Die Lügen des Locke Lamora

von Scott Lynch 
4,5 Sterne bei168 Bewertungen
Die Lügen des Locke Lamora
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zwergundelfs avatar

Zwischen Perfektion und Pustekuchen.

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Ein zauberhaftes Setting, starke Charaktere und eine spannende Geschichte - eine absolute Empfehlung meinerseits!

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Inhaltsangabe zu "Die Lügen des Locke Lamora"

Diesen Fantasy-Helden werden Sie nie wieder vergessen!

Locke Lamora ist ein Held. Nein, eigentlich ist er das nicht: Er ist ein Dieb, ein Lügner und ein Ganove, wenn auch mit guten Manieren. Mit seiner Bande bewegt er sich in den Kanälen und engen Gassen des Herzogtums Camorr, um die Nobilität um ihre Schätze zu erleichtern. Und darin ist Locke unschlagbar, denkt er zumindest. Bis ein weiterer Verbrecher in Camorr auftaucht. Locke muss handeln – und das Abenteuer seines Lebens beginnt …

Im Stadtstaat Camorr hat man eine ganz eigene Lösung gefunden, um die Kriminalität unter Kontrolle zu halten: den „Geheimen Frieden“. Gemäß dieser Absprache zwischen dem Adel und dem Herrscher der Unterwelt dürfen Diebe mehr oder weniger ungestraft ihr Unwesen treiben, solange die Aristokratie von ihnen verschont bleibt. Doch Locke Lamora und seine Gentlemen-Ganoven halten nicht viel von Absprachen und haben es sich zur Gewohnheit gemacht, die Reichen der Stadt um ihr Geld zu erleichtern. Das funktioniert wunderbar, bis der geheimnisvolle Graue König mithilfe eines scheinbar unbesiegbaren Soldmagiers die Macht über die Unterwelt an sich reißt und droht, das sensible Herrschaftsgefüge von Camorr aus dem Gleichgewicht zu bringen – und dazu braucht er Lockes einzigartige Fähigkeiten …

Mit diesem Roman betritt ein einzigartiges Talent die Bühne der internationalen Fantasy: Scott Lynchs „Die Lügen des Locke Lamora“ ist nicht nur eine atemberaubende Weltenschöpfung, sondern auch ein Abenteuerroman, der den Leser nicht mehr loslässt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453530911
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:847 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:02.04.2007
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.07.2014 bei Ronin-Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    zwergundelfs avatar
    zwergundelfvor 5 Tagen
    Kurzmeinung: Zwischen Perfektion und Pustekuchen.
    Räuberpistolen, Masken und Kanäle

    Scott Lynch ist ein mindestens so komplizierter Fall wie sein Titelheld, der sympathische aber wankelmütige Gentleman-Ganove und Gangleader Locke Lamora, denn er pendelt offenbar ständig zwischen Perfektion und Pustekuchen. Sieben Bände wurden vollmundig versprochen, bislang aber nur drei verwirklicht – seit 2006! So ein Faulpelz gehört in keine Bestenliste, oder? Und ob. Locke Lamora, seine Freunde, Verbündeten, Rivalen und Feinde, seine sich nach und nach entfaltende Vergangenheit und die verzwickten Räuberpistolen in einer Welt voller Masken und Kanäle sind so charmant und geistreich inszeniert, dass man Scott Lynch am Kragen packen, schütteln, anschreien und -betteln möchte, sich endlich wieder an den Schreibtisch zu setzen.

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    missNaseweiss avatar
    missNaseweisvor 3 Monaten
    Potenzieller Fantasyliebling!

    Zum Inhalt: Locke Lamora mausert sich von jungen Jahren an zu einem waghalsigen, aber raffinierten Dieb, der zusammen mit seiner Bande den Adel des Herzogtums Camorr um viel Geld erleichtert. Eine Operation droht ihn allerdings zunehmend in beachtliche Schwierigkeiten zu bringen, denen Locke nicht wie sonst so einfach entwischen kann.

    Ich kann mein Glück mit diesem Buch immer noch nicht fassen. War ich vor knapp zwei Wochen noch todunglücklich, weil der Dämonenzyklus von Peter V. Brett sein Ende fand, bin ich nun äußerst optimistisch gestimmt. Scott Lynch hat mir bewiesen, dass es noch so viele andere großartige Fantasybücher gibt – ich muss sie nur finden. Die Lügen des Locke Lamora ist der Auftakt zu einer umfangreichen Reihe, die momentan drei Bände umfasst. Band vier erscheint Ende des Jahres und insgesamt sind wohl sieben Bände geplant. Ihr könnt euch hier also auf eine längere Lesereise freuen.

    Überzeugen konnte mich das Buch schlicht in allen Punkten. Es handelt sich um ein stimmiges Rundumpaket, das mit jeder Seite besser und besser wird. Während man die ersten 200 Seiten vor allem ein Gespür für das Setting und die Charaktere bekommt, spitzt sich die Geschichte mehr und mehr zu bis sie einem im letzten Drittel keine ruhige Minute mehr lässt.

    Der Aufbau des Buches zeichnet sich dabei besonders dadurch aus, dass die Geschichte auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Die meiste Zeit liegt der Schwerpunkt auf der Gegenwart, aber gerade am Anfang und dann auch immer wieder zwischendurch macht man kleine Exkurse in die Vergangenheit. Diese Rückblicke helfen einem vor allem dabei, den Protagonisten Locke, aber auch die anderen Figuren besser kennenzulernen. Hin und wieder dienen diese Unterbrechungen auch dazu, die Sitten und Gebräuche der Gesellschaft und die Geschichte der Stadt Camorr zu beleuchten.

    Außerdem empfand ich es als unheimlich angenehm, wie einem der Schauplatz der Handlung nähergebracht wird. In den meisten Fantasybüchern wird man ja gerade am Anfang mit Fakten und Beschreibungen des Settings überschüttet. Scott Lynch hingegen bringt einem die Wasserstadt Camorr, die man sich als eine Art Venedig vorstellen kann, immer Stück für Stück näher, bis man sich langsam in ihr zurechtfindet und ihren Geheimnissen die Spur kommt. Dem Autor gelingt es einfach tadellos, einem die Atmosphäre und den Charakter der Stadt und der Bewohner zu vermitteln. Alle Sinne werden bedient und obwohl allein Camorr der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte bleibt, wird es nie langweilig. Leider gibt es in dem Buch keine Karte, was ich ein bisschen schade fand, denn manchmal hätte ich mir gerne Entfernungen und die Lage der vielen Stadtbezirke angeschaut.

    Da das Buch lediglich den Auftakt zu einer großen Reihe darstellt, kann ich damit Leben, dass mir die Charaktere auch nach 800 Seiten noch das eine oder andere Rätsel aufgeben. Viele Fragen, die sich im Laufe der Handlung ergeben bleiben offen und bieten unendlich viele Möglichkeiten für die Folgebände. Doch auch wenn man Locke und seine Bande Diebe noch nicht ganz einordnen kann, wachsen sie einem doch rasch ans Herz. Die Gentleman-Ganoven, wie sie sich selbst nennen, verbindet eine tiefe Freundschaft und sie sind Locke gegenüber grenzenlos loyal. Locke ist als Charakter gerade deshalb auch so interessant, weil er alles andere als perfekt ist. Er macht Fehler und hat oft mehr Glück als Verstand, gleichzeitig kann man seinem Charme kaum wiederstehen.

    Wenn ihr auf der Suche nach einer gehaltvollen Geschichte seid und euch eine umfangreiche Reihe keine Bauchschmerzen bereitet, solltet ihr Die Lügen des Locke Lamora auf eure Wunschliste setzen. Ich habe beim Lesen gelacht und geweint und bin mir sicher, dass diese Geschichte in den Folgebänden noch weiter über sich hinauswachsen wird.

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    TamiraSs avatar
    TamiraSvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein zauberhaftes Setting, starke Charaktere und eine spannende Geschichte - eine absolute Empfehlung meinerseits!
    Fast ein Mantel-und-Degen-Roman oder: Wieso wir gute Schurken in Fantasy-Romanen so lieben


    Die Lügen des Locke Lamore ist wohl eines der Bücher, das mit am längsten in meinem Regal ausharren musste, bevor es gelesen wurde. Und dabei hätte es das Buch wirklich nicht verdient, denn Lynch hat hier eine einzigartige Fantasy-Welt erschaffen, die mich sofort in ihren Bann ziehen konnte.


    Die Geschichte:
    Wir begleiten in dem Roman den Titelhelden Locke, der, bereits seit frühen Kindertagen eltern- und obdachlos, in eine Diebesbande unterkommt, um sich dort seinen Lebensunterhalt mit Diebstählen zu verdienen. Leider ist Locke kein einfacher Mann und war auch kein einfaches Kind, weshalb er immer wieder, sei es wegen Fehleinschätzung seiner Fähigkeiten oder seines losen Mundwerks, in Schwierigkeiten gerät, bis der Führer der Diebesgilde sich dazu gezwungen sieht, ihn, trotz seines Talents in Sachen Diebstahls, los zu werden.
    Um ihn nicht den Fischen zum Fraß vorwerfen zu müssen, verkauft er Locke an einen Priester, wo dieser in den Orden eintritt. Dieser  Orden dient jedoch einem ganz bestimmten Gott und so beginnt dort Lockes Ganoven-Karriere erst richtig ...


    Die Figuren:
    Locke ist ein toller Charakter. Er ist körperlich zwar niemandem überlegen, hat jedoch ein wirklich helles Köpfchen und, was ihn mir sehr sympathisch macht, stellt Freundschaft über Reichtum, obwohl er doch ein Dieb ist. Zudem stiehlt Locke nicht, um in Saus und Braus zu leben, sondern vielmehr, um "zu gewinnen", weshalb seine Diebstähle keine Einbrüche und Beutelschneidereien beinhalten, sondern groß angelegte Schauspiele sind, so dass einmal des Öfteren ein Gedanke an Oceans 11 aufkommt. Lynch schafft es also wirklich, dass dem Leser ein eindeutig krimineller Charakter sehr ans Herz wächst.
    Auch die übrigen vier Mitglieder der Gentlemen-Ganoven sind wunderbare Charaktere, genau so, wie sie einen Fantasy-Roman bevölkern sollten. Ein eindeutiges Schwarz-Weiß gibt es hier nicht, denn obwohl wir in der Geschichte einen, nennen wir ihn mal, "Oberbösewicht" haben, handelt dieser nicht grundlos.


    Das Worldbuilding:
    Der ganze Roman spielt mehr oder weniger in der Stadt Camorr, die man wohl gut und gerne mit einem mittelalterlichen Venedig vergleichen kann. Die Bewohner sind mit Booten unterwegs, schleichen durch schmale Gassen oder - und das fand ich absolut großartig - verfolgen bei Festlichkeiten Spiele und Kämpfe, die direkt im Wasser abgehalten werden.
    Lynch würzt das Setting aber noch mit ein paar Besonderheiten und auch, wenn nicht viel wirkliche Magie oder Zauberei in der Geschichte vorkommt, haben wir mit der Alchemie, die diese Welt stark beeinflusst, eine Komponente, die einen gewissen Zauber in die Geschichte trägt, der mir sehr gefallen hat.


    Warum keine fünf Sterne?
    Nun, mir hat das Buch großartig gefallen und ich  habe Lockes und Jeans Geschichte mit großer Begeisterung verfolgt, doch dieser letzte kleine Funke, die Gänsehaut, die ich manchmal beim Lesen eines Romans spüre, hat mir gefehlt. Lynch hat mich mehrfach in der Geschichte enorm überrascht, in dem er meine Erwartungen nicht einmal angekratzt hat, doch fehlte mir einfach das letzte Bisschen gewisses Etwas, dass mich vollkommen überzeugt hätte.


    Trotzdem kann ich das Buch jedem empfehlen, der 
    - allgemein gern Fantasy liest
    - gerne starken Charakteren folgt
    - großen Wert auf ein gutes Worldbuilding legt und dem
    - eine gewisse Action in einem Buch nicht fehlen darf, denn auch die wird einem hier - wenn auch nicht stetig, so zumindest häufig - geboten.


    Alles in allem kann ich also sagen, dass Die Lügen des Locke Lamore ein toller Auftakt eine Reihe ist, die ich mit absoluter Sicherheit weiter verfolgen werde.

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    Savian_lesefuchss avatar
    Savian_lesefuchsvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Perfektes Fantasy-Abenteuer!
    phantastischer Mantel und Degenroman!

    Die Handlung:
    Die Lügen des Locke Lamora erzählt von dem Waisenkind Locke Lamora, welcher in der Inselstadt Camorr aufwächst und als kleiner Junge an Chains, einen falschen Priester ohne Augen verkauft wird. Bei ihm wird Locke zusammen mit anderen Kindern zum Dieb ausgebildet. Er lernt schnell dazu und avanciert zu einem ausgeklügelten Trickbetrüger. Schon bald führt Locke selbst eine Gang mit dem Namen Gentleman Bastards an, mit denen er Camorr im Robin Hood Stil unsicher macht. Die Geschäfte laufen gut, bis zu dem Zeitpunkt, als der Graue König auf den Plan tritt und sich als die größte Bedrohung für die Diebesgilden in Camorr entpuppt .

    Der Autor:
    Scott Lynch lebt in Wisconsin in den USA und wurde 1978 geboren. Ehe ihm der Durchbruch als Auto mit seinem Debüt "die Lügen des Locke Lamora" gelang, arbeitete er unter anderem als Teilerwäscher, Kellner, Webdesigner und Aushilfskoch.

    Meine Meinung:
    Der Schreibstil von Scott Lynch ist einfach herrlich und entführt den Leser in eine ganz neue Fantasy-Welt voll Ganoven und Halunken, wo niemand der ist, der er zu sein vorgibt. Viele Geheimnisse, welche wärend der Geschichte aufkommen, machen Lust auf mehr!

    Der Aufbau Camorrs erinnert stark an ein Venedig der Renaissance, was dem Roman einen zusaätzlichen Reiz vershcafft und ihn stark von anderen großen Fantasysagas abhebt.
    Die Charaktere sind herrlich facettenreichund teilweiße skurril, hier gibt es nicht nur schwarz oder weiß. Die ganze Story strotzt nur so vor überraschenden Wendungen!

    Hier steht der zweite Band sehr hoch oben auf meiner Leseliste...Und ich kann gar nicht so recht verstehen warum ich ihn nicht schon längst gelesen habe

    Titel: Die Lügen des Locke Lamora
    Verlag: Heyne
    Autor: Scott Lynch
    ISBN:978-3-453-53091-1
    Preis: 14 €
    Taschenbuchausgabe

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    zwischendenseitens avatar
    zwischendenseitenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Temporeiche Fantasy für Erwachsene mit einem ordentlichen Schuss Mafia – und Historikfeeling.
    So brillant und schonungslos wie die Charaktere selbst

    Kennt ihr diese Bücher, die euch ein Fenster zu einer anderen Welt öffnen und dabei durch ihren eigenwilligen Charme derart fesseln, dass man alles um sich herum vergisst? Nun, Die Lügen des Locke Lamora gehört definitiv zu dieser Sorte.

    Allein der Handlungsort Camorr ist dabei herrlich faszinierend. Lynch lässt im Verlauf der Handlung immer wieder Informationen über Kultur, Religionen und das Adelswesen im Land einfließend und somit wird die Stadt für den Leser zusehends aufregender und in all seinen Facetten lebendiger.

    Geschickte Wendungen, und Tricks der Gentlemen-Ganoven halten die Spannung aufrecht und führen mit rasanter Geschwindigkeit durch den Roman, sodass ein wunderschöner Leseflow aufkommt.

    De Figuren sind in ihrer Verhaltensweise sehr natürlich und punkten zu einem Großteil mit ihrer Zielstrebigkeit und Entschlossenheit, mit der sie ihre jeweiligen Pläne ausführen – sei es nun Locke oder einer seiner Widersacher. In eingeschobenen Kapiteln wird außerdem die Jugend und Ausbildung der Gentlemen-Ganoven glaubwürdig beleuchtet und bietet somit kleine Pausen, in denen man als Leser ein klein wenig zu Atem kommen kann.

    Schreibstil: Die teils derbe anmutende Sprache der Gauner und Ganoven wechselt mit bildhaften Beschreibungen der Stadt und seiner Umgebung. Lynch’s Stil ist sowohl in seiner Erzählweise als auch in seiner Wortwahl gelegentlich jedoch so komplex, sodass man manche Sätze zwei Mal lesen muss, um ihre volle Tragweite zu erfassen.

    Cover: Mit seinen dunklen Farben sehr ansprechend und wunderbar mit der Atmosphäre des Romans harmonierend.

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    SitataTirulalas avatar
    SitataTirulalavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Gentleman-Ganoven? Es war mir eine Ehre, euch zu begleiten.
    Die Gentleman-Ganoven geben sich die Ehre!

    "Die einzige Person, die mit Schlichen à la Locke Lamora durchkommt..."
    "... ist Locke Lamora..."
    "... denn wir sind der festen Überzeugung, dass die Götter ihm einen wirklich interessanten Tod zugedacht haben. Mit Messern und glühenden Eisen..."
    "... und fünfzigtausend jubelnden Zuschauern."
    Die beiden Brüder räusperten sich unisono.


    Der Stadtstaat Camorr ist in zwei Welten aufgeteilt. Die des Adels in seinen Elderglastürmen, wo er hoch über dem gemeinen Volk thront, und die des Verbrechens. Capa Barsavi regiert die Diebes- und Räuberbanden der Stadt mit eiserner Hand. Durch den geheimen Frieden co-existieren diese beiden Welten in einvernehmlichem leben-und-leben-lassen. Mittendrin Locke Lamora und seine Gentleman Ganoven, die sich als mäßig erfolgreiche Einbrecherbande präsentieren, unter der Hand jedoch den geheimen Frieden unterwandern. Seit Monaten tüfteln sie an ihrem bislang größten Coup, als ein Phantom, das sich "Der Graue König" nennt, anfängt, Barsavis wichtigste Männer zu ermorden. Plötzlich ist es für Locke und seine Freude vorbei damit, unter dem Radar zu bleiben - sie stecken schon bis zum Hals im vielleicht gefährlichsten Abenteuer ihrer Laufbahn.

    Wie unfassbar gut!
    Scott Lynch entführt uns in die fiktive Welt des Herzogtums Camorr, einer Stadt, in der sich Verbrecher und Adel die Klinke in die Hand geben und doch in völlig unterschiedlichen Welten leben. Hier lernen wir unseren "Helden" kennen, Locke. Und ich setze Helden bewusst in Anführungsstriche, denn eigentlich ist er das absolut nicht. Locke Lamora steht einer Diebes- und Betrügerbande vor, die sich die Gentleman Ganoven nennt. Unter der Maske eher durchschnittlich erfolgreicher Einbrecher inszenieren sie die größten und waghalsigsten Coups, die Camorr je gesehen hat - und die den Geheimen Frieden ins Wanken bringen würden, kämen sie ans Tageslicht.
    Die eigentliche Geschichte um den Grauen König und den größten Coup der Gentleman Ganoven findet in der Gegenwart statt, aber immer wieder werden auch Vergangenheitsszenen dazwischen geschoben, in denen man "die Jungs", wie ich sie genannt habe, besser kennen lernt. Kindheitsanekdoten aus dem Leben der Gentleman Ganoven, wenn man so will. Und jede einzelne ist die Unterbrechung der Hauptgeschichte wert. Tatsächlich hab ich diese Zwischenblenden nie als störend empfunden, der Lesefluss wird dadurch überhaupt nicht gehemmt, sondern man verschlingt nur noch mehr Seiten und Kapitel, weil jede Vergangenheitsszene einfach so viel Charme und Witz hat.
    Scott Lynch zeichnet dabei absolut unvergleichliche Charaktere. Sei es nun Locke selbst, dessen dreckigem Charme man sich einfach nicht entziehen kann, seien es die Sanza-Zwillinge, die immer für einen Lacher sorgen, der einem das Herz vor Zuneigung für diese kleinen Idioten überlaufen lässt, oder aber auch Nebencharaktere wie Capa Barsavi und seine Kinder, der alte Vater Chains, der die Gentleman Ganoven aufgezogen und ausgebildet hat - egal, jeder ist auf seine Art absolut einzigartig. Sogar die "Bösen".
    Während ich "Die Lügen des Locke Lamora" gelesen habe, habe ich meinen kompletten Freundeskreis ständig mit Zitaten und Szenen aus dem Buch beworfen, bis sie vermutlich froh waren, dass ich endlich durch bin. Ich habe gelacht, geweint, geliebt und gehasst. Das volle Gefühlsroulette, einmal rauf und runter und dann nochmal von vorne. Dieses Buch hat all meine Gefühle genommen und sie durch den Fleischwolf gedreht. Es war schön und es war grausam und ich hab den Autor verflucht und war ihm gleichzeitig dankbar.

    Mit dem ersten Teil der Gentleman Bastard Reihe rund um Locke Lamora hat Scott Lynch bei mir absolut einen Nerv getroffen! Ich würde einfach mal ganz klar sagen: Ich habe hiermit offiziell eine neue Lieblingsreihe! Band 2 wird sicher bald folgen, bis dahin - volle Punktzahl in jeder Kategorie für Teil 1!
    ----------
    http://licentiapoeticae.blogspot.de/2016/01/br-scott-lynch-die-lugen-des-locke.html

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    sleepingbeautys avatar
    sleepingbeautyvor 3 Jahren
    Höchstpunzahl voll verdient!


    Inhalt
    ................

    Locke ist ein Waisenkind, der sich schon in der Obhut des Lehrherrn der Diebe einen Namen macht. Muss man bei vielen Kindern zunächst die moralischen Skrupel austreiben, scheint Locke von Grund auf keine zu haben. Er stielt was nicht niet- und nagelfest ist und bringt sich dabei am laufenden Band in Schwierigkeiten. Je älter er wird, umso größer werden die Coups. Aber auch das Risiko... Als der graue König auftaucht und die Herrschaft der kriminellen Unterwelt an sich reißen will, gerät auch bei Lockes Diebesbande alles durcheinander.

    Mein Eindruck
    .....................................

    "Die Lügen des Locke Lamora" war für mich ein Buch des zweiten Anlaufs. Bei meinem ersten Start mit dem Buch hatte ich wohl 1) einfach schlechte Laune und 2) Schwierigkeiten mit den Zeitsprüngen. Bei meinem zweiten Versuch mit "Locke" war ich von Beginn an vollkommen gefesselt und schwer begeistert. Für mich eines der besten High Fantasy Bücher seit Jahren!
    Es kommt nicht ganz an "Der Name des Windes" heran, reiht sich aber dich dahinter ein.

    Erzählt wird hier Lockes Geschichte, die zu Beginn mit Zeitsprüngen etwas verwirrend ist. Es wird gewechselt zwischen seiner Zeit beim Lehrherrn der Diebe, dann beim Priesterorden und schließlich als eigenständiger Kopf einer Diebesbande. Später sind die Sprünge behutsamer und weniger verwirrend eingebunden. Deshalb heißt es zu Beginn kurz die Zähne zusammenbeißen und dann einfach nur genießen. Das ist aber wirklich absolut alles, was ich an Kritik üben kann!

    Lockes Erlebnisse sind wunderbar intelligent geschildert. Er macht eine Entwicklung vom Gossenjungen zum brillanten Kopf einer Bande durch und muss dabei so allerhand über sich ergehen lassen. Gleichzeitig erfährt man vieles über das Herzogtum Camorr, in dem er sein Unwesen treibt. Vom Setting her ist es eine wundervolle Mischung aus Hafenstadt, wie Venedig mit Kanälen und einem florierenden Schifffahrtshandel. Der Untergrund besteht aus zahlreichen Diebesbanden, die von einem Capa zentral beherrscht werden. Darüber die Mittelschicht, die frei ausgeraubt werden darf. Bis oben hin zum Adel, der durch den Geheimen Frieden geschützt wird.

    Doch Locke und seine Diebesbande kennen keine Grenzen. Mit viel Vorbereitungszeit und planvollem Vorgehen rauben sie selbst Adelige bis aufs letzte Hemd aus. Hier ist alles bis ins Detail durchkalkuliert, von der Verkleidung, über den Akzent und der Herkunftsgeschichte. Sie gehen dabei so dreist vor, dass es schon kaum zu fassen ist. In der Hinsicht steht Locke den Coups von Ocean's Eleven in nichts nach!

    Scott Lynch weiß einfach, wie er seine Geschichte an den Mann/die Frau bekommt. Er schafft es die Erzählstränge permanent spannend und unterhaltsam aufzubereiten, ohne in Langatmigkeit zu verfallen. Immer wenn du denkst, es kann nicht schlimmer oder verzwickter für Locke werden - oh doch! Es ist das reinste Vergnügen ihm dabei zuzuschauen, wie er sich mit Geschick, Ränken und Lügen wieder und wieder aus der Affäre ziehen muss. Und gleichzeitig hat er Widersacher im Rücken, von denen er mal mehr und mal weniger weiß. Als Leser kann man das nur gebannt verfolgen und darauf hoffen, dass unser Held das Ganze irgendwie mit heiler Haut überstehen wird. Denn zimperlich geht es bei Weitem nicht zu!

    Fazit
    ...............

    "Die Lügen des Locke Lamora" ist eine absolut fantastische High Fantasy Geschichte. Hier wird einem alles auf dem Silbertablett serviert, was es für ein gelungenes Buch braucht.  Authentische Charaktere, ein lebendiges und eindrucksvoll stimmiges Setting und eine Handlung, die es in sich hat. Selten habe ich bei einem Gauner so mitgefiebert und seine gesamte Truppe so ins Herz geschlossen. Von der ersten bis zur letzten Seite darf sich der Leser auf viele fantastische Coups, verräterische Hinterhalte und großen Zusammenhalt freuen! Das wirklich einzig zu kritisierende sind die etwas verwirrenden Zeitsprünge zu Beginn, sonst einfach nur wundervoll und in jeder Hinsicht gelungen.

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    Brivulets avatar
    Brivuletvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Liebenswerter Dieb
    Liebenswerter Dieb

    Weil mich das Cover von "Die Lügen des Locke Lamora" sehr gut gefallen hat, kaufte ich das Buch. Ich bin nicht enttäuscht worden. Es geht um den Dieb Locke Lamora, der im Stadtstaat Camorr versucht, zu überleben. Sofort taucht man ein in das Leben der großen Stadt, das mittelalterliche Züge trägt. Von Anfang an fieberte ich mit Locke mit als er Vater Chain übergeben wird, dem Priester ohne Augen, zur Ausbildung als Dieb und später Capa Barsavi, einem gefährlichen Verbrecher. Vor allem die unterschiedlichen und ungewöhnlichen Charaktere haben es mir angetan und machten das Lesen zu einem ungetrübten Vergnügen. Auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung.

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    --Mia--s avatar
    --Mia--vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Die Geschichte hat mich positiv überrascht. Verworren und immer wieder überraschend
    hat mich gefesselt

    Diese Geschichte hat mich aufgrund der zeitlichen Sprünge und der verworrenen Geschichte selbst sehr fasziniert.

    Anfang war ich etwas skeptisch, da ich Realität der Fiction vorziehe. Als ich also das erste mal von Magiern, magischen Raben usw gelesen habe, dachte ich mir: na ob wir noch Freunde werden. 

    Und wir wurden es. 

    Die Geschichten um den Meiterdieb sind so vielschichtig das ich auch dieses Buch nicht weglegen konnte.

    Es kommt alles darin vor was ein gutes Buch braucht: Freundschaft, Stolz, Intrigen.
    Einige Stellen sind etwas brutal, was mich aber nicht störte.

    Zum Schluss dieser Geschichte ist der Leser überzeugt, dass Diebe die besseren Menschen sind und das stehlen richtig ist.

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    Nickss avatar
    Nicksvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Wenn Danny Ocean´s Vorfahre in einem phantastischen Venedig seinem Handwerk nachgeht, bleibt kein Auge trocken. Genial und geistreich!
    richer and cleverer than everyone else

    Prolog

    Es gibt nur drei Arten von Menschen, die du niemals verarschen kannst - Pfandleiher, Huren und deine Mutter. 

    Es ist schon fast schockierend, wie akkurat diese Aussage ist.

    Kapitel Eins.
    Ladies und Gentlemen, kommen Sie näher. Sehen Sie sich das genau an, lassen Sie sich Zeit! Lehnen Sie sich zurück und halten Sie ihre Teddybären in Reichweite. Öffnen Sie ihren Geist, öffnen Sie ihre Augen, aber glauben Sie nicht alles, was Sie sehen. Genießen Sie die Show.

    Zwischenspiel

    Was ist es nun, das den Gentleman Dieb vom regulären Kriminellen unterscheidet? Warum wünschen wir Danny Ocean viel Glück für seinen nächsten Coup, hoffen für Frank Abigail, dass er nie geschnappt wird und ziehen den zwielichtigen, unehrlichen Jack Sparrow jedem aufgeblasenen Lord vor?
    Meine bescheidene Meinung hierzu ist viergeteilt. Zum einen lieben wir den Mythos. Die konstante Gefahr, dieses ständige aufgeregte Zittern, das einen genauso matsch-hirnig zurücklässt, wie es nur ein selbstgeschriebener Song tun könnte, der zu den sanften Klängen einer Akustikgitarre gesungen wird. Hierbei sollte man es tunlichst unterlassen, diese Art von Gefahr mit wahrer Angst um dein Leben - Gefahr zu verwechseln. Diese Gefahr ist weit subtiler. Sie ist die Spannung des Spiels, das du nicht mit Muskeln und Schlagkräftigkeit gewinnen kannst. Es findet ja alles im Kopf statt.
    An zweiter Stelle steht die Genialität. Na los, beginnt mit dem planen. Ich bin die Art von Person, die das Wetter nicht mal voraussagen kann, wenn Wolken über meinem Kopf beginnen, sich zu dunkelgrauen Ungetümen aufzutürmen. Dementsprechend platzt mein einfach gestricktes Hirn schon alleine bei der Vorstellung, monatelang vorauszuplanen, einzelne Reaktionen vorherzusehen, eigene Reaktionen einzustudieren und mehrere verschiedene Ausgänge zugleich zu bedenken.
    Drittens: Eloquenz. Es scheint von größter Wichtigkeit für einen Gentleman Ganoven zu sein, mit der Sprache jonglieren zu können wie es ein Zirkusartist nach jahrelangem Training könnte. Sarkasmus und Witz sind seine Waffen und die Worte des Gegners so zu verdrehen, dass dieser sich am Ende des Gespräches nicht einmal mehr seines eigenen Namens sicher sein kann - diese Art von Kunstfertigkeit ist die anzustrebende.
    Letztlich, aber sicherlich nicht von minderer Bedeutung ist zu nennen, dass ein wahrer Gentleman sich weigert, Blut zu vergießen. Ganz im Gegenteil sieht er es als Beleidigung an, wenn er zu einer solch unnatürlichen Handlung gezwungen wird. Es verärgert in der Folge wiederum den Leser, wenn besagter Dieb zu einer solchen Aktion forciert wird.

    Kapitel 2.
    Nun nehme man all diese Dinge zusammen und voilá- ein Buch entsteht, das einen nicht mehr gehen lässt. Es gibt sich mit nichts Weniger zufrieden als langen Nächten, verschwommenem Blick, Tagträumereien und einer allgemeinen (möglicherweise) ungesunden Obsession.

    Um dieser vorzubeugen sind einige Vorkehrungen zu treffen:

    Bereiten Sie sich vor gefesselt, geknebelt und in eine fantastische Welt entführt zu werden. Irgendwo zwischen Ländern, die mich an Österreich und Italien erinnern, gibt es eine Stadt, die Venedig durchaus stark ähnelt. Sie ist voll von reichen Leuten, nicht so reichen Leuten, zufriedenen Leuten und denen, die wissen, wie sie zufrieden werden können. Wenn auch mit etwas unorthodoxen Mitteln. Treten Sie ein in ein Netzwerk, das besser organisiert ist als das Weiße Haus und das Britische Parlament zusammen und mittels Straßengesetzen funktioniert. Die Stadt wird von der ersten Sekunde an zum Leben erweckt und akzeptiert den Leser sofort als Bürger. 

    Bereiten Sie sich vor, einen neuen Helden zu verehren. Nicht nur der Stil, der schon ziemlich perfekt ist, sondern auch die Charaktere verdienen jegliches Wohlwollen, das man aufbringen kann. Eine Bande junger Männer, eingeschworen auf einander und Brüder im Herzen, wenn schon nicht durch Blut. Lachen Sie mit den Zwillingen, die Fred und George Weasley Konkurrenz machen. Seien Sie begeistert mit Bug und seufzen Sie mit Jean, wann immer es an der Zeit für eine Mutter wäre, zu seufzen. Leben Sie mit Locke, Gentleman par excellence, der nicht nur erstaunlich geistreich, sondern auch noch absolut gerecht und unglaublich schlau und beredt ist. 

    Bereiten Sie Taschentücher vor. Es gibt keine große Romanze und doch liegt sie irgendwie in der Luft wie der letzte Hauch eines Parfums, das man schon vor langer Zeit aufgetragen hat. Das Hauptthema ist Freundschaft und Loyalität. Und mit Freundschaft meine ich diese bedingungslose, treue und lang andauernde Freundschaft, die sich jeder wünscht, über die man so gerne liest. Also, bereiten Sie Taschentücher vor, weil die Geschichte ebenso grausam wie lustig ist. Sie wird Ihr Herz in Stücke reißen, nur um die Teile mit Benzin zu übergießen und auflodern zu lassen. Bringen Sie ein Trickherz mit, um Ihres zu schützen. 

    Bereiten Sie Taschentücher vor. Dieses Mal, um Lachtränen zu trocknen. Nicht nur, weil Lockes Kommentare zu genial sind, um sie gleich wieder zu vergessen, sondern weil jeder Dialog gespickt ist mit den scharfen Dornen der Neckereien und des Sarkasmus. Der Schreibstil alleine schafft es, Szenen, die ansonsten möglicherweise langweilig wirken könnten, ins Gegenteil zu ziehen. 

    Bereiten Sie sich auf Suchterscheinungen vor. Diese Geschichte hat das Potenzial, einen verrückt zu machen. Sie ist absolut schlau konstruiert. Neben der Hauptstory sind Background Informationen und allgemeine Infos zur Gang und der Welt eingebaut, in der wir uns befinden. Strategisch platziert finden wir diese genau dort, wo wir sie nicht gebrauchen können - bei Cliffhanger Szenen.


    Epilog

    Ein brillanter Roman, eine wundervolle Story, ein mehr als sympathischer Held und geniale Sidekicks. Was will man mehr von einem Buch? 

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