Schaykh Abu Yusuf Riyadh ul Haq

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Rezension zu "Das Gebet eines Gläubigen im Quran & in der Sunna" von Schaykh Abu Yusuf Riyadh ul Haq

Das Gebet eines Gläubigen
Hasan_al_Husainivor 4 Jahren

2011 erschien die deutsche Übersetzung von „Das Gebet eines Gläubigen im Quran & in der Sunnah“ von Schaykh Abu Yusuf Riyadh ul-Haq. Veröffentlicht wurde es beim Ilm Verlag, der Herausgeber ist Erden Karsli.

Schaykh Riyadh ul-Haq ist 1971 in Gujarat, Indien geboren. Bei seinem Vater Maulana Muhammad Gora verbrachte er bis zu seinem zehnten Lebensjahr die Zeit damit, den Quran auswendig zu lernen. Mit dreizehn Jahren schrieb sich Riyadh ul-Haq an der Darul Uloom al-Arabiyyah al-Islamiyya in Bury, Großbritannien ein. Sechs Jahre später beendete er sein Studium, welches nach dem traditionellen Dars-i Nizami Lehrplan ausgerichtet ist. Ijazah erhielt der Schaykh vom Mufti Mahmood Hasan Gangohi aus Indien, Yusuf Motala, dem Mitbegründer der Darul Uloom al-Arabiyyah al-Islamiyya und noch anderen Gelehrten.

Der Autor erlangte internationale Bekanntheit durch mehr als tausend Vorträge, welche er innerhalb von zwei Jahrzehnten hielt und durch die Al-Kawthar Akademie, die unter seiner Leitung 2004 gegründet wurde.

Sein Buch „Das Gebet eines Gläubigen im Quran & in der Sunnah“ ist in drei Teile aufgeteilt. Die ersten zwei Teile dienen als Einleitung und Hinführung zum Thema, da sie kurz das Gebet im Allgemeinen beschreiben sowie auf einige Details des Gebets eingehen. Der dritte und letzte Teil ist in dreizehn Kapiteln unterteilt. Jedes Kapitel beschäftigt sich mit einem bestimmten Teil des Gebets oder einer genauen Haltung, die der Betende einnimmt, da in der heutigen Zeit von den verschiedensten Gruppen starke Kritik an manchen Handlungen im Gebet geübt wird.

Schaykh Abu Yusuf Riyadh ul-Haqs legt mit diesem Buch die Quellen dar, welche begründen sollen, worauf sich die hanafitischen Gelehrten seit Jahrhunderten stützen. Er legt den Fokus des Gebets zwar auf die Rechtsmeinung zum Gebet des Gelehrten Abu Hanifa, aber schreibt fast durchgängig zu jedem Kapitel auch die Meinungen anderer Persönlichkeiten dar, welche nicht dieser Rechtsschule angehören, um die Pluralität des Gebetes hervorzuheben. Dies zeigt, dass es eine legitime Meinungsverschiedenheit der Gelehrten zu Einzelheiten im Gebet gibt. Hervorzuheben ist, dass dieses Buch nicht DAS Gebet darstellt sondern das “eines Gläubigen“ nach den anerkannten Quellen.

Schaykh Abu Yusuf Riyadh ul-Haq geht vielen kontroversen Fragen auf den Grund. Hierbei geht er in chronologischer Reihenfolge vor und beginnt damit, wie oft ein Gläubiger die Hände im Gebet hebt, welche Position die Füße einnehmen und welchen Platz die Hände im Stehen des Gebetes haben. Zum Schluss seines Buches widmet sich der Autor den unterschiedlichen Haltungen von Mann und Frau im Gebet. Dem Leser wird am Ende der Kapitel dargelegt, dass die anfangs von manchen Gruppen als strake Meinung dargelegten Beweise unter genauer Betrachtung sich als schwach entpuppen oder dass es stärkere Meinungen als diese gibt, auf die sich die hanafitischen Gelehrten sowie auch anderer Rechtsschulen berufen.

Mit jedem Kapitel verhärtet sich die Frage, warum es einigen Menschen so wichtig erscheint, sich äußerlich abzugrenzen und diese nicht einmal davor zurück schrecken, sich auf schwache Überlieferungen zu berufen, obwohl sie diejenigen sind, welche sich ausschließlich nur auf starke und authentische Überlieferungen stützen möchten?

Dieses Buch eignet sich weniger als Lesebuch, da es oft vorkommt, dass z.B. zu einem einzigen Themenbereich sechzehn Überlieferungen angeführt werden, welche Inhaltlich zwar sich gleichen, aber von verschiedenen Überlieferern stammen. Dies stoppt den natürlichen Lesefluss, aber es ist eben vielmehr ein Lehrbuch mit dem Zweck, das Wissen über das Gebet zu vertiefen, was der Autor auch klar in der Einleitung darlegt. Obwohl sich dieses Buch intensiver als so manch anderes Buch mit dem Gebet beschäftigt, bietet es dennoch nur einen kleinen Einblick. In der Bibliografie sind in etwa achtzig weitere Titel eingefügt, welche sich weiter und tiefer mit dem Thema Gebet beschäftigen. Dennoch lohnt es sich, dieses Buch durchzuarbeiten, da man am Ende zu der Erkenntnis gelangt, dass die Quellen aller vier Rechtsschulen, obwohl diese unterschiedliche Beweise anführen, stärker und authentischer sind als jene von den Gruppen und Sektierern vorgebrachten Einwände.

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