Der Meisterkoch

von Saygin Ersin 
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Der Meisterkoch
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M

Eines der seltenen Bücher, bei welchem ich nach der Beendigung sofort wieder bei Seite 1 anfangen wollte!

Ariettas avatar

Liest sich wie ein Orientiertalisches Märchen, voll mit dem Aromen und Düften der Arabischen Küche

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Inhaltsangabe zu "Der Meisterkoch"

Istanbul um 1600, Blütezeit des Osmanischen Reichs. Im Topkapi-Palast kommt ein außergewöhnliches Kind zur Welt, der junge Pascha verfügt über einen absoluten Geschmackssinn. Als der Sultan all seine männlichen Verwandten ermorden lässt, überlebt der Junge das grausame Massaker mithilfe des Küchenchefs. Ihm gelingt die Flucht, und er beginnt seine Lehrjahre. In Bagdad studiert er Sternen- und Naturheilkunde, auf der Insel Hormus unterweist ihn die Herrin der Aromen in Gewürzkunde, und die symbolische Meisterschaft verleiht ihm ein Bibliothekar in Alexandria. Als Meisterkoch kehrt er zurück nach Istanbul, wo er seine große Liebe Kamer, die begnadete Tänzerin, wiederfinden will. Und er hat sich geschworen, Rache zu nehmen für die Ungerechtigkeiten, die ihm als Kind widerfahren sind. Schließlich wähnt er sich am Ziel seines Strebens: die legendäre Palastküche, Inbegriff aller kulinarischer Wonnen, raffiniertester Intrigen und gefährlicher Eifersucht …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783455001488
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:368 Seiten
Verlag:Atlantik Verlag
Erscheinungsdatum:05.10.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    The iron butterflys avatar
    The iron butterflyvor 3 Monaten
    Eine Geschichte wie aus tausendundeiner Nacht

    Was ist hohe Kochkunst? Klassische Menüs? Kunstvoll drapierte Köstlichkeiten? Oder ist es einfach dieser Moment, wenn Duft Wasser im Mund zusammenlaufen lässt, wenn der Anblick von Speisen den Appetit unendlich erscheinen lässt, wenn jemand Lauch isst, obwohl er ihn nicht ausstehen kann?! Einem jungen Koch gelingt es auf sehr raffinierte Art und Weise den Waffenmeister des Sultans durch seine Speisenauswahl derart zu begeistern, dass dieser ihn umgehend zu seinem Leibkoch ernennt. Nun erscheint dieses Geschick einfach nur vorwitzig, um sich ohne lange Karriereleiter in der Sultansküche einen Namen zu machen, aber die Geschichte hat ja erst begonnen. Nach und nach wird die Geschichte des Küchenmeisters erzählt. Wie er als Kind miterleben musste, wie alle männlichen Verwandten des Sultans getötet wurden, seine eigene Rettung durch den Küchenchef, der in ihm ein besonderes Talent entdeckte. Seine darauffolgenden Lehrjahre bei ganz unterschiedlichen Meistern ihres Fachs. Astrologie, Naturheil- und Gewürzkunde, die Zeit in der Küche des Tempels der Genüsse, wo er seine große Liebe, das Mädchen Kamer kennenlernt.

    Saygin Ersin erzählt auf eine sehr harmonische, stille Weise. Diese Ruhe spiegelt sich auch in seinem Protagonisten, dem Küchenmeister wieder. Schnell taucht der Leser in eine Mischung aus Märchen und historischem Roman ein und darf sich von wundervollen Aromen, Gewürzen, Rezepten und Worten umgarnt fühlen. Ich war stellenweise an die Lektüre von Noah Gordons „Der Medicus“ erinnert und genoß Ersins eigenen Stil. Ein Buch, das Appetit und Laune macht, eine Geschichte, die ein kurzweiliges und hochwertiges Leseerlebnis bietet.

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    Medii_Kunvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Eines der seltenen Bücher, bei welchem ich nach der Beendigung sofort wieder bei Seite 1 anfangen wollte!
    Lebenshighlight

    Eines der seltenen Bücher, bei welchem ich nach Beendigung sofort wieder bei Seite 1 anfangen wollte!!

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    dermoerderistimmerdergaertners avatar
    dermoerderistimmerdergaertnervor 8 Monaten
    Die Macht der Aromen

    „Einsamkeit bedeutet, dass du es vermisst, jemanden deinen Namen sagen zu hören“ Zitat S. 324

    „Der Meisterkoch“ von Saygin Ersin wurde mir vom Atlantik Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

    Inhalt: Istanbul um 1600. Als ein neuer Sultan an die Macht kommt, lässt er all seine männlichen Verwandten töten. Nur ein 5-jähriger Junge kann mit der Hilfe seiner Mutter gerade noch entkommen. Der kleine Junge besitzt außergewöhnliche Fähigkeiten, er ist ein "Geschmacksbeherrscher“. Und so endet seine Flucht auch in der Palastküche und seine ersten Lehrjahre als Koch beginnen. Später studiert er in Bagdad Sternen- und Naturheilkunde und auf der Insel Hormus Gewürzkunde. Schließlich kehrt er als Meisterkoch zurück nach Istanbul in die Palastküche, mit dem Ziel, seine große Liebe Kamer wiederzufinden.

    Meine Meinung: Nachdem ich einige Seiten brauchte, um mich in die Geschichte mit den vielen fremden Namen und Ausdrücken und dem bildhaften, oft poetischen Schreibstil einzufinden, konnte ich völlig in diese märchenhafte, bunte und fremdländische Welt eintauchen. Der Schreibstil ließ mich langsamer lesen als gewohnt, aber dieses Buch muss man auch auf sich wirken lassen.
    Im Laufe der Geschichte erinnert sich der Meisterkoch, der im Buch allerdings immer „Der Küchenmeister“ genannt wird, an seine Vergangenheit. An seine Flucht über die Palastmauern zwischen großen Kuppeln hindurch, an die Jahre seiner Ausbildung in den Küchen, an seine wachsende Liebe zu Kamer, einer jungen Palasttänzerin und an die Reisen, um sein Wissen zu vervollständigen.
    Am besten haben mir die ausführlichen Beschreibungen der Palastküchen und der Zubereitungen der vielen Speisen gefallen. Da wäre ich gerne dabei gewesen und hätte dem Küchenmeister über die Schulter geschaut, um den Duft der verschiedenen Aromen selbst riechen zu können. Die Schilderungen der Reisen fand ich dagegen etwas weniger interessant.

    Fazit: „Der Meisterkoch“ ist ein außergewöhnliches und fremdländisches Leseabenteuer mit wunderbar gewählten und beschriebenen Charakteren und Orten, voller Gewürze und Farben. Eine märchenhafte Geschichte aus dem Osmanischen Reich.

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    Cupcakes2s avatar
    Cupcakes2vor 10 Monaten
    Der Geschmacksbeherrscher

    Als der Sultan all seine männlichen Verwandten ermorden lässt, gelingt es dem Küchenmeister, als kleiner Junge zu fliehen. Er findet Zuflucht in der Sultansküche. Meister Isfendiyar packt den Knaben und versteckt ihn in einem grossen Kessel. Dem Meister war damals bereits bekannt, dass der Junge eine außergewöhnliche Begabung hat, denn er ist ein Geschmacksbeherrscher. Sofort lässt er ihn zu Meister Âdem bringen, bei dem der Meister selbst einmal in die Lehre ging. Von diesem Tag an, durchlief der Küchenmeister verschiedene Stationen seiner Ausbildung. In dieser Zeit verliebt er sich in eine schöne Tänzerin, die hinter den Haremmauern unerreichbar für ihn ist. Wird es ihm gelingen, als Küchenmeister mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten sich seiner grossen Liebe zu nähern?


    Mit dem Roman befinden wir uns um 1600 in Istanbul. Der Autor Saygin Ersin hat den Schreibstil der Zeit angepasst. Dies ist ihm sehr gut gelungen. Es ist eine märchenhafte Geschichte, in denen man die einzelnen Handlungen direkt vor Augen hat. Die Schauplätze werden gut beschrieben. 
    Das Kochen und Backen ist auch meine Leidenschaft. Hier wird der Leser von den vielen Aromen und Gewürzen regelrecht überrascht. Leider sind keine Rezepte im Buch vorhanden, was ich sehr schade finde. Gerne hätte ich ein Rezept vom begabten Küchenmeister nachgekocht. 


    Ich kann den Roman gut weiterempfehlen, denn hiermit kann man in eine andere Welt eintauchen. 

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    hannelore259s avatar
    hannelore259vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Orientalisches Märchen über einen Geschmacksbeherrscher,der meinen aber nicht vollkommen getroffen hat.
    Die Liebe geht durch den Magen...und vieles andere auch

    Der Klappentext ließ mich hier vermuten dass es sich um einen historischen Roman, spielend im osmanischen Reich um 1600, handelt, weswegen ich ihn auch prompt lesen wollte!

    Inhalt (Klappentext):
    Zur Blütezeit des osmanischen Reiches kommt im Topkapi-Palast ein außergewöhnliches Kind zur Welt: Der junge Pascha verfügt über einen absoluten Geschmackssinn. Als der Sultan all seine männlichen Verwandten ermorden lässt, überlebt der Junge das Massaker mit Hilfe des Küchenchefs. Ihm gelingt die Flucht, und er beginnt seine Lehrjahre. Im Tempel der Genüsse, wo er sein Handwerk erlernt, verliebt er sich in die schöne Kamer, eine begnadete Tänzerin. Doch Kamer ist hinter Haremsmauern unerreichbar für ihn. Um zu vergessen, studiert er in Bagdad Sternen- und Naturheilkunde, auf der Insel Hormus unterweist ihn die Herrin der Aromen in Gewürzkunde, und den symbolischen Meisterschlag verleiht ihm ein Bibliothekar in Alexandria. Als Meisterkoch kehrt er zurück, wo er alles daran setzt, Kamer wiederzufinden.

    Doch wenn man in die Geschichte eintaucht, wird deutlich, dass man ein Märchen vor sich hat. Kein schlechtes, doch für meine Erwartungshaltung war es einfach zu märchenhaft. Anfangs war ich noch total hingerissen. Der Autor versteht es mit seiner Sprache Bilder von köstlichen Speisen zu erschaffen, einem den Orient näherzubringen, so dass man sich oft fühlte als wäre man ein Mäuschen in der Küche und würde den Geruch der Köstlichkeiten in der Nase haben. Teilweise habe ich mir gewünscht, dieser begnadete Koch würde in meiner Küche stehen und mir seine Gerichte kredenzen.

    Doch als der Meisterkoch beginnt, mit zauberhaften Formeln sein Essen zu beschwören, wurde es mir doch eine Prise zuviel Magie. Außerdem hat mich die Art, wie der Meisterkoch seinen Plan geschildert hat, doch etwas genervt. Diese Andeutungen, ohne konkret zu werden, das hätte man meiner Meinung nach auch weglassen können, da ja im weiteren Verlauf sowieso die gesamte Geschichte erzählt wurde.

    Was mir allerdings sehr gefallen hat, waren die verschiedenen Ausflüge in die Wissenschaft. Dabei werden vor allem die Astrologie und Naturheilkunde angesprochen, die beiden Gebiete die der Küchenmeister für seine Gabe als Geschmacksbeherrscher am meisten benötigt. Teilweise wird das Buch sogar ein bißchen spirituell, was mich als Skeptiker dann doch wieder zurückgehalten hat, meine Wertung höher ausfallen zu lassen.

    Trotzdem ist es eine Geschichte, die ich gern gelesen habe und der ich viele märchenbegeisterte Leser wünsche, die auch als solche an den Roman gehen.

    Kommentare: 2
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    abas avatar
    abavor 10 Monaten
    Rezension zu "Der Meisterkoch" von Saygin Ersin

    Eine Geschichte, die nie zu Ende gehen soll

    Die Osmanen waren dafür bekannt, dass sie alles andere als geizig waren. Am Essen vor allem haben sie nicht gespart, aus der einfachsten Mahlzeit haben sie ein Fest gemacht. Von ihren Köchen haben die Sultane alles und noch mehr verlangt. Das Beste vom Besten war für sie nicht gut genug. Um den Ansprüchen des Sultans gerecht zu werden und die Produktion gigantischer Mengen von Speisen zu garantieren - 4000 Serailbewohner mussten satt zu kriegen sein -, hatte die Residenz des Sultans, der Topkapı-Palast, mehrere Küchen und hunderte von Köchen. Allein dem Sultan standen 32 unterschiedliche Gerichte pro Mahlzeit zu.

    Eines Tages kommt ein Mann in die Palastküchen. Mit seinen Kochkünsten verschafft er sich spielend leicht Zugang zu diesen heiligen Räumen. In kürzester Zeit gelingt ihm etwas, worauf andere ein ganzes Leben lang hinarbeiten müssen: für den Sultan persönlich zu kochen.
    Allerdings verfolgt dieser Mann ein ganz anderes Ziel, als nur für den Monarch kochen zu dürfen.
    Wer ist dieser begabte Küchenmeister und was sind seine Pläne?

    Der türkische Schriftsteller Saygın Ersin erzählt in "Der Meisterkoch" die Geschichte von einem hochtalentierten Koch, der eine ungewöhnliche Karriere macht und nach Größerem strebt.

    Istanbul ist das Zentrum des Osmanischen Reichs. Hier steht der Topkapı-Palast, aus dem der Sultan über dem Orient herrscht. Der Küchenmeister hat sein eigenes Reich: die Geschmäcke. Er kennt ihre Geheimnisse und ihre Wirkung auf die Menschen. Sein Talent möchte er gezielt einsetzen, um seine Pläne durchzusetzen.
    Saygın Ersin ist mit dem Küchenmeister eine unglaublich faszinierende Romanfigur gelungen, die er mit einer starken, zielstrebigen und unbeugsamen Persönlichkeit ausgestattet hat. Obendrein hat er diesem Küchenmeister ein besonderes Charisma verliehen - eine Mischung aus Charme und enigmatischer Anziehungskraft -, mit dem er andere Menschen dazu bringt, nach seinen Vorstellungen zu handeln.
    Dieser Roman ist eine spannende und fesselnde Geschichte. Vieles bleibt im Dunkeln, der Leser muss ständig über die Beweggründe des Küchenmeisters rätseln, und darauf warten, ob der Plan Erfolg hat. Man fragt sich immer wieder, wie weit der Küchenmeister bereit ist zu gehen, um diesen in die Tat umzusetzen.
    Weitere Qualitäten dieses Romans sind das Märchenhafte und das Magische. Qualitäten, die in keiner orientalischen Geschichte fehlen dürfen und die das Leben und den Beruf des Küchenmeisters prägen. Denn dieser Koch ist nicht einfach nur ein Koch, er ist ein "Geschmacksbeherrscher", der eine lange und komplizierte Ausbildung absolvieren musste, um diesen Titel tragen zu dürfen, denn ein Geschmacksbeherrscher kann über Schicksale entscheiden.

    Saygın Ersin schildert den Weg des Küchenmeisters zum Geschmacksbeherrscher sehr ausführlich. Elemente aus der Wissenschaft, der Spiritualität und der Naturheilkunde werden in ihrer ganzen Komplexität dargestellt, es wird deutlich, dass der Küchenmeister Macht und Wissen besitzt, und dass er nicht ganz ungefährlich ist.

    Meine Lieblingsszenen aber waren die, in denen der Küchenmeister, der während der ganzen Geschichte namenlos bleibt, Speisen zubereitet, die ihm als Werkzeug, manchmal sogar als Waffen, in der Umsetzung seiner Pläne dienen. Da ich mich nicht immer mit übersinnlichen Wahrnehmungen identifizieren kann, habe ich mich jedes Mal sehr gefreut, wenn er gekocht hat. Für mich hätte das ganze Buch aus nur solchen Passagen bestehen können. Ich habe immer wieder die Augen zugemacht und mir vorgestellt, dass ich dem Küchenmeister bei der Zubereitung der sultanswürdigen Speisen zusehe. Geträumt habe ich sogar davon, dass er für mich kocht und ich in der Lage bin, seine majestätischen Gerichte zu schätzen.

    "Der Meisterkoch" ist eine emotionale, mitreißende und intelligente Geschichte, die mit dem Küchenmeister als Hauptcharakter starbesetzt ist, und deren magische und geheimnisvolle Atmosphäre zum Träumen verleitet.
    Es ist ein wunderbarer Roman, von dem man sich wünscht, dass er nie zu Ende geht.

    Kommentare: 1
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    Naburas avatar
    Naburavor einem Jahr
    Ein orientalisch-kulinarisches Lese-Highlight!

    Im Haus des Kaufmanns Zumrützade hat sich für den Abend hoher Besuch angekündigt: Der Waffenmeister des Sultans, bekannt für seine hohen und unberechenbaren Ansprüche beim Essen. Nach den ersten köstlichen Gängen kommt es zum Eklat: Es wird Lauch serviert, den der Waffenmeister, wie alle wissen, verabscheut. Umso erstaunlicher ist es, dass er probiert, bevor er davonstürmt, und den Koch am nächsten Tag in den Sultanspalast beordert. Dort soll er ihm fortan zwei Mahlzeiten täglich zubereiten. Für den Meisterkoch bedeutet es, das alles nach Plan verlaufen ist: Der junge Mann, der angeblich über den absoluten Geschmack verfügt, ist jetzt dort, wo er sein will. Doch er strebt noch etwas viel Größeres an – nicht aus Machtstreben, sondern aus Liebe.

    Das orientalische, golden schimmernde Cover des Buches ist ein echter Hingucker, der dafür sorgte, dass ich mehr über die zwischen den Buchdeckeln wartende Geschichte erfahren wollte. Diese spielt in Istanbul um 1600 und die goldenen Motive des Covers zeigen schon, dass es vor allem um das Kochen geht. Schon auf den ersten Seiten werden die servierten Speisen, die beim Besuch des Waffenmeisters im Haus des Kaufmanns serviert werden, so köstlich beschrieben, dass man am liebsten selbst davon gekostet hätte.

    Doch die erste dramatische Wendung lässt nicht lange auf sich warten. Der Waffenmeister probiert den ihm verhassten Lauch, der ihm zu schmecken scheint, und poltert dann hinaus; der Schatzmeister, der ihn begleitet hat, erleidet nach einigen Löffeln eine merkwürdige Lähmung, und im Nu findet sich der Meisterkoch im Sultanspalast wieder. Ich war erstaunt, dass er scheinbar genau das bezwecken wollte und war gespannt, mehr über seine Pläne und seine Begabung zu erfahren.

    An der Seite des Meisterkochs in das Leben in der Küche des Sultanspalasts einzutauchen war eine wundersame Erfahrung. Sie war zu jener Zeit als die größte Küche der Welt bekannt, und in ihr geht es zu wie in einem Bienenstock. Ich fand es interessant, mehr über die dort herrschende Hierarchie zu erfahren und wie sie organisiert ist. Jedes Mal, wenn der Meisterkoch zu seinen Messern greift, wird in einer anschaulichen Sprache absolut schmackhaft beschrieben, wie er die Speisen zubereitet und dafür sorgt, dass sie ganz besondere Wirkungen entfalten. Doch was will er damit bezwecken?

