Sebastian Barry

 3.6 Sterne bei 27 Bewertungen
Autor von Ein verborgenes Leben, THE SECRET SCRIPTURE und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Sebastian Barry

In allen Gattungen der Literatur zu Hause: Sebastian Barry ist 1955 in Dublin geboren und auch dort aufgewachsen. Er besuchte die Catholic University School und studierte am Trinity College. 1982 wurde sein erster Roman „Macker’s Garden“ veröffentlicht, wodurch seine schriftstellerische Karriere ins Laufen kam. Es folgten weitere Romane und auch im Bereich der Lyrik war Barry erfolgreich, bevor er 1986 erstmals die Dramatik für sich entdeckte und das Theater für ihn zur wichtigsten Form wurde. Am bekanntesten ist Barry dennoch für seinen Roman „Ein langer langer Weg“, der auf die Shortlist des Booker Prize 2005 kam und 2006 den Kerry Group Irish Fiction Award erhielt. Barrys Texte beschäftigen sich häufig mit der Politik und den Kriegen im 20. Jahrhundert, wie beispielsweise sein Roman „Tage ohne Ende“, der 2017 auf der Longlist des Man Booker Preises stand.

Neue Bücher

Tage ohne Ende
 (1)
Neu erschienen am 14.09.2018 als Hardcover bei Steidl GmbH & Co. OHG.

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Sebastian BarryEin verborgenes Leben
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Ein verborgenes Leben
Ein verborgenes Leben
 (17)
Erschienen am 01.05.2011
Sebastian BarryMein fernes, fremdes Land
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Mein fernes, fremdes Land
Mein fernes, fremdes Land
 (1)
Erschienen am 01.05.2014
Sebastian BarryTage ohne Ende
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Tage ohne Ende
Tage ohne Ende
 (1)
Erschienen am 14.09.2018
Sebastian BarryEin langer, langer Weg
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Ein langer, langer Weg
Ein langer, langer Weg
 (1)
Erschienen am 11.02.2014
Sebastian BarryGentleman auf Zeit
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Gentleman auf Zeit
Gentleman auf Zeit
 (0)
Erschienen am 05.05.2017
Sebastian BarryDie Zeitläufte des Eneas McNulty
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Die Zeitläufte des Eneas McNulty
Sebastian BarryTHE SECRET SCRIPTURE
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THE SECRET SCRIPTURE
THE SECRET SCRIPTURE
 (3)
Erschienen am 29.01.2009
Sebastian BarryOn Canaan's Side
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On Canaan's Side
On Canaan's Side
 (1)
Erschienen am 28.08.2012

Neue Rezensionen zu Sebastian Barry

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Rezension zu "Tage ohne Ende" von Sebastian Barry

Western in besonderer Form
michael_lehmann-papevor 23 Tagen

Western in besonderer Form

Es ist ein intensiver Monolog, mit dem jener Thomas, Soldat der Kavallerie, in der frühen zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, den Leser mitten hinein in den „Westen des Westerns“ holt.

Einerseits sein Schicksal, das der Ich-Erzähler allgemeingültig fast mit der damaligen Zeit verknüpft (was alleine schon der Rückblick des gebürtigen Iren auf die Hungersnöte jener Zeit, die Verschiffung nach Amerika und den schwierigen Anfang dort angeht), andererseits ein Lebensweg mit besonderen Eigenarten, wie schon die Kleidung verrät, welche Thomas und sein engster Freund in jenem Saloon für einige Jahre tragen. Eine besondere Freundschaft, die den Rahmen „normaler Western“ deutlich sprengen wird.

Wie überhaupt die „Action“ eher lakonisch am Rande miterzählt wird, wichtiger aber die Reflexionen und Reaktionen auf die Gewalt der Indianerkriege, des Bürgerkriegs, die Sehnsucht nach einem „Ankommen“ und überhaupt die Sorge ums Überleben in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken.

„Glauben Sie mir, wenn ich sage, es gibt einen bestimmten Typ Mann, der liebt es, Soldat zu sein, egal wie elend der Lohn“. Und egal, welche Aufgabe gestellt wird. Ein Trott entsteht, der weniger nach richtig oder falsch fragt, sondern in der Verbindung zu den anderen Kameraden und den Vorgesetzten gründet. Befehlen gehorchen, klaglos durch Schmutz, Regen und Hunger sich bewegen, miteinander sich freuen, wenn gute Zeiten anbrechen. Für die, als ein Beispiel, die atmosphärisch dichte Büffeljagd und die Freude an den vollen Bäuchen im Buch steht.

Doch holprig ist der Weg. Angeeckt wird werden, Pläne entstehen und vergehen und immer wieder dringt die Härte und Brutalität des Kampfes durch die Seiten ungefiltert und schlicht erzählt auf den Leser ein.

„Aber zuerst zückte er ein scharfes Messer, das er bei sich trägt, aus ner abgebrochenen, eisernen Spitze gemacht. Das wollte er mir in den Leib rammen, falls es so aussieht, als würd ich ihm fies kommen“.

So bewegt sich Thomas genau auf der Grenzlinie der damaligen Zeit, nimmt den Leser mit in dieses, letztlich unrühmliche und blutdürstige Kapitel amerikanischer „Eroberungsgeschichte“, ist einerseits Teil von all dem, Soldat und im Umgang mit der Waffe hoch talentiert, und andererseits in seiner ganzen Haltung und Lebensweise anders, eng gebunden an seinen einzigen und intensiven Freund.

Hervorragend versteht es Barry dabei, in einfacher, lakonischer, dennoch bildkräftiger Sprache das Düstere, Unmenschliche jener Zeit und jener geographischen Region mit einem aussagekräftigen und außergewöhnlichen Charakter als Hauptfigur, an dem sich die Geschichte der Eroberung des Westens exemplarisch ablesen lässt.

Eine sehr zu empfehlende Lektüre.

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serendipity3012s avatar

Rezension zu "Mein fernes, fremdes Land" von Sebastian Barry

Am Ende eines Lebens
serendipity3012vor 2 Jahren

„Wie klingt es, wenn einer Neunundachtzigjährigen das Herz bricht?“ S. 11

Sebastian Barrys Roman „Mein fernes, fremdes Land“ beginnt mit dieser Frage, gestellt von Lily Bere, die uns ihre Lebensgeschichte erzählt. Jung floh sie aus Irland in die USA, ließ ihren Vater und ihre Schwestern zurück, schon damals in dem Wissen, dass sie sie vielleicht nie wieder sehen würde. Nun, hochbetagt, liegt ein bewegtes Leben hinter ihr, ein Leben voller Verlust und Schmerz. Mehr als einmal hat sie von vorn anfangen müssen. Nie hat sie aufgegeben.

Nun aber mag sie nicht mehr. Ihr Enkel Bill ist tot, und ohne ihn möchte sie nicht mehr leben. Ihre Lebensgeschichte, die sie nun aufschreibt, ist so etwas wie ihr Vermächtnis, das sie hinterlassen möchte, bevor sie sich das Leben nehmen will. Sie zählt die Tage und es gibt nur eine Zeitrechnung, in der ihr das möglich ist: Es sind die Tage ohne Bill, die sie zählt, und jeder einzelne scheint einer zu viel zu sein.

Einige Bekannte, Freunde, sind ihr geblieben, die nach ihr sehen, sich kümmern. Lily hat Stolz, hat gelernt, stark zu sein und kommt gut zurecht.

„Ich saß ganz still da. Ich wollte vor ihm nicht in Tränen ausbrechen. Tränen sind ehrlicher, wenn man sie allein vergießt.“ S. 24

Man könnte meinen, es seien zu viele der Schicksalsschläge, die Lily widerfahren sind im Laufe ihres Lebens (und die hier nicht verraten werden sollen). Dass der Autor es übertrieben hätte, Betroffenheit auslösen wollte, um jeden Preis. Durch die so lebendige, so treffende Charakterisierung seiner Heldin bleibt übertriebene Rührung aus. Lily legt Zeugnis ab, und zwar offen und ehrlich, auch sich selbst gegenüber. Sie kennt kein Selbstmitleid. Wenn sie Groll hegt, der ihrer Meinung nach falsch ist, einfach, weil sich das nicht gehört, dann bekennt sie dies. Hier spricht eine kluge Frau voller Lebensweisheit, ohne sich auf ein Podest zu stellen.

