Tage ohne Ende

von Sebastian Barry 
5,0 Sterne bei1 Bewertungen
Tage ohne Ende
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Inhaltsangabe zu "Tage ohne Ende"

Thomas McNulty und sein Freund John Cole sind gerade 17 Jahre alt, als ihre Karriere als Tanzmädchen in einem Saloon für Bergarbeiter ein natürliches Ende findet. Für den 'miesesten Lohn aller miesesten Löhne' verdingen sie sich bei der Armee und sind fortan unzertrennlich in Kriegsgeschäften unterwegs. Angst kennen beide nicht, dafür haben sie schon zu viel erlebt. Sie wissen: 'wenn’s um Gemetzel und Hungersnot geht, darum, ob wir leben oder sterben sollen, schert das die Welt nicht im Geringsten. Bei so vielen Menschen hat die Welt es nicht nötig.' Thomas ist vor dem 'Großen Hunger' aus Irland geflohen, hat die Überfahrt und die Fieberhütten in Kanada überlebt, sich bis nach Missouri durchgeschlagen. Wie ein irischer Simplicissimus stolpert er durch das Grauen der Feldzüge gegen die Indianer und des amerikanischen Bürgerkriegs – davon und von seiner großen Liebe erzählt er mit unerhörter Selbstverständlichkeit und berührender Offenheit. In all dem Horror findet Thomas mit John und seiner Adoptivtochter Winona sein Glück. Er bleibt ein Optimist, ganz gleich unter welchen Umständen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783958295186
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Steidl GmbH & Co. OHG
Erscheinungsdatum:14.09.2018

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    michael_lehmann-papevor 2 Monaten
    Western in besonderer Form

    Western in besonderer Form

    Es ist ein intensiver Monolog, mit dem jener Thomas, Soldat der Kavallerie, in der frühen zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, den Leser mitten hinein in den „Westen des Westerns“ holt.

    Einerseits sein Schicksal, das der Ich-Erzähler allgemeingültig fast mit der damaligen Zeit verknüpft (was alleine schon der Rückblick des gebürtigen Iren auf die Hungersnöte jener Zeit, die Verschiffung nach Amerika und den schwierigen Anfang dort angeht), andererseits ein Lebensweg mit besonderen Eigenarten, wie schon die Kleidung verrät, welche Thomas und sein engster Freund in jenem Saloon für einige Jahre tragen. Eine besondere Freundschaft, die den Rahmen „normaler Western“ deutlich sprengen wird.

    Wie überhaupt die „Action“ eher lakonisch am Rande miterzählt wird, wichtiger aber die Reflexionen und Reaktionen auf die Gewalt der Indianerkriege, des Bürgerkriegs, die Sehnsucht nach einem „Ankommen“ und überhaupt die Sorge ums Überleben in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken.

    „Glauben Sie mir, wenn ich sage, es gibt einen bestimmten Typ Mann, der liebt es, Soldat zu sein, egal wie elend der Lohn“. Und egal, welche Aufgabe gestellt wird. Ein Trott entsteht, der weniger nach richtig oder falsch fragt, sondern in der Verbindung zu den anderen Kameraden und den Vorgesetzten gründet. Befehlen gehorchen, klaglos durch Schmutz, Regen und Hunger sich bewegen, miteinander sich freuen, wenn gute Zeiten anbrechen. Für die, als ein Beispiel, die atmosphärisch dichte Büffeljagd und die Freude an den vollen Bäuchen im Buch steht.

    Doch holprig ist der Weg. Angeeckt wird werden, Pläne entstehen und vergehen und immer wieder dringt die Härte und Brutalität des Kampfes durch die Seiten ungefiltert und schlicht erzählt auf den Leser ein.

    „Aber zuerst zückte er ein scharfes Messer, das er bei sich trägt, aus ner abgebrochenen, eisernen Spitze gemacht. Das wollte er mir in den Leib rammen, falls es so aussieht, als würd ich ihm fies kommen“.

    So bewegt sich Thomas genau auf der Grenzlinie der damaligen Zeit, nimmt den Leser mit in dieses, letztlich unrühmliche und blutdürstige Kapitel amerikanischer „Eroberungsgeschichte“, ist einerseits Teil von all dem, Soldat und im Umgang mit der Waffe hoch talentiert, und andererseits in seiner ganzen Haltung und Lebensweise anders, eng gebunden an seinen einzigen und intensiven Freund.

    Hervorragend versteht es Barry dabei, in einfacher, lakonischer, dennoch bildkräftiger Sprache das Düstere, Unmenschliche jener Zeit und jener geographischen Region mit einem aussagekräftigen und außergewöhnlichen Charakter als Hauptfigur, an dem sich die Geschichte der Eroberung des Westens exemplarisch ablesen lässt.

    Eine sehr zu empfehlende Lektüre.

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