    Diese Frage wird bald mittels Rückblenden beantwortet, welche abwechselnd zur Handlung im Sultanspalast erzählt werden. Man erfährt, woher er stammt, von wem seine Begabung entdeckt wurde, wo er diese zu nutzen gelernt hat und wie er sich schließlich verliebt hat. Wehmütig blickt er immer wieder auf die Jahre zurück, die ihn zu einem tragischen Charakter gemacht und ihm schließlich ein klares Ziel gegeben haben, dem er sich vollends verschrieben hat.

    Die Rückblicke erklären auch, woher er über bestimmte sehr hilfreiche Kontakte verfügt, die ihm seine Hilfe anbieten. Was genau er bereit ist zu tun, wird meist erst verraten, wenn das gewünschte Ergebnis eingetreten ist oder eben nicht, sodass man gespannt bleibt, was die nächsten Schritte sein werden. Einige Auswirkungen sind durchaus drastisch, doch der Meisterkoch konnte mich mit seinem ungebrochenen Willen beeindrucken. Der Hauch Magie, welcher der Gabe des Meisterkochs innewohnt, führt zu manch überraschender Entwicklung, die mich staunen ließ.

    In „Der Meisterkoch“ kommt der gleichnamige Protagonist als Koch des Waffenmeisters in die Küche des Sultanspalasts, wo er einen größeren Plan nicht aus Machtstreben, sondern aus Liebe verfolgt. Die schmackhafte Beschreibung seiner Arbeit mit ein wenig Magie, seine tragische Geschichte und sein starker Wille ließen mich tief in die Geschichte eintauchen. Auch ohne kosten zu können wurde ich von den Künsten des Meisterkochs bezaubert. Dieses orientalisch-kulinarische Märchen war für mich ein echtes Lese-Highlight!

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    Engel1974s avatar
    Engel1974vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Mischung aus historischen Roman und Märchen, mit etwas gewöhnungsbedürftigen Schreibstil
    Mischung aus historischen Roman und Märchen, mit etwas gewöhnungsbedürftigen Schreibstil

    „Der Meisterkoch“ ist ein historischer Roman aus der Feder des 1975 in Manisa / Westanatolien geborenen Autoren Saygin Ersin.

    Um was geht es?

    Istanbul um 1600, in der Küche des Sultans zieht ein neuer Koch ein. Da er soviel Talent hat und genau herausschmecken kann welche und wie viele Gewürze in die jeweiligen Speisen gehören wird er von Allen nur der „Meisterkoch“ genannt.

    Mit seinen Speisen verzaubert er regelrecht die Menschen, doch nicht sein kulinarischer Ehrgeiz hat ihn in die Küche des Sultans geführt, seine Absichten sind ganz anderer Natur.

    Meinung:

    Das Cover in rot- und Gold-Tönen ausgestattet ist wunderschön und erinnert an ein Märchenbuch aus „1001 Nacht“. Und so wie dieses Buch an ein Märchenbuch erinnert ist auch die Handlung eine Mischung aus historischen Roman und Märchen, es wird mit viel Poesie, „Zauber“ und am Ende Fantasy aufgewartet.

    Dennoch ist die Lektüre nicht einfach so nebenbei zu lesen, der Roman ist schon aufgrund des schwerfälligen und gewöhnungsbedürftigen Schreibstiles keine „leichte Kost“.