Zwei Gründe, warum ich „Mein fernes, fremdes Land“ so gern gelesen habe: Einerseits ist es die wunderbare Sprache Sebastian Barrys, in der jedes Wort genau da steht, wo es hingehört, und die Lily so treffend charakterisiert. Und andererseits ist es diese liebenswerte Protagonistin, die immer wieder auch zwischen den Zeilen zu sagen scheint, dass man harte Schläge verkraften kann, dass man nicht aufgeben darf, dass es immer auch Schönes gibt in allem Leid. Dass sie zufrieden auf ein Leben zurückblicken kann, das nicht so verlief, wie sie es sich sicherlich gewünscht und erträumt hatte und dankbar für die guten Dinge sein kann, auch wenn am Ende das Herz der alten Dame dann doch endgültig zerbrochen zu sein scheint und sie nicht mehr weitermachen möchte, bei aller Stärke, zu der sie fähig war. Wie Barry es schafft, seine Geschichte immer voller Wärme, Gefühl und Optimismus zu erzählen und eine zu großen Teilen positive Grundstimmung schafft, das macht „Mein fernes, fremdes Land“ zu einer wunderbaren Lektüre.

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esmerabelles avatar

Rezension zu "Ein verborgenes Leben" von Sebastian Barry

Rezension zu "Ein verborgenes Leben" von Sebastian Barry
esmerabellevor 7 Jahren

Als die Irrenanstalt Roscommon in kleinere Räumlichkeiten verlegt wird, ist es an Dr. Grene, zu entscheiden, welche Patienten umziehen und welche entlassen werden können. Bei seinen Untersuchungen fesselt besonders die hundertjährige Roseanne McNulty, die schon vor vielen Jahrzehnten eingewiesen wurde, seine Aufmerksamkeit. Doch Roseanne zeigt sich seinen Fragen gegenüber verschlossen und so muss Dr. Grene aus Akten und Unterlagen ihren Fall rekonstruieren, während die alte Dame die Geschichte ihres Lebens im Geheimen zu Papier bringt.

Der besondere Reiz des Romans „Ein verborgenes Leben“ des irischen Schriftstellers Sebastian Barry liegt in der Duplizität des Erzählstrangs. Auf der einen Seite steht Roseannes Version, die zwar von der im Mittelpunkt stehenden Person selbst stammt, deren Glaubwürdigkeit aber durch ihr hohes Alter und das mögliche Krankheitsbild beeinträchtigt wird. Ihr Gegenüber die Aktenlage, deren Wahrheitsgehalt ebenfalls in Zweifel gezogen werden kann. Der Autor verflicht beide Stränge gekonnt zu einem Bild, dass sich dem Leser nur nach und nach offenbart und nicht selten mehr als eine Interpretationsmöglichkeit lässt.

Wie in vielen seiner Werke setzt sich Barry auch in diesem Roman mit der historischen
Vergangenheit seines Heimatlandes auseinander, Roseannes privates Schicksal ist untrennbar mit der politischen Lage verwoben. Für Leser, die mit der Geschichte Irlands nicht vertraut sind, mag manches unverständlich bleiben, aber dem Lesevergnügen tut das keinen Abbruch. Und für jene, die es genauer wissen wollen, bietet der Anhang Aufklärung in Form einer chronologischen Liste.

„Ein verborgenes Leben“ ist mehrfach nominiert und ausgezeichnet worden, und zu Recht. Dieses Buch ist nicht nur die Schilderung eines tragischen und berührenden Lebens, es ist auch ein Stück irische Geschichte, ein Stück gesellschaftliche Studie, aber vor allem ein Stück Literatur, das sich zu lesen lohnt.

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Zusätzliche Informationen

Sebastian Barry wurde am 05. Juli 1955 in Dublin (Irland) geboren.

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