinen Alltag Einzug erhält, etwa wenn der arabische Techniker bestellt wird und Kashua den Kindern eintrichtert, so lang der Handwerker da ist, doch bitte kein hebräisch zu sprechen. Vorurteile gibt es überall, auch bei Kashua selbst. Ein ganz alltäglicher Rassismus ist auch einer der Gründe, warum der Autor sich letztendlich dazu entschließt, in die USA zu emigrieren.

So ist es auch der letzte Teil des Bandes, in dem die Kolumnen aus den Jahren 2012 bis 2014 versammelt sind, der der stärkste ist. Der nachdenklichste, vielleicht auch der ehrlichste, und der, in dem Kashua fast so etwas wie eine Niederlage eingesteht, vor allem aber die Aufgabe der Hoffnung.

Im Vorwort schreibt er:

„Ich glaube, ich versuchte vor allem, die Realität mit Hilfe von Wörtern zu überleben. Ordnung in das Durcheinander zu bringen und eine innere Logik in das Durcheinander zu bringen, die mich umgaben und die ich erlebte. Mit meinen Texten konnte ich mich entschuldigen, ich konnte schreien, Angst ausdrücken, flehen, lieben und hassen – doch vor allem konnte ich die Hoffnung nähren, mein Leben etwas erträglicher zu gestalten.“ S. 8

Wenn auch nicht alle Kolumnen gleichermaßen stark, unterhaltsam, erhellend sind – vielleicht liegt das auch schlicht daran, dass die Perspektive des Außenstehenden eine andere ist als desjenigen, der im Umfeld des Konflikts lebt – so lohnt sich dieser Kolumnenband dennoch aufgrund einzelner Texte und vor allem des letzten Teils, in dem Kashua thematisiert, was in ihm vorging, als die Gedanken an eine Emigration in ihm Gestalt annahmen.


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M

Rezension zu "Eingeboren" von Sayed Kashua

Interessante Einblicke, leger erzählt
michael_lehmann-papevor 2 Jahren

Interessante Einblicke, leger erzählt

Unprätentiös wendet sich der Kashua, Palästinenser, der in Israel lebt und seine Romane in Hebräisch verfasst, in diesem Buch dem ganz normalen Alltag seines Lebens in Israel zu, inmitten all dieser jahrzehntelangen und jahrhundertealten Spannung zwischen dem jüdischen Israel und seinen arabischen Nachbarn (und Mitbürgern). So könnte man durchaus auch, folgt man einigen der Erzählungen Kashuas im Buch, vom „ganz normalen Wahnsinn“ sprechen, der den Alltag vor Ort mitgestaltet.

„Ich fühlte mich nicht wohl bei dem Lärm und der bedrohlichen Enge. Trotzdem musste ich Zigaretten kaufen“.

Eine Szene aus einem Einkaufszentrum, zu jenem Augenblick fast nur besucht von orthodoxen jüdischen Familien. Nicht einfach, da ganz alltäglich Zigaretten zu kaufen. Ein Gefühl des „Aufpassen Müssens“, des „auf den Moment immer Achtens“, den Kashua im Hintergrund in weiten Teilen der szenenhaften Erlebnisse, die er festhält, mitlaufen lässt.

Ein „Interview“ mit seiner Frau bringt manche der Dinge locker und ironisch formuliert auf den Punkt:

„Zur politischen Lage? Alles beschissen……ganz allgemein ist es schlecht, Araber zu sein“.
„Und Jude“?
„Das kommt mir auch nicht so toll vor“.
„Hättest Du einen Juden geheiratet“?
„Nein“.

Und Punkt. Und natürlich ist die Frau der festen Überzeugung, dass auch die gemeinsame Tochter keinen Juden heiraten soll. Nicht aus fundamentalistischen Aspekten heraus, nicht aus ideologischen Haltungen, sondern, und das ist das interessant Herauszulesende, aus einem ganz natürlich wirkenden Gefühl heraus, einer einfachen, aber tief verankerten und gesetzten inneren Haltung.

Es sind jeweils ins ich abgeschlossene Szenen, Kolumnen, die Kashua aneinanderreiht. Persönliche Erlebnisse, Geschichten mit seiner Familie und seinen Kindern. Die sich, auch das muss man sagen, im Lauf der Lektüre doch auch teilweise in die Länge ziehen, die oft eher durch den frischen Tonfall als durch ein tiefsinniges Fundament eher unterhaltsam wirken, als immer und durchgehend Denkanstöße zu bieten.

Im Gesamten aber bildet Kashua aus erster Hand und sprachlich versiert einen treffenden und prägnanten Blick auf seine Welt ab, in der selbst das Leiden an einer Verstopfung noch von hm genutzt wird, kleine Seitenblicke auf die Verhältnisse im Land zu werfen. Wenn die Eltern zu ihrer Pilgerfahrt nach Mekka aufbrechen und heiliges Wasser versprechen, um sein „Problem“ zu lösen (was hebräischer Medizin wohl eher nicht zugetraut wird).

Und wie gerade in dieser eher peinlichen Lage bei einer Podiumsdiskussion offene Wärme zwischen ihm und dem Publikum herzustellen.

„Ihre Worte haben mich beschämt, die israelische Staatsbürgerschaft zu besitzen…..“

Insgesamt lesenswert, mit legerem, ironischem Unterton locker plaudernd geschrieben, gibt Kashua einen interessanten Einblick in die Gegenwart des „gemischten“ Lebens in Israel.

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Gespräche aus der Community

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Berlin_Verlags avatar

Liebe LovelyBookers,

diesmal wollen wir etwas Neues probieren:

Wir verlosen 20 Exemplare von Sayed Kashuas Debütroman TANZENDE ARABER – und 20 FREIKARTEN für den Film MEIN HERZ TANZT, der auf Kashuas Roman beruht und am 21. Mai in die deutschen Kinos kommt. Dafür wollen wir von euch eine Doppelrezension, eine vom Buch, eine vom Film.

In seinem mutigen ersten Roman erzählt Sayed Kashua von der schmerzhaften Erfahrung einer gescheiterten Assimilation: weder in der arabischen noch in der jüdischen Welt, in ihren Traditionen, ihrem Alltag, findet der Held — ein junger israelischer Palästinenser — eine Heimat. Von israelischen Kritikern, unter ihnen die Autorin Batya Gur, als große Entdeckung und »Shooting Star« der hebräischen Gegenwartsliteratur gefeiert.

Aufgewachsen ist er in dem arabischen Dorf Tira, mit der Legende seines 1948 ums Leben gekommenen Großvaters und einem ehrgeizigen Vater, der in seiner Jugend die Universitätscafeteria in die Luft gejagt und dafür zwei Jahre im Gefängnis gesessen hat und nun hofft, dass sein Sohn Pilot wird oder zumindest der erste Araber, der eine Atombombe baut. Der Sohn stellt sich allerdings als »Feigling« heraus, genau wie seine Brüder: »Mein Vater versteht nicht, warum ich und meine Brüder so geworden sind. Wir können nicht einmal eine Fahne zeichnen. Er sagt, dass andere Kinder — manche sind sogar jünger als wir — durch die Straße marschieren und dabei »PLO — Israel NO« singen, und dann wirft er mir vor, dass ich wahrscheinlich nicht einmal weiß, was PLO heißt.« Der Erzähler flüchtet sich hinter eine Vielzahl von Masken und muss doch verzweifeln an dem unauflösbaren Konflikt der Identitätsfindung — weder in der arabischen noch in der jüdischen Welt findet er eine innere Heimat. Ein mutiges und hellsichtiges Buch, dessen sanfte Selbstironie und melancholischer Witz überraschen.

Und das müsst ihr tun, wenn ihr dabei sein wollt:

Guckt euch den Trailer zum Film an, lest die Leseprobe, und sagt uns dann, warum ihr dabei sein wollt. 

Trailer:


###YOUTUBE-ID=IvVHnP4hYoc###

Leseprobe: www.berlinverlag.de

Herzliche Grüße aus dem Berlin Verlag

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