Scarlett Lewis , Natasha Stoynoff Ich hab dich immer lieb

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Inhaltsangabe zu „Ich hab dich immer lieb“ von Scarlett Lewis

fürsorgliche heilende Liebe
schrieb der sechsjährige Jesse seiner Mutter
Scarlett Lewis auf die Küchentafel, bevor er
in der Grundschule von einem Amokläufer
erschossen wurde.
Wie diese Worte ihr über den schrecklichen
Verlust hinweghalfen, ihr Trost und Hoffnung
gaben und ihr erlaubten, zu Liebe
und Vergebung zu finden, darüber berichtet
sie in ihrem außergewöhnlichen Buch
»Ich hab dich immer lieb«. Sie möchte damit
allen helfen, die selbst einen geliebten
Menschen verloren haben.
Als der sechsjährige Jesse Opfer eines Amokläufers
wird, der 20 Kinder in einer Grundschule errschießt,
ist seine Mutter Scarlett Lewis am Boden zerstört.
Aber Jesse hat ihr eine Botschaft hinterlassen, die ihr
hilft, zurück zu Liebe und Vergebung zu finden
angesichts des Bösen, das plötzlich über ihre Welt
hereingebrochen ist. Mit ihrem Buch möchte sie ihre
heilende Erfahrung mit allen Menschen teilen, die
Trost suchen, um nicht an der Welt zu verzweifeln.

Wie eine Mutter ihren Sohn verliert und die Kraft findet, den schmerzlichen Verlust in etwas Wertvolles zu verwandeln.

— J-Hagen

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    Ich hab dich immer lieb

    J-Hagen

    21. May 2014 um 17:02

    Wie schafft es eine Mutter über den Verlust des eigenen Kindes hinwegzukommen? Noch dazu, wenn der Sohn auf so grausame Weise sterben musste, wie Jesse - durch die Waffe eines Amokschützen, der 2012 völlig willkürlich 26 Kinder und Erwachsene erschoss, die sich im Schulgebäude einer Grundschule in Newton aufhielten? Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Buch lese. Weil ich ja selbst Mutter bin und die Vorstellung, eines meiner drei Kinder zu verlieren, so schrecklich für mich ist, dass sich mein Herz allein bei dem Gedanken daran, dass jemand anderem so etwas passiert, schon zusammenkrampft und mir die Tränen in die Augen steigen. Schon nach den ersten Seiten hat es mich emotional so durchgeschüttelt, dass ich es manchmal kaum aushalten konnte und das Buch weglegen musste, um tief durchzuatmen. Da hilft es, dass es sprachlich in einem eher sachlichen, man möchte fast sagen nüchternem Ton daherkommt. Anders hätte ich es vermutlich nicht durchgestanden. Resilienz - ein Wort, das in letzter Zeit häufiger auftaucht. Immer dann, wenn über Menschen berichtet wird, die in großen Krisen auf eine innere Kraftreserve zurückgreifen können und darum an Verlusten, so wie Scarlett Lewis ihn erlebt hat, nicht zerbrechen. Natürlich genährt auch durch äußere Umstände. Durch Hilfe, Zuspruch, Glaube und wie im Buch eindrucksvoll beschrieben, durch kleine Zeichen, die der Sohn aus dem Jenseits schickt. Das ist sicher die Stelle, an der einige Menschen den Kopf schütteln und das Buch beiseite legen. Weil sie Übersinnliches für Humbug halten. Ich dagegen meine, dass diese Offenheit für etwas, das sich nicht mit unseren wissenschaftlichen Erklärungsmodellen fassen lässt, doch gerade das ist, was der Resilienz erst die Türen öffnet. Vergleicht man solche tragischen Geschichten, und die Lebensläufe der Hinterbliebenen, dann sind es oft genau jene übersinnlichen Wahrnehmungen, die Heilprozesse anstoßen oder erst möglich machen. Scarlett Lewis ist eine starke Frau. Sie hat es geschafft, in etwas absolut Sinnlosem - dem Tod von ihrem Sohn Jesse - einen Zugang zu ihrer eigenen tiefen Liebesfähigkeit zu finden. Und zwar auf einer höheren Ebene, die die Kraft mit einschließt, andere zu inspirieren, Erfahrung zu teilen und damit Trost zu spenden. Und das ist auch die Botschaft, die beim Lesen mit jeder Seite an Bedeutung gewinnt. Dass es einen Weg gibt. Dass es möglich ist, die Trauer durchzustehen, dass die Liebe nicht mit dem Tod des geliebten Menschen endet und dass es sogar möglich ist, aus den Trümmern des Verlustes etwas ganz Neues wachsen zu lassen. Mich hat beim Lesen beeindruckt, wie offen die Autorin mit ihrem Schmerz umgeht, ohne dass man auch nur einen einzigen Moment das Gefühl hat, dass sie anklagt oder sich in der Opferrolle einrichtet. Ganz im Gegenteil. Scarlett Lewis zeigt uns einen Weg, der - würden wir ihn alle verinnerlichen - dazu beitragen kann, diese Welt zu einem besseren Ort werden zu lassen: "Wir alle müssen uns für die Liebe entscheiden, Mr. President!" sagt sie bei einem Treffen zu Barack Obama. Und das ist es. Weil Menschen, die geliebt werden und wirklich lieben können, keine Gewalttaten vollbringen. Weil sie nicht andere schwächen müssen, um sich selbst stark zu fühlen. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich dieses Buch gelesen habe.

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