Sebastian Barry Ein verborgenes Leben

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Inhaltsangabe zu „Ein verborgenes Leben“ von Sebastian Barry

Irlands verlorene Frauen – die zwei Seiten der Wahrheit

Fast einhundert Jahre alt ist Roseanne McNulty und schon seit Jahrzehnten sitzt sie in der Irrenanstalt, eingewiesen von dem katholischen Priester Father Gaunt. Im Irland der dreißiger Jahre wurde das Urteil eines Geistlichen nicht hinterfragt. Dabei scheint sie bei klarem Verstand zu sein. Als die Anstalt in kleinere Räumlichkeiten verlegt wird, muss der Leiter Dr. Grene prüfen, welche Patienten entlassen werden können. Die spärliche Aktenlage steht in deutlichem Widerspruch zu Roseannes eigenen Angaben, sein Interesse ist geweckt: War ihr geliebter Vater tatsächlich ein Verräter? Und sie eine Kindsmörderin? Dr. Grene geht Roseannes Geschichte nach und macht eine verblüffende Entdeckung ...
• Roman des Jahres in Irland 2009 und mehrfach ausgezeichneter Bestseller in Großbritannien und Irland
• Mit einem Überblick über die irische Geschichte

Eine interessante Idee, für meinen Geschmack ist das Ende jedoch recht kitschig geworden, außerdem hatte ich teilweise Probleme, die Zusammenhänge der irischen Geschichte zu verstehen. Mich konnte das buch daher nicht überzeugen.

— Anja_Lev

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  • Rezension zu "Ein verborgenes Leben" von Sebastian Barry

    Ein verborgenes Leben

    esmerabelle

    Als die Irrenanstalt Roscommon in kleinere Räumlichkeiten verlegt wird, ist es an Dr. Grene, zu entscheiden, welche Patienten umziehen und welche entlassen werden können. Bei seinen Untersuchungen fesselt besonders die hundertjährige Roseanne McNulty, die schon vor vielen Jahrzehnten eingewiesen wurde, seine Aufmerksamkeit. Doch Roseanne zeigt sich seinen Fragen gegenüber verschlossen und so muss Dr. Grene aus Akten und Unterlagen ihren Fall rekonstruieren, während die alte Dame die Geschichte ihres Lebens im Geheimen zu Papier bringt. Der besondere Reiz des Romans „Ein verborgenes Leben“ des irischen Schriftstellers Sebastian Barry liegt in der Duplizität des Erzählstrangs. Auf der einen Seite steht Roseannes Version, die zwar von der im Mittelpunkt stehenden Person selbst stammt, deren Glaubwürdigkeit aber durch ihr hohes Alter und das mögliche Krankheitsbild beeinträchtigt wird. Ihr Gegenüber die Aktenlage, deren Wahrheitsgehalt ebenfalls in Zweifel gezogen werden kann. Der Autor verflicht beide Stränge gekonnt zu einem Bild, dass sich dem Leser nur nach und nach offenbart und nicht selten mehr als eine Interpretationsmöglichkeit lässt. Wie in vielen seiner Werke setzt sich Barry auch in diesem Roman mit der historischen Vergangenheit seines Heimatlandes auseinander, Roseannes privates Schicksal ist untrennbar mit der politischen Lage verwoben. Für Leser, die mit der Geschichte Irlands nicht vertraut sind, mag manches unverständlich bleiben, aber dem Lesevergnügen tut das keinen Abbruch. Und für jene, die es genauer wissen wollen, bietet der Anhang Aufklärung in Form einer chronologischen Liste. „Ein verborgenes Leben“ ist mehrfach nominiert und ausgezeichnet worden, und zu Recht. Dieses Buch ist nicht nur die Schilderung eines tragischen und berührenden Lebens, es ist auch ein Stück irische Geschichte, ein Stück gesellschaftliche Studie, aber vor allem ein Stück Literatur, das sich zu lesen lohnt.

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