Scott Lynch

 4,4 Sterne bei 523 Bewertungen
Autor von Die Lügen des Locke Lamora, Sturm über roten Wassern und weiteren Büchern.
Autorenbild von Scott Lynch (©CC BY-SA 3.0 by Gage Skidmore)

Lebenslauf

Von unvergesslichen Fantasy-Helden: Der 1978 geborene US-amerikanische Autor erfüllte sich mit der Publikation seines Erstlingswerks „The Lies of Locke Lamora“ im Jahr 2006 seinen Traum vom Autordasein. Der Auftakt der „Gentleman Bastards“- Reihe erschien ein Jahr später in Deutschland unter dem Titel „Die Lügen des Locke Lamora“ und erfreute sich durchweg positiver Kritiken. Bei den Locus Awards 2007 erreicht der Debütroman über den lügenden Helden mit guten Manieren den zweiten Platz in der Kategorie First Novel. Mit seiner Bande bewegt sich Locke Lamora in den Kanälen und engen Gassen des Herzogtums Camorr, um die Nobilität à la Robin Hood um ihre Schätze zu erleichtern. Zusätzlich zu seinen gedruckten Romanen, veröffentlicht der Erstgeborene von insgesamt drei Brüdern seit 2006 auf seiner Homepage den Onlineroman „Queen of the Iron Sands“. Scott Lynch, der des Weiteren Kurzgeschichten wie „The Effigy Engine“ (2013) schreibt, lebt in Massachusetts.

Alle Bücher von Scott Lynch

Cover des Buches Die Lügen des Locke Lamora (ISBN: 9783453317789)

Die Lügen des Locke Lamora

(232)
Erschienen am 11.07.2016
Cover des Buches Sturm über roten Wassern (ISBN: 9783641147112)

Sturm über roten Wassern

(123)
Erschienen am 21.04.2014
Cover des Buches Die Republik der Diebe (ISBN: 9783453531949)

Die Republik der Diebe

(67)
Erschienen am 14.04.2014
Cover des Buches Das Schwert von Emberlain (ISBN: 9783453317499)

Das Schwert von Emberlain

(0)
Erscheint am 12.01.2028
Cover des Buches Die Lügen des Locke Lamora (ISBN: 9783943864243)

Die Lügen des Locke Lamora

(18)
Erschienen am 01.07.2014
Cover des Buches Sturm über roten Wassern (ISBN: 9783943864489)

Sturm über roten Wassern

(8)
Erschienen am 18.08.2014
Cover des Buches Die Republik der Diebe (ISBN: 9783943864472)

Die Republik der Diebe

(8)
Erschienen am 16.10.2014

Neue Rezensionen zu Scott Lynch

Cover des Buches Die Lügen des Locke Lamora (ISBN: 9783453317789)
Michelle_Salores avatar

Rezension zu "Die Lügen des Locke Lamora" von Scott Lynch

Michelle_Salore
Robin Hood Again

Die Welt wirkt sehr karibisch-spanisch, und die düsteren Beschreibungen sind sehr stimmungsvoll. Gerade der Anfang war extrem spannend, und was ich an der Welt am meisten mag, ist die glaubhafte Darstellung einer unterirdischen Schattengesellschaft aus Dieben, die parallel zu den "normalen" Menschen lebt, und eine völlig eigene Wirtschaft und Kultur hat. Ich liebe es, mich in diese Welt hineinzudenken, in der "Dieb" kein Beruf, sondern eine Kultur ist, und die Immersion dazu bricht an keiner Stelle. Der Held ist nicht übermächtig, und die Nebenfiguren sind extrem glaubhaft und dienen nicht nur dazu, den Charakter des Helden hervorzustreichen.

Am schwächsten fand ich die Auflösungen, da Scott Lynch sich hier einiger klassischer Tropes bedient, die nicht gerade die Originellsten sind. Man sieht definitiv die Rückstände einer "Heldenreise"-Struktur, aber ich bin mehr als bereit, das für diesen absolut umwerfenden Debütroman zu verzeihen, da ich für einen so detailverliebten Auftakt dem Autor mehr Tiefe und Originalität in den nächsten Bänden zutraue.

Cover des Buches Die Republik der Diebe (ISBN: 9783453531949)
Wanderdraches avatar

Rezension zu "Die Republik der Diebe" von Scott Lynch

Wanderdrache
Bisher der schwächste Band

Diesem Roman merkt man deutlich an, dass er nur ein Auftakt ist, der die Folgebände vorbereiten soll. Das ist es Nachteil, weil dadurch viel an Spannung verloren ging.

 

Schreibstil:

 

Wie in den vorherigen Büchern. Fließt nicht in meine Bewertung ein, aber sehr nervig: Die Übersetzung verzichtet wieder darauf, englische Namen zu übersetzen, obwohl es im Text ausdrücklich wichtig ist, dass diese eine bestimmte Bedeutung haben. Die Leser*innen sind also darauf angewiesen, sich diese Bedeutung anhand ihrer Fremdsprachkenntnisse selbst zusammenzureimen und erhalten zudem einen Störfaktor in einer Welt, in der eigentlich keine Engländer herumlaufen. Für mich ist das ein Versagen der Übersetzung.

 

5 Sterne

 

Charaktere:

 

Die Charaktere funktionieren wieder, wobei man sagen muss, das Sabetha (die hier endlich auftritt) nun nicht unbedingt eine Figur ist, die Sympathien weckt. Der Text macht klar, dass sie aus persönlichen negativen Erfahrungen heraus agiert, aber permanentes Runtermachen und Manipulieren von allem und jeden ist nun nicht gerade anrührend. Auch schienen mir manche Entscheidungen eher dem Spannungsbogen geschuldet zu sein, was die Figur etwas abwertet. Die Charaktere sind also interessant und keineswegs oberflächlich, aber mir hat hier so ein bisschen der Zugang gefehlt.

 

4,5 Sterne

 

Handlung und Struktur:

 

Auch in diesem Band ist der Spannungsbogen schwächer. Das hat verschiedene Gründe. Lange Passagen, in denen wenig bis nichts vorangeht wie in Band 2 gibt es hier zum Glück nicht. Dafür erinnern die Rückblenden viel an das, was wir eigentlich schon aus Band 1 kennen und sind deswegen weniger wertvoll. Hinzukommt, dass der ganze Roman (sowohl, was die Rückblenden betrifft) als auch die eigentliche Handlung im Grunde nur darauf zielen, Sabetha endlich einzuführen. Der Roman ist also im Grunde eine einzige Figurenvorstellung. Fast jedenfalls: Zum Schluss gibt es dann noch eine wichtige Enthüllung, die aber ein wenig unmotiviert daherkommt. Die vorherigen Bände lieferten nur ausgesprochen vage Hinweise in diese Richtung (die genauso gut anders interpretierbar wären) und deswegen schien mir das Ganze nicht recht organisch, sondern eher übergestülpt. Auch Dramatik und Turbulenzen der vorherigen Bände fehlen. Wenn wir uns vorstellen, was in Band 1 alles passiert ist (Morde, Folter, Zerstörung), so geht es hier doch sehr gesittet zu. Der Ausgangskonflikt entwickelt sich linear ohne Wendungen von wirklicher Tragweite, ohne größeren Sinn, ohne echte Überraschungen.

 

3 Sterne

 

Tiefgang:

 

Auffällig ist auch hier, dass Tode von Menschen, die als Geschwister wahrgenommen wurden, überhaupt nicht betrauert werden. Ich hatte schon bei Band 1 kritisiert, dass schlimme Ereignisse letztlich wenig Spuren hinterlassen. Das zeigt sich an mehreren Stellen. Manchmal gibt es Andeutungen, aber insgesamt scheint mir das einfach ein wenig lapidar.

 

Auch die Beziehungskonstellation war ausgesprochen merkwürdig und unnachvollziehbar. Locke zeigt eine merkwürdige Fixierung. Das allerdings wird in der Tat auch so benannt und tatsächlich plausibel erklärt. Dennoch weiß ich nicht recht, was ich davon halten soll. Sabethas Seite scheint ebenfalls sehr unklar und trotz aller Romantik wollte ich den beiden gerne raten, doch einfach getrennt zu bleiben.

 

3,5 Sterne

 

Worldbuilding:

 

Karthain kommt leider nicht an die vorherigen Settings heran. Für mich besaß Karthain nichts Individuelles, ich wusste auch gar nicht mehr, wie ich diesen Ort nun so wirklich einordne. Der Schauplatz wirkte austauschbar. Das jedoch gemessen an den Schauplätzen der Vorgängerbände, die sehr originell waren, deswegen vergebe ich hier immer noch eine hohe Punktzahl. Denn man kann nicht behaupten, dass es Einheitsbrei wäre.