    Der Protagonist ist so wie die Handlung anfangs sehr geheimnisvoll. Leider wird er bis weit über den Mittelteil hinaus nur als der „Meisterkoch“ bezeichnet. Einen Namen bekommt er erst später. So blieb er mir leider sehr „Gesichtslos“, es viel mir schwer mir ein Bild von ihm zumachen, geschweige denn mich richtig in ihn hineinzuversetzen. Im ganzen Roman blieb er mir leider sehr farblos und fern.

    Was dem Autoren hervorragend in diesem Roman gelungen ist, mich, als Leser von kulinarischen Gerichten träumen zu lassen. Immer wenn von kochen, Speisen und Gerichten die Rede war, konnte ich den Duft dieser förmlich in der Luft riechen.

    Fazit: Mischung aus historischen Roman und Märchen, mit etwas gewöhnungsbedürftigen Schreibstil

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein tolles Buch!
    "Der Meisterkoch" von Saygin Ersin

    DER MEISTERKOCH von SAYGIN ERSIN

    Istanbul um 1600, Blütezeit des Osmanischen Reichs. Im Topkapi-Palast kommt ein außergewöhnliches Kind zur Welt, der junge Pascha verfügt über einen absoluten Geschmackssinn. Als der Sultan all seine männlichen Verwandten ermorden lässt, überlebt der Junge das grausame Massaker mithilfe des Küchenchefs. Ihm gelingt die Flucht, und er beginnt seine Lehrjahre. In Bagdad studiert er Sternen- und Naturheilkunde, auf der Insel Hormus unterweist ihn die Herrin der Aromen in Gewürzkunde, und die symbolische Meisterschaft verleiht ihm ein Bibliothekar in Alexandria. Als Meisterkoch kehrt er zurück nach Istanbul, wo er seine große Liebe Kamer, die begnadete Tänzerin, wiederfinden will. Und er hat sich geschworen, Rache zu nehmen für die Ungerechtigkeiten, die ihm als Kind widerfahren sind. Schließlich wähnt er sich am Ziel seines Strebens: die legendäre Palastküche, Inbegriff aller kulinarischer Wonnen, raffiniertester Intrigen und gefährlicher Eifersucht …

    „Der Meisterkoch“ von Saygin Ersin hat mich von der ersten Seite an verzaubert und nach dem ersten Kapitel hatte ich richtig Appetit! Das lag mitunter an dem bildhaften Schreibstil des Autors, man kann die Köstlichkeiten förmlich sehen, schmecken, riechen … einfach große Klasse!

    Neben dem kulinarischen Aspekt entführt das Buch einen in eine märchenhaft, dennoch vom Schreibstil her modern erzählte Geschichte, die mich an 1001 Nacht erinnert und von Anfang bis Ende begeistert hat.

    Mein Fazit zum Buch „ Der Meisterkoch“ von Saygin Ersin ist ganz klar - ein absolut lesenswertes Buch, das nicht nur den Appetit anregt sondern auch mit einer zauberhaften Geschichte, einzigartigen Charakteren und mit unheimlich viel Liebe zum Detail das lesen zum echten Genuss werden lässt!  

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    buecherwurm1310s avatar
    buecherwurm1310vor einem Jahr
    Magische Genüsse

    Schon der Einband ist optisch sehr ansprechend, aber auch die Geschichte ist einfach nur wunderschön.

    In Istanbul ist um 1600 ein mächtiger Sultan an der Macht. Er läst alle männlichen Verwandten töten. Aber der junge Pascha, der einen absoluten Geschmackssinn hat, kann dem mit Hilfe des Küchenchefs entkommen. Er geht in zu einem Koch in die Lehre. Er verliebt sich in eine Tänzerin, eine aussichtslose Liebe, denn sie lebt im Harem, zu dem er keinen Zutritt hat. Daher macht er sich auf eine Reise, um sein Können zu vervollkommnen. Aber er vergisst seine Liebe nie. Als er nach Istanbul zurückkehrt, ist er ein Meisterkoch. Aber er hat auch noch anderes im Sinn, er will die Tänzerin wiederfinden und Rache nehmen für die Ungerechtigkeit, die er erlitten hat. Dann bringt ihn der Zufall zurück in die Küche des Topkapi-Palast – oder ist es gar kein Zufall, sondern ein sorgsam ausgearbeiteter Plan? Der Meisterkoch sieht sich seinem Ziel nahe.

