Scott Phillips

 2.5 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Der Irrgänger, Alles in einer Nacht und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Scott Phillips

Sortieren:
Buchformat:
Scott PhillipsAlles in einer Nacht
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Alles in einer Nacht
Alles in einer Nacht
 (3)
Erschienen am 01.10.2002
Scott PhillipsDer Irrgänger
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Der Irrgänger
Der Irrgänger
 (3)
Erschienen am 01.09.2004
Scott PhillipsThe Walkaway. Der Irrgänger, englische Ausgabe
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
The Walkaway. Der Irrgänger, englische Ausgabe
Scott PhillipsThe Ice Harvest
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
The Ice Harvest
The Ice Harvest
 (0)
Erschienen am 09.11.2001
Scott PhillipsCottonwood
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Cottonwood
Cottonwood
 (0)
Erschienen am 05.08.2005
Scott PhillipsBuying at the Point of Maximum Pessimism
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Buying at the Point of Maximum Pessimism
Buying at the Point of Maximum Pessimism
 (0)
Erschienen am 11.05.2010
Scott PhillipsThe Ice Harvest. Alles in einer Nacht, englische Ausgabe
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
The Ice Harvest. Alles in einer Nacht, englische Ausgabe
Scott PhillipsThe Adjustment
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
The Adjustment
The Adjustment
 (0)
Erschienen am 12.06.2012

Neue Rezensionen zu Scott Phillips

Neu
Stefan83s avatar

Rezension zu "Alles in einer Nacht" von Scott Phillips

Rezension zu "Alles in einer Nacht" von Scott Phillips
Stefan83vor 6 Jahren

Die Adventszeit. Alles geht etwas besinnlicher zu, die Leute sind zugänglicher geworden und trotz gegenteiliger Bekundungen freuen sich die meisten auf das bevorstehende Weihnachtsfest. Und nicht wenige greifen auch zu einer zur Jahreszeit passenden Lektüre, um sich zusätzlich in die richtige Stimmung bringen. Wer da einen gediegenen Rätselkrimi in gemütlicher Kamin-und-Keks-Atmosphäre vorzieht, sollte jedoch von Scott Phillips Debütwerk "Alles in einer Nacht" besser die Finger lassen.

Von selbst wäre ich wohl nie auf dieses kleine Büchlein mit knapp 250 Seiten gestoßen, das bereits vom Cover her wenig weihnachtlich anmutet und wohl auf dem Büchermarkt keinen großen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Es war wieder einmal eine private Empfehlung, in diesem Fall von meiner Freundin ("Das könnte Dir auch gefallen"), die mich dieses Kleinod hat entdecken lassen. Es gefiel, wenngleich ich trotz vorheriger Warnung ihrerseits ein Buch dieser Art nicht wirklich erwartet hatte. Die Handlung sei schnell angerissen:

Heiligabend in Kansas. Es herrscht bitterkalter Winter in der Stadt Wichita. Die Straßen versinken unter einer riesigen Decke von Schnee und der Großteil der Bevölkerung hat es sich im warmen Heim gemütlich gemacht. Nur ein paar wenige schräge Vögel setzen jetzt noch einen Fuß vor die Tür oder sind gar mit dem Auto unterwegs. Unter ihnen befindet sich auch der etwas abgehalfterte Rechtsanwalt Charlie Arglist (ein schöner Name), der seinen Beruf in den letzten Jahren eher weniger praktiziert und sich stattdessen mehr auf das Betreiben mehrerer Strip-Schuppen konzentriert hat. Dort geht das Geschäft meist über das Tanzen nackter Frauen an der Stange hinaus, was Charlie, genervt von Frau und Familie, auch gern persönlich in Anspruch nimmt. Gemeinsam mit dem Gauner Vic hat er über Monate hinter dem Rücken seines Chefs Bill Gerrard Geld abgezweigt, mit dem sich die beiden nun an Weihnachten aus dem Staub machen wollen. Ein besoffener Schwager, rauffreudige Kundschaft und eine gerissene Puffmutter sorgen jedoch dafür, dass nicht alles ganz so läuft, wie anfangs geplant...

Puh, was für ein Buch. In bester Tradition von Mickey Spillane und Lawrence Block hat Phillips ein pulpiges Trash-Werk abgeliefert, das zwar literarisch ganz sicher kein Feuerwerk abbrennt, mit seinem wunderbar schrägen Ambiente und liebenswert abgedrehten Typen aber für ordentlich Unterhaltung sorgt. Grundvorrausetzung dafür: Allzu zart besaitet, prüde oder gar unter sechzehn Jahren sollte der Leser nicht sein, denn der Autor ist in der Wahl seiner Sprache doch allzu deutlich. Männliche Geschlechtsteile werden hier gleich öfters professionell oral bearbeitet ("Es ist doch Weihnachten") und aufrührerischen Clubbesuchern auch mal gern alle zehn Finger einzeln gebrochen ("Er spielt doch Gitarre"). Das man zu Beginn dabei eigentlich nicht versteht, worum es geht und was Charlie geplant hat: Nebensächlich. Bis dahin amüsiert man sich prächtig über Phillips Stil, der schon sehr deutlich an Tarantinos "Pulp Fiction" erinnert, aber, und das muss deutlich gesagt werden, dessen Qualität in keinster Weise erreicht. Echte Weihnachtsstimmung will aufgrund der vielen Nutten und der umher fliegenden Patronen natürlich auch nicht wirklich aufkommen, was man jedoch spätestens nach gut zwanzig Seiten billigend in Kauf nimmt. Stattdessen erfreut man sich an einer herrlichen schrägen Mischung aus Sex, Gewalt, Intrigen, Mord und nochmals Sex, die geradlinig und in knapper Form erzählt, bis zur letzten Seite zu unterhalten weiß. Die Auflösung ist (außer für Kenner des Genres) überraschend und lässt den Leser das Buch mit süffisantem Grinsen beenden.

Insgesamt ist "Alles in einer Nacht" ein moralfreies, völlig durchgeknalltes und abgedrehtes Pulp-Noir-Buch, das für einige Stunden Kurzweil garantiert. Ein Geheimtipp für Freunde von Block, Spillane, Bruen und Co., dessen Nachfolger schon auf meinem Merkzettel steht. Frohe Weihnachten.

Kommentieren0
12
Teilen
Stefan83s avatar

Rezension zu "Der Irrgänger" von Scott Phillips

Phillips auf Irrwegen
Stefan83vor 7 Jahren

Für alle potenziellen Leser eine kleine Warnung vorweg: Vor der Lektüre von Scott Phillips' „Der Irrgänger“ unbedingt noch dessen erstes Buch „Alles in einer Nacht“ (auch verfilmt als „The Ice Harvest mit John Cusack und Billy Bob Thornton) lesen, um der diesmal äußerst verworrenen und weitverzweigten Handlung folgen und dem Buch zumindest ein gewisses Maß an Spaß abgewinnen zu können. Nach dem durchaus kurzweiligen und zudem äußerst komischen Erstling ist „Der Irrgänger“ nämlich ein recht zähes Werk geworden, das jetzt wesentlich mehr Noir- als Pulp-Elemente in sich trägt. Um zumindest einen kurzen Überblick geben zu können, sei die Story kurz angerissen:

Wichita, Kansas, im Jahre 1989. Gunther Fahnstiel, ein 77-jähriger, ehemaliger Cop, ist aus dem Pflegeheim ausgebrochen und irrt durch die Stadt. Was ihn antreibt, weiß er selbst nicht so genau. Das von Alzheimer stark beeinträchtigte Gehirn funktioniert nur noch phasenweise, die Erinnerung an viele Dinge ist äußerst lückenhaft. Hängt es vielleicht mit seiner alten Liebe aus den frühen 50er Jahren zusammen? Warum hat man ihn überhaupt in dem Pflegeheim weggesperrt? Und was hat das alles mit der alten Kiesgrube vor den Toren der Stadt zu tun? Fragen über Fragen, auf die er zunächst keine Antwort findet, welche seine Frau Dorothy und Stiefsohn Sidney aber in arge Unruhe versetzen. Und während die beiden eine Suchaktion organisieren und Zettel mit Gunthers Foto verteilen, lichtet sich bei diesem langsam der Schleier. Die Erinnerung kommt zurück und mit ihr setzt sich eine gefährliche Kettenreaktion in Gang …

Soweit in Grundzügen die Handlung, welche, wie schon KC-Rezensent Peter Kümmel äußerst treffend bemerkt, im Klappentext des Buches bereits viel zu ausführlich verraten wird. Sicherlich ein dicker Lapsus von Seiten des Verlags, der letztendlich aber ohne große Wirkung bleibt, da sich das Buch in seiner Gesamtheit sowieso äußerst Spannungsarm liest. Ein oder besser DER Grund dafür: Scott Phillips' ungewöhnlicher Handlungsaufbau. In Kapitel unterteilt wechselt der Plot nicht nur zwischen Gegenwart und Vergangenheit (Sommer des Jahres 1952), sondern auch von der Dritten Person zum Ich-Erzähler. In diesem Fall sind es sogar drei verschiedene, die aus ihrer Sicht von den Geschehnissen berichten und damit dem Leser stets neue Informationsbrocken hinwerfen, welche dieser dann mühsam in das Puzzle einordnen soll, das ähnlich viele Lücken aufweist wie Gunther Fahnstiels Gehirn. Das die Ereignisse von 1952 in irgendeinem mysteriösen Zusammenhang mit dem Ausbruch des alten Irrgängers stehen, ahnt man schon zu Beginn. Inwiefern sie miteinander verstrickt sind, vermag aber wohl selbst der geübteste Beobachter über lange Strecken nicht herauszufinden. Das liegt nicht zuletzt auch an der Fülle von Figuren. Großes Lob an denjenigen, der da keine Orientierungsschwierigkeiten hat und in jeder Situation die Namen der jeweiligen Person zuordnen kann. Ich bin in manchen Passagen schier verzweifelt und musste gleich mehrmals zurückblättern, um herauszufinden, wer denn jetzt nun wer ist. Ein Verzeichnis am Anfang des Buches hätte die Dinge hier sehr erleichtert.

Aber auch ohne diese Vielzahl an verschiedensten Personen krankt der Roman an vielen Kleinigkeiten. Wie bereits oben erwähnt, ist die Kenntnis des Vorgängerromans unabdingbar, um die vielen Anspielungen und Bezüge des Autors auf „Alles in einer Nacht“, welche in keinster Weise näher erläutert werden, nachvollziehen zu können. Und wer diesen gelesen hat, muss sich nun auf eine sehr dialoglastige Geschichte einstellen, in der größere Action-Szenen fast vollständig fehlen und man auch den dreckigen Humor von Arglist und Co. vergeblich suchen wird. „Bitterlustig!“, meinte die „New York Times“ zu Phillips' zweitem Streich. Wenn dem so ist, muss ich ein anderes Buch gelesen haben, konnte ich mir doch aufgrund der trockenen Kalauer meist nur ein müdes Lächeln abringen. Einziger Lichtblick: Gunther Fahnstiel. Seine Suche nach der Erinnerung liest sich durchaus interessant und ist der Grund warum man ständig am Ball bleibt. Im Gewühl der vielen Nebenfiguren sticht er heraus, wobei seine Rückblicke in die Vergangenheit auch als einzige etwas Licht in das vergessene Dunkel bringen und letztendlich dann die Handlung zum Ende führen.

Das fällt im Vergleich zu den vorherigen ca. 380 Seiten schon fast hektisch aus, bietet jedoch keinerlei große Überraschungen und wartet mit einer Pointe auf, welche die aufgewendete Leseanstrengung leider nicht rechtfertigt.

Insgesamt ist „Der Irrgänger“ ein ziemlich ambivalentes Leseerlebnis. Das Phillips schreiben kann, wird auch hier wieder deutlich. Die richtige Balance zwischen der Handlung und dem Spannungsaufbau hat er diesmal jedoch nicht gefunden, weshalb das Buch im Vergleich zum Vorgänger leider ziemlich abfällt. Schade. Da war eindeutig mehr drin.

Kommentieren0
15
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 8 Bibliotheken

Worüber schreibt Scott Phillips?

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks