Sebastian Barry

 4 Sterne bei 42 Bewertungen
Autor von Ein verborgenes Leben, Tage ohne Ende (Steidl Pocket) und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Sebastian Barry

In allen Gattungen der Literatur zu Hause: Sebastian Barry ist 1955 in Dublin geboren und auch dort aufgewachsen. Er besuchte die Catholic University School und studierte am Trinity College. 1982 wurde sein erster Roman „Macker’s Garden“ veröffentlicht, wodurch seine schriftstellerische Karriere ins Laufen kam. Es folgten weitere Romane und auch im Bereich der Lyrik war Barry erfolgreich, bevor er 1986 erstmals die Dramatik für sich entdeckte und das Theater für ihn zur wichtigsten Form wurde. Am bekanntesten ist Barry dennoch für seinen Roman „Ein langer langer Weg“, der auf die Shortlist des Booker Prize 2005 kam und 2006 den Kerry Group Irish Fiction Award erhielt. Barrys Texte beschäftigen sich häufig mit der Politik und den Kriegen im 20. Jahrhundert, wie beispielsweise sein Roman „Tage ohne Ende“, der 2017 auf der Longlist des Man Booker Preises stand.

Neue Bücher

Ein langer, langer Weg (Steidl Pocket)

Neu erschienen am 27.05.2020 als Taschenbuch bei Steidl GmbH & Co. OHG.

Tausend Monde

Erscheint am 30.09.2020 als Hardcover bei Steidl GmbH & Co. OHG.

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Cover des Buches Tage ohne Ende (Steidl Pocket)9783958297272

Tage ohne Ende (Steidl Pocket)

 (13)
Erschienen am 19.03.2020
Cover des Buches Ein verborgenes Leben9783423139946

Ein verborgenes Leben

 (18)
Erschienen am 01.05.2011
Cover des Buches Mein fernes, fremdes Land9783423143127

Mein fernes, fremdes Land

 (1)
Erschienen am 01.05.2014
Cover des Buches Tage ohne EndeB07NZQK2YV

Tage ohne Ende

 (1)
Erschienen am 01.02.2019
Cover des Buches Ein langer, langer Weg9783869306636

Ein langer, langer Weg

 (1)
Erschienen am 11.02.2014
Cover des Buches Tausend Monde9783958297753

Tausend Monde

 (0)
Erscheint am 30.09.2020
Cover des Buches Ein langer, langer Weg (Steidl Pocket)9783958297722

Ein langer, langer Weg (Steidl Pocket)

 (0)
Erschienen am 27.05.2020
Cover des Buches Gentleman auf Zeit9783958292895

Gentleman auf Zeit

 (0)
Erschienen am 05.05.2017

Neue Rezensionen zu Sebastian Barry

Neu

Rezension zu "Tage ohne Ende" von Sebastian Barry

Endlos kann so ein Tag werden
Daphne1962vor einem Monat

Man freut sich immer, wenn ein Autor was zu interessantes zu erzählen hat. So auch bei Sebastian Barry. Ein im Jahr 1955 in Dublin geborener Autor. Er schreibt Theaterstücke, Lyrik und Prosa. Nun bin ich erfreut, der Empfehlung einer Buchhändlerin meines Vertrauens gefolgt zu sein.

Sprachgewaltig erzählt der Ich-Erzähler Thomas McNulty vom Krieg und der Gewalt gegen die Indianer. Wie die Einwanderer sich alles nahmen, was den Ureinwohnern gehörte. Ganze Völker auslöschten und abschlachteten. Später auch die Nordstaatler gegen die Südstaatler, die der Befreiung der schwarzen Sklaven entgegen traten. Brutal, aber grandios erzählt. Aber es geht nicht nur brutal in dieser Art von "Western" zu. 

Thomas McNulty lernt durch Zufall den nur etwas älteren Jungen John Cole kennen. Die beiden Jungs ziehen zusammen los und verdingen sich ihren Lebensunterhalt als "tanzende Mädchen" in einer Gegend, die hauptsächlich von Männern bewohnt wird. Nach dem dieses schöne Leben zu Ende geht, bleibt ihnen nur die Möglichkeit sich der Armee zu verpflichten. Hier verbringen sie die nächsten 5 Jahre, die alles andere als ein Zuckerschlecken wird. Sie stolpern, unzertrennlich durch das Grauen. Aber sie finden auch eine andere Möglichkeit ihr Leben gemeinsam außerhalb der Armee zu leben. Sie adoptieren ein Indianermädchen und versuchen sie vor den Gefahren, die in dieser rauen und barbarischen Welt herrscht zu beschützen. Die Kälte der Menschen, denen ein Mord überhaupt nichts ausmacht, denen die Menschlichkeit abhanden gekommen ist.

Es gibt so gut wie keine Absätze in diesem nur 261 Seiten langem Buch. Das macht aber gar nichts. Bei so einer außergewöhnlichen Art des erzählens bemerkt der Leser das überhaupt nicht. Es steckt sogar viel Humor in diesen Sätzen, wo Vergleiche gezogen werden, wie "Er schwitzte wie eine feuchte Mauer" oder auf Seite 126 "Abgesehen von den endlosen Metern Regen, die dicht wie Tuch auf uns herabfallen."

Man könnte als ergriffener Leser Seitenweise aus diesem Buch zitieren. Das würde aber die Rezession sprengen. Daher mein Anliegen, wer sich in der Sprache von guten Autoren gerne verliert, der sollte dieses Buch unbedingt lesen. Denn es kommen auch Wörter darin vor, die man seit ewigen Zeiten nicht mehr gehört hat. Quäntchen ist so ein Wort. Ich dachte schon dieses Wort würde gar nicht mehr existieren. Ängstliche Leser, die mehr die Harmonie lieben, für die ist dieses Buch nicht geeignet. Eher die Menschen, die das Leben von ihrer wahren Seite begreifen. Ein wertvolles Buch, von dessen Autor ich gerne in Zukunft noch mehr lesen möchte. 

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Rezension zu "Tage ohne Ende" von Sebastian Barry

Tage ohne Ende
schokoloko29vor 3 Monaten

Thomas McNulty und John Cole liefen sich zufällig mit 12/13 Jahren über den Weg. Thomas ist Ire und ist durch die große Hungersnot nach Amerika mit dem Schiff gelandet. Er überlebte die Schifffahrt und auch das große Fieber und schlug sich als Heranwachsender alleine durch. Denn wenn man überlebt dann ist das schon eine Leistung. Mit John Cole hat er einen Kumpel gefunden, der durch dick und dünn geht und der auch sein Geliebter war.

Zuerst waren sie verkleidete Tanzmädchen. Sie wurden dazu bezahlt mit Männern in einem Saloon zu tanzen. Nachdem es nicht mehr zu überdecken war, dass sie Männer wurden, meldeten sich bei beim Heer an.

Dort kämpften sie gegen die Indianer. Es werden bis ins kleinste Detail das Massakrieren der Menschen beschrieben. Auch die Gräueltaten im Bürgerkrieg und die Brutalität gegenüber den schwarzen Menschen werden genau beschrieben.

Außerdem die Ritte durch die Prärie mit ihrer außergewöhnlichen Landschaft veranschaulicht. Als Leser spürt man die Weite der Landschaft, das harte und karge Leben eines Soldaten. Wie der Rücken einem schmerzt, wenn man den ganzen Tag mit dem Pferd unterwegs ist und dann abends sich auf dem Boden liegt und schläft. Wie die Moskitos einen malträtieren, wie der Sturm den Soldaten frieren lässt und wie die Hitze den Soldaten so zusetzt, dass einer vom Pferd fällt.

Die Geschichte ist schonungslos, authentisch, hart und brutal. Und trotzdem steht die Menschlichkeit und die Freundschaft über allem.

Fazit:

Nichts für schwache Nerven, da die Geschichte sehr hart über den Genozid der Indianer beschreibt. Aber Leser, die das nicht stört, kann ich es nur empfehlen.


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Rezension zu "Tage ohne Ende (Steidl Pocket)" von Sebastian Barry

Thomas McNulty und die Schrecken des Lebens
Noellivor 4 Monaten

Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch durch das "Literarische Quartett". Alle Kritiker waren sich bei diesem Buch einig, dass es hervorragend sei und man es unbedingt lesen müsse. Das, und die vielen guten Bewertungen hier auf Lovelybooks und Amazon weckten meine Neugier.  

Und darum geht es:

Der Ich-Erzähler Thomas McNulty, ein Ire, der vor der Großen Hungersnot aus seinem Heimatland Irland zuerst nach Kanada und schließlich nach Amerika geflohen ist, erzählt uns rückblickend von seinem Leben. Von seiner Flucht aus Irland, der ersten Begegnung mit seinem späteren Gefährten und Liebhaber John Cole, vom Krieg gegen die Indianer und vom amerikanischen Bürgerkrieg berichtet Thomas McNulty mit einer großen Offenheit. Er erzählt von Freundschaften, Liebe, Krieg und all den Schrecken des Lebens. Er und John Cole arbeiten zuerst als Tanzmädchen in einem Saloon für Bergarbeiter, verkleiden sich als Mädchen und verzaubern die Zuschauer. Doch die Pubertät macht ihnen hier irgendwann einen Strich durch die Rechnung und so verdingen sie sich bei der Armee. Sie führen Krieg gegen die Indianer und kämpfen im amerikanischen Bürgerkrieg auf der Seite der Union gegen die Rebellen. Sie adoptieren ein Indianermädchen namens Winona und versuchen nur, zu überleben und ihr Glück zu finden.

Meine Meinung:

Ich fand dieses Buch absolut großartig. Zugegeben, ich hatte meine Startschwierigkeiten, was vor allem an dem Schreibstil lag, an den ich mich erst einmal gewöhnen musste. Als ich mich jedoch nach ca. 20 Seiten daran gewöhnt habe, hat mich die Geschichte rund um das Leben von Thomas McNulty absolut gefangen genommen. Die Schlachten und Grauen, die in diesem Buch geschildert werden, sind definitiv nichts für schwache Nerven. Sie sind so bildhaft geschildert, dass man wirklich das Gefühl hat, live dabei zu sein. "Tage ohne Ende" ist kein Buch, was man mal eben schnell durch liest. Es ist ein brutaler, spannender Western, der eine unglaubliche Atmosphäre schafft, die ich bisher bei kaum einem anderen Buch in diesem Ausmaß gespürt habe! Mich konnte es absolut fesseln und begeistern und ich vergebe deshalb 5 von 5 Sternen.

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Sebastian Barry wurde am 05. Juli 1955 in Dublin (Irland) geboren.

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