Scott Jurek

 4.4 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Eat & Run, Eat and Run und weiteren Büchern.

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Rezension zu "Eat & Run" von Scott Jurek

Biographie, Kochbuch, Lifecoach und Motivationstrainer - alles in einem Buch
Wassollichlesenvor 3 Jahren


Bevor ich begonnen habe das Buch zu lesen, habe ich mir vorgenommen, endlich einen Punkt auf meiner persönlichen Bucketlist abzuhaken, nämlich das Laufen eines Halbmarathons. Das Buch sollte mir als Begleiter während der Vorbereitung dienen. Leider kam es anders und der Punkt wird erst im nächsten Jahr abgehakt. Das Buch habe ich aber natürlich trotzdem gelesen und es ist unglaublich.
Das Buch ist eine Biographie, gleichzeitig aber auch ein Lifecoach und Motivationstrainer und darüber hinaus auch noch ein veganes Kochbuch.
Scott Jurek berichtet von seiner Kindheit, wie er aufwuchs, von seinem Verhältnis zu seinen Eltern und wie er begann zu laufen.

"Manchmal muss man's einfach tun!"

Er war weder das schnellste, noch das stärkste Kind, dafür hatte er zu hohen Blutdruck und wollte keine Medikamente nehmen. Also experimentierte er. Er lief durch die Wälder und war eine Art Pionier, zumindest in seiner Familie. Er änderte seine Ernährungsgewohnheiten. 
Mir ist besonders wichtig, dass er direkt im Prolog klarstellt, dass er keine "durchsichtigen Parabeln über Glaube und Spiritualität spinnen" möchte, sondern lediglich seine Geschichte erzählen will. Also nicht im Stile von "Hurra, wir können alles schaffen, wenn wir wollen!!"

Es ist nicht leicht, hier nicht sonderlich auf den Inhalt des Buches einzugehen. Scott Jurek beschreibt das Leben als Ultramarathonläufer sehr eindringlich. Als Leser erhält man einen tollen Eindruck, was für physische und vor allem psychische Qualen die Läufer durchstehen müssen und was für eine unfassbare mentale Stärke hier notwendig ist. Mir war nicht bewusst, dass sich Läufer chirurgisch ihre Zehennägel entfernen lassen. Oder, dass bereits mehrere Läufer während oder nach den Läufen gestorben sind.

Der kulinarische Teil ist sehr gelungen. Es gibt ausschließlich vegane Kost, immer mit einer kleinen Geschichte und nützlichen Tipps.

Fazit

Scott Jurek hat mit "Eat & Run" ein inspirierendes, vielschichtiges Werk geschaffen. Die dazugehörigen Rezepte sind vielversprechend. Es gibt von mir aber nur 4 Eselsohren, weil sich zwischendurch einiges wiederholt. Jurek reist von Lauf zu Lauf zu Lauf. Das ist natürlich beeindruckend, aber auch ein Stück weit ermüdend.

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Rezension zu "Eat & Run" von Scott Jurek

Persönlicher Entwicklungsbericht
michael_lehmann-papevor 5 Jahren

Persönlicher Entwicklungsbericht

Spätestens seit „Mein langer Lauf zu mir selbst“ von Joschka Fischer ist dieses Form des „Erlebnisberichtes“ einer sportlichen Entwicklung zum „Lang-Läufer“ samt innerer Motivation und innerem Zugang nicht unbedingt neu.

Auf der anderen Seite liest sich dieses Buch zum einen sehr flüssig und daher unterhaltsam, zum anderen geht Jurek in seiner Darstellung unterschwellig doch gewisse andere Wege, soweit er den Leser in den Blick nimmt. Zwei Momente, die das Buch bereits lesenswert machen. Denn letztendlich geht es nicht nur um eine reine Selbstdarstellung der eigenen Biographie (auch wenn diese breiten Raum einnimmt) und nicht darum, den jeweiligen Leser mit Laufschuhen zu bewaffnen und auf den nächsten Ultramarathon zu schicken.

Sondern um den Kernsatz Jureks und dieses Buches „Sei jemand“. Auch gegen missliche Umstände und wenig ermutigende Mitmenschen.

Selbstverständlich steht vordergründig dabei der Sport im Blickpunkt (von dem Jurek, trotz aller Qualen, durchaus motivierend zu erzählen weiß“. Im Tieferen aber verweist Jurek darauf, dass sich jeder, gerade in Momenten, in denen scheinbar „nichts mehr geht“, „von innen heraus neu erfinden kann“.

„Ich will keine durchsichtige Parabeln über Inspiration und Glauben spinnen …….nein, ich will Ihnen ganz konkret zeigen, wie ich mich von innen heraus neu erfand“.

„Alle, die schon einmal das Gefühl hatten, nichts ginge mehr; alle, die schon einmal davon geträumt haben, mehr zu erreichen …….kennen diese Geschichte“.

Und das stimmt. Dass Jurek dies auf „veganem Wege“ erreichte (was aktuell dem Zeitgeist sehr entgegenkommt), ist in all dem schon auch ein zentreales Moment des Erfolges und ein zentrales Anliegen dieses Buches.
Ein wichtiger Schritt (neben dem persönlichen Willen) auf dem persönlichen Weg Jureks. Denn das Lösen aus diesem Aufwachsen mit Fleisch, Fleisch und nochmal Fleisch und vielem anderen, was den Körper dick und den Geist träge machen kann, war ja der Ausgangspunkt seiner „Wandlung“.

„Ich war ein schüchternes Kind mit hohem Blutdruck“.

Und erst der allmähliche, sehr bewusste Umstieg der Nahrung und das ebenso bewusste „sich selbst kennenlernen“ brachte das eigentliche Talent Jureks zum tragen: „Nach hinten hin“ in einem Lauf stärker werden zu können und nicht schwächer.

Ein klares Ziel zu spüren, sich dafür den Gegebenheiten und Notwendigkeiten anzupassen, auch wenn es zunächst nicht angenehme Begleiterscheinungen mit sich bringt (den Verzicht auf die geliebte Campbell Hühnersuppe) und, vor allem, dranbleiben, das sind die Essenzen dieses biographischen Berichtes über den eigenen Weg als Sportler.

Ergänzt durch eine Vielzahl von verganen Rezepten, die in ihrer Wirkung für den Sportler erläutert werden und zeigen, welche körperlichen Einschränkungen Jurek durch seine immer ausgefeiltere Ernährung nachhaltig in den Griff bekam.

Sicher erlahmt das Tempo des Buches hier und da, erzählt viel von der Kindheit, wird aber immer da spannend, wo Jurek über seinen „Körper im Sport“ intensiv zu berichten versteht und die Hintergründe reflektiert.

Ein gut zu lesendes Buch über die Entfaltung persönlichen Potentials, das viele Anregungen hinterlässt.

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