Scholastique Mukasonga Die Heilige Jungfrau vom Nil

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Heilige Jungfrau vom Nil“ von Scholastique Mukasonga

Am 7. April 2014 jährte sich zum zwanzigsten Mal der Völkermord in Ruanda. Vor dem Hintergrund der aufkommenden Gewalt, die 1994 zum verheerenden Völkermord eskaliert, schildert Scholastique Mukasonga den Schulalltag in den 1970er Jahren. Töchter ranghoher Politiker, Militärs, Geschäftsleute und Diplomaten einerseits, sowie mittelloser Bauern andererseits leben im christlichen Mädcheninternat Notre-Dame-vom-Nil zusammen. Hoch in den Bergen, nahe einer der Quellen des Nils erhalten sie unter strenger katholischer Aufsicht, fernab aller Verführungen der Großstadt, ihre Schulbildung. Sie sind größtenteils Hutu, die Aufnahme der Tutsi ist durch eine 10% Quote geregelt. Die schon angespannte Lage spitzt sich weiter zu, als zur Weihung einer neuen Marienstatue an der Nilquelle auch die militante ruandische Jugend geladen wird. Haben die Tutsi-Mädchen richtig eingeschätzt, wie gefährlich die Lage für sie wird? 'Ergreifend und schonungslos' Le Monde

Stöbern in Romane

Tage ohne Hunger

Ein beeindruckendes Buch, das unter die Haut geht.

leserattebremen

Alles, was ich nicht erinnere

abgebrochen

Prinzenmama05

Der verbotene Liebesbrief

spannend, verwirrend und dabei sehr gefühlvoll - pures Lesvergnügen

Petra1984

Die Lichter von Paris

Meine Empfehlung für die kommende graue Jahreszeit. Idealer Lesestoff!

DarkReader

Babylon

Interessant, aber doch verworren. Zu viel Abschweifungen und zu wenig schlüssig für meinen Geschmack.

miro76

Luisa und die Stunde der Kraniche

Ein faszinierender Roman mit vielen Facetten und mit einer sehr wankelmütigen Protagonistin.

Klusi

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Empfehlenswert!

    Die Heilige Jungfrau vom Nil

    storiesonpaper

    01. August 2016 um 14:22

     Lediglich durch den Film „Hotel Ruanda“ war mir der Völkermord in diesem kleinen, afrikanischen Land bekannt.  Vor einigen Jahren kaufte ich mir dann das Buch „We Wish to Inform You That Tomorrow We Will Be Killed with Our Families“, das den Genozid und die Situation in Ruanda eindringlich schildert. Leider steht dieses bis heute ungelesen in meinem Regal – die richtige Lesestimmung für dieses harte Thema fehlte bis jetzt und daher war ich umso gespannte auf „Die Heilige Jungfrau vom Nil“, dass die Konflikte zwischen den Hutu und den Tutsi in „sanfterer“ Weise vor den Ausschreitungen schildert. Vorab sei gesagt, dass sich die Entwicklungen des Internats nicht nur auf diese Spannungen konzentriert, sondern auch den Schulalltag schildert. Wie in einer Blase gehen hier die zukünftigen „Minister-Frauen“ zu dieser majestätischen Schule, die auf einem Berg thront. Es ist eine abgeschottete Welt, die lediglich von den Ferien, Staatsbesuchen und Gebeten an der Statue der Heiligen Jungfrau unterbrochen wird. Man vertreibt sich die Zeit mit den  gleichen Spielereien, die es wohl auch an einer europäischen oder amerikanischen Schule gibt – mit dem Unterschied, dass die politischen und gesellschaftlichen Spannungen immer wieder durchdringen. Jedes Kapitel erzählt eine kleine Episode des Internatslebens und berichtet auf sehr interessante Weise vom Alltag der Schülerinnen.  Heitere Handlungsstränge wechseln sich mit ernsthaften Themen ab. Obwohl die Figuren auf mich teilweise etwas eindimensional wirkten, entsteht so ein sehr lebendiges Bild. Es ist eine Geschichte aus vielen kleinen Geschichten, die einen sozialen und gesellschaftlichen Querschnitt Ruandas zieht und zeigt, wie die Propaganda-Maschinerie schon bei den jüngsten Anklang findet. Immer wieder möchte man als Leser in die Handlung springen und die Mädchen schütteln, wenn diese sich gegen die Tutsi und die Diskriminierung ausleben. Selbst die belgischen und französischen Austauschlehrerinnen und –lehrer halten sich im Hintergrund. Für sie ist die Arbeit in dem Internat nur eine kurze Zeit, während die Schülerinnen mit den Konflikten leben müssen und offen zur Rassentrennung und Gewalt gegen die Tutsi aufrufen. Insbesondere die Hututochter Gloriasa wird zur Verfechterin ihrer Volksgruppe und steigt zum Mittelpunkt des Geschehens auf. Hier wäre es vielleicht interessanter gewesen, sich für eine größere Anzahl Gegner der Tutsi zu entscheiden. Dennoch wird der Roman von einer Stimmung getragen, die man so selten in anderen Büchern findet. Fazit: „Die Heilige Jungfrau vom Nil“ kratzt nur an der Oberfläche des langen Konflikts zwischen Hutu und Tutsi, der Autorin ist es aber gelungen, die Spannungen aus einer ganz anderen Perspektive aufzuzeigen. Ich vergebe gerne 5 Sterne und spreche eine große Empfehlung für die tolle Afrika-Reihe des Wunderhorn-Verlages aus!

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks