Scott Hutchins Eine vorläufige Theorie der Liebe

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Inhaltsangabe zu „Eine vorläufige Theorie der Liebe“ von Scott Hutchins

Mit Mitte dreißig steht Neill Bassett jr. wieder ganz am Anfang. Seine Frau hat ihn abserviert, jetzt muss er sich auf erniedrigende Tennis-Abende für Singles einlassen. Auf der Haben-Seite seines Lebens steht nur das aberwitzig umfangreiche Tagebuch, das sein Vater ihm hinterlassen hat. Im Silicon Valley soll er damit einen empfindsamen Computer entwickeln. Während Neill nebenbei dem Grund für den Selbstmord seines Vaters auf die Spur kommt, macht der Computer ebensolche Fortschritte in Liebesangelegenheiten wie Neill selber.
"Eine vorläufige Theorie der Liebe" ist das elektrisierende Romandebüt des jungen Amerikaners Scott Hutchins.

Ein schwieriger Versuch, der leider misslingt. Guter Autor mit schwachem Erstlingswerk

— Callso

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  • Der Turing Test

    Eine vorläufige Theorie der Liebe

    walli007

    Den Turing Test besteht ein Computer, wenn er eine gewisse Anzahl menschlicher Gesprächspartner überzeugen kann, dass er kein Computer ist. Natürlich dürfen sich die Gesprächspartner bei dem Test nicht sehen. Genau an so einem Computerprogramm arbeitet die Firma, bei der Neill Bassett jr. angestellt ist. Eigentlich ist Neill Wirtschaftswissenschaftler und hätte sein Vater Neill Bassett sen. nicht 5000 Seiten an Tagebuchaufzeichnungen hinterlassen, auf denen das Programm basiert, hätte Neill jr. nichts mit der Firma zu tun. Doch so besteht seine Arbeit aus Chats mit dem Computer-Vater und eigenartigerweise führt das dazu, dass Neill beginnt über die Beziehung zu seinem echten Vater nachzudenken, der sich vor langer Zeit schon umgebracht hat. Welchen Einfluss hat sein Vater auf seinen Umgang mit anderen Menschen, speziell Frauen. Neill ist geschieden und nicht sicher, ob er wirklich auf der Suche ist. Kann man einem Computerprogramm so viel Lebensechtheit einhauchen, dass er Unterhaltungen führen kann, die darüber hinwegtäuschen, dass man es mit einer Maschine zu tun hat? Die Chats des jüngeren Neill mit dem Computer alter Ego seines Vaters haben in ihrer Entwicklung jedenfalls etwas Anrührendes. Fast als würde der Vater sich dem Sohne öffnen und ihm die Worte zukommen lassen, die der Sohn während Kindheit und Jugend vermisst hat. Bittersüß die Momente, in denen der Sohn ausweichen muss, weil das Programm nicht durcheinander kommen darf. Die Aufarbeitung der Beziehung zum Vater wirkt sich auch auf die Liebe im wahren Leben aus. Die Begegnung mit Rachel bringt Neills Leben durcheinander, schwer ist es für ihn einen Weg zu finden. Schwer ist es manchmal auch für den Leser einen Zugang zu der Geschichte zu finden. Äußerst gelungen sind dabei die Chats zwischen Computer-Neill und anderen Personen, emotional berührend und so authentisch wie Gespräche zwischen Computer und Mensch eben sein können. Doch so schön dieser Teil des Romans gelungen ist, so schwierig nachvollziehbar sind die Wirrungen, denen das wirkliche Leben Neill jrs. unterliegt. Bei allen Bemühungen um die Liebe scheint er seltsam unbeteiligt und kühl, so dass man sich beim Lesen fragt, ob man gerade den entscheidenden Moment verpasst hat. Eine Frage, die auch beim Zurückblättern und nachlesen, nicht zu einer Antwort führt. Und so bleibt Computer-Neill der Sympathieträger dieses Romans und die Theorie der Liebe doch sehr vorläufig. 3,5 Sterne

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    • 2
  • Dr. Bassett Sr. II

    Eine vorläufige Theorie der Liebe

    serendipity3012

    Dr. Bassett Sr. II Neill Bassett Jr. ist Mitte 30, geschieden und lebt ein unstetes Leben, orientierungslos, immer versuchend, seine Einsamkeit zu überspielen. Sein Vater, der sich vor vielen Jahren das Leben nahm, hat ein Tagebuch von über 5000 Seiten hinterlassen, das 20 Jahre umfasst. Von einem kleinen Unternehmen bekommt Neill das Angebot, einen Computer mit diesem Tagebuch zu füttern, um eine künstliche Intelligenz zu erschaffen. Neill verbringt seine Tage nun damit, mit dem Computer namens Neill Bassett Sr., einem Alter Ego seines Vaters, zu sprechen. Bei einem Wettbewerb gilt es dann, eine bestimmte Anzahl von Juroren zu täuschen und glauben zu lassen, dass sie mit einem echten Menschen chatten, während sie eigentlich mit „Dr. Bassett“ reden. In „Eine vorläufige Theorie der Liebe“ berichtet Scott Hutchins von Neills Leben, er gibt seine Chats mit „Dr. Bassett“ wieder, zeigt, wie Dr. Bassett immer menschlichere Antworten gibt und wie Neill diese Unterhaltungen verwirren und ihn seine Beziehung zu seinem Vater überdenken lassen. Auch die Ehe seiner Eltern beginnt er, mit anderen Augen zu sehen. Bei dem Versuch, seiner Einsamkeit zu entfliehen, stürzt Neill sich in Bekanntschaften mit Frauen, mag sich aber auf keine richtig einlassen. Die junge Rachel, die selbstbewusste Jenn, seine Exfrau Erin – ist eine von ihnen die Richtige? In Rückblenden erfahren wir außerdem, wieso seine Ehe scheiterte. „Eine vorläufige Theorie der Liebe“ beschäftigt sich auf unterhaltsame Weise mit dem Thema Künstliche Intelligenz und der Frage, ob es tatsächlich einen menschlichen Computer geben kann. Und es ist die Geschichte eines Mannes, der an einem Wendepunkt in seinem Leben angekommen ist und nach dem richtigen Weg sucht. Ein sympathischer Protagonist und eine zwar manchmal distanzierte, aber doch eindringliche Sprache machen den Roman zu einer gewinnenden Lektüre.

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    • 2

    BrittaRoeder

    24. September 2014 um 09:18
  • Die komplizierte Liebe in San Francisco; kompliziertes Buch!

    Eine vorläufige Theorie der Liebe

    Callso

    14. August 2014 um 15:20

    Manchmal hat man schöne neue Schuhe. Man freut sich ungemein über die Optik. Aber es ist zum verzweifeln: Wider erwarten passen sie einfach nicht! So ging es mir mit diesem Buch. Es roch nach bester Literaturunterhaltung. Toller Titel, tolles Cover und sehr ordentliche Kritiken. Als ich jedoch selbst las, wurde ich ordentlich enttäuscht. Inhaltlich zu konfus, zu indirekt, zu viele Themenfelder und doch eine recht dünne Handlung. Weder Fisch, noch Fleisch. Es geht um die Suche nach Liebe. Neill ist frisch geschieden und schaut sich im hippen San Francisco um, lernte junge Frauen, junge Sekten, Selbsthilfegruppen und teilweise auch sich selber neu kennen. Er arbeitet an einem komplizierten Programm der künstlichen Intelligenz, einem Computer, der mit den zahlreichen Tagebüchern seines Vaters betraut wurde. Und nebenbei wird ei Familiengeschichte mit Mutter und Vater aufgewärmt, es kommt jedoch viel zu wenig Licht ins Dunkel. Eigentlich viel Stoff, doch als man Antworten oder wichtige Hinweise erlangen wollte, wurde ich mehrfach enttäuscht. Ich wurde mit den handelnden Personen nicht warm, auch mit der Hauptperson bleiben bei mir zu viele Fragezeichen zurück. Es hat mich nicht gepackt. Und dieses Buch hat Längen, lange Zeit passiert wenig Aufregendes. Dabei hat der Autor viel Kreativität versprüht und verpackt das Ganze in schöne Worte. Tolle Eloquenz des Autors, aber die komische Story dümpelt dahin. Schade. Tja, und was macht man mit solchen Schuhen? Man guckt sie ab und zu sehnsüchtig an. Und irgendwann landen sie in der Ecke, ehe man sich doch von ihnen trennt...

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  • Liebesgedöns

    Eine vorläufige Theorie der Liebe

    Jetztkochtsie

    10. August 2014 um 09:37

    Dieser Roman hat es geschafft, mich aus meinem Lesetief zu zerren. Das hat er mal eben so mit einem Fingerschnipsen und einem emotionalen Computer namens Dr. Bassett getan. Ich bin begeistert! Wirklich. Seit einigen Wochen wollte mir an Büchern nichts so recht gefallen, hier hab ich gemäkelt, da genörgelt, dort gelangweilt von Seite zu seite geblättert und dann kommt Neill Bassett daher und rüttelt mich auf und begeistert mich bereits auf den ersten 100 Seiten total. Ein Mann und sein künstlich intelligenter Computer, der sich ausdrückt und den Erfahrungsschatz seines Vaters besitzt, welcher jedoch leider Suizid begangen hat, wovon man dem Computer aber unter keinen Umständen erzählen darf. Allein das wäre schon genug witziger und emotionaler Stoff für eine grandiose Geschichte gewesen, dann turnen da aber noch ein paar sehr skurille Figuren durch dieses Buch, die mich einfach gut unterhalten haben. Ja, dieser Text ist sicher nicht für jedermann, jemand der vorbehaltlos an die große Liebe glaubt, jemand sehr Emotionales wird mit diesem Buch sicher nicht glücklich. Jemand wie ich, der sehr rational über solche Dinge wie die Liebe nachdenkt, der wird sich hier königlich amüsieren. Wenn der Computer mal wieder Phrasen raushaut, die einen umhauen oder wenn Niell Junior mal wieder heilloses Chaos in seinem Liebesleben stiftet. Ein wenig gestört hat mich der Part mit der Sekte, damit wurde ich einfach nicht warm. Die Pure Encounters konnten mich nicht richtig überzeugen, das war mir zu absurd, zu amerikanisch, zu weit von mir weg, weil dies aber am Ende des Buches doch eine relativ große Rolle einnimmt, bleibt am Ende auch leider nicht mehr die ganz große Begeisterung von den ersten 200 Seiten bei mir bestehen. Dennoch fand ich dieses Buch einfach nur schön, viele kluge Sätze, viele interessante Überlegungen und ein ganz neuer Blick auf unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Kleiner weiterer Kritikpunkt, der Buchumschlag ist unheimlich empfindlich und färbt bei nassen Fingern (Ich bin passionierte Badewannenleserin) leider ein wenig ab.

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  • 'Im Leben nie ganz lebendig, im Tod nicht ganz tot.'

    Eine vorläufige Theorie der Liebe

    sabatayn76

    24. July 2014 um 23:14

    Inhalt: Neill Bassett jr. lebt in San Francisco, ist nach einer gescheiterten Ehe wieder Junggeselle und arbeitet an einem linguistischen Computerprogramm. Zusammen mit einem kleinen Team möchte er den ersten intelligenten Computer bauen, das entwickelte Programm basiert dabei auf den Tagebuchaufzeichnungen von Neills Vater, der sich suizidiert hat und der jahrzehntelang sein Leben dokumentiert hatte. Während Neill sich immer intensiver mit dem Leben seines Vaters und den Gründen für seinen Suizid auseinandersetzt, gerät sein eigenes Leben durcheinander, als er auf die deutlich jüngere Rachel trifft. Mein Eindruck: Ich habe mich bisher kaum mit künstlicher Intelligenz auseinandergesetzt, obwohl ich das Thema ziemlich spannend finde. Die Einblicke in KI, die ich durch die Lektüre bekommen habe, fand ich spannend und lehrreich, leider hat mich die Geschichte dennoch kaum mitreißen können. Der Roman liest sich sehr flüssig und sehr schnell. Nicht nur das Thema KI fand ich interessant, auch die Geschichte des Vaters bzw. die Suche nach der eigenen Vergangenheit haben mir gut gefallen. Sehr schön fand ich auch die vielen Dialoge zwischen Mensch und Maschine, die das ganze Buch sehr lebendig und glaubwürdig gemacht haben. Dennoch: der Roman hat mich zu keinem Zeitpunkt wirklich berühren und richtig begeistern können. Vielleicht lag es daran, dass ich mich in keinen der Protagonisten hineinversetzen konnte, dass mir alle Figuren fremd geblieben sind. Mein Resümee: Ein Roman mit spannenden Aspekten, der mich leider dennoch nicht recht mitreißen konnte.

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  • Gut geschrieben, aber zu langweilig

    Eine vorläufige Theorie der Liebe

    R-E-R

    25. May 2014 um 22:02

    Neil Bassett ist Mitte dreißig, seit einigen Jahren geschieden und lebt aus “Lifestylegründen” in San Francisco. Seit seine Ehe in die Brüche ging, ist der ehemalige Werbetexter, abgesehen von seinem Kater und den “Drehtürmomenten” seines Schlafzimmers, allein. Sein Vater hat sich vor mehr als zwanzig Jahren umgebracht. Dennoch kommuniziert Neill täglich mit ihm. Sein Arbeitgeber, Amiante Systems, verfolgt ein ehrgeiziges Computerprojekt. Basierend auf den Tagebüchern von Neills Vater stellt die Firma ein komplexes Computerprogramm her, das lernen soll Unterhaltungen zu führen. Neill ist der Gesprächspartner der das Programm (bzw. seinen Vater) “trainiert”. “Von Computern verstehe ich nur wenig, aber als einziger Muttersprachler in unserem Unternehmen ist es mir immerhin gelungen, das Programm wie einen echten, wenn auch leicht verwirrten Menschen klingen zu lassen.” “Eine vorläufige Theorie der Liebe” ist der Erstling des amerikanischen Autors Scott Hutchins. Ich fand den Roman von der Art zu Schreiben her gut. Das Buch liest sich wie eine Mischung aus John Irving und Nick Hornby. Irving aufgrund der Sexbezogenheit der Hauptfigur und den skurrilen Wendungen die daraus resultieren. Nick Hornby aufgrund der leichfüßigen, lockeren Sprache. Der Ich-Erzähler Neill verzweifelt an seinem Leben, obwohl er nach außen ausgeglichen und zufrieden scheint. Das Scheitern seiner Ehe macht ihm noch immer zu schaffen und seine Arbeit konfrontiert ihn täglich mit einer zweiten “seelischen” Baustelle, dem Freitod seines Vaters für den er sich schuldig fühlt. Während eines skurrilen Jugendherbergsaufenthaltes lernt er Rachel kennen, die in San Francisco ein neues Leben beginnen will, um die Schatten ihrer Vergangenheit zu überwinden. Zaghaft beginnen die sie ein Liebesverhältnis, in dessen Verlauf Neill die zwanzigjährige immer wieder abweist und damit in die Fänge einer obskuren Sex - Sekte treibt. Die Entwicklung seines Privat- bzw. Liebeslebens wird parallel zur Entwicklung des Computer Programms erzählt. Beide Themen, künstliche Intelligenz und Romantik, zu verknüpfen gelingt nicht wirklich. Auf weiten Strecken ist das Buch einfach zu langatmig. Am interessantesten fand ich die virtuellen Gespräche mit “seinem Vater” die im Lauf der Handlung zu echten Dialogen werden. Auch die Beschreibung und den Ablauf des Turing Tests, einer anerkannten Methode zur Feststellung des Denkvermögens bei Maschinen, ist unterhaltsam und geistreich beschrieben. Insgesamt sind die über 400 Seiten jedoch eher ermüdend und werden auch durch die gute “Schreibe” des Autors nicht aus ihrem Dornröschenschlaf gerissen.

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  • Leserunde zu "Eine vorläufige Theorie der Liebe" von Scott Hutchins

    Eine vorläufige Theorie der Liebe

    Piper_Verlag

    "Endlich ein Buch darüber, was es heißt, Mensch zu sein. Clever, witzig, sehr unterhaltsam." New York Times Für alle Gewinner der lovelybooks-Verlosung von »Eine vorläufige Theorie der Liebe« - und alle anderen Interessierten - starten wir auch eine Leserunde zu diesem schönen Buch! Bis die Bücher bei Euch eintrudeln könnt ihr euch die Wartezeit ja schon einmal mit dem virtuellen Dr. Bassett vertreiben, den Scott Hutchins auf seiner Website programmiert hat: http://www.scotthutchins.com/Tell-Dr-Bassett Er hat zwar nicht auf jede Frage eine Antwort, aber beim Testen konnte er zumindest auf „Hi“ und How are you?“ reagieren :-) Hier auch noch einmal ein kurzer Text zum Inhalt des Buches: Seine junge Ehe ist grandios gescheitert, Neill Bassett jr. fühlt sich wie emotionales Strandgut. Da helfen ihm auch die schräge Rachel und das 5000 Seiten dicke Tagebuch seines Vaters nicht wirklich weiter, davon ist Neill zutiefst überzeugt. Doch das sind nur die ersten zwei seiner beachtlichen Reihe von Irrtümern. – Die atemberaubend originelle, offenherzige, verdammt witzige und ziemlich romantische Odyssee eines Helden zwischen Liebe, Trauer und später Vergebung. Und auf unserer Website findet ihr noch ein Interview mit Scott Hutchins zum Buch: http://www.piper.de/buecher/buch-blog/eine-vorlaeufige-theorie-der-liebe-isbn-978-3-492-05517-8/scott-hutchins-ueber-kuenstliche-intelligenz-san-francisco-und-das-silicon-valley/BlogPost/lesen  

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    • 54
  • Regt zum Nachdenken an

    Eine vorläufige Theorie der Liebe

    Jule_Nero

    06. May 2014 um 10:25

    Ich habe das Buch bei Lovelybooks gewonnen, was mich riesig gefreut hat, da mich die Thematik und die Leseprobe echt neugierig gemacht haben.  In der Hinsicht habe ich noch nie ein Buch über Roboterliebe und generell so philosophische Bücher in der Richtung gelesen, war also das erste mal. ;) Leider hatte ich anfangs echt Schwierigkeiten die Story zu verfolgen, der Hauptcharakter, Neill, ist sehr melanchonisch und extrem nachdenklich. Was bei seiner Vergangenheit aber auch wenig verwunderlich ist.  Als ich dann endlich mal Zeit hatte zum Lesen, habe ich das Buch dann auch in eins durch (ab 160) gelesen.  Die tiefgründigen Gespräche, die er und auch die anderen Personen in dem Buch mit Dr. Basset (dem Computer) führen, haben mich manchmal schon fast berührt, wie kann man etwas künstliches erschaffen, was so verletzlich wie verletzend ist?  Das Hin und Her bei Neill mit den Frauen, war manchmal etwas nervig, dieser Kerl weiß einfach nicht was er im Leben will.. die Exfrau? Die junge, sprunghafte und verloren wirkende Rachel oder die kluge, selbstbewusste wie reife Jenn?  Authentisch wie im echten Leben, finde ich. Aber dennoch wollte ich ihm manchmal gern schon eine kleben und ihm sagen: Mein Gott, jetzt hab einfach Spaß und hör auf zu denken! :D Fazit:  Mir hat das Buch echt gefallen, es war für mich eine neue/ungewöhnliche Thematik und dennoch nachvollziehbar! Und es regt, wie im Titel erwähnt, zum Nachdenken kann.  Kann man einen "Roboter" lieben? 

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  • Lieben im smarten San Francisco

    Eine vorläufige Theorie der Liebe

    GOOMPI

    28. April 2014 um 20:14

    Zur Zeit scheinen Bücher, die die Facetten der Liebe ausleuchten wollen, en Vogue zu sein. Wahrscheinlich ist dem Leser die kalte Kopulation der gehypten Erotikliteratur langsam zu wider und einsilbig. Auch bei Hutchins Roman werden die Emotionen und Zwiespälte, die mit der Liebe einhergehen ausgeleuchtet. Allerdings wird es auf eine andere unpathetische Art und Weise narrativ Wiedergegeben, die keines Weges zu süß und larmoyant daherkommt. In der Geschichte erzählt der Protagonist über sein derzeitiges Leben mit deren Tücken und Hürden und wie seine derzeitige Anstellung bei einem Projekt zur Erschaffung einer künstlichen Intelligenz dazu beiträgt seine Umgebung und sich selbst zu verändern. Neill, der Ich-Erzähler und die Hauptperson des Midlife-Crisis-Romans, lebt geschieden und somit allein in San Francisco. Die Trennung von seiner Ex-Frau Erin setzt ihm noch immer zu, da er den genauen Grund der Scheidung auch nach längerer Zeit noch nicht kennt. Doch dann lernt er Rachel kennen, eine junge naive Blondine, die Neill eher unbewusst aus seinem psychischen Loch reißt. Neben Rachel als Rettungsanker, hat Neill noch den Job im Silicon Valley, bei dem er aufgrund der insgesamt rund 5000 Seitigen Tagebücher seines  Vaters, unabdingbar ist, er selbst aber nicht genau weiß welche Funktion er bei dem Projekt spielt. Auf Grundlage jener Tagebücher, wollen Neill und seine beiden Partner eine künstliche Intelligenz erschaffen, die vom Menschen kaum zu unterscheiden ist. Dabei lernt er seinen Vater erst ausführlich kennen und sein bisheriges Leben nimmt eine ganz neue Tönung an. Aufgrund Neills Taten und Nicht-Taten bei dem Projekt in Silicon Valley und in seiner Freizeit mit Rachel und anderen neuen Freunden, entwickelt er eine ganz eigene Sichtweise der Liebe und einen anderen Blick auf den Menschen. Auch wenn der Buchmarkt momentan von Publikationen die um das angenehme Thema Liebe kreisen nahezu gesättigt zu sein scheint, der Debutroman von Scott Hutchins ist lesenswert und das nicht nur wegen der interessanten Thematik und der Fusion von Liebe in verschiedenen Auslegungen und künstlicher Intelligenz oder gar Robotik. Allein das flauschige Sprachbild welches Hutchins formt, trägt zu einem zügigen und angenehmen Lesefluss bei. Dennoch ist es ein kluges Buch. Doch Hutchins’ Duktus hat noch mehr zu bieten. Der Leser wird kraft des Schreibstils in die melancholische Stimmung von Neill versetzt, der etwas deprimiert scheint. Diese Macht der Sprache, Emotionen bei dem Leser auszulösen, bereitet ein ansehnliches Vergnügen beim lesen der Lektüre. Harmonisch auch wie der Autor die Stadt San Francisco, deren Umgebung und die Einwohner beschreibt, sodass man einen Eindruck von der Atmosphäre und der Umwelt in und um der City erhält. Außerdem ist das Buch geeignet um einen Blick auf die heutige Generation zu werfen, da gerade die um die dreißig Jährigen, von Selbstzweifel und Unentschlossenheit geplagt werden, wie es auch bei dem Held der Geschichte der Fall ist. Das Projekt, an dem Neill helfend arbeitet, konvergiert oft mit Google, da es auch auf eine technologische Singularität hinausläuft. Wer glaubt der Roman veranschaulicht futurologische Theorien zur künstlichen Intelligenz und den daraus resultierenden Trans- oder Posthumanismus, wird enttäuscht. Das Buch beleuchtet vielmehr Gemütsbewegungen, Emotionen und dem sich ergebenden Sozialverhalten. Der Schutzumschlag wurde treffend zum Charakter und zur Thematik des Buches gestaltet. Die serifenlosen Majuskeln des Titels erweckt den Eindruck sie seien handgeschrieben. Das zum einen an einen mit Hand geschriebenen Liebesbrief oder vielmehr an die schöpferische Stadt San Francisco, an deren Schnelligkeit und Veränderungstrieb erinnert. Beim Schriftzug “Eine vorläufige Theorie der Liebe” ist jeder Buchstabe in einem anderen Farbton gehalten, dass auf die Verspieltheit (vielleicht schnöder Hedonismus?) oder auf die Hippies und Hipster der City hinweist. Der schwarze Grund wiederum suggeriert eine melancholisch oder depressive Stimmung, der wohl einfach die Schattenseiten des Lebens in der Stadt widerspiegeln soll. Am Fuß des Umschlags sind in unterschiedlichen Farben die Golden Gate Bridge, die Transamerica Pyramid und einige typische Hochhäuser, in denen eventuell die Protagonisten residieren, zu sehen. Man erkennt also gleich wo der Roman spielt und kann möglicherweise einen ersten Kontext ermitteln.

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  • Dr. Bassett

    Eine vorläufige Theorie der Liebe

    Joanna_o

    19. April 2014 um 23:03

    Erster Eindruck: Zuerst einmal war ich überrascht, dass es kein Taschenbuch, sondern dass das Buch ein festes Cover hatte, was mich wirklich positiv überraschte. Cover: Das Cover ist toll! Es ist schlicht gehalten, macht einen jedoch sofort neugierig. Der Titel ist in dünnen, farbigen Buchstaben geschrieben und am unteren Rand ist die Skyline einer Stadt abgebildet. Der Hintergrund ist schwarz. Insgesamt ein sehr stimmiges und wunderschönes Cover.   Zum Autor: Typisch Mann. Auch wenn ich nicht gewusst hätte, dass der Autor ein Mann ist, wäre ich drauf gekommen, dass es ein Mann sein muss. Sein Blick für das Unschöne an Frauen hat ihn verraten. Er beschreibt Dinge, bei denen wir Frauen vor dem Spiegel stehen und es uns nicht gefällt. Er bringt es auf den Punkt. Er verrät sein Geschlecht auch dadurch, dass er grundsätzlich hübsche, schlanke, blonde Frauen als Freundinnen im Buch hat. Das finde ich persönlich echt schade, dass alle blond sein müssen...wie gesagt, typisch Mann.   Meine Meinung zum Buch: Ein sehr schönes Buch über künstliche Intelligenz. Zuvor hatte ich noch nie einen Roman über KI gelesen und war deshalb schon mehr als gespannt. Man ist dabei, wie der Computer bzw. Dr. Bassett immer mehr an Bewusstsein gewinnt und immer mehr lebendiger wurde - diese Entwicklung war hervorragend mit anzusehen. Man freute sich immer riesig, wenn Neill mit seinem "Vater" chattete. Und so hoffte ich auf noch mehr Konversation zwischen Dr. Bassett und Neill. Mir hätte, glaube ich, auch ein einziges Buch über diese Unterhaltungen gefallen, so 'süchtig' bin ich nach diesen Gesprächen geworden. Die Frauengeschichten von Neill waren jedoch manchmal etwas verwirrend. Man wusste manchmal nicht, welche Frau im Moment eigentlich aktuell war. Zum Schluss wurde es dann jedoch wieder übersichtlicher. Auffallend war, dass der Wettbewerb, an dem Dr. Bassett antreten soll immer in weiter Ferne ist und auf einmal ist der Wettbewerb morgen - hat mich sehr überrascht, dass es dann auf einmal so schnell ging - ist aber auf jedem Fall positiv zu bewerten. Was ich mir jedoch gewünscht hätte, war, dass der eigentliche Wettbewerb länger gedauert hätte bzw. die Gespräche zwischen Tester und Computer - aber das liegt anscheinend daran, dass ich Dr. Bassett so lieb gewonnen habe! :)   Lieblingsperson: Meine Lieblingsfigur in diesem Roman ist absolut Dr. Bassett. Er ist zwar 'nur' ein Computerprogramm (obwohl, 'nur' ist seeehr, sehr untertrieben), doch seine Fortschritte und seine Ansichten und seine Gespräche sind großartig!   Ich würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen! :)

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  • Ich hatte etwas anderes erwartet

    Eine vorläufige Theorie der Liebe

    sursulapitschi

    16. April 2014 um 18:03

    Es fällt mir etwas schwer, über dieses Buch zu berichten. Zunächst fängt es vielversprechend an. Eine Gruppe Nerds arbeitet an einem intelligenten Computerprogramm, das wie ein echter Mensch reagieren soll. Dazu füttern sie ihn mit den Fakten eines sehr umfangreichen Tagebuchs. Um sich menschlich zu geben muss man sich menschlich fühlen, und dazu braucht man eine Vergangenheit. Neill ist Ende 30, erfolgloser BWL Student, geschieden, ohne Freunde, Ziele oder besondere Ambitionen, und seine Aufgabe ist es, dieses Programm zu prüfen, dass auf dem Tagebuch seines Vaters beruht. Der wiederum war Arzt, brillant, verheiratet, hatte zwei Kinder, Erfolg und Depressionen und hat noch vor seinem fünfzigsten Geburtstag Selbstmord begangen. Durch die Gespräche mit diesem Computer, der seinem Vater immer ähnlicher wird, erfährt Neill viel über seinen Vater und seine Vergangenheit, was ihn sicher weiter bringt, den Leser aber herzlich langweilt. Die Handlung springt hin und her zwischen Erinnerungsfetzen: Neill erinnert sich, sein Vater erinnert sich, manchmal auch seine Mutter. Neill lernt die 20jährige Rachel kennen, die im Coffeeshop arbeitet, ihren Schulabschluss nachholt und Lebenshilfe bei einer Sekte sucht, die mit speziellen Liebespraktiken arbeitet. Auch Rachel hat es nicht leicht und verschiedene Erinnerungen. Genau wie Jenn, die er vielleicht auch lieben könnte, oder Erin, seine Exfrau. Eigentlich hat man hier ausreichend skuriles Personal für ein unterhaltsames Buch. Leider verläuft sich die eher dürftige Handlung in weitschweifigen Gedanken zu Neills Lebenssituation und Vergangenheit. Auch der Ansatz "Was braucht es, um einen Computer menschlich wirken zu lassen?" ist eigentlich spannend, geht hier aber weitgehend in Neills persönlichen Problemen unter. Gelegentlich wird man durch humorvolle Einwürfe wachgerüttelt. Nach der Buchbeschreibung hatte ich mit einer witzig-skurilen Geschichte zum Thema künstliche Intelligenz gerechnet. Die gibt es hier auch. Allerdings gut versteckt in der Midlife-Crisis eines Durchschnittsamerikaners und die fand ich wenig interessant.

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  • Buchverlosung zu "Eine vorläufige Theorie der Liebe" von Scott Hutchins

    Eine vorläufige Theorie der Liebe

    Daniliesing

    In seinem Debütroman "Eine vorläufige Theorie der Liebe" erzählt der US-amerikanische Autor Scott Hutchins eine mitreißende und geistreiche Geschichte zum Thema künstliche Intelligenz bzw. Emotion. Dieses Buch bringt alles mit, was ein guter Roman haben muss, um seine Leser begeistern zu können! Er bewegt und schafft es zugleich auch zum Lachen zu bringen! Mehr zum Buch: Mit Mitte dreißig steht Neill Bassett jr. wieder ganz am Anfang. Seine Frau hat ihn abserviert, jetzt muss er sich auf Tennis-Abende für Singles einlassen, um wieder Anschluss zu finden. Auf der Haben-Seite seines Lebens steht nur das aberwitzig umfangreiche Tagebuch, das ihm sein Vater hinterlassen hat. Immerhin verschafft es ihm einen Job im Silicon Valley, wo er mit Hilfe der vielen persönlichen Einträge einen Computer entwickeln soll, der ein eigenes Bewusstsein hat. Während Neill nebenbei dem Grund für den Selbstmord seines Vater auf die Spur kommt und die Ehe seiner Eltern in völlig neuem Licht zu sehen beginnt, macht der Computer in Beziehungsfragen ebensolche Fortschritte wie Neill selber, der die schräge Wochenendbekanntschaft Rachel nie für voll genommen hat. --> Leseprobe Zusammen mit dem Piper Verlag verlosen wir hier 15 Exemplare von "Eine vorläufige Theorie der Liebe" unter allen, die sich mit Neill auf die Entdeckungsreise rund um das Tagebuch seines Vaters begeben möchten! Beantwortet für eure Chance auf eines der Bücher einfach die folgende Frage bis zum 23. März 2014: Könnt ihr euch vorstellen, dass Computer bzw. Maschinen irgendwann in der Lage sein werden, Emotionen zu simulieren? Wie könnte das aussehen und welche Risiken wären damit eventuell verbunden? Der Piper Verlag wird nach der Verlosung für alle Gewinner und die, die Interesse haben, außerdem eine Leserunde zum Buch anbieten!

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    • 239

    serendipity3012

    15. April 2014 um 17:45
    Seelen schreibt Wurde heute vom Piper-Verlag angeschrieben, Du auch? Finde es echt toll, dass die sich darum kümmern ... :)

    Ja habe auch eine Mail bekommen :)

  • Unterhaltsames Buch über KI

    Eine vorläufige Theorie der Liebe

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. April 2014 um 19:18

    Da mir in letzter Zeit das Thema KI öfter begegnet ist, fand ich dieses Buch sehr interessant. Neill ist Mitte Dreißig, geschieden und weiß nicht genau, was er mit seinem Leben anfangen soll. Er arbeitet mit den Tagebüchern seines toten Vaters und will damit mit zwei Kollegen den ersten intelligenten Computer bauen. Dabei gibt es riesige Fortschritte, aber auch Rückschritte. Durch die Arbeit lernt Neill seine Familiengeschichte neu kennen. Unterdessen bandelt er mit Rachel an, die an Sitzungen einer Sekte teilnimmt. Durch diese Beziehung denkt Neill erneut über seine gescheiterte Ehe und die Liebe nach, die auch seine Arbeit beeinflusst. Die Dialoge mit dem Computer fand ich sehr gut. So wird deutlich, wie komplex die menschliche Unterhaltung und die Empfindungen dahinter sind. Wie es mit dem Computer ausgeht, war vorherzusehen. Neills Liebesleben hat mich etwas überrascht. Neills Chef und sein Kollege werden auch gut geschildert. Natürlich gibt es auch einen Konkurrenten, der ebenfalls einen intelligenten Computer konstruieren will. Dessen großer Vorteil: er ist reich. Zwischen den beiden Teams kommt es zum Wettkampf mit harten Bandagen. Die Geschichte des Vaters wird nicht nur durch die Tagebücher erzählt, sondern auch in Teilen von Neills Mutter. So ergibt sich ein komplettes Bild. Das Buch hat mich gut unterhalten, ohne dass es absolut herausragend war.

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  • Logik oder Gefühl oder Logik und Gefühl?

    Eine vorläufige Theorie der Liebe

    michael_lehmann-pape

    01. April 2014 um 11:36

    Logik oder Gefühl oder Logik und Gefühl? Dass die „Historische Gesellschaft“ das überquellend umfangreiche, in seinen Augen aber nichtssagende und aus eher belanglosen Stichworten bestehende Tagebuch seines Vaters würdigt und diesen als den “Samuel Pepys der Südstaaten“ bezeichnet, kann Neill nicht ganz nachvollziehen (immerhin hat er seinen Vater ja auch noch „live“ erlebt), muss ihn aber nicht weiter interessieren. An sich. Dass aber sein Chef im Silicon Valley sich darauf versteift hat, eine echte künstliche Intelligenz zu schaffen, einen selbstlernenden Computer, der gar zu Unterhaltungen fließend fähig ist und vielleicht sogar Gefühle entfaltet und dass dieser Chef als Grundlage der Programmierung just diese 5000 Seiten Tagebuch legt (der Hauptgrund im Übrigen, warum Neill als Sohn in der kleinen Firma mit für dieses Projekt verantwortlich zeichnet), dass setzt ihn doch einerseits in Erstaunen und andererseits unter einen gewissen Stress. Denn, merkwürdigerweise, unerwartet und vom Programmierer jenem „Dr. Bassett“ (der Spitzname des Computers“ gar nicht zugetraut, werden die „Unterhaltungen“ mit der Maschine im Lauf der Zeit doch sinnvoller. „Bist Du das, Papi“, fragt Neill dann doch eines Tages in die Weitend er Tastatur hinein. Eine mehr und mehr Offenbarung für Neill. Der getrennt von seiner Frau, die 30 überschritten, sein Junggesellenleben zwar geregelt und geordnet, aber doch innerlich getrieben von unerfüllten Sehnsüchten führt, eigentlich genug anderes mit sich zu tun hat, als auch noch den kurzen, aus dem Zusammenhang gerissenen Sätzen seines „Maschinenvaters“ zu lauschen. Sich auch mal in einer Jugendherberge einmieten um an „junge Dinger“ oder überhaupt körperliche Freuden zu gelangen, dass sind aktuell eigentlich seine Wichtigkeiten. Vor allem, sich dabei dumm und merkwürdig vorkommen. Denn ein Draufgänger ist dieser Neill bei weitem nicht. Doch er entdeckt, dass sein Vater nach dem Tod in den Algorithmen der Programmierung der KI beginnt, tatsächlich zusammenhängend zu ihm zu sprechen. Die tieferen Beweggründe für den Selbstmord des Vaters, für manch vorherige bis dato nicht einschätzbare Verhaltensweisen, für sein Verhältnis zu seiner Frau, Neills Mutter und seinen beiden Kindern werden Neill Tag für Tag klarer. Und mehr noch, in seiner aufkeimenden Beziehungen zu einer gerade 20jährigen (die Jugendherberge) und seiner emotionalen Indifferenz dem allen gegenüber beginnt Neill, auch ein Stück zu sich selbst zu finden. In diesem ganz absonderlichen Setting eines „Chats“ mit einer Maschine, die irgendwie sein Vater ist, oft aber auch nur kryptische Aussagen tätigt. So legt Scott Hutchins in seinem Debüt einerseits einen offenen Blick auf den „modernen Menschen“ in seiner emotionalen Unentschiedenheit vor und zeigt in feiner , eleganter, vor allem aber legerer Sprache dann doch mögliche Wege zu einer inneren Entscheidung und zu sich selbst. Wie er andererseits dem Leser in Romanform ohne technisch zu sehr zu überfordern einen ebenso interessanten Einblick in den Stand der Entwicklung einer KI vermittelt. Denn auch diese „Maschine“ wird sich dem weiten Bereich der Liebe emotional beginnen, zu nähern. Was aber ist stärker? Die Assoziationen des (merkwürdigen) Vaters, die strengen Algorithmen der sachlichen Logik, in der sich ein Schritt auf den anderen zu beziehen hat oder die zarte Annäherung an eine ganz reale, auch mit Hürden und inneren Fragen befrachtete Beziehung? Sprachlich und in der Dynamik der Beziehungen zwischen den Personen und zwischen Personen und „der Maschine“ eine unterhaltsam und anregend zu lesendes Buch, dass die verbreitete moderne „Orientierungslosigkeit des Seins“ ebenso ironisierend vor Augen führt, wie die persönliche „Sinnfindung“ in all dem Taumel der Zeit.

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  • Digitale Liebe

    Eine vorläufige Theorie der Liebe

    hundertwasser

    26. March 2014 um 12:50

    Einen Liebesroman in Zeiten von Facebook, Twitter und Instagramm legt Scott Hutchins mit „Eine vorläufige Theorie der Liebe“ vor. Angesiedelt im kalifornischen Silicon Valley erzählt der amerikanische Autor von Neill Bassett Jr.. Dieser arbeitet mit dem Programmierer Laham und seinem Boss Livorno an einem großen Unterfangen – er will den sogenannten Turing Test mit einem eigens entwickelten Computer bestehen. Dieser Test besagt, dass es ein semantischer Rechner schaffen muss, Tester bei einem Chat zu überzeugen, dass sie anstelle eines Computers einen Menschen vor sich sitzen haben, der mit ihnen kommuniziert. Gelingen soll dieses Unterfangen mithilfe des circa 5000 seitigen Tagebuchs von Neill Bassetts Vater, mit dem sie den Computer füttern. So verfeinern die drei Tüftler den Computer immer mehr und versuchen ihm ein menschliches Antlitz zu verpassen, während Neill privat durch sein Leben trudelt und auf der Suche nach Liebe ist. Doch gibt es diese überhaupt oder was besagt die „Vorläufige Theorie der Liebe“? Mit seinem Debütroman ist Scott Hutchins gelungen, das disparate Bild der Gesellschaft gegenüber der Liebe zu zeigen. Alte Modelle existieren weiterhin, doch die neue Unverbindlichkeit gegenüber Partnern und die eigene Definition von Liebe ist wohl so vielfältig wie noch nie. Hutchins stellt Neill Bassett in seiner ganzen Zerrissenheit seinen Vater in Form der Tagebücher gegenüber. Die Stärke von Hutchins Roman besteht nun darin, dass er zu keinem großen Urteil kommt. Er lässt die Lebens- und Liebesentwürfe nebeneinander stehen und überlässt dem Leser die Interpretation beziehungsweise die Entscheidung. Man beobachtet Neill, wie er von einer Liebesgeschichte in die nächste taumelt, bei sektenähnlichen Vereinen sein Glück zu finden, sich mit seinem Vater in Form des Computers zu versöhnen und nicht zuletzt einfach glücklich zu werden versucht. Ambivalent und sehr postmodern ist dieses Debüt – eine erzählerische Stimme, die man auf dem Zettel haben sollte!

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