 

4,5 Sterne

 

Man dürfte meiner Rezension anmerken, dass mich dieser Band eher enttäuscht hat. Insgesamt war er immer noch unterhaltsam – aber nur, weil man Figuren und Hintergründe bereits kennt. Die anderen beiden Bücher besaßen eine unabhängige, abgeschlossene Handlung mit Höhen und Tieren, entwickelten die Figuren, stellten interessante Schauplätze vor. Hier haben wir eine unspektakuläre Handlung, wenig Wendungen, ein wesentlich uninteressanteres Setting, eine Enthüllung, die nicht wirklich überzeugt und eine vielgeteaserte Figur, die nicht wirklich zu überzeugen weiß. Für mich ist das ein Zwischenband, der lediglich dazu dient, die weiteren Bücher vorzubereiten. Das ist in meinen Augen allerdings unglücklich: Vor allem wäre das dann doch auch kürzer gegangen und temporeicher gegangen. Fazit: Immer noch ein gutes Buch, das aber nicht den Erwartungen gerecht wurde.

 

Gesamtwertung: 4,1 Sterne, macht gerundet 4 Sterne

Cover des Buches Sturm über roten Wassern (ISBN: 9783641147112)
Wanderdraches avatar

Rezension zu "Sturm über roten Wassern" von Scott Lynch

Wanderdrache
Etwas schwächere Fortsetzung

Der Roman ist umfangreicher als der erste und das gereicht ihm nicht unbedingt zum Vorteil. Trotz ein paar Längen und Inkonsistenzen ist er aber immer noch unterhaltsam und führt ein neues, aber ebenfalls interessantes Setting ein.

 

Schreibstil:

 

Flüssig und bildhaft wie schon bei Band 1.

 

5 Sterne

 

Charaktere:

 

Auch hier funktionieren die Charaktere, die alten und die neuen.

 

5 Sterne

 

Handlung und Struktur:

 

Insgesamt hat der Roman viele Spannungsmomente. Die Schwächen, die schon Band 1 hatte, waren hier für mein Empfinden stärker ausgeprägt: Es gab immer wieder Einschübe, die sehr viel dem Worldbuilding dienten, aber wenig voranbrachten. In Band 1 haben für mich die Rückblenden auch deutlich besser funktioniert, weil sie so manches enthüllten, was für die restliche Handlung relevant war. Hier wird auch etwas enthüllt, aber es sind tendenziell eher Hinweise als Geheimnisse, die womöglich auch in geringerem Umfang funktioniert hätten oder nicht unbedingt notwendig waren. Dann gibt es viele Ausschnitte, die eigentlich nur beschreibend waren (eine Ausbildung wird geschildert) und deswegen kaum etwas vorangebracht haben. Manches geht auch nicht ganz auf: Stellen werden erst als zentraler Wendepunkt präsentiert und dann doch wieder abgewertet oder verlaufen ins Nichts. Insgesamt ist der Roman auch noch länger als der ohnehin schon umfangreiche erste Band – gegen ein paar Kürzungen hätte ich entsprechend nichts einzuwenden gehabt.

 

3,5 Sterne

 

Tiefgang:

 

Ich hatte bei Band 1 kritisiert, dass die Trauer nicht viel dargestellt wurde. Das holt der Folgeband nun nach. Ansonsten ist die Konzeption ähnlich: Manipulation und Intrigen, die ein paar Gedankenanstöße geben, aber nicht mehr.

 

4 Sterne

 

Worldbuilding:

 

Tal Verrar besitzt vielleicht nicht dasselbe Flair wie Camorr, funktioniert aber dennoch. Insgesamt wirkte das Setting hier ein wenig moderner (mehr Mechanik und Gegenstände, die dazu passen wie Tresore). Ich bin mir nicht sicher, ob das konsistent ist, nehme es einfach so hin. Dazu kommt dann auch noch ein wenig Piratenflair. Insgesamt ist der Entwurf auch hier interessant und ungewöhnlich genug, um sich von den allermeisten anderen Büchern aus dem Genre abzuheben. Deshalb wieder volle Punktzahl.

 

5 Sterne

 

Für mein Empfinden war die Fortsetzung definitiv schwächer als der Auftaktband, denn sie wirkt an manchen Stellen aufgebläht oder verliert sich auch selbst. Aber die wesentlichen Stärken von diesem finden sich auch hier, sodass das Buch immer noch unterhaltsam und gut zu lesen war.

 

Gesamtwertung: 4,5 Sterne, macht gerundet 5 Sterne

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Zusätzliche Informationen

Scott Lynch wurde am 02. April 1978 in Saint Paul (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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