Scott Beatty

 3,9 Sterne bei 7 Bewertungen

Lebenslauf

SCOTT BEATTY schrieb zusammen mit Chuck Dixon u. a. noch Storys über die Anfänge von Batgirl sowie Nightwing, BATMAN/JOKER: WER ZULETZT LACHT und Storys für BATMAN: NIEMANDSLAND. Außerdem verfasste er einige Hefte der Serie COUNTDOWN mit und schrieb GOTHAM KNIGHTS, SON OF VULCAN, die WildStorm-Titel REVELATIONS und NUMBER OF THE BEAST, The Last Phantom und Buck Rogers. Dazu kommen fast ein Dutzend Sachbücher zu den größten Comic-Helden von DC, darunter mehrere Batman-Enzyklopädien.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Scott Beatty

Neue Rezensionen zu Scott Beatty

Robin, The Boy Wonder

In "Batman präsentiert - Band 4: Robin" (auch bekannt als "Die Reifeprüfung") hatte der junge Richard "Dick" Grayson seinen ersten Test unter Batman bestanden und damit den Platz an der Seite des Dunklen Ritters eingenommen - aber die Zweifel, insbesondere bei Alfred und James Gordon, bleiben.

Gerade Gordon hält nicht viel von der Idee, mit einem Kind auf Verbrecherjagd zu gehen und wirft seinem maskierten Partner vor, dessen Leben fahrlässig aufs Spiel zu setzen und seine Aufsichtspflicht zu verletzten. Alfred wiederum befürchtet, dass Robin den anstehenden Herausforderungen nicht gewachsen ist und alles in einer Katastrophe enden wird, wenngleich er nicht abstreiten kann, dass der offenherzige Junge einen positiven Einfluss auf den sonst so düsteren Bruce Wayne bzw. sein Alter Ego ausübt.

Zuerst scheinen sich die Befürchtungen nicht zu bewahrheiten. Batman und Robin nehmen an einer Dinnerparty für Generalissimo Sing Manh Lee of Rheelasia teil, wo sie wiederum auf James Gordon treffen, der sie darüber informiert, dass es überall in der Stadt vermehrt zu Entführungen von jungen Mädchen kommt. Weitere Hinweise gibt es nicht, bis plötzlich eins der Mädchen von Robin's Schule ebenfalls verschwindet und er beschließt, den Fall auf eigene Faust zu lösen. Während Bruce sich den unliebsamen Pflichten als Multi-Millionär widmen muss, kommt Dick bald dem Kidnapper auf die Spur, bei dem es sich um niemand geringeren als den Mad Hatter handelt. Entgegen Alfreds Rat, entscheidet er diesen selbst zur Strecke zu bringen, was ihm auch gelingt. Batman ist verärgert, gleichzeitig jedoch beeindruckt von den Fähigkeiten des Jungen, was letzte Zweifel - vorerst- ausräumt.

In den Wochen nach Mad Hatter's werden mehrere Schurken wie Killer Moth, Blockbuster, Firefly und Cluemaster von dem dynamischen Duo dingfest gemacht, wodurch Dicks Selbstbewussstsein weiter steigt. Batman jedoch warnt: Mit den richtig großen Kalibern haben sie es bisher noch nicht zu tun bekommen. Und er soll bald Recht behalten, als Two-Face wieder auftaucht und Rache an denen nehmen will, die in seinen Augen am "Mord" von Harvey Dent Schuld tragen - darunter der ehemalige Richter Lawrence Watkins, den er kurzerhand entführt. Sein eigentliches Ziel ist jedoch Robin, den er als Schwachstelle Batmans ausgemacht hat.

Wie geplant, schnappt dessen' Falle zu. Batman und Robin geraten in Gefangenschaft und müssen hilflos mit ansehen, wie Two-Face ein Scheingericht abhält. Robin fleht um Watkins' Leben, muss aber am Ende nicht nur dessen Tod betrauern, sondern wird von Two-Face zudem brutal mit einem Baseball-Schläger verprügelt. Als Batman sich befreien und Dent stoppen kann, hängt Robins Leben am seidenen Faden. Er überlebt nur knapp und der Dunkle Ritter trifft schließlich die Entscheidung, das dynamische Duo aufzulösen. Ein verbitterter Dick verlässt daraufhin Wayne Manor, um auf eigene Faust für Recht und Ordnung zu sorgen - und rennt dabei direkt in die Arme eines gewissen Shrike ...

Besessenheit trifft auf Lebenslust. Das Konzept Batman und Robin hält doch in vielen Comics einem zweitem Blick selten stand, denn warum sollte jemand wie Batman eigentlich ein Kind an seiner Seite kämpfen lassen? Und wieso sollte sich dieses Kind dann wie ein Errol Flynn für Arme inklusive Elfenschuhen anziehen? In die nihilistisch-düstere Welt des Menschenfeinds Bruce Wayne scheint ein lebenslustiger Richard "Dick" Grayson so überhaupt nicht hineinzupassen und dass das hier dann doch der Fall ist, gehört zu den erwähnenswerten Leistungen des Duos Chuck Dixon und Scott Beatty.

Dixon hält sich in seine Erzählweise und -struktur eng an Frank Millers "Batman: Das erste Jahr" und macht recht schnell klar, dass ein Robin an seiner Seite vielleicht Bruce Wayne durchaus gut tut, es aber eben wenig an der Tatsache ändert, dass Gotham weiterhin eine vollkommen verlorene, korrupte und erbarmungslose Stadt ist, welche auch vor Kindern nicht halt macht. Wer hier Fehler macht, verliert im schlimmsten Fall sein Leben. Diese Lektion muss auch der talentierte Dick Grayson, dem fast dasselbe Schicksal zuteil wird, wie später einem gewissen Jason Todd, auch schmerzhafte Art und Weise lernen.

Die Tatsache, dass Dixon und Beatty ihren Robin mit seinen Fehlern hadern und ihn daraus lernen lassen, macht dann nicht nur die Figur an sich glaubhafter, sondern auch dessen spätere Karriere als Nightwing bzw. Aushilfs-Batman. Und es hebt gleichzeitig den Unterschied zum Dunklen Ritter hervor, der lieber mit dem Kopf durch die Wand rennt und (beinahe) alles für seine Mission opfert, als sich wie Dick zwischendurch in Selbstreflexion zu üben. Der will zwar wie sein Mentor das Verbrechen bekämpfen, ist aber nicht bereit, dafür auch sämtliches privates Glück zu opfern.

Ganz düster wird "Robin: Das erste Jahr" dann am Ende auch nicht, hellen doch ein paar witzige One-Liner des Jungen sowie der herrlich-trockene Humor Alfreds (für mich der heimliche Held dieses Comics) die Stimmung immer wieder auf. Wir erleben hier die Geburt der sogenannten Batman-Familie. Und auch wenn diese Geburt nicht immer glatt verläuft, könnten doch selbst Robin-Zweifler an dieser Coming-of-Age-Storyline durchaus Gefallen finden. Nicht zuletzt wegen Marcos Martins Zeichnungen, die visuell eine schöne Brücke zu den Animated Series schlagen. Und wer wissen will, wie es nach "Dark Victory" mit Harvey Dent alias Two-Face weitergeht, sollte sich diesen Comic ebenfalls nicht entgehen lassen.

88/100

Original: Robin: Year One # 1-4, 2000-2001

Cover des Buches MARVEL Avengers Die größten Superhelden aller Zeiten (ISBN: 9783831035137)

Rezension zu "MARVEL Avengers Die größten Superhelden aller Zeiten" von Scott Beatty

Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein genauerer Blick auf die Avengers

In den letzten Jahren scheint es sich der englischsprachige Verlag Dorling Kindersley zur Aufgabe gemacht zu haben, zu filmischen Blockbustern wie „Star Wars“ oder erfolgreichen Franchises Enzyklopädien heraus zu geben, die eine interessante Übersicht geben wollen. Nach dem bereits früh gestarteten Hype um „Avengers: Infinity War“, war es auch nicht verwunderlich, dass man sich dort nicht nur der Filme annahm, sondern auch der dahinter stehenden Comics. Das Buch ist nun auch auf Deutsch erschienen.


INHALT
Die „Avengers“ entsprangen dem Wunsch vieler Leser in den 1960ger Jahre, ihre Lieblingshelden auch einmal gemeinsam in Aktion zu sehen, und nicht nur gelegentlich in kurzen Stippvisiten in den Reihen anderer Heroen. Und da Teamwork schon damals groß geschrieben wurde, erdachten Stan Lee und andere damals die Avengers, eine Heldentruppe aus Kämpfern, die bisher in ihren eigenen Serien zu finden waren, später auch Figuren, die ihr Debüt bei der Heldentruppe gaben und erst später eigene Reihen bekamen, wenn sie sich als interessant genug erwiesen.

Die Enzyklopädie verfolgt nun die wechselvolle Geschichte der Avengers, die Höhen und Tiefen, die Erfolge und Schlappen, die sie davon tragen mussten. Auch blieben die Gründungsmitglieder der Gruppe nicht lange allein, denn sie bekamen schon bald Zuwachs. Auch gingen immer wieder Mitglieder, so dass ein ständiger Wechsel der Heldenfiguren für die passende Dynamik in den Abenteuern und Kämpfen suchten.

Als Teil des großen Marvel-Kosmos arbeitete man auch mit den X-Men zusammen oder nahm Mutanen in die Gruppe auf, später dann wagte man den Sprung ins All.

MEINE MEINUNG
Die Enzyklopädie ist erstaunlich aktuell, denn das gerade in Deutschland ausklingende Event „Secret Empire“ wird zumindest noch erwähnt, wenn auch nicht mehr ausführlich vorgestellt. Aber das war ja in der Übersicht der Marvelfilme nicht viel anders.

Die Sammlung geht tatsächlich chronologisch vor und konzentriert sich ganz auf die wichtigen Episoden in der Geschichte der Avengers, stellt deren wechselnde Gegenspieler und die Katastrophen aus dem All vor, denen sie sich immer wider entgegen stellen mussten und für die ein Held allein zu schwach gewesen wäre.

Die Chronologie beginnt in den 1960er Jahren und zieht sich tatsächlich bis in das Jahr 2017 durch, so dass die 216 Seiten prall gefüllt sind. Die Informationen gehen zwar nie wirklich in die Tiefe und verlangen zumindest rudimentäre Kenntnisse des Universums, geben aber dennoch, garniert mit den entsprechenden Bildern, einen soliden Überblick. Und der hat es in sich, denn das Gesicht der Avengers hat sich im Prinzip mit jedem Jahrzehnt verändert und neu definiert.

Fans der Filme erhalten zudem die Gelegenheit, das Marvel Cinematic Universe mit der Vorlage zu vergleichen. Es ist manchmal überraschend, wie viel von dem grafischen Hintergrund in die Streifen eingeflossen ist, wenn auch oft anders zusammengefasst.

Spannend und unterhaltsam bietet die Ezyklopädie viel Lesestoff für alle, die auf die Comics neugierig geworden sind, aber nicht so wirklich wissen, wo sie anfangen sollen, denn hier bekommen sie tatsächlich erstmals einen überzeugenden Führer an die Hand, durch den sie nicht gezwungen sind, sich durch Hunderte von Seiten zu wühlen.

Wer durch die letzten Blockbuster im Kino auf dem Geschmack gekommen ist und mehr über die „Avengers“ an sich erfahren möchte, sich aber nicht durch Berge von Comics lesen mag, der sollte getrost zu der hier vorliegenden Enzyklopädie greifen, denn sie schafft es problemlos einen guten Überblick über deren Geschichte zu geben, ohne sich dabei zu verzetteln.

MEINE WERTUNG
4 von 5 Avengers

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