Sean O´Connell Tír na nÓg. Der Auserwählte

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Inhaltsangabe zu „Tír na nÓg. Der Auserwählte“ von Sean O´Connell

Tausend Jahre in der Zukunft, tausend Jahre nach der Katastrophe: Meister Aki und sein Schüler Cornelis begeben sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Insel Tír na nÓg, einem unzugänglichen Bollwerk der gottgleichen Älteren. Auf ihrer abenteuerlichen Reise treffen sie auf kleine schwarze Puppen, die den Verstand ihrer Wirte beherrschen, auf Metamorphen, die die Gestalt ihrer Opfer annehmen und auf riesige Gottesanbeterinnen, die den beiden nach dem Leben trachten. Und langsam aber sicher muss Cornelis erkennen, dass ausgerechnet er der seit Generationen ersehnte Auserwählte ist, dessen Aufgabe darin besteht, die Welt vor ihrer Vernichtung zu retten.

Clevere Mischung aus Fantasy und SF

— ralf_boldt

"Tir na NÓg" ist ein außergewöhnlicher Genremix, der mir sehr gut gefallen hat. Die Grundidee ist genial und ich werde auf jeden Fall die Fortsetzung lesen, die voraussichtlich im April herauskommt. Mir haben die Nebenfiguren besser gefallen als die eigentlichen "Helden", was aber das Lesevergnügen in keiner Weise beeinträchtigt hat. Wenn ich darüber nachdenke, ist es sogar fast logisch, dass die Nebenfiguren einem näher stehen. Sean O'Connells große Stärke ist für mich persönlich seine bildhafte Sprache. Mehr dazu in Kürze in einer ausführlichen Rezension.

— Miriam Pharo

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    Tír na nÓg. Der Auserwählte

    ralf_boldt

    31. October 2014 um 13:04

    Meister Aki und sein Schüler Cornelis brechen im Auftrag ihrer Bruderschaft zu einem riskanten Unternehmen auf. Sie sind beide Angehörige der „Bruderschaft der Archivare“. Diese sammelt und bewahrt in gewaltigen Bibliotheken und Rechenzentren das Wissen der vergangenen Zeit. Vor 1000 Jahren hat es eine Katastrophe gegeben, die das Ende der uns bekannten Welt gewesen ist. Doch die Menschheit hat überlebt und es sich wieder auf der neuen Welt eingerichtet. Aber diese Welt ist schon wieder in verschiedene Machtzentren zersplittert. Die Älteren, Menschen die die Katastrophe überlebt haben und unsterblich geworden sind, beherrschen die Welt. Aus den gewaltigen Ruinen der alten Städte sind unüberschaubare Slums entstanden, Labyrinthos genannt. Hier herrschen ganz eigene Gesetze. In dieser postapokalyptischen Welt begegnen wir großen dampfbetriebenen Bussen, die die Städte und Dörfer verbinden. Die ländliche Umgebung erinnert eher an das Mittelalter, während in den Städten modernste Technik installiert ist, die der des 21. Jahrhunderts zum Teil deutlich überlegen ist. Fusionsreaktoren liefern hier zum Beispiel Energie. Durch die vielen Fürstentümer und Königreiche sind Grenzstädte entstanden, wo es strenge Zollkontrollen gibt, wenn man von einem Gebiet ins nächste möchte. Neben den unsterblichen Älteren und den Menschen begegnen dem Leser eine Vielzahl von nichtmenschlichen und halbmenschlichen Wesen. Tier-Mensch-Hybriden leben gleichberechtigt in dieser Gesellschaft. Waldkinder mit grüner Haut bewohnen die Wälder und ein Metamorph, ein Gestaltwandler mit unheimlichen Kräften verfolgt die beiden Archivare. Dich welche Aufgabe haben Aki und sein Meister zu erfüllen? Die Bruderschaft ist gefährdet, eine Spaltung droht. Einige der Lehrer glauben an eine biblische Offenbarung – „To mega Therion“, die Schuld an der Katastrophe vor 1000 Jahren gewesen ist. Ein anderer Teil hängt der sogenannten Branentheorie an. Kollidierende Universen haben zum Unglück geführt. Ein Schisma der Bruderschaft droht. Meister Aki hat den Auftrag bekommen, das Geheimnis um die Katastrophe zu lösen. Die Lösung soll auf der Insel Tir na nÓg im Süden der bekannten Welt zu finden sein. Der erste Teil der Reise ist noch recht beschaulich. Mit einem Dampfbus verlassen sie die Stadt Corpus Mortui und fahren Richtung Süden. Doch schon bald geraten sie in die Unruhen eines beginnenden weltumspannenden Konflikts. Das Mädchen Raggah schließt sich ihnen an. Die erste Begegnung mit der jungen Frau verwirrt Cornelis sehr, denn sie steht unter dem hypnotischen Einfluß einer geheimnisvollen schwarzen Puppe. Doch Meister Aki kann den Bann lösen und den Speicher der Puppe auslesen. Auch Cornelis hat eine besondere Gabe, die es ihm ermöglichen soll, den Energieschirm um die Insel Tir na nÓg zu durchbrechen. Es stellt sich heraus, dass er das Ergebnis einer langen Selektion ist, um genau diese Aufgabe zu lösen. Mit den nun drei Gefährten erleben wir den Zustand der neuen Welt. Wie sehen gigantische unkontrollierbare Slums, gefährliche Mutanten im Untergrund und modernste Technologie, angewandt von den Älteren. Es ist gefährlich, ihnen zu helfen, denn nicht nur der Metamorph verfolgt sie. Auch die Älteren haben von der Reise und dem Auftrag erfahren und verfolgen ihre eigenen Interessen… Es die Geschichte einer typischen Quest. Doch die Welt, die uns Sean O’Connell beschreibt ist keine mittelalterliche Nacherzählung á la Herr der Ringe oder anderer bekannter Stoffe. Der Autor erschafft eine postapokalyptische Welt, die nach 1000 Jahren wieder eine eigene Stabilität gefunden hat. Bruderschaften wahren das alte Wissen, alte Technologie wird selbstverständlich eingesetzt. Neben modernsten Waffen finden wir dann aber auch Hellebarden und Schwerter, Dampfbusse befahren die Landstraßen und Fusionsreaktoren liefern Strom. Die geheimnisvollen Älteren herrschen mehr oder weniger öffentlich über die Welt. Sie scheinen um die Ursache der Katastrophe zu wissen, wenn sie gar Auslöser gewesen sind. Sie waren in der „alten“ Welt Wissenschaftler, die nach der Unsterblichkeit gesucht haben und verschiedene konkurrierende Wege gegangen sind. Doch was den Untergang eingeleitet hat, wird dem Leser noch nicht verraten. Die bekannte Welt besteht scheinbar nur noch aus einer einzigen Landmasse. Die einzelnen Regionen sind aber nicht nur über den Landweg, sondern auch über andere technisch-mystische Art und Weise verbunden. Gerade dieses Nebeneinander von mittelalterlicher Welt, bekannter Technik und unbekannter fortschrittlicher Technologie, die fast an das Mystische grenzt, machen den Charme des Buches aus. Dazu kommt noch eine Prise Steampunk und eine Menge Abenteuererzählung. Sean O’Connell schafft es, diese verschiedenen Versatzstücke ohne Bruchstellen unter einen Hut zu bringen. Die Sprache der handelnden Personen ist mal mittelalterlich-fantasy-lastig, mal zeitgenössischer Slang. Je nachdem, aus welchem Kulturkreis der jeweilige Sprecher kommt. Der Autor lässt die Geschichte langsam angehen und steigert dann das Erzähltempo in einer wilden Verfolgungsjagd. Rückblicke der verschiedenen Personen, besonders die Erinnerungen der Älteren nutzt der Autor, um wieder Fahrt herauszunehmen, die Welt zu beschreiben und in Puzzleteilen dem Leser die Ursache der Katastrophe näherzubringen. Die detailliert beschriebene (kleine) neue Welt bietet Raum für viele weitere Abenteuer und eine spannende Fortsetzung der Erzählung. Der Autor hat sehr viel Mühe in die Gestaltung dieser Welt gelegt. „Tir na nÓg” ist ein flottes, gut zu lesendes Buch, ohne die von moderner Fantasy bekannten Längen. Der Leser darf auf die weiteren Teile gespannt sein. Im Frühjahr 2012 soll schon der nächste Band erscheinen.

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  • Rezension zu "Tír na nÓg. Der Auserwählte" von Sean O'Connell

    Tír na nÓg. Der Auserwählte

    Ati

    22. November 2012 um 14:03

    Vor etlichen Jahren, meine Schwägerin und ich sahen uns im Kino Titanic an, hörte ich (glaube ich) zum ersten Mal von Tir na nÓg. Als ich bei Stöbern im Verlagsprogramm von Acabus Fantasy diese drei Worte las, fiel mir die entsprechende Filmszene sofort wieder ein. Das Schiff dem Untergang geweiht. Eine Frau mit ihren beiden Kindern, Passagiere der dritten Klasse, keine Chance von Bord zu kommen. Statt verzweifelt zu weinen und ihr Schicksal zu verfluchen, brachte die Frau ihre Kinder zu Bett und erzählte ihnen, ihre Gesichter streichelnd, die Geschichte von Tir na nÓg, was übersetzt etwa „Land der Jugend“ bedeutet, wie ich später herausfand. Ich weiß, es klingt verrückt, aber ich habe das Buch jetzt gerade vor mir liegen, weil ich mich an diese Szene erinnert fühlte und - die Inhaltsangabe nicht weiter beachtend - davon ausgegangen bin, dass es um jene Geschichte geht. Mit der hat der Roman aber nicht wirklich zu tun und mit Titanic natürlich schon gar nichts. Das Cover erinnert mich übrigens bei genauerer Betrachtung an einen Western. Keine Ahnung warum. Vielleicht liegt es an den Sepiatönen, in denen es gehalten ist. Vielleicht an dem Mann mit dem großen Hut, der darauf auch abgebildet ist. Doch natürlich ist der erste Teil von Tir na nÓg - Der Auserwählte auch kein Western. Stattdessen entführt der in England geborene, in London und Lindau aufgewachsene und heute in Ravensburg/Weingarten lebende Autor seine LeserInnen in die Zukunft. Und wer nicht unbedingt ein gedrucktes Buch in Händen halten will, kann den Roman auch als Hörbuch oder E-Book erwerben. O’Connell studierte Deutsch, Philosophie, Kunst- und Medienwissenschaften, arbeitete als Radiomoderator, Zeitungsredakteur und in der Werbebranche. Mittlerweile ist der seit seiner Kindheit schreibende Autor in der Computerbranche tätig. Sein Lieblingsgenre sind Science-Fiction und Fantasy, beeinflusst werden seine Arbeiten von China Mie¬ville, Jeff Noon, Kij John¬son und Ian R. MacLeod. Ganz neu ist seine Idee nicht. Es geht wieder einmal um eine dem Untergang geweihte Welt, die durch einen Auserwählten gerettet werden soll. Dieser Auserwählte und die in Aussicht gestellte Rettung sind lange schon prophezeit, wobei der Retter erst einmal nichts von seiner Bestimmung weiß oder gar ahnt. Die Welt, die es zu retten gilt, scheint die unsere zu sein, wird doch etwa Bezug auf die alten Griechen genommen. Sie teilt sich in Nordlande und Südmeer. Gleich eingangs des Buches findet sich eine Karte voller Ortsnamen und Gewässer, die es jedoch im Hier und Jetzt nicht gibt. Diese Welt wird im Buch sehr bildhaft beschrieben und stellt sich ein Jahrtausend nach der großen Katastrophe teils mittelalterlich, teils futuristisch, teils aus-dem-was-da-ist-das-Beste-machend dar. Die Hauptfigur ist Cornelis, der gerade 16 geworden, von einem Sammler, Meister Aki genannt, aus seinem bisherigen Leben geholt wird. Offiziell um ihm beim Sammeln von Informationen über die Vorgänge zu helfen, die letztlich zu der Katastrophe in der Vergangenheit geführt haben. Die Älteren, die noch davon wissen, machen mehr oder weniger ein Geheimnis daraus, Gerüchte und Halbwissen drohen in einen Krieg auszuarten. O’Connell verarbeitet in seiner Geschichte Mythen, Legenden, Magisches, Märchenhaftes. Figuren, die einem aus anderen Geschichten bekannt vorkommen. Dabei verzichtet er auf Vampire, Werwölfe oder ähnliche, seit längerem gerne verarbeitet Gestalten. Und obwohl seine Figuren und die Reise, die sie antreten, ideentechnisch betrachtet schon mehrfach verarbeitet worden sein mögen, gestaltet der Autor alles in einem ganz eigenen Stil. In O’Connells Zukunftswelt tummeln sich nicht nur Menschen, sondern Wesen aus verschiedenen Dimensionen. Es ist von den Anunnaki die Rede, jenen riesenhaften Wesen eventuell außerirdischen Ursprungs, deren Skelette den realen Medienberichten zufolge immer mal wieder anscheinend bei Ausgrabungen aufgetaucht und als Fake abgetan worden sind. Schon angesichts der Beschreibung ihres Kopfes/Gesichtes her kann man hier auf Außerirdische tippen, wenn sie auch abgesehen von ihrer Größe sonst den Menschen ähneln. Es gibt kleine Puppen, mit deren Hilfe sich die Anunnaki willenlose (Menschen-)Sklaven schaffen können. Es gibt Gestaltwandler, die sich in jede x-beliebige Form verwandeln können, aber nicht sehr gescheit sind. Die über Leichen gehen, um ihren Herzenswunsch erfüllt zu bekommen. Nicht zu vergessen die Insektoiden in Gestalt riesiger Gottesanbeterinnen, die Appetit auf Cornelis und Meister Aki haben. Es gibt Fanatiker und Fatalisten, scheinbar Allwissende und Unwissende, intrigante und hilfsbereite, stärkere und schwächere Charaktere. Unsterbliche gefällig? Auch die gibt es in O’Connells Geschichte in Form der gottgleichen Älteren. Sie leben auf Tir na nÓg, seit der Zeit der großen Katastrophe, geschützt durch ein energetisches Bollwerk. Jenes Bollwerk kann nur von jemandem mit dem passenden genetischen Code überwunden werden, dem Auserwählten. Spätestens jetzt wird klar, dass Cornelis nicht willkürlich von Meister Aki ausgesucht wurde. Der Schreibstil des Autors hat es mir erschwert, in die Geschichte einzutauchen. Das Buch beginnt in einem etwas unübersichtlichen, nicht klar abgegrenzten Mix aus Rückblenden und aktuellem Geschehen, nicht sehr mitreißenden Dialogen und zu ausführlichen Erklärungen. Hinzu kommen ein etwas naiver, eingangs eher mürrisch als sympathisch wirkender Hauptcharakter, der seine Bestimmung nicht so recht annehmen möchte, und sein teils zu belehrend wirkender Lehrmeister. Sehr schnell taucht eine große Zahl an Nebencharakteren auf, die es ebenfalls nicht erleichtern, in die Geschichte einzutauchen. Und wie in vielen Romanen ähnlicher Thematik werden viele ihrer Handlungsweisen eher präsentiert als logisch begründet aufgebaut. Mit dem Auftaktroman Der Auserwählte aus der Tir na nÓg-Reihe hat man also schon mal kein Buch zur Hand, das man einfach so nebenbei lesen kann. Bedauerlich fand ich auch, dass O’Connells Figuren in ihrer fantastischen und doch so bekannten Welt dann noch auf Schusswaffen angewiesen waren. Dennoch wollte ich, nachdem ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte, wissen, wie es mit Cornelis und seinen Mitstreitern, aber auch mit den Widersachern weitergeht. Was sich hinter dem Großen Tier versteckt, das anscheinend für das Ende unserer (?) Zivilisation und einen Neuanfang sorgte. O’Connell deutet vieles an, lässt aber genauso vieles offen, was darin begründet sein dürfte, dass es einen zweiten Teil gibt, der bereits auf dem Markt ist. Sieht man von den ersten zwei, drei Kapiteln ab, haben mir die sehr bildhaften Beschreibungen gefallen, ließen sie doch ein klares Bild der Welt entstehen, in der Cornelis sich auf seine beschwerliche Reise macht. Außerdem hat mir der Metamorph einen neugierig machenden Schauer über den Rücken gesandt. Fazit: Man muss sich an den Schreibstil von O’Connell gewöhnen und sollte grundsätzlich einen Lesegeschmack haben, der sich etwas abseits gerade marktüblicher Fantasygeschichten entfaltet. Dann jedoch wird man mit einer Geschichte belohnt, die sich wohlwollend vom Gros abhebt und fantastische mit realen Elementen, Zukunftsfiktion mit Tatsächlichem, Altes mit Neuem verknüpft. Einem durchwachsenen Auftaktroman, der bei genauerem Überlegen vielleicht doch mehr mit der eingangs erwähnten Geschichte zu tun hat, als ich anfangs dachte, wenn auch nur im übertragenen Sinn. Dem ich drei von fünf Punkten geben möchte und der mich trotz der erwähnten Schwächen neugierig auf die Fortsetzung gemacht hat. 2012, Antje Jürgens (AJ)

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  • Rezension zu "Tír na nÓg. Der Auserwählte" von Sean O'Connell

    Tír na nÓg. Der Auserwählte

    Miriam Pharo

    25. March 2012 um 19:37

    Was geschah vor tausend Jahren? Welche Katastrophe fegte eine ganze Zivilisation hinfort? Bis heute vermag es niemand zu erklären. Die Älteren sind die einzigen, die die Wahrheit kennen, aber sie halten ihre Nachkommenschaft im Unklaren. Hier und da sind Fragmente der alten Welt zu finden, doch ergeben sie wenig Sinn. So machen sich Meister Aki und sein Schüler Cornelis von der Bruderschaft der Archivare auf den Weg zur Insel Tír na nÓg, um eine Antwort zu finden. Was dann folgt, ist mehr als nur eine Geschichte nach gängigem Quest-Muster. Zwar begegnen Aki und Cornelis fremden Wesen, die einem vertraut vorkommen - Gestaltenwandler, hier Metamorphen genannt, insektoide Wesen, Kreaturen à la Area 51 - und natürlich springen sie das eine oder andere Mal dem Tod gerade noch so von der Schippe. Zudem bahnt sich ein großer Krieg an, alles nur wegen Cornelis, der die Rettung der Welt in seinen jungen Händen hält. Doch das alles ist nur ein Teil der Geschichte. In Rückblenden erfährt man nach und nach, warum sich die Älteren überworfen haben und man beginnt zu erahnen, wie es zu der Katastrophe kommen konnte. Für mich persönlich der spannendste Aspekt dieses Romans. Die Grundidee, auf der alles basiert, ist genial. Mehr möchte ich dazu aber nicht verraten. Interessant finde ich, dass die Randfiguren detaillierter beschrieben sind als die Hauptfiguren. Nach eigenen Worten orientiert sich der Autor dabei an der Gralsdichtung, in der Bors, Galahad oder Peredur vage charakterisiert sind. Meister Aki und Cornelis sollen als eine Art Container für den Leser dienen, in die sie ihre eigenen Gedanken und Vorstellungen leeren. Ein interessanter Ansatz, den ich etwas gewöhnungsbedürftig finde, auch wenn er das Lesevergnügen in keiner Weise beeinträchtigt. Apropos Lesevergnügen: Die große Stärke von Sean O'Connell liegt für mich persönlich in seiner bildhaften Schreibe. Wunderbar, wie er seine Welt schildert und dabei genussvoll die gesamte Klaviatur der Sprache nutzt: 'Über dem Nalu spannte sich eine breite, geschwungene Steinbrücke, darauf wucherte ein wildes Geschwür von Geschäften und Häusern mit zahlreichen Arkaden, Unterführungen, Leitern und sich in die Höhe schraubenden Steinstufen. Die Gebäude waren krumm und schief und meist haltlos ineinander verschachtelt. Sie stapelten sich aus Platzmangel himmelwärts in das grauhässliche Wolkenmeer über Station Snnenallee.' Der Autor verbindet in "Tír na nÓg" mehrere Genres wie Steampunk, Science-Fiction und Fantasy. Das ist mutig und spannend zugleich. Mag dieser Mix noch ein paar kleine Ecken und Kanten haben, so ist er definitiv ein erster - wichtiger! - Schritt raus aus dem tristen Einerlei der gegenwärtigen Fantasy-Literatur. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!

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