Sebastian Garbe

Lebenslauf

Sebastian Garbe ist promovierter Soziologe und arbeitet zu post- und dekolonialer Theