Schirin Bogner

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"Ich wollte hundert Jahre werden"

"Ich wollte hundert Jahre werden"

 (4)
Erschienen am 26.11.2002

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Rezension zu ""Ich wollte hundert Jahre werden"" von Schirin Bogner

Rezension zu ""Ich wollte hundert Jahre werden"" von Schirin Bogner
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

Inhalt

Schirin beschreibt in diesem Buch, als damals 16-jährige ihr bisheriges Leben. Sie wird bereits HIV-positiv geboren und wächst bei ihrer Großmutter auf, die sich liebevoll um Schirin kümmert. Welche Schwierigkeiten ihr im Leben begegnen beschreibt sie ausführlich in ihrem Buch.

Meine Meinung

Ich lese selten Bücher über Schicksale von Menschen, weil mich das immer wieder zutiefst anrührt. Und so war es auch dieses Mal.
Schirin beginnt in ihrer Biographie schon mit der Beschreibung des Lebens ihrer Großmutter Erika Bogner und deren eigenen Schicksalschlägen. Schirins Onkel wird nach einer Gehirnblutung zum Pflegefall und Schirins Oma kümmert sichselbstverständlich um ihn. Zudem wohnte damals auch noch die Urgroßmutter mit im Haus, die altersbedingt auch eine helfende Hand benötigte. Das Leben der Großmutter ist schon zu diesem Zeitpunkt nicht einfach. Lichtblick ist da die Geburt der Enkelin Schirin. Doch nur wenige Monate nach deren Geburt schlägt das Schicksal erneut zu und bei Schirins Mutter Bianca wird der HI-Virus gefunden. Nach einem Test wird auch der Säugling HIV-positiv getestet. Schirin ist somit das erste bekannte Baby Österreichs, das bereits mit dem Virus geboren wird. Damals ist die Krankheit noch weitesgehend unbekannt und unerforscht. Die Ärzte bescheinigen dem Säugling keine lange Lebensdauer.
Doch Erika Bogner, eine Kämpferin durch und durch, nimmt Schirin zu sich, und wenn es ihrer Tochter zeitweise wieder schlechter geht auch diese. Aufopferungsvoll kümmert sich die Großmutter also um ihre komplette Familie und man kann sich vor dieser Frau nur verneigen. In dieser Frau wohnt eine Stärke die ihresgleichen sucht. Ich kann sie nur bewundern!
Als in dem kleinen Ort bekannt wird, woran Schirin und ihre Mutter leiden, dauert es nicht lange und die Familie wird ausgegrenzt. Die Mutter wird verachtet, dass sie mit "Aids" auch noch wagte ein Kind zu bekommen usw. Das Schirins Mutter, damals nicht wusste was Aids ist, wodurch es übertragen wird, und zudem erst nach Schirins Geburt von all dem erfuhr, interessierte die Leute recht wenig. Es kam zu einigen Vorfällen im Dorf, wobei sich mir beim Lesen der Magen krampfte. In Abwesenheit der Familie wurde zum Beispiel einmal ein komplettes Fenster zugemauert. Oder die kleine Schirin, damals noch ein Kleinkind, wurde von einem Nachbarn als sie einmal draussen spielt mit einem eiskalten Wasserschlauch abgebraust.
Und trotzdem entwickelte sich Schirin zu einem lebenslustigen Kind, was wohl trotz allem ihrer Familie zu verdanken ist. Rückschläge gab es jedoch immer wieder. So wurde Schirin der Kindergarten.Platz gestrichen, weil man es den anderen Kindern nicht zumuten konnte mit " so einer" zusammen in den Kindergarten zu gehen. Die Angst der Leute siegte hier offenbar völlig über den Verstand! Und auch Aufklärung über die geringe Ansteckungsgefahr durch Ärzte half nicht viel.
Schirin wurde älter und kam in die Schule, wo es weniger Probleme gab, da ja die allgemeine Schulpflicht besteht. Bis dahin war Schirin relativ gesund, die Krankheit Aids war noch nicht ausgebrochen. Doch mit elf Jahren, der Auslöser war ein Dackelbiss, brach die Krankheit aus, und der Leidensweg in Hinsicht auf die Gesundheit begann. Besuche bei Ärzten, in Deutschland und in Österreich, gehörten zur Tagesordnung, genau wie Schmerzen, Übelkeit und Durchfall. Doch tapfer kämpft Schirin sich zurück ins Leben.
Sie beschreibt ungeschönt ihren harten Kampf aber auch freudige Ereignisse wie den Besuch bei Jauch von Stern TV, die Freundlichkeit vieler Menschen und die Grausamkeit anderer in ihrer Biographie.
Fazit: Ich habe dieses Buch mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen. Welche Stärke in einigen Menschen innewohnt ist unglaublich. Mit welchem Lebensmut die kleine Schirin ihr Leben gemeistert hat und auch heute noch tut, mitlerweile 26-jährig, läßt mich staunen. Dieses Buch hat mein Wissen zum Thema HIV und Aids ein ganzes Stück erweitert.

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