Sebastian Fitzek

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Interview mit Sebastian Fitzek

Interview mit LovelyBooks April 2011

1) Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Ich schreibe erst seit Anfang dieses Jahrtausends und hatte das große Glück über den Literaturagenten Roman Hocke einen Verlag (Droemer Knaur) zu finden. Zuvor hatten alle Verlage meinen Erstling "Die Therapie" mit den Worten abgelehnt: Deutscher Psychothriller will niemand lesen. Zum Glück haben sie sich etwas geirrt ...

2) Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Da gibt es zahlreiche und es wäre unfair hier nur einen zu nennen. Angefangen hat alles mit Enid Blyton, ich wollte immer einer der 5 Freunde sein ;) In meiner Jugend habe ich alles von King verschlungen, der mich immer noch inspiriert. Als ich Jura studierte nahm ich mir alle Gerichtsthriller vor und heute lese ich querbeet alles, was mir unter meine Kontaktlinsen kommt. Aktuell empfehle ich immer wieder gerne Harlan Coben.

3) Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Aus dem Alltag. Die Idee zur Therapie kam mir zum Beispiel, während ich in einem völlig überfüllten Wartezimmer eines Arztes darauf wartete, dass meine damalige Freundin endlich wieder aus der Behandlung kommt. Als das nach einer halben Stunde immer noch nicht der Fall war, begann mein Thriller-Hirn zu grübeln: Was wäre, wenn dir jetzt alle sagen würden, sie wäre erst gar nicht hineingegangen? Wenn Sprechstundenhilfe und Arzt behaupteten, heute hätten sie meine Freundin gar nicht gesehen? Wenn auch die anderen, wartenden Patienten mit dem Kopf schütteln würden? Welchen logischen Grund könnte es dafür geben, dass sie fortan nie wieder auftaucht? Nachdem ich diese Kern-Frage gefunden und für spannend befunden hatte, begann ich etwa ein Jahr lang nachzudenken. Danach hatte ich ein Expose` mit einer (wie ich finde) schlüssigen Story zusammen. Erst dann fing ich an zu schreiben.

4) Wann und was liest Du selbst?

Siehe oben, alles was mir in die Hände kommt. Übrigens nicht nur Thriller. Aktuell kann ich sehr: "Ein toter Lehrer" von Simon Lelic empfehlen.

5) Wie hat es sich angefühlt, als du dein erstes eigenes Buch in deinen Händen hieltest?

Ich fühlte mich wie die Hauptfigur meines Thrillers - es war so irreal, dass ich nicht zwischen Fiktion und Wirklichkeit unterscheiden konnte. Es war also sehr schön ;)

6) Was war eines der überraschendsten Dinge die Du beim Schreiben gelernt hast?

Dass Deutschland kein Volk der Meckerer ist. Im Gegenteil, ich habe fast 20.000 Mails erhalten, 99 % davon waren positiv. Damit hätte ich nie gerechnet. Das hat mich übrigens dazu motiviert, selbst mal jemandem zu Schreiben, wenn mir sein Buch gefällt (zum Beispiel Andreas Eschbach, desssen "Ausgebrannt" mich sehr beeindruckt hat), was ich vorher selbst noch nie getan hatte.

7) Jetzt wo du Vater bist, wie gut kommst du mit dem Schreiben voran?

Sehr gut, da Charlotte mittlerweile ab 20.00 Uhr tief und fest schläft und ich mich von da ab den düsteren Seiten des Lebens widmen kann ...