    Es ist eine märchenhafte Geschichte, die uns der Autor Saygin Ersin hier erzählt. Die Sprache ist blumig und sehr poetisch. Es ist ein Buch, das man nicht einfach so herunterliest, man muss sich völlig in diese Geschichte hineinfallen lassen. Es ist die Blütezeit des Osmanischen Reiches, eine Zeit, in der Astrologie eine große Rolle Spielte und die Medizin der des Abendlandes überlagen war.

    Es ist eine ganz besondere Welt, die wir hier erleben dürfen und ich hatte beim Lesen den Eindruck, die Aromen zu riechen und auf der Zunge zu spüren.

    Genauso schillernd und vielfältig wie die orientalische Welt geschildert wird, so sind auch die Charaktere beschrieben.

    Es geht immer wieder um das Essen, aber es ist auch eine Geschichte die erzählt, dass man Widrigkeiten entkommen kann und trotz Hindernissen seinen Weg machen kann, wenn man nur beharrlich genug ist und sein Ziel nicht aus den Augen verliert.

    Mich hat die Geschichte von der ersten Seite an gepackt und mir schöne und unterhaltsame Lesestunden bereitet.

    Eine märchenhafte Geschichte voller Magie, die einen verzaubert.

     

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    AtlantikVerlags avatar
    In diesem Buch steckt eine große Prise Wunder: Beim Lesen wirst du den Duft von Zimt riechen können, die Farbe gebratener Auberginen sehen und vielleicht sogar das Klappern der Kochtöpfe hören. Der Meisterkoch ist ein Roman für alle Sinne – mit köstlichen Speisen, gefährlichen Rezepten und der großen Liebe ... ein kulinarisches Märchen!

    Zum Buch

    Istanbul um 1600, Blütezeit des Osmanischen Reichs. Im Topkapi-Palast kommt ein außergewöhnliches Kind zur Welt, der junge Pascha verfügt über einen absoluten Geschmackssinn. Als der Sultan all seine männlichen Verwandten ermorden lässt, überlebt der Junge das grausame Massaker mithilfe des Küchenchefs. Ihm gelingt die Flucht, und er beginnt seine Lehrjahre. In Bagdadstudiert er Sternen- und Naturheilkunde, auf der Insel Hormus unterweist ihn die weise Itılar in Gewürzkunde, die Lehre der Geschmacksrichtungen, und die symbolische Meisterschaft verleiht ihm ein Bibliothekar in Alexandra. Als Meisterkoch kehrt er zurück nach Istanbul, wo er seine große Liebe Kamer, die begnadete Tänzerin, wiederfinden will. Und er hat sich geschworen, Rache zu nehmen für die Ungerechtigkeiten, die ihm als Kind widerfahren sind. Schließlich wähnt er sich am Ziel seines Strebens: die legendäre Palastküche, Inbegriff aller kulinarischer Wonnen, raffiniertester Intrigen und gefährlicher Eifersucht ...

    Zum Autor


    Saygın Ersin, 1975 in Manisa/Westanatolien geboren, studierte Soziologie und arbeitete anschließend als Journalist. Heute lebt er als Drehbuchautor und Schriftsteller in Izmir.

    Wir möchten mit Euch gemeinsam und exklusiv vor Veröffentlichung am 5. Oktober Der Meisterkoch lesen und diskutieren. Dafür stellen wir Euch 20 Exemplare zur Verfügung.
    Ihr könnt Euch bewerben, indem Ihr uns in einem Kommentar folgende Frage beantwortet:

    Welche Zutat gibt deinen Gerichten eine Prise Wunder?

    Viel Glück!
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