Scott Phillips Der Irrgänger

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Inhaltsangabe zu „Der Irrgänger“ von Scott Phillips

Gunther Fahnstiel, 77 Jahre alt, ein ehemaliger Cop, dessen Gedächtnis von Alzheimer schon ziemlich zersiebt ist, entflieht seinen Pflegern. Seine Mission: Er will die 250 000 Dollar wiederfinden, die er schon vor Jahren verprasst hat. Weil er Dinge weiß, die besser ungesagt bleiben, setzen seine Frau und sein Stiefsohn eine hohe Belohnung auf ihn aus. Doch dummerweise begegnet Gunther unterwegs der Tochter einer alten Flamme und dunkle Erinnerungen bahnen sich ihren Weg ...

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    Der Irrgänger

    Stefan83

    02. November 2011 um 17:45

    Für alle potenziellen Leser eine kleine Warnung vorweg: Vor der Lektüre von Scott Phillips' „Der Irrgänger“ unbedingt noch dessen erstes Buch „Alles in einer Nacht“ (auch verfilmt als „The Ice Harvest mit John Cusack und Billy Bob Thornton) lesen, um der diesmal äußerst verworrenen und weitverzweigten Handlung folgen und dem Buch zumindest ein gewisses Maß an Spaß abgewinnen zu können. Nach dem durchaus kurzweiligen und zudem äußerst komischen Erstling ist „Der Irrgänger“ nämlich ein recht zähes Werk geworden, das jetzt wesentlich mehr Noir- als Pulp-Elemente in sich trägt. Um zumindest einen kurzen Überblick geben zu können, sei die Story kurz angerissen: Wichita, Kansas, im Jahre 1989. Gunther Fahnstiel, ein 77-jähriger, ehemaliger Cop, ist aus dem Pflegeheim ausgebrochen und irrt durch die Stadt. Was ihn antreibt, weiß er selbst nicht so genau. Das von Alzheimer stark beeinträchtigte Gehirn funktioniert nur noch phasenweise, die Erinnerung an viele Dinge ist äußerst lückenhaft. Hängt es vielleicht mit seiner alten Liebe aus den frühen 50er Jahren zusammen? Warum hat man ihn überhaupt in dem Pflegeheim weggesperrt? Und was hat das alles mit der alten Kiesgrube vor den Toren der Stadt zu tun? Fragen über Fragen, auf die er zunächst keine Antwort findet, welche seine Frau Dorothy und Stiefsohn Sidney aber in arge Unruhe versetzen. Und während die beiden eine Suchaktion organisieren und Zettel mit Gunthers Foto verteilen, lichtet sich bei diesem langsam der Schleier. Die Erinnerung kommt zurück und mit ihr setzt sich eine gefährliche Kettenreaktion in Gang … Soweit in Grundzügen die Handlung, welche, wie schon KC-Rezensent Peter Kümmel äußerst treffend bemerkt, im Klappentext des Buches bereits viel zu ausführlich verraten wird. Sicherlich ein dicker Lapsus von Seiten des Verlags, der letztendlich aber ohne große Wirkung bleibt, da sich das Buch in seiner Gesamtheit sowieso äußerst Spannungsarm liest. Ein oder besser DER Grund dafür: Scott Phillips' ungewöhnlicher Handlungsaufbau. In Kapitel unterteilt wechselt der Plot nicht nur zwischen Gegenwart und Vergangenheit (Sommer des Jahres 1952), sondern auch von der Dritten Person zum Ich-Erzähler. In diesem Fall sind es sogar drei verschiedene, die aus ihrer Sicht von den Geschehnissen berichten und damit dem Leser stets neue Informationsbrocken hinwerfen, welche dieser dann mühsam in das Puzzle einordnen soll, das ähnlich viele Lücken aufweist wie Gunther Fahnstiels Gehirn. Das die Ereignisse von 1952 in irgendeinem mysteriösen Zusammenhang mit dem Ausbruch des alten Irrgängers stehen, ahnt man schon zu Beginn. Inwiefern sie miteinander verstrickt sind, vermag aber wohl selbst der geübteste Beobachter über lange Strecken nicht herauszufinden. Das liegt nicht zuletzt auch an der Fülle von Figuren. Großes Lob an denjenigen, der da keine Orientierungsschwierigkeiten hat und in jeder Situation die Namen der jeweiligen Person zuordnen kann. Ich bin in manchen Passagen schier verzweifelt und musste gleich mehrmals zurückblättern, um herauszufinden, wer denn jetzt nun wer ist. Ein Verzeichnis am Anfang des Buches hätte die Dinge hier sehr erleichtert. Aber auch ohne diese Vielzahl an verschiedensten Personen krankt der Roman an vielen Kleinigkeiten. Wie bereits oben erwähnt, ist die Kenntnis des Vorgängerromans unabdingbar, um die vielen Anspielungen und Bezüge des Autors auf „Alles in einer Nacht“, welche in keinster Weise näher erläutert werden, nachvollziehen zu können. Und wer diesen gelesen hat, muss sich nun auf eine sehr dialoglastige Geschichte einstellen, in der größere Action-Szenen fast vollständig fehlen und man auch den dreckigen Humor von Arglist und Co. vergeblich suchen wird. „Bitterlustig!“, meinte die „New York Times“ zu Phillips' zweitem Streich. Wenn dem so ist, muss ich ein anderes Buch gelesen haben, konnte ich mir doch aufgrund der trockenen Kalauer meist nur ein müdes Lächeln abringen. Einziger Lichtblick: Gunther Fahnstiel. Seine Suche nach der Erinnerung liest sich durchaus interessant und ist der Grund warum man ständig am Ball bleibt. Im Gewühl der vielen Nebenfiguren sticht er heraus, wobei seine Rückblicke in die Vergangenheit auch als einzige etwas Licht in das vergessene Dunkel bringen und letztendlich dann die Handlung zum Ende führen. Das fällt im Vergleich zu den vorherigen ca. 380 Seiten schon fast hektisch aus, bietet jedoch keinerlei große Überraschungen und wartet mit einer Pointe auf, welche die aufgewendete Leseanstrengung leider nicht rechtfertigt. Insgesamt ist „Der Irrgänger“ ein ziemlich ambivalentes Leseerlebnis. Das Phillips schreiben kann, wird auch hier wieder deutlich. Die richtige Balance zwischen der Handlung und dem Spannungsaufbau hat er diesmal jedoch nicht gefunden, weshalb das Buch im Vergleich zum Vorgänger leider ziemlich abfällt. Schade. Da war eindeutig mehr drin.

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