Scarlett Thomas Troposphere

(112)

Lovelybooks Bewertung

  • 120 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 1 Leser
  • 20 Rezensionen
(41)
(40)
(17)
(9)
(5)

Inhaltsangabe zu „Troposphere“ von Scarlett Thomas

Wenn dieses Buch dich umbringen könnte – würdest du es dann lesen? Als die Studentin Ariel Manto in einem Antiquariat auf eine Ausgabe von „The End of Mister Y“ stößt, traut sie ihren Augen kaum. Sie weiß, dass dieses Buch überaus selten ist. Und dass angeblich bisher niemand die Lektüre überlebt hat. Ariel glaubt nicht an Flüche. Unerschrocken vertieft sie sich selbst in die aberwitzige Geschichte des Mister Y, der mithilfe eines Elixiers in eine andere Dimension reist: die Troposphäre, sprich die Gedankenwelt der ganzen Menschheit. Ariel glaubt auch nicht an Wunderdrogen, dennoch startet sie einen Selbstversuch – und ahnt nicht, was sie dabei aufs Spiel setzt … „Ein literarisches Gedankenexperiment mit beträchtlichem Suchtpotential.“ (Neue Zürcher Zeitung)

Mal abgesehen von der Handlung richtig interessant, wenn man sich für Philosophie und Wissenschaft begeistern kann :)

— R_Marie
R_Marie

"Troposphere" von Scarlett Thomas - spannend, fiktional, philosophisch, erkenntnistheoretisch!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Die Idee zur Geschichte ist wirklich faszinierend und fesselnd. Die Vorstellung allein absolut irrsinnig und erschreckend.

— Lesen_ist
Lesen_ist

Anspruchvoll und intelligent wird ein schöner Roman mit Inhalten aus Quantenphysik (?) und Philosophie verbunden. Sehr schwer zu beschreiben

— Will-ein-Buch
Will-ein-Buch

Höchst ungewöhnlich und interessant. Intelligenter Mix aus Action und Philosophie. Ein genialer Roman, der seinesgleichen sucht. Lesen!

— Wortwanderin
Wortwanderin

Matrix meets Alice im Wunderland feat. Sophies Welt - mein durchgeknalltestes Leseerlebnis 2013! Verrückt, intelligent und irre spannend!

— DieBuchkolumnistin
DieBuchkolumnistin

ich fands toll!

— giulianna
giulianna

Ich glaub es ich geb es auf! Bin ca. auf Seite 100! Und es geht mal gar nicht! Bis jetzt absolut nicht mein Fall! Ich werde das Buch auch nciht bewerten, da ich es nicht vollständig gelesen habe! Schade eigentlich der Klappentext hat sich interessant angehört!

— jessy85
jessy85

Stöbern in Romane

Der Junge auf dem Berg

Ein Buch was einen zum Nachdenken anregt.

thats_jessx

Töte mich

Opernhaftes Märchen mit viel Witz und Charme

jewi

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

Leider nicht so überzeugend, wie erhofft

KristinSchoellkopf

Mein Leben als Hoffnungsträger

Schön ruhig, nostalgisch und poetisch- so kann unsere Alltag auch sein

marpije

Eine allgemeine Theorie des Vergessens

Ein großartiger Roman. Volle Leseempfehlung!

Sikal

Und jetzt auch noch Liebe

Es geht im Leben um viel mehr als den richtigen Zeitpunkt, den gibt es nämlich nur selten. Es ist wichtig, was man daraus macht!

unfabulous

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Sie haben die Wahl

    Troposphere
    R_Marie

    R_Marie

    22. September 2016 um 22:24

    Sie haben jetzt die Wahl. Sie … „Troposphere“ ist ein besonderes Buch. Die Dialoge sind nicht nur dazu da, um die Seiten zu füllen. Scarlett Thomas unterbreitet uns in diesem Buch philosophische und wissenschaftliche Ansätze, auf einem Niveau, dass man sie auch als Physik-Null wie ich verstehen kann. Zum einen liest man über Gedankenexperimente (die mochte ich sehr gerne), zum anderen werden existenzielle Fragen gestellt. Mich persönlich hat dieser Aspekt sehr beschäftigt. „Troposphere“ ist nämlich ein Fantasybuch und auch wieder nicht. Die Welt in diesem Buch ist unsere, nur kommen die Figuren hinter deren Geheimnisse. Sie klären Letzte Fragen und liefern teils logische Erklärungen und Theorien. Im Buch stimmen sie ganz sicher. In Wirklichkeit könnten sie stimmen. Ich habe während der Lektüre viel nachgedacht und auch mit meiner besten Freundin diskutiert, was mir großen Spaß gemacht hat. Intellektuell ist das Buch also durchaus anregend, wenn ich das so sagen kann. Mir fiel es mitunter schwer, mir vor Augen zu halten, dass dies ein fiktives Werk ist. Etwa ab dem letzten Drittel fand ich das Ganze sogar beklemmend und verstörend. Wie man sieht: wenn man nichts für Wissenschaft und Philosophie übrig hat, ist das Buch wahrscheinlich nicht das Richtige. Es gibt wenige Teile im Buch, in denen das keine Rolle spielt. So interessant diese Überlegungen gestaltet wurden (obwohl es teilweise wirklich zu viel wurde) – die Handlung an sich wurde zum Stiefkind degradiert. Die zwischenmenschlichen Konflikte waren nicht gut genug ausgearbeitet. Probleme entstehen und verschwinden. Figuren (oftmals höchst tragische Existenzen mit schlimmer Kindheit) tun Dinge, die ich nicht verstehe, und so manches Schicksal bleibt ungeklärt. Einmal erfährt man richtig viel über einen Nebencharakter, und anstatt das zu nutzen, taucht er danach nicht mehr in der Geschichte auf. Die Sache mit der Liebe hat mich ebenfalls nicht zufrieden gestellt. Da war einfach … kein Wachstum. Instalove ahoi! Was für mich auch nicht ganz dazu gepasst hat, sind die Passagen, in denen Ariel ihr Sexleben beschreibt und sich dann selbst dafür hasst, so „dreckig“ zu sein. Mit dem Rest der Geschichte hatte es nichts am Hut und diente nur dazu, zu zeigen, wie schlecht Ariel mit sich selbst umgeht und wie verkorkst sie ist, vermute ich. Oder aber, die Autorin dachte, das muss einfach mit rein. Da liegt sie falsch! Ich glaube, dass in dem Buch noch vieles versteckt ist, das ich nicht entdeckt habe, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Das erste Drittel fand ich nicht so spannend, aber trotzdem interessant, und dann war es spannend und interessant gleichermaßen. Ich denke, dass es in „Troposphere“ Teile gibt, die den einen mehr interessieren als den anderen. Ich frage mich auch, ob die Autorin hier ihre Theorien mit uns teilt, oder ob sie sich das Ganze nur ausgedacht hat. Nachdem man das Buch beendet hat, kann man noch lange darüber nachdenken. Es gibt noch offene Fragen und Unklarheiten, die man sich höchstens erschließen kann. Das hätte man auch weniger abrupt machen können, ohne dass das Geheimnisvolle verloren geht. Und eins noch: den Titel finde ich absolut bescheuert. „Troposphere“ ist nämlich das englische Wort – im deutschen Buch wird es „Troposphäre“ genannt. Die englische Version heißt aber „The End of Mr Y“ – Sinn?

    Mehr
    • 5
  • Mehr Inhalt als der Klappentext vermuten lässt

    Troposphere
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. July 2016 um 17:14

    "Als die Studentin Ariel Manto in einem Antiquariat auf eine Ausgabe von «The End of Mister Y» stößt, traut sie ihren Augen kaum. Sie weiß, dass dieses Buch überaus selten ist. Und dass angeblich bisher niemand die Lektüre überlebt hat. Ariel glaubt nicht an Flüche. Unerschrocken vertieft sie sich selbst in die aberwitzige Geschichte des Mister Y, der mit Hilfe eines Elixiers in eine andere Dimension reist: die Troposphäre, sprich die Gedankenwelt der ganzen Menschheit. Ariel glaubt auch nicht an Wunderdrogen, dennoch startet sie einen Selbstversuch ' und ahnt nicht, was sie dabei aufs Spiel setzt ' " Soweit - so reißerisch. Ich bin froh, dass ich es trotzdem gelesen habe. Das Buch ist spannend, fiktional, philosophisch und erkenntnistheoretisch. Es befeuert immer wieder das eigene Denken mit Einwürfen aus der Quantenphysik und Philosophie. Ein Erlebnis!  

    Mehr
  • Nach grandiosem Start eine Bauchlandung

    Troposphere
    sursulapitschi

    sursulapitschi

    29. March 2016 um 21:04

    Eigentlich fängt dieses Buch vielversprechend an. Ariel ist wissenschaftliche Assistentin eines Literaturprofessors, und beide verbindet die Liebe zu dem eher unbekannten Autor Thomas E. Lumas. Lumas Buch „The End of Mister Y.“ gilt als verschollen und soll außerdem den potenziellen Leser mit einem Fluch belegen.Die Atmosphäre ist bedrohlich, geheimnisvoll und hat Edgar Allen Poe Qualität. Natürlich finden sie dieses Buch, das den Weg in eine unglaubliche Parallelwelt weist, die Troposphäre.So weit ist die Geschichte fesselnd, neu und originell. Was die Sache anstrengend macht, ist ein unfassbar komplexer pseudowissenschaftlicher Überbau. Ja, Ariel ist klug und vielseitig interessiert, was durchaus bereichernd ist, trotzdem muss man hier will ich viele ausschweifende Diskussionen und Gedanken nachvollziehen. Literatur, Physik, Religion, Philosophie, sogar Genetik spielen eine Rolle. Anfangs ist das noch ganz interessant, aber mit der Zeit war ich die vielen ausufernden Vorträge wirklich leid. Sie sind auch nicht zum Verständnis von Nöten. Teilweise hat man das Gefühl, hier nutzt die Autorin eigentlich nur die Gelegenheit, möglichst viele kluge Gedanken zu Gott und der Welt an den Mann zu bringen. Die eigentliche Geschichte hätte das nicht gebraucht, im Gegenteil. Es hält auf und macht eine ohnehin komplexe Sachlage unnötig kompliziert, zum Ende hin sogar wirr. Auch die Tatsache, dass hier wirklich jeder eine schreckliche Kindheit zu verarbeiten hat, nebst Ariels verzweifelten Sexkapaden, strengt an und steigert die allgemeine Dramatik sehr gewollt. So fängt dieses Buch grandios an und versandet dann in der Theorie, die am Schluss nicht mehr nachvollziehbar ist. Jammerschade.

    Mehr
  • Troposphere - Scarlett Thomas

    Troposphere
    Lesen_ist

    Lesen_ist

    16. February 2015 um 18:03

    Inhalt Wenn dieses Buch dich umbringen könnte – würdest du es dann lesen? Als die Studentin Ariel Manto in einem Antiquariat auf eine Ausgabe von »The End of Mister Y« stößt, traut sie ihren Augen kaum. Sie weiß, dass dieses Buch überaus selten ist. Und dass angeblich bisher niemand die Lektüre überlebt hat. Ariel glaubt nicht an Flüche. Unerschrocken vertieft sie sich selbst in die aberwitzige Geschichte des Mister Y, der mithilfe eines Elixiers in eine andere Dimension reist: die Troposphäre, sprich die Gedankenwelt der ganzen Menschheit. Ariel glaubt auch nicht an Wunderdrogen, dennoch startet sie einen Selbstversuch – und ahnt nicht, was sie dabei aufs Spiel setzt. Meine Meinung Die Frage auf der Rückseite des Buches ist schon sehr verlockend und war wohl auch ausschlaggebend dafür, dass ich das Buch jetzt doch gekauft habe. »Wenn dieses Buch dich umbringen könnte – würdest du es dann lesen?« Ich denke schon, ja, mit klopfenden Herzen. Aber wie jeder würde ich wahrscheinlich denken, mir passiert schon nichts. Ariel Manto lehnt rauchend aus dem Fenster ihres Büros auf dem Universitätsgelände, als sie Geräusche hört und Bewegungen im Boden spürt. Ihr erster Gedanke ist ein Erdbeben. Doch eines der Gebäude auf dem Gelände stürzt ein. Darunter verläuft ein alter Eisenbahntunnel, der eingestürzt ist. Alle Gebäude rundherum werden evakuiert, alle Studenten und Professoren nach Hause geschickt. Da Ariel auch ihr Auto nicht vom Parkplatz holen darf, muss sie zu Fuß gehen. Professor Saul Burlem ist Ariels Doktorvater, doch eine Woche nach ihrer Ankunft an der Uni ist er verschwunden. Thomas E. Lumas, ein Schriftsteller aus dem aus dem 19. Jahrhundert ist Ariels Thema für ihre Doktorarbeit. Burlem ist der einzige Mensch, der über dieses Thema geforscht hat und der einzige Grund, warum Ariel hier ist. Ohne ihn erscheint alles recht sinnlos. Auf ihrem Weg nach Hause geht Ariel in ein Antiquariat, aus Neugier und eigentlich auch um sich aufzuwärmen. Es ist Januar und eiskalt draußen. Und doch gibt es in diesem Laden ein Buch, das es hier eigentlich nicht geben kann; »The end of Mister Y« von Thomas Lumas, sein letztes und geheimnisvollstes Werk. Niemand hat dieses Buch! Es soll ein Exemplar in einem Bankschließfach in Deutschland geben, ansonsten gibt es dieses Buch nirgendwo. Und doch ist das Buch hier in einem Karton mit anderen alten Büchern. Es soll verflucht sein. Angeblich stirbt man, wenn man das Buch liest. Ariel gibt ihr letztes Geld für diesen Karton mit Büchern aus und natürlich wird sie dieses verfluchte Buch auch lesen. Würdest du es nicht lesen? Ich habe kein klares Bild von Ariel. Ja, sie ist hochintelligent, aber wie sie aussieht, außer dass sie rote Haare hat, weiß ich nicht wirklich. Sie hatte eine furchtbare Kindheit, wobei das eher eine Untertreibung ist. Sie hat auch nicht viel mit ihrem Leben bisher angefangen, außer zahllose Affären mit verheirateten Männern und eine Arbeit, die ihr gerade Mal genug zum Leben einbringt. Sie lebt in einer Wohnung, die im Winter nicht zu heizen ist, und hat oft nicht genug zu essen. Ihre Kleidung scheint auch bessere Tage gesehen zu haben. Und nun hat sie ihre letzten 50 £ für diesen Karton Bücher ausgegeben und weiß nicht, wovon sie die nächsten 3 Wochen leben soll. Aber das wird bald ihr geringstes Problem sein. Der Einstieg in das Buch ist leicht, aber sehr bald muss ich feststellen, dass mir einiges zu tief in die Materie geht. Der deutsche Philosoph Heidegger, sowie der französische Philosoph Derrida kommen viel vor, also wird hier auch viel philosophiert. Zum Glück recht verständlich aber doch etwas ermüdend auf Dauer. In Verbindung mit Derrida ist auch die Rede vom Simulakrum; »Als Simulacrum oder Simulakrum bezeichnet man ein wirkliches oder vorgestelltes Ding, das mit etwas oder jemand anderem verwandt ist oder ihm ähnlich ist« (Quelle: Wikipedia). Mathematik, Physik, Philosophien, Religionen, Relativitätstheorie, Quantenphysik, Chaostheorie, Paradoxien, Gedankenexperimente, Ursache und Wirkung – alles Themen, die hier vorkommen. Vieles, aber nicht alles, notwendig für die Geschichte und auch unbestritten interessant. Es wird alles so weit wie möglich, für einen Laien, wie ich einer bin, verständlich dargestellt. Man muss aber bereit sein sich da durch zu lesen, was zugegebener Maßen auch etwas anstrengend sein kann, wenn man manche Paragraphen 2 oder 3 Mal lesen muss. Zumindest ging es mir so. Erst ab der Mitte des Buches wird diese Geschichte so richtig spannend! Wir bekommen auch das Buch, das eigentlich nicht im Besitz von Ariel sein kann, zu lesen. Die Idee mit der Troposphere, die Lumas in seinem Buch beschreibt, faszinierte mich sofort und ich kann die Suchtwirkung gut verstehen, die Mr. Y dorthin zieht, wie eine Droge. Ich verstand aber nicht wieso Ariel, die ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, von der Autorin als ordinäres Flittchen (milde ausgedrückt) dargestellt wird. Es ist weder notwendig für diese Geschichte noch erweckt es Sympathie für die Protagonistin. Für mich bekam sie dadurch auch nicht mehr Profil. Durch die Ich-Perspektive fehlt es dem Ende an Logik. Die Idee zur Geschichte ist wirklich faszinierend und fesselnd. Die Vorstellung allein absolut irrsinnig und erschreckend. Die Spannung leidet jedoch unter den Gedankenspielen, es wird etwas zu viel und zu lang philosophiert für meinen Geschmack. Die Protagonistin blieb für mich neutral, sodass ich keine echte Sympathie für sie aufbringen konnte, manches Mal aber Abneigung und Unverständnis.

    Mehr
  • Verlosung der Lieblingsbücher 2013 vom LovelyBooks-Team - unsere Buchtipps für euch!

    Daniliesing

    Daniliesing

    19. December 2013 um 14:04

    Es ist schon zu einer kleinen Tradition geworden, dass wir euch hier über die Weihnachtszeit auch mal unsere Lieblingsbücher vorstellen, die wir in diesem Jahr gelesen haben. Deshalb grübelt das gesamte LovelyBooks Team schon seit ein paar Wochen, welche Bücher wir euch empfehlen und als Buchpaket unter euch verlosen wollen. Denn die Entscheidung ist jedem von uns in diesem Jahr überhaupt nicht leicht gefallen, aber das kennt ihr bestimmt auch selbst. Neben dem Buchpaket mit den 10 Lieblingsbüchern vom Team verlosen wir außerdem einen Kobo GLO E-Reader in schwarz. Hier dürfen sich also gleich 2 Gewinner sehr freuen! Unsere Buchtipps: 1. miadonna empfiehlt: "Die Tochter der Wälder" von Juliet Marillier Ich drehe die Regeln dieses Jahr für mich etwas um und nenne nicht mein Lieblingsbuch für dieses Jahr, sondern möchte die letzte Gelegenheit nutzen euch eine Autorin ans Herz zu legen, die in Deutschland leider nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die sie eigentlich verdient hätte. Für mich ist das richtig, richtig schmerzhaft, weil ich in einigen ihrer Serien feststecke, die jetzt nicht weiter übersetzt werden. Es geht um Juliet Marillier, die mir mit ihren Büchern diese besonderen Lesemomente ermöglicht, wie ich sie das letzte Mal als Teenager z. B. bei der Lektüre von den Nebeln von Avalon hatte. Das ist jetzt über 20 Jahre her und ich habe angenommen, dass mir dieses Gefühl 'völlig in der Geschichte zu leben' einfach nicht mehr passieren kann, weil ich a.) zu erwachsen b.) zu unaufmerksam c.) zu fantasielos geworden bin. Als mir dann Dani von ihrer Lieblingsreihe 'Sevenwaters' erzählte, wurde ich zwar hellhörig, aber ich hatte nicht mit diesem Geschenk gerechnet. "Die Tochter der Wälder" hat mich mit Haut und Haaren gefressen, ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, ich musste mich wegen akuten Leserfiebers bei der Arbeit krank melden, die großen Abenteuer warteten schließlich auf mich. Nachdem ich die Tochter der Wälder gelesen hatte, musste Nachschub her und ich las mich im Anschluss durch alle verfügbaren Bücher und Reihen von Juliet Marillier. Normalerweise bin ich von irgendeinem Band dann enttäuscht, aber das ist mir einfach nicht passiert. Leider war irgendwann trotzdem Schluss, denn die Autorin findet keinen Verlag in Deutschland, weil sich ihre Reihen und Serien nicht in der Masse durchgesetzt haben. Wie traurig ist das denn? Deshalb hier an dieser Stelle noch einmal meine Empfehlung für die Bücher von Juliet Marillier. Und wer weiß, wenn sich jetzt alle Leser auf ihre Bücher stürzen, dann komme ich vielleicht doch noch einmal in den Genuss eines dieser raren Lesemomente... 2. MissBookarazzi empfiehlt: "Silver Linings" von Matthew Quick Mir fiel es dieses Jahr schwer, ein Buch zu finden, das mich so richtig begeistert hat. Doch mir ist schließlich eins aus dem Frühjahr eingefallen, das meiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit erhält und auf eine bestimmte Weise besonders ist! Die meisten sind durch die Oscars eher mit dem Film vertraut. Ich finde jedoch, man sollte zuerst das Buch kennen. "Silver Linings" ist ein versteckter Bücherschatz von Matthew Quick, der den Leser durch zwei eigene und verrückte Charaktere mitreißt und in die ungewöhnliche Geschichte von Pat und Tiffany entführt, die einen immer wieder überrascht und die verschiedenen Facetten des Lebens durch einen bemerkenswerten Blickwinkel sehen lässt. Das Buch ist sicherlich nicht für jeden Lesegeschmack geeignet. Aber wer ein Herz für skurrile und liebenswerte Charaktere hat, der wird Pat und Tiffany gerne auf ihrer Suche nach ihrem eigenen Happy End begleiten! 3. sarah_elise empfiehlt: "Bettler und Hase" von Tuomas Kyrö Urkomisch, verschroben und überaus liebenswürdig ist nicht nur der rumänische Antiheld Vatanescu sondern der gesamte Roman „Bettler und Hase“ des finnischen Autorenstars Tuomas Kyrö. In einer einzigartigen Manier mit fantastischen Elementen hangelt sich der rumänische Auswanderer in tiefem Vertrauen auf die westeuropäische Wohlstandsgesellschaft durch die kriminelle Unterwelt Finnlands; stets getrieben von der Sehnsucht nach finanzieller Sicherheit. Nachdem er Menschenhändler Jegor entkommen konnte, begibt sich Vatanescu auf einen Road-Trip quer durch Finnland und rettet versehentlich ein Kaninchen, das er „Hase“ tauft. Und während der treu-naive Protagonist sich schwertut, richtige Entscheidungen zu fällen, verfügt „Hase“ über den überlebenswichtigen Instinkt, bei Gefahr Reißaus zu nehmen. Auf ihrer Suche nach dem Glück trifft das komische Duo auf Gestalten der kuriosesten Facetten. Armut, Menschenhandel und organisierte Kriminalität stellen nicht die optimalen Rahmenbedingungen für ein modernes Märchen dar, doch Tuomas Kyrö schafft es mit rabenschwarzem Humor und seinem rumänischen Forrest Gump den Leser zu verzaubern. Wo Vatanescus Reise endet und welche Rolle der finnische Ministerpräsident und Facebook spielen, wird nicht verraten, doch die Lektüre unterhält und lehrt uns die Sehnsucht der Menschen nach Gerechtigkeit und Humanität in einer kapitalistischen Gesellschaft. 4. DieBuchkolumnistin empfiehlt: "Troposphere" von Scarlett Thomas Die britische Autorin Scarlett Thomas hat mit “Troposphere” ihren siebten Roman geschrieben und darin mit Ariel Manto eine weibliche Hauptdarstellerin geschaffen, die mir sympathischer nicht sein könnte: sie ist verrückt, witzig, rothaarig, im ständigen Schwanken zwischen Pessimismus und Hoffnung, stark und liebevoll und süchtig nach ständigem Wissensnachschub und Austausch über ihre verschiedenen Theorien rund um unsere Existenz. Gerade die vielen naturwissenschaftlichen und philosophischen Erläuterungen machen den Roman wahrscheinlich für viele Leser völlig untauglich – für mich machten genau diese Diskurse den Reiz aus und sie fordern jederzeit volle Aufmerksamkeit.Ein Roman, an dem sich die Geister sicherlich scheiden – ich bin sofort reingekippt und wollte nie mehr raus. Eines der Bücher, die ich immer wieder und wieder lesen will und dabei stets Neues entdecken werde, denn vorhersehbar ist hier nur eines: man ist nach dem Buch schnell ebenso süchtig wie Ariel Manto nach der Troposphäre. 5. malano empfiehlt: "Leb wohl, Schlaraffenland" von Roland Düringer und Clemens G. Arvay Man könnte sagen: "Das Buch zum Film", auch wenn es keinen Film im klassischen Sinne gibt, sondern ein Videotagebuch! Seit 2. Januar dieses Jahres hat sich der österreichische Kabarettist und Schauspieler Roland Düringer, einem interessanten Selbstversuch unterzogen und zwar: Wie wäre es in der heutigen Zeit ein Leben wie in den 70ern (seiner Kindheit) zu führen, abseits von Telefon, Internet, e-Mail, Bankomatkarte, Auto, Supermärkten und ständiger Verfügbarkeit... Roland Düringer hat also begonnen nach und nach, die Werkzeuge der heutigen Zeit zu reduzieren oder wegzulassen und beobachtet was dies für sich und sein Leben bedeutet und hat dies in Form eines Videotagebuches auf www.gueltigestimme.at festgehalten und dokumentiert. Und da mich nun dieses Videotagebuch und Düringers Experiment seit Anfang dieses Jahres begleiten, empfehle ich euch somit quasi das neu erschienene "Buch zum Film" mit dem Titel: "Leb wohl, Schlaraffenland - Die Kunst des Weglassens", oder wie in der Inhaltsangabe beschrieben: ein Leben wie früher zu führen und dabei die Zukunft zu gewinnen. 6. Kari empfiehlt: "Ich bin verboten" von Anouk Markovits In diesem Jahr hat mich ein Buch ganz besonders ergriffen, das mir sogar noch nach Monaten immer wieder ins Gedächtnis rückt. Klammheimlich schleicht es sich in meine Gedanken, während der Bahnfahrt nach Hause oder wenn ich mir gerade eine neue Lektüre aussuche. Die Rede ist von „Ich bin verboten“ von Anouk Markovits, einem Roman, der die Geschichte einer streng gläubigen jüdischen Familie vom Zweiten Weltkrieg bis in unser 21. Jahrhundert hinein erzählt. Die Autorin, welche selbst als Satmar-Chassidim, einer jüdischen Sekte, aufwuchs, berichtet von diesem streng regulierten und kontrollierten Leben, das vor allem Frauen in ihre Grenzen weist. Durch zwei weibliche Hauptfiguren, die zwar unterschiedliche Wege beschreiten, aber auf ihre Art und Weise mutig und entschlossen sind, ihr Leben zu meistern, beschreibt Anouk Markovits, wie enge Fesseln ein Leben voller Möglichkeiten zu einem ungelebten Leben werden lassen können. Ihr Erzählstil ist wie ein Sog, der den Leser diese völlig fremden Leben hautnah erleben lässt. 7. kultfigur empfiehlt: "Die letzte Generation" von Arthur C. Clarke "Die letzte Generation" von Arthur C. Clarke ist Vorlage und Inspiration für viele andere Science-Fiction Bücher, Serien und Filme (u.a. "V - Die Besucher"). Die Geschichte erzählt von der Begegnung der Menschen mit einer außerirdischen Rasse, die plötzlich mit riesigen Schiffen am Himmel über den Metropolen der Welt auftauchen. Es ist das Ende der Menschheit wie wir sie kennen. Doch was wissen wir schon ... 8. doceten empfiehlt: "Shotgun Lovesongs" von Nickolas Butler "Shotgun Lovesongs" ist inspiriert von der Lebensgeschichte und Musik von Bon Iver und damit ein toller Roman über Freundschaft und über die große Frage, was das Leben eigentlich wirklich ausmacht. Butler schafft es, im Leser Fernweh und Heimweh zugleich zu wecken. Fernweh nach der wunderbaren Natur Wisconsins, nach dem Wechsel der Jahreszeiten und dem einfachen, idyllischen Leben auf dem Lande dort. Heimweh nach der eigenen Familie und den Jugendfreunden, die zumindest in meinem Fall sehr weit weg wohnen und die für mich immer noch sehr wichtig sind. Viel wichtiger ist aber, dass das Buch die Musik von Bon Iver selbst aufgreift. Die großen Themen des Romans sind auch die Themen der Songs von Justin Vernon. "Shotgun Lovesongs" ist Bon Iver zwischen zwei Buchdeckeln - das ist toll und darin liegt auch der gelungene Geniestreich von Butler! 9. Trumans empfiehlt: "Monster" von Benjamin Maack „Monster“ von dem deutschen Autor Benjamin Maack ist mir schon im Buchladen sofort ins Auge gefallen, durch sein schlichtes, aber unglaublich stimmiges Cover: schemenhaft blickt der Betrachter in die Tiefen eines Waldes. Sonst Nichts. Wald, Autor und Titel und mein erster Eindruck wurde beim Lesen gefestigt. „Monster“ beinhaltet einzelne Erzählungen, die aber doch zusammengehören. In jeder steht eine Figur mit Namen Benjamin im Zentrum. Immer sind es Personen, die herumirren, ihren von Gewalt oder Sexualität verstörten Blick umherschweifen lassen und erschreckend Unkonventionelles tun. Maack erzählt höchst atmosphärisch und packend, überzeugend und provokant. 10. Daniliesing empfiehlt: "Wunder" von R.J. Palacio Oft lese ich Bücher und mag sie sehr gern. Doch selten lese ich ein Buch und kann nicht anders, als es wirklich zu lieben! “Wunder” liebe ich!  Die US-amerikanische Autorin Raquel J. Palacio hat mit ihrem Buch “Wunder” ein echtes Buchwunder geschaffen. Ich habe es aufgeschlagen und wollte nur mal kurz reinlesen, doch nach nur ein paar Seiten war ich schon mitten in der Welt von August, liebevoll Auggie genannt, angekommen. Ein erstaunlich gefühlvoller Jugendroman, der deutlich zeigt, wie bedeutsam es ist, wer wir wirklich sind und wie unwichtig in diesem Zusammenhang Äußerlichkeiten sind, die nur einen so geringen Teil der Persönlichkeit eines Menschen ausmachen. Seid ihr neugierig auf unsere 10 Lieblingsbücher 2013 geworden? Dann habt ihr jetzt bis einschließlich 6. Januar Zeit bei der Verlosung eines Buchpakets mit allen 10 Büchern mitzumachen. Eine kleine Anmerkung zu "Die Tochter der Wälder": Da das Buch vergriffen ist, müssen wir erstmal schauen, ob wir noch ein Exemplar auftreiben können. Alternativ wird sonst ein anderes Buch von Juliet Marillier im Paket liegen. Bitte gebt bei eurer Teilnahme außerdem an, ob ihr das Buchpaket oder den Kobo GLO gewinnen möchtet bzw. ob euch beides interessiert. Jetzt müsst ihr uns nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Welches Buch würdet ihr euch am meisten zu Weihnachten wünschen und wieso? Falls ihr erst nach Weihnachten mitmacht, erzählt uns doch stattdessen, welche Bücher ihr geschenkt bekommen habt! Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

    Mehr
    • 1017
  • Leserunde zu "Troposphere" von Scarlett Thomas

    Troposphere
    leseratte69

    leseratte69

    Ich lade euch ein, zu einer Leserunde von Troposphere von Scarlett Thomas. Start soll der 15.06.2013 sein.

    1. Es werden keine Bücher  zu Verfügung gestellt. Jeder der ein Buch hat, ist hierzu eingeladen.

    • 22
  • Rezension von Tropospher

    Troposphere
    schokoloko29

    schokoloko29

    01. July 2013 um 12:02

    Inhalt: Eine Frau findet in einem Antiquariat ein Buch, welches es mit einem Fluch versehen ist. Wer dieses Buch fertig liest wird sterben. Dies hält sie jedoch nicht davon ab das Buch zu lesen. In diesem Buch gibt es eine Parallelwelt Troposphere. Bei der man sich in fremde Köpfe und Gehirne einklinkt und die geheimsten Gedanken der Person rausfindet. Die geheim Rezeptur findet die Protagonistin heraus und auch sie landet in diese Parallelwelt und erlebt ziemlich viele bizarre Dinge... Eigene Meinung: Der Einstieg und auch der Mittelteil sind sehr langatmig und wissenschaftlich. Es wird bis zum Erbr... über die Quantenphysik, der Urknall, Atome etc. gesprochen. Auch die Vorgehensweise der Protagonistin habe ich als Leser nicht immer verstanden. Fazit: Eine tolle und abgefahrene Idee. Leider ist die Umsetzung des Buches sehr langatmig und mit sehr viel wissenschaftlichen/ sexuellen Themen bestückt. Deshalb habe ich es leider nach über 200 Seiten abgebrochen...

    Mehr
  • Abgebrochen !!!!

    Troposphere
    leseratte69

    leseratte69

    19. June 2013 um 22:11

    Das Buch habe ich abgebrochen, weil es mir überhaupt nicht gefallen hat.
    Der Schreibstil ist total schwierig und es viel zu viel gefachsimpelt.
    Ich wollte nicht studieren  ☺ sondern entspannt lesen, aber das ist bei dem Buch leider nicht möglich.

  • Rezension zu "Troposphere" von Scarlett Thomas

    Troposphere
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. March 2013 um 22:55

    Um es mit den Worten der Protagonistin zu sagen: "Nur, weil man ein bisschen Heidegger und Derrida verstanden hat", muss man nicht gleich einen Roman fabrizieren. Vor allem nicht einen derart platten. Spannender Einstieg, wird dann aber sehr schnell sehr überdreht und kippt zuweilen arg ins esoterische. Viele überflüssige Sexszenen, wild (oder willkürlich) miteinander verknüpfte Ideen aus Naturwissenschaften, Religion und Philosophie, zuweilen logisch inkohärent und vor allem zum Ende hin grenzenlos banal. Schade. Und ich hatte mich so darüber gefreut, dass noch jemand Derrida und seine Pizza lustig findet...

    Mehr
  • Rezension zu "Troposphere" von Scarlett Thomas

    Troposphere
    Iudas

    Iudas

    21. April 2012 um 07:31

    *Inhalt* Wir werden mit der jungen Doktorantin Ariel Manto bekannt gemacht, deren Forschungsschwerpunkt besonders auf der Literatur des 19. Jahrhunderts liegt und die sich mit Vorliebe auch mit den hochphilosophischen Texten von Heidegger oder Baudrillard befasst. Daneben ist sie von ihrem Leben ziemlich enttäuscht und versucht permanent einen Sinn in ihrem Dasein zu finden. Von ihrem Doktorvater auf den Schriftsteller Lumas aufmerksam gemacht, erfährt sie auch von einem Buch, das es nur noch wenige Male auf der Welt geben und auf dem augenscheinlich ein Fluch lastet: *The End of Mister Y*. Als sie genau dieses Büchlein zusammen mit anderen Werken, die sie für ihre Arbeit gut gebrauchen kann, günstig in einem Antiquariat erwirbt, glaubt sie nicht an den Fluch und beginnt das Buch zu lesen. Sie wird mit der Existenz der Troposphere vertraut gemacht – einer Gedankenwelt, in der die Gedanken der gesamten Menschheit gebündelt werden – und ihr wird klar, dass sie genau dadurch dazu fähig ist, in die Gedanken anderer Lebewesen zu gelangen, diese zu ändern und zu beeinflussen und auch Zeitreisen zu unternehmen. Dass dies aber nicht nur ein schönes Abenteuer ist, wird ihr spätestens dann klar, als zwei Männer beginnen, sie zu jagen, um an das Buch zu gelangen. *Mein Leseerlebnis* „Ich weiß nicht, was ich davon halten soll“, sagt Ariel manchmal in dem Buch. Und das ist wohl eines der wenigen Dinge, bei denen ich ihr voll beipflichten kann. Ich weiß nicht, was ich von diesem Buch denken soll. Gelobt als „irrsinnig tolle Story“ und als „Gedankenexperiment mit beträchtlichen Suchtpotential“ und schlussendlich von einer mit zwei Preisen dekorierten Autorin geschrieben, erwartete ich hier doch ein recht hochwertiges Buch und ich muss sagen, dass ich mich bei der Bewertung nicht zu sehr auf's Glatteis begeben möchte. Die Geschichte ist als Gedankenexperiment konzipiert und behandelt zum Teil vieles aus philosophischen und naturwissenschaftlichen Gebieten. Dabei aber keinesfalls so aufbereitet, dass es der Laie begreift, sondern es wird schon vom Vornherein ein breites Grundwissen über diverse naturwissenschaftliche Theorien, den Aufbau der Welt, also der Materie, und philosophischer Fragestellungen und diverser Texte vorausgesetzt. Wer dieses Wissen nicht aufzuweisen hat (also ich behaupte mal, mindestens die Hälfte der potentiellen Leser, worunter ich mich auch zähle), für den ist die Lektüre dieses Buches zumeist wohl eher eine Anstrengung, als eine Freude und viele werden dieses Buch wohl nach einigen Seiten frustriert in die Ecke legen, da man irgendwann, wenn man sich nicht zum Weiterlesen zwingt, den Faden verliert und dem Geschehen nur noch halbherzig folgen kann. Das tut der Geschichte an sich zwar nur wenig Abbruch, ist aber schlecht für das ganze Verständnis. Ich habe mir immer Mühe gegeben, hinter das „große Ganze“ zu steigen, aber ich weiß bis jetzt nicht, welche (philosophische) Aussage die Autorin hier mit ihrem Buch treffen wollte. Aber die Teile der wissenschaftlichen Debatten im Buch, denen ich folgen konnten, waren sehr spannend und nachweislich auch gut fundiert und mit Quellen aus Büchern belegt, sodass man als Leser, sollte man das weiterführende Interesse aufweisen, durchaus einige Abende mit den Gedanken Heideggers oder Butlers zubringen könnte. Sollte man es denn je wollen... Der große Negativpunkt, der mir hier sauer aufstößt, ist der oft stark in eine obszöne Richtung tendierende Schreib- und Sprachstil, der das Werk, das als so hochgelobtes geniales Gedankenexperiment hingestellt wird, in meinen Augen manchmal ziemlich lächerlich und abstoßend wirken lässt. Ich weiß nicht, ob es von Scarlett Thomas in diesem Maße beabsichtigt war, eine derart abstoßende Persönlichkeit wie Ariel Manto zu kreieren; eine Anti-Heldin, wie sie im Buche steht, die mit ihrem Leben hadert, sich wünscht, nie geboren worden zu sein, und über die Dinge in ihrem Umfeld in einem Maße abfällig redet, dass es schon oft wehtut. Immer, wenn seitens des Lesers Interesse aufkeimt, einer Debatte folgen zu wollen, kommt Ariel daher und wirft ihre Gedanken über ihre letzte Bett- (oder Toiletten)geschichte. Das störte mich doch teilweise ganz enorm und nahm mir viel eines aufkeimenden Lesespaßes. Fast 600 Seiten stark ist dieses Buch und wenngleich nur ein Taschenbuch (vielleicht hat es der Verlag nicht als rentabel erachtet, da zuerst eine gebundene Variante herauszugeben) und ich hätte mir ab und zu gewünscht, dass Passagen nicht so künstlich ausgerollt werden würden – Passagen, die für den Fortgang der Geschichte nur bedingt von Relevanz sind. Besonders am Anfang dehnt Scarlett Thomas die Berichte über die Troposphäre und ihre Gedankenreisen sehr enorm, ohne dass für den Leser nennenswert Neues dabei herausspringt. Ganz im Gegensatz dazu beschlich mich am Ende das Gefühl, dass nun alle Anstrengungen darauf verwandt werden, die Geschichte nur ganz, ganz schnell zu ende zu bringen, wodurch hier ein konfuses Ende herhalten durfte, das zum Teil sogar lächerlich wirkt, wenn ein Geistlicher, der Ariel liebt (beruht, was bei ihr selten ist, sogar auf Gegenseitigkeit), nachdem er Gott getroffen hatte, mit zwei Panzerfäusten in der Troposphere neben ihr steht, um ihren Feinden zu begegnen. Da hätte ich mir wirklich ein nicht ganz so abgedrehtes Ende gewünscht. Aber oft hat es den Anschein, dass die Autorin den Ansprüchen, die sie mit dem Buch bedienen möchte, nicht zur Gänze bewusst ist. Dabei bekommt die Mischung aus Pseudo-Fantasy, Science-Fiction und magerem Thriller der Wissenschaftlichkeit des Themas nur bedingt und spricht nicht an, auch wenn es durch diese Mischung wohl beabsichtigt war, ein großes Publikum zu erreichen. So bleibt mir abschließend noch zu sagen, dass ich bei meiner Empfehlung wirklich hin- und hergerissen bin. Lasst euch jedenfalls nicht von dem Cover täuschen! Wer sich schon immer für Gedankenexperimente oder Gedankenreisen, wissenschaftlich aufbereitet, interessiert und sich auch von dem Schreibstil nicht stören lässt, der findet hier wohl eine gute Lektüre. Wahrscheinlich ist mir der beabsichtigte Kern der Erzählung einfach nicht klargeworden. Eines jedenfalls ist gewiss: das ist nichts mal für „so nebenbei“ und ist man sollte auch längere Zeit für die Lektüre einplanen. Wer hingegen für Philosophie und Naturwissenschaft gar kein Ohr hat, dem empfehle ich das Buch unter gar keinen Umständen, denn das wäre für denjenigen nur eine Quälerei ohne Nutzen. Ich selbst bin froh, es endlich beendet zu haben, und ich glaube kaum, dass ich es nochmals lesen werde.

    Mehr
  • Rezension zu "Troposphere" von Scarlett Thomas

    Troposphere
    Nessie1980

    Nessie1980

    19. February 2012 um 21:42

    Wenn es ein verfluchtes Buch gäbe – würdest du es lesen? Wenn du darin ein Rezept entdecktest, wie du in die Gedanken anderer eindringen könntest – würdest du es ausprobieren? Und würdest du dorthin zurückkehren, auch wenn du dabei sterben könntest? Ariel schreibt eine Doktorarbeit über Gedankenexperimente und stöβt dabei auf ein Buch, von dem es heiβt, es sei verflucht. Von so etwas lässt sich die junge Frau, die sich hauptsächlich von Zigaretten ernährt, natürlich nicht davon abhalten, das darin enthaltene Rezept auszuprobieren, das es ermöglichen soll, in die Gedanken der Personen und Wesen in ihrer Nähe einzudringen. Tatsächlich gelingt ihr das Unmögliche: die Reise in die Troposphäre oder auch Geist-Raum genannte Gedankenwelt, auch wenn sie zunächst nur in den Geist der Mäuse schlüpfen kann, die sich trotz Nahrungsmangels immer wieder in ihre Wohnung verirren. Doch was hat es mit dem Fluch auf sich, dem bislang jeder, der mit dem Buch zu tun hatte – einschlieβlich ihres Doktorvaters – zum Opfer gefallen ist? Es dauert nicht lange, bis Ariel von Männern in schwarzen Anzügen verfolgt wird, die von geheimnisvollen KIDS begleitet werden. Aber auch wenn sie dies zunächst anders sieht – diese Verfolger sind nicht das Schlimmste, was ihr in der Troposphäre widerfahren kann. Ein faszinierender Roman – quasi selbst ein Gedankenexperiment -, der durchsetzt ist mit interessanten naturwissenschaftlichen, religiösen und philosophischen Theorien und den man nicht aus der Hand legen kann, bis man das Ende erreicht hat – oder ist es der Anfang?

    Mehr
  • Rezension zu "Troposphere" von Scarlett Thomas

    Troposphere
    bettie

    bettie

    21. March 2011 um 23:32

    Das Buch ist aus der Sicht der englischen Doktorandin Ariel geschrieben, welche ein recht verrücktes ( + kaputtes) Leben führt. Sie entdeckt ein Buch ("The End of Mr. Y") welches sie unbedingt Lesen will, denn sie forscht u.a. über seinen Autor und der Inhalt des Buches ist sehr mysteriös. Allerdings soll dieses Buch verflucht sein. Denn niemand der es gelesen hat scheint überlebt zu haben. "Wenn dieses Buch dich umbringen könnte - würdest du es dann lesen?" Sie will es natürlich dennoch lesen, denn es soll Hinweise auf die Möglichkeit enthalten, durch verschiedene Dimensionen, das Bewusstsein anderer Menschen und die Zeit zu reisen. Das Buch hat mich sehr in seinen Bann gezogen, denn zum einen möchte man die aufgeworfenen Geheimnisse ergründen und zum anderen lässt es einen über die auftauchenden Probleme und "Wahrheiten" nachdenken. Wie ist die (unsere) Welt beschaffen, wie funktioniert alles? Der Charakter und die Lebensweise von Ariel können einen zwar manchmal etwas irritieren, aber es fügt sich doch zu einem harmonischen Bild. Wer sich auf die abgefahrene Story und kleinere naturwissenschaftliche Anteile einlassen kann, könnte viel Spaß mit diesem Buch haben. Kurz und knapp: Abgefahrene Sci-Fi-Story zum mitfiebern und nachdenken. Sehr unterhaltsam!

    Mehr
  • Rezension zu "Troposphere" von Scarlett Thomas

    Troposphere
    Eternity

    Eternity

    20. March 2010 um 12:52

    Naturwissenschaften treffen auf Philosophie und Religion. Die Geschichte verfolgt eine wirklich tolle und eigentlich auch spannende Idee, trotzdem fand ich sie manchmal sehr anstrengend zu lesen (ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich mit Naturwissenschaften nicht so viel am Hut habe und Philosophie oftmals verwirrend finde...). Es ist also keine allzu leichte Lektüre für Abends im Bett.

  • Rezension zu "Troposphere" von Scarlett Thomas

    Troposphere
    vau

    vau

    02. February 2010 um 17:22

    Ein ziemlich wunderbares Buch. Ein Buch zum Wundern und Abdriften, eines zum Nachdenken und Lachen. Oder haben Sie sich schon einmal gefragt, ob die Relativität schon vor ihrer Formulierung durch Einstein Gültigkeit besaß? Und haben Sie von einem durchweg spannenden Roman ernsthaft erwartet, darauf eine Antwort zu bekommen? Einziges Manko ist der etwas seltsame Schluss, der dann doch leider ins allzu krude Metaphysische abgleitet.

    Mehr
  • Rezension zu "Troposphere" von Scarlett Thomas

    Troposphere
    kai_huebner

    kai_huebner

    13. September 2009 um 15:24

    Ein starker Anfang. Eine nette Idee. Eine langweilige Geschichte. Ein zu flaches Ende. Was eine wunderbar esoterische Version von "Matrix" oder "Snow Crash" hätte werden können, versickert recht bald in seltsamen Metaphern, logischen Fehlern und einem wachsenden Desinteresse beim Leser. Hat man schon besser gelesen!

  • weitere