Das Internet muss weg

von Schlecky Silberstein 
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Das Internet muss weg
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Lesen, lesen - unbedingt lesen!!

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In meinen Augen ist die Gratwanderung, ein Buch für Laien wie Experten zu schreiben, nicht geglückt.

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Inhaltsangabe zu "Das Internet muss weg"

Eine fundamentale Abrechnung mit dem Internet von einem der einflussreichsten Blogger der Republik

Ausgerechnet Schlecky Silberstein, Kultakteur in der Netzgemeinde, propagiert diesen Leitspruch: »Das Internet muss weg.« Der Blogger und Online Comedian kennt das Netz wie seine Westentasche. Und gerade deshalb warnt er davor. Dank Fake News, Filterblasen und Social Bots erlangen Konzerne, politische Entscheidungsträger und Kriminelle zunehmend Kontrolle über weite Teile der Menschheit. Schlecky Silberstein analysiert den »Daten-Kasino-Kapitalismus«, in dem unsere Daten als Handelsware gezielt eingesetzt werden, um unser Verhalten vorherzusagen und zu beeinflussen. Nicht nur Donald Trump wusste ihn auf seinem Weg zur Macht zu nutzen, auch unsere eigene Gesellschaft droht von programmierbaren Propaganda-Maschinen gelenkt zu werden. Können wir einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet lernen oder hilft nur noch die sofortige Abschaltung?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783813507942
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:Knaus
Erscheinungsdatum:05.03.2018

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    wschvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Lesen, lesen - unbedingt lesen!!
    Ein provokanter Titel! Und das ist gut so!!

    Schwerpunkt der durch im Anhang befindlichen zahlreichen überprüfbaren Quellenangaben und Aussagen von Schlecky Silberstein sind sicher die so genannten "Sozialen Netzwerke". Also Twitter, Facebook, Google+, Instagram, Twitter und wie sie alle heißen. Wobei der Begriff "Soziale Netzwerke" als solcher schon ein Hohn ist. Denn die Nutzer solcher Kommunikationsmöglichkeiten sind eher asozial. Ein direktes persönliches Gespräch, Auge in Auge? Das wäre soziales Verhalten und würde die gegenseitige Empathie, Sympathie der Gesprächspartner untermauern. Auf einem dämlichen bunten Speckbrettle, sei es Smartphone, sei es Tablet rum zu wischen und rum zu tappen hat mit 'sozial' nichts zu tun. Zum einen fällt einem da sicher der wild um sich twitternde POTUS D. Trump ein. Ihn 'sozial' zu nennen wäre Blasphemie in Reinkultur.
    Und man überlege sich nur mal die Bedeutung des Begriffes 'Sozial'. Er bezeichnet die Art und Weise, in der Menschen in einer Gesellschaft zusammenleben. Schwerpunkt bei 'Gesellschaft', 'zusammen', 'leben' und 'zusammenleben'.
    Was mittels der immer raffinierter werdenden Algorithmen, die im Hintergrund dieser Netzwerke unbemerkt vor sich hin werkeln, Informationen verknüpfen, Persönlichkeitsprofile der einzelnen Nutzer erstellen, darüber machen sich die wenigsten Gedanken. Es werden Selfies, Bilder vom Essen, dämliche Party-Aufnahmen, egal was für ein Schwachsinn an persönlichen, persönlichsten und intimsten Informationen ins Netz gestellt, auf gut Deutsch in die Welt hinaus posaunt, dass es einem nur so graust. Und getreu der alten Feststellung 'Das Internet vergisst nichts', wer weiss, was in 10 oder 20 Jahren solche Informationen für negative Auswirkungen haben können, haben werden?
    Das heutzutage so gut wie jeder Personalleiter sich erst einmal die 'Social-Media-Accounts' der Personen, die zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, anschaut - zumindest das sollte bekannt sein.
    Und die Tonnen an Abfragen, die ein Internetanwender an Google, Yahoo, Bing oder sonst wo stellt, die Verschwinden ganz sicher nicht im Nirvana, nachdem die Frage beantwortet wurde. Das wird fein säuberlich personenbezogen gespeichert. Denn aus diesen Interessen können die Algorithmen wunderbar an dem Persönlichkeitsprofil weiter stricken und dieses immer weiter verfeinern. Logo.
    Für ein paar hundert Euro sind einige hundert Twitter-Accounts anlegen. Die dann als Quelle aller möglichen Gerüchte und Lügen eingesetzt werden. Und anschliessend tausendfach, vielleicht millionenfach ge'liked' und weiter verbreitet werden. Was zigtausend andere gut finden, weiterleiten - kann ja nicht schlecht sein. Vor allem dann nicht, wenn es zuvor durch ähnliche Manipulationen schon eine gewisse Basis in meiner Grundhaltung erweckt hat und mich in dieser nur noch weiter bestärkt. Die Masche des politisch rechten Spektrums namens AfD, Identitäre Bewegung und so weiter.
    Schlecky Silberstein geht aber nicht nur auf diese A-Sozialen Medien ein. Er nimmt sich auch die supertollsten und neuesten technischen Errungenschaften im Zusammenhang mit dem Internet unter die Lupe. Ich kann mir ein Zitat nicht verkneifen, auch wenn es länger ausfällt:"Am 23. Juni 2015 brachte Amazon mit »Echo« (die weitere Perfektionierung nennt sich jetzt »Alexa«; Anm. WS.) eine kleine Dose heraus, die mit sieben Mikrofonen ausgestattet als Audio-Assistent vermarktet wurde, der sich mit dem cloudbasierten »Alexa Voice Service« verbindet und auf Kommando im Internet sucht, Taxis bestellt oder Schuhe ordert. ... Eifrig lieferte Google mit »Google Home« ein ähnliches Produkt auf den Markt und zwang damit den ehemaligen Trendsetter Apple, auf den Trend mit seinem eigenen intelligenten Lautsprecher »HomePod« zu antworten. Zum Vergleich: Die Stasi musste noch mühsam und heimlich Tapeten verwanzen, Amazon hat es geschafft, dass seine Nutzer für die Verwanzung 179 € zahlen. Wobei der Vergleich natürlich hinkt. Niemand konnte im alten Ostberlin Pizza oder Waschmittel bei der Stasi ordern. ... Super Coup, Amazon."
    Zu den klaren Aussagen zu Sinn und Zweck solcher Technikspielereien, nämlich möglichst viele Daten sammeln, um damit Geld zu verdienen, kommen auch viele wiederum belegte Feststellungen, wie solche Dauerberieselung vom Internet auf unser Gehirn wirkt. Weswegen wir andauernd auf das Display, den Monitor schauen, uns laufend von dem WhatsApp-Gedudel oder Twitter-Gezwitscher stören lassen und meinen unbedingt und auf der Stelle reagieren zu müssen. Die Seuche E-Mail wird ebenso durchleuchtet. Schlecky Silberstein gibt einige Ratschläge aus eigener Erfahrung, wie man dem elektronischen Hamsterrad entkommen kann - auf ganz einfache Weise.
    Am Zitat ist schon erkennbar, dass das Buch nicht nur zum Nachdenken anregt. Sondern auch humorvoll geschrieben und sehr kurzweilig zu lesen ist.
    Um die Macht von Google, Amazon, Facebook, WhatsApp (gehört ja seit 2014 Facebook und gibt die Daten munter an Facebook weiter), Twitter (ist noch eine eigenständige AG) nicht zur Allmacht werden zu lassen, vielleicht auch mal auf den Gedanken zu kommen, seine Kiddis vom Tablet/Smartphone weg zu holen und ihnen ein soziales Verhalten im Sinne von persönlichen Gesprächen beizubringen, ist die Lektüre mehr als absolut empfehlenswert - ein MUSS, was zu lesen schön und ganz schön erhellend ist. 

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    Flaventusvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: In meinen Augen ist die Gratwanderung, ein Buch für Laien wie Experten zu schreiben, nicht geglückt.
    Für mein Gefühl ist das Buch zu einseitig aufgearbeitet

    Nein, Schlecky Silberstein fordert nicht die Abschaffung des Internets, auch wenn die Aussage „Das Internet muss weg“ dies suggeriert. Er reduziert nämlich das Internet auf das Social-Media-Internet und im Grunde genommen nochmals auf die Branchenriesen Facebook und Google.

     
    +++ Reduktion +++

    Auf den Punkt bringt der Autor diese Reduktion auf Seite 18 seines Buchs: „Wenn ich sage »Das Internet muss weg«, meine ich, wie erwähnt, eigentlich das Social-Media-Internet, das jedoch einen so großen Teil des Gesamt-Internets ausmacht, dass der Titel dieses Buch schon klargeht.“

    Das statistische Bundesamt sieht es anders: „Der Anteil der Personen in Deutschland, die das Internet zur Teilnahme an sozialen Netzwerken genutzt haben, lag im Jahr 2017 bei 51 Prozent.“ Und gefühlt, wenn ich in mein Umfeld und in die sozialen Netzwerke schaue, so kann ich die Einschätzung des Bundesamts eher nachvollziehen als die Einschätzung von Silberstein.

    Die Reduktion des Internets auf die sozialen Netzwerke kommt bei dem Untertitel zum Tragen, den dieses Buch trägt. Eine Abrechnung. Somit wird klar, was der eigentliche Gegenstand dieses Buchs ist: Schlecky Silberstein rechnet mit den sozialen Netzwerken ab.

     
    +++ Fallbeispiele +++

    Um zu zeigen, wie die Firmen Geld verdienen, die hinter den sozialen Netzwerken stehen, bedient sich Silberstein einiger Fallbeispiele, die meines Erachtens hinlänglich bekannt sind. Insiderwissen wird hier nicht vermittelt. Ganz im Gegenteil werden Mechanismen erklärt, die in dieser Form so gar nicht mehr funktionieren. Das Internet ist eben ein sehr schnelllebiges Medium (was dem Autor durchaus bewusst ist und er weist explizit daraufhin, dass Buch vermutlich schon bei Drucklegung (teilweise) veraltet ist).

    Wer mit dem Medium nicht so vertraut ist (man erinnere sich an Ausspruch „Das Internet ist für uns alle Neuland“, den unsere Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel im Jahre 2013 auf einer Pressekonferenz gebracht hat), wird sich in so manchen Begrifflichkeiten verlieren, denn Basiswissen vermittelt das Buch nicht.

    Die Fakten, die der Autor in dem Buch zusammenträgt, haben durchaus Hand und Fuß und sind auch gut recherchiert und dokumentiert. Allerdings zeigt er nur die eine Seite der Medaille. Nämlich die Fälle, in denen die Algorithmen der sozialen Netzwerke funktioniert haben. Dabei beleuchtet er nicht nur die Einflüsse des persönlichen Datenflusses, sondern auch die Hintergründe des Online-Journalismus.


    +++ Aufklärung +++

    Ich glaube, die Hauptmotivation, die diesem Buch zugrunde liegt, ist die Aufklärung. Durch seine persönliche Abrechnung möchte der Autor gleichzeitig aufklären. Von einem Autor, der von sich behauptet „Im Hauptberuf bin ich Comedy-Autor…“ (S. 197) habe ich allerdings einen deutlich unterhaltsameren Schreibstil erwartet. Ich gebe zu, dass ich weder ihn noch seinen Blog im Vorfeld kannte, weswegen ich vielleicht dieser Fehleinschätzung unterlegen habe. Aber auch unabhängig vom Comedian-Faktor fand ich den Schreibstil nicht so leichtgängig, als dass ich mich von dem Buch gut unterhalten gefühlt habe.

     
    +++ Fazit +++

    In meinen Augen hätte der Buchtitel umgedreht werden müssen: Eine Abrechnung: Das Internet muss weg. Silberstein zeigt lang und breit, wozu soziale Netzwerke in der Lage sein können (und auch waren). Er zeigt aber nicht bzw. lediglich relativ unzulänglich, wie die User mit den sozialen Netzwerken umgehen können.

    Schlussendlich ist mir das Buch etwas zu einseitig aufgearbeitet und bietet mir als Leser keinen sonderlichen großen Wert, denn in meinen Augen ist die Gratwanderung, ein Buch für Laien wie Experten zu schreiben, nicht geglückt.
    Wem die Mechanismen der sozialen Netzwerke gänzlich unbekannt sind, der darf dennoch gerne zugreifen, muss allerdings in Kauf nehmen, das ein oder andere im Netz nachzuschlagen.


    Auf meinem Blog findet sich diese Rezension ebenfalls, enthalt allerdings noch zwei weitere Abschnitte. Irgendwie ist es mir bei diesem Thema schwer gefallen, mich kürzer zu fassen...

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    sommerstuermischvor 3 Monaten
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    Anja_Levvor 7 Monaten
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    TinaLiestvor 7 Monaten

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