Sebastian Abbot

 4,3 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Spiel des Lebens.

Lebenslauf von Sebastian Abbot

Sebastian Abbot studierte Wirtschaftswissenschaften in Princeton und Public Policy in Harvard. Er arbeitete u.a. in Kairo und Islamabad und leitete dort das Büro von Associated Press. Heute lebt und arbeitet Sebastian Abbot in New York.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Sebastian Abbot

Cover des Buches Spiel des Lebens (ISBN: 9783841906335)

Spiel des Lebens

 (3)
Erschienen am 07.05.2020

Neue Rezensionen zu Sebastian Abbot

Cover des Buches Spiel des Lebens (ISBN: 9783841906335)lesefreude_books avatar

Rezension zu "Spiel des Lebens" von Sebastian Abbot

In Afrika auf der Suche nach dem nächsten Messi
lesefreude_bookvor 8 Monaten

„Football Dreams“ – so der klingende Name des größten Scoutingprojekts in Afrika. Colomer, der Entdecker Messis, ist federführend und möchte in Afrika den nächsten Messi finden. Finanziert wird das Projekt vom Golfstaat Katar, wo 2022 die Fußball-Weltmeisterschaft stattfinden wird.

Doch warum investiert ein Land wie Katar Millionen in ein derartiges Projekt?  Dieser Frage geht Sebastian Abbot unter anderem auf den Grund. Dabei zeigt er die ehrgeizigen Fußballambitionen des Golfstaats in dem Geld keine Rolle zu spielen scheint.

Der Autor erzählt die Geschichten von drei jungen, afrikanischen Talenten, die den Sprung nach Europa schaffen wollen. Der FC Barcelona ist ihr großer Traum. Dabei sind die Geschichten sehr unterschiedlich, wenngleich alle drei ähnlichen Herausforderungen gegenüberstehen.

Mir gefällt sehr gut, wie sich der Ton im Laufe des Buches verändert. Bei der ersten Reise nach Afrika spürt der Leser die freudige Nervosität hier etwa großes zu Erschaffen. Doch im Laufe des Buches wird der Tonfall zunehmend kritischer. Niemand kann es sich leisten ein derartiges Projekt aus reiner Nächstenliebe zu finanzieren. Sebastian Abbot geht den Motiven auf den Grund und beäugt „Football Dreams“ zunehmend kritischer.

Sehr gut haben mir die vielen allgemeinen Einblicke in das Nachwuchssouting gefallen. Woran erkennt man überhaupt einen guten Fußballer vor allem in ganz jungen Jahren? Wie gehen Scouts vor und wie sieht die (menschen-)rechtliche Situation aus? Denn einen 13-jährigen afrikanischen Jungen alleine mit den letzten Ersparnissen der Familie nach Europa zu schicken, kommt Menschenhandeln schon sehr nahe. Kein Wunder das hier genug Schindluder betrieben wird und Betrüger die Träume der Jungs ausnutzen.

Wer am Ende noch mehr zu dem Thema wissen möchte, bekommt von Sebastian Abbot eine umfangreiche Leseliste aller Bücher, die ihm bei der Recherche unterstützt haben.

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Cover des Buches Spiel des Lebens (ISBN: 9783841906335)lielo99s avatar

Rezension zu "Spiel des Lebens" von Sebastian Abbot

Fußball und Geld regieren die Welt
lielo99vor 9 Monaten

Ob die Fußballweltmeisterschaft tatsächlich im Jahr 2021 stattfindet, das weiß kein Mensch. Nicht etwa, weil Katar nicht vorbereitet ist. Nein, ein kleiner Virus kann die ganze Welt auf den Kopf stellen. Als es bekannt wurde, wer den Zuschlag für 2021 erhielt, wurden die reichen Scheichs rege. Sie wollten eine Fußballnationalmannschaft, die die besten Spieler vereinte. Es wurde mit viel Aufwand und noch mehr Geld „Football Dreams“ gegründet. Und davon handelt das Buch „Spiel des Lebens“.


Bei dem Projekt handelt es sich angeblich um das größte seiner Art. Viele Tausende Jungen wurden unter anderem von Herrn Colomer begutachtet. Sobald sie seinen Anforderungen entsprachen, kamen sie nach Europa und waren auf dem besten Weg, ein Star zu werden. Das Hauptziel von Colomer war Afrika und das gutem Grund. Die Kinder haben keine richtigen Bälle, sie spielen mit gebündelter Kleidung oder kleinen Plastikbällen. Aber sie trainieren täglich mehrere Stunden und allein das unterscheidet sie von den Jungen, die in Europa im Verein spielen. Sie sind Virtuosen am Ball. Messi war übrigens auch einer dieser Jungen, die von Colomer auf seinem Weg nach oben zeitweise begleitet wurde.


Das Buch zeigt, welche Kriterien bei der Talentsuche eine Rolle spielen. Sie unterscheiden sich sehr von jenen anderer Sportarten. Aufgelockert wird Spiel des Lebens durch Originalfotos und lebhaft geschilderte Erlebnisse der drei Hauptpersonen. Mittlerweile hat auch das reiche Katar mit Einbußen zu kämpfen und das Projekt „Football Dreams“ existiert nicht mehr. Spannend war das Buch aber trotzdem für mich. Hat es mir doch mal wieder gezeigt, dass nicht nur Geld sondern zeitweise auch Fußball die Welt regiert.

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Cover des Buches Spiel des Lebens (ISBN: 9783841906335)E

Rezension zu "Spiel des Lebens" von Sebastian Abbot

Der TRaum vom afrikanischen Messi
evaczykvor 9 Monaten

Vom Lifestyle, Geld und vor allem vom Ruhm der Profifußballer sind wohl Kinder und Jugendlicher in aller Welt beeindruckt, die sich für Fußball interessieren. Und nirgends sind die Träume und die Hoffnungen größer als in den Ländern des globalen Südens, wo viele Menschen in Armut leben und die Bildungs- und Aufstiegschancen für die meisten Kids gering sind - und wo gleichzeitig die Liebe zum Fußball enorm ist. Der Straßenfußball, den man in Deutschland ja immer weniger findet, weil der sportbegeisterte Nachwuchs "ordentlich" im Verein angemeldet wird, ist in den Ländern Afrikas allgegenwärtig.

In "Spiel des Lebens" beschreibt Sebastian Abbot ein Scouting-Projekt des Golfstaats Katar und des spanischen Talentsuchers Josep Colomer, der das Projekt "Football Dreams" ins Leben gerufen hat, auf der Suche nach dem neuen, dem afrikanischen Messi. Mit der "Aspire"-Akademie in Doha, mehr noch aber ihrem Ableger in Senegal sollte der talentierteste Nachwuchs auf die mögliche Profi-Laufbahn vorbereitet werden. Und diese Laufbahn, in einem europäischen Club, hatte jedes der jungen Talente, die sich in den Tryouts durchsetzen konnten, als großes Ziel vor Augen.

Im Originaltitel heißt das Buch "Away Game" - und das trifft die Motivation der jungen Fußballer sogar noch besser. Denn ihr Ziel ist es ja, weg zu kommen aus ihren Ländern, aus Afrika, dorthin, wo ihre großen Vorbilder in den Spitzenclubs der Ligen spielen. Abbot hat lange recherchiert, mit Trainern, Scouts und Football Dreams-Mitarbeitern gesprochen, vor allem aber immer wieder mit den jungen Spielern, die er porträtiert und deren Weg er über die entscheidenden Jahre zwischen Straßenfußball und der Suche nach einem Profi-Vertrag verfolgt.

"Spiel des Lebens" zeigt - Träume können an der Realität, an falschen Entscheidungen oder auch an menschlichen Querelen hart scheitern. Die Jungen aus Ghana, Senegal, Nigeria und anderen Ländern, die die Chance durch Football Dreams nutzen wollen, müssen lernen, dass Talent und Ehrgeiz, auch die Spielerfahrung, die sie auf der Straße und Schotter-Bolzplätzen gesammelt haben, nur bis zu einem gewissen Punkt helfen. Denn Profi-Fußball ist vor allem ein Geschäft - und da wollen viele mitmischen. Mal ist es ein falscher Berater, der nur an das schnelle Geld und nicht an das beste für den Schützling denkt, mal ist es die Erwartungshaltung der Familie, die die jungen Spieler unter Druck setzt.

Hinzu kommt Altersbetrug, der wohl auch bei einem erheblichen Teil der Jungen im Spiel war und der angesichts der weit verbreiteten Korruption in ihren Herkunftsländern leichter durchzubringen war als in Europa. Da stellt sich dann auch die Frage, ob die Akademie, ob Football Dreams nicht gleich bei der Entscheidung über die Tryouts viel genauer hätte hinsehen müssen. Manches, was Abbot über Spielintelligenz und Leistungsvermögen schreibt, ist ziemlich langgezogen und wohl nur für diejenigen interessant, die sich genauer mit Fragen von Training und Leistungssteigerung befassen. Persönlich fand ich es viel spannender, über die Wege der jungen Fußballer zu Erfolg oder Scheitern zu lesen.

Ein Problem, das die jungen Spieler mit europäischen Altersgenossen gemeinsam haben dürften, die in den Profi-Fußball wollen: Die wenigsten haben einen Plan B für den Fall, dass es doch nicht klappt mit der Profikarriere. Im Fall der afrikanischen Spieler sind die Konsequenzen angesichts verbreiteter Jugendarbeitslosigkeit noch einmal wesentlich härter, vor allem, da kaum einer der porträtierten Spieler einen Schulabschluss vorweisen konnte, nicht einmal nach den Jahren mit Schulunterrricht in der Akademie. Dass sich das bitter rächen kann, ist wohl nicht überraschend.

Ich habe einen Artikel über "Spiel des Lebens" gelesen, in dem von Neokolonialismus und modernem Sklavenhandel die Rede war. Na ja - Katar hatte nie Kolonien in Afrika, und der Handel mit Fußballtalenten geschieht ja nun wirklich nicht ohne Mitwirkung und Einverständnid der gehandelten. Da würde ich dann eher an das Schicksal der asiatischen und afrikanischen Bauarbeiter und Hausangestellten in Katar und anderen Golfstaaten denken, die oft unter Bedingungen leben und arbeiten, die mehr an Sklaverei als an einen regulären Job erinnern.

Sind die Träume der jungen Fußballer unrealistisch? Wer schon einmal die Begeisterung afrikanischer Kinder erlebt hat, die auf holprigen Böden barfuß oder in Flip flops dribbeln und kicken, ob in Slums, in Flüchtlingslagern oder in Dörfern, die vergessen vom Rest der Welt scheinen, notfalls mit einem aus Lumpen zusammengenähten Ballersatz, weiß: Fußball ist in Afrika viel mehr als nur ein Spiel. Wenn dann noch die Hoffnung keimt, gut genug für eine Laufbahn als Profi zu sein, haben diese Kinder und Jugendlichen viel weniger Ablenkungspotential als ihre europäischen Altersgenossen, einfach schon deshalb, weil die meisten von ihnen so viel weniger zur Verfügung haben. Diesen unbedingten Glauben an sich selbst und die eigenen Fähigkeiten zu haben, kann ja durchaus positiv sein. Nötig wäre sicherlich mehr Ehrlichkeit der Ausbilder gewesen, dass nicht jeder es schaffen kann und ein Plan B nötig ist. Aber ehrlich - welcher talentierte Teenager rechnet schon mit Scheitern?

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