Scott Forbes Für Eltern verboten: China

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Inhaltsangabe zu „Für Eltern verboten: China“ von Scott Forbes

Kann man die Chinesische Mauer vom Mond aus sehen? Tiger oder Schlange - welches chinesische Tierkreiszeichen bist du? Warm nahm ein Kaiser 8000 Soldaten, 130 Streitwagen und 670 Pferde mit in sein Grab? Dies ist kein normaler Reiseführer. Er erzählt verrückte Geschichten über eines der aufregendsten Länder der Welt. Entdecke coole Storys über die Erfindung des Schießpulvers, futuristische Gebäude und echt eklige Snacks. Dieses Buch zeigt dir ein China, von dem deine Eltern wahrscheinlich noch nie gehört haben.

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    Für Eltern verboten: China

    R_Manthey

    23. July 2015 um 11:10

    Wenn man cool sein will, dann muss man es auch können. Ansonsten wirkt es albern oder geht im schlimmsten Fall ziemlich in die Hose. Dieses für Eltern verbotene Büchlein enthält die ganze Bandbreite von Versuchen, Coolness zu demonstrieren. Zunächst einmal ist es kein Reiseführer, sondern eher eine Zusammenstellung von allem Interessanten, was man gemeinhin mit China verbindet: recht viel Geschichte, die Erfindung von Papier und Seide, Drachenbau, Kampfkunst, das für unseren Geschmack merkwürdige Essen, der Tee, Pandas, Akrobatik, die Schriftzeichen und vieles mehr. In den meisten Fällen werden die Dinge gut gestaltet und jugendlich cool auf den Punkt gebracht. Natürlich ist das kein systematisches Buch. Nur keine Anstrengung, nur kein Stress beim Lesen, aber dennoch wenigstens einige grundlegende Informationen weitergeben. Das ist das Grundprinzip der ganzen Reihe, aus der dieses Buch stammt. Dagegen kann man nicht viel sagen, zumal auch dieses Werk eigentlich in der Summe sehr gut gemacht ist. Allerdings spürt man als Erwachsener gelegentlich einen regelrechten Coolness-Zwang, unter dem die Autoren wohl gestanden haben müssen. Dabei überschritten sie bei mir einmal heftig die Schmerzgrenze, nämlich als es um Mao und seine Kulturrevolution ging. Schon beim sogenannten "Großen Sprung", der 20 Millionen Menschen das Leben kostete, beginnt eine unglaubliche Verharmlosung. Danach, so liest man, "knöpfte sich Mao Lehrer und andere Schlauberger vor, die ihm nicht revolutionär genug waren. Er schickte sie aufs Land, wo sie lernen sollten, mit den Händen zu arbeiten. Das war Teil der sogenannten Kulturrevolution." Tatsächlich gingen Maos "Rote Garden" brutal gegen Intellektuelle und jedwede Art "unproletarischer" Kultur vor. Das kennt man aus Deutschlands dunklen Jahren in ähnlicher Form. Nur hieß es damals anders. Wenn man solche schlimmen Dinge wie diesen maoistischen Terror also unbedingt erwähnen muss, dann doch wohl nicht in dieser Art, bei der man fast annehmen muss, dass die Autoren die Vernichtung von Menschen und Kulturgütern cool finden. Man stelle sich nur den Aufschrei der Empörten vor, wenn man in so über die entsprechenden Ereignisse in Deutschland geschrieben hätte? Wenn diese merkwürdigen Entgleisungen nicht gewesen wären, hätte mir dieses Büchlein sehr gut gefallen, weil es andererseits, obwohl es naturgemäß nur oberflächlich sein kann, wenigstens gewisse Anreize setzt, sich mit den Dingen vielleicht intensiver zu befassen.

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