Scott Phillips Alles in einer Nacht

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Inhaltsangabe zu „Alles in einer Nacht“ von Scott Phillips

Weihnachten in Wichita, Kansas: Es ist bitterkalt und es schneit. Die Straßen sind verlassen. Nur ein paar wenige schräge Vögel sind in dieser Nacht noch unterwegs. Rechtsanwalt Charlie Arglist muss die Stadt verlassen. Genau neuneinhalb Stunden bleiben ihm, um Wichtiges zu erledigen - darunter ein letzter wehmütiger Streifzug durch Bars und Nachtclubs und ein nicht ganz ungefährliches Treffen mit Vic, mit dem er einen Koffer voll Geld aus der Stadt schmuggeln will. Doch alles, was Charlie bei Vic vorfindet, ist eine Blutlache. Charlie hat jetzt nur noch drei Ziele in dieser Heiligen Nacht: Geld zurück, Rache nehmen - und selbst am Leben bleiben. Nur eins davon wird er amEnde erreichen...

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  • Rezension zu "Alles in einer Nacht" von Scott Phillips

    Alles in einer Nacht

    Stefan83

    05. May 2012 um 13:34

    Die Adventszeit. Alles geht etwas besinnlicher zu, die Leute sind zugänglicher geworden und trotz gegenteiliger Bekundungen freuen sich die meisten auf das bevorstehende Weihnachtsfest. Und nicht wenige greifen auch zu einer zur Jahreszeit passenden Lektüre, um sich zusätzlich in die richtige Stimmung bringen. Wer da einen gediegenen Rätselkrimi in gemütlicher Kamin-und-Keks-Atmosphäre vorzieht, sollte jedoch von Scott Phillips Debütwerk "Alles in einer Nacht" besser die Finger lassen. Von selbst wäre ich wohl nie auf dieses kleine Büchlein mit knapp 250 Seiten gestoßen, das bereits vom Cover her wenig weihnachtlich anmutet und wohl auf dem Büchermarkt keinen großen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Es war wieder einmal eine private Empfehlung, in diesem Fall von meiner Freundin ("Das könnte Dir auch gefallen"), die mich dieses Kleinod hat entdecken lassen. Es gefiel, wenngleich ich trotz vorheriger Warnung ihrerseits ein Buch dieser Art nicht wirklich erwartet hatte. Die Handlung sei schnell angerissen: Heiligabend in Kansas. Es herrscht bitterkalter Winter in der Stadt Wichita. Die Straßen versinken unter einer riesigen Decke von Schnee und der Großteil der Bevölkerung hat es sich im warmen Heim gemütlich gemacht. Nur ein paar wenige schräge Vögel setzen jetzt noch einen Fuß vor die Tür oder sind gar mit dem Auto unterwegs. Unter ihnen befindet sich auch der etwas abgehalfterte Rechtsanwalt Charlie Arglist (ein schöner Name), der seinen Beruf in den letzten Jahren eher weniger praktiziert und sich stattdessen mehr auf das Betreiben mehrerer Strip-Schuppen konzentriert hat. Dort geht das Geschäft meist über das Tanzen nackter Frauen an der Stange hinaus, was Charlie, genervt von Frau und Familie, auch gern persönlich in Anspruch nimmt. Gemeinsam mit dem Gauner Vic hat er über Monate hinter dem Rücken seines Chefs Bill Gerrard Geld abgezweigt, mit dem sich die beiden nun an Weihnachten aus dem Staub machen wollen. Ein besoffener Schwager, rauffreudige Kundschaft und eine gerissene Puffmutter sorgen jedoch dafür, dass nicht alles ganz so läuft, wie anfangs geplant... Puh, was für ein Buch. In bester Tradition von Mickey Spillane und Lawrence Block hat Phillips ein pulpiges Trash-Werk abgeliefert, das zwar literarisch ganz sicher kein Feuerwerk abbrennt, mit seinem wunderbar schrägen Ambiente und liebenswert abgedrehten Typen aber für ordentlich Unterhaltung sorgt. Grundvorrausetzung dafür: Allzu zart besaitet, prüde oder gar unter sechzehn Jahren sollte der Leser nicht sein, denn der Autor ist in der Wahl seiner Sprache doch allzu deutlich. Männliche Geschlechtsteile werden hier gleich öfters professionell oral bearbeitet ("Es ist doch Weihnachten") und aufrührerischen Clubbesuchern auch mal gern alle zehn Finger einzeln gebrochen ("Er spielt doch Gitarre"). Das man zu Beginn dabei eigentlich nicht versteht, worum es geht und was Charlie geplant hat: Nebensächlich. Bis dahin amüsiert man sich prächtig über Phillips Stil, der schon sehr deutlich an Tarantinos "Pulp Fiction" erinnert, aber, und das muss deutlich gesagt werden, dessen Qualität in keinster Weise erreicht. Echte Weihnachtsstimmung will aufgrund der vielen Nutten und der umher fliegenden Patronen natürlich auch nicht wirklich aufkommen, was man jedoch spätestens nach gut zwanzig Seiten billigend in Kauf nimmt. Stattdessen erfreut man sich an einer herrlichen schrägen Mischung aus Sex, Gewalt, Intrigen, Mord und nochmals Sex, die geradlinig und in knapper Form erzählt, bis zur letzten Seite zu unterhalten weiß. Die Auflösung ist (außer für Kenner des Genres) überraschend und lässt den Leser das Buch mit süffisantem Grinsen beenden. Insgesamt ist "Alles in einer Nacht" ein moralfreies, völlig durchgeknalltes und abgedrehtes Pulp-Noir-Buch, das für einige Stunden Kurzweil garantiert. Ein Geheimtipp für Freunde von Block, Spillane, Bruen und Co., dessen Nachfolger schon auf meinem Merkzettel steht. Frohe Weihnachten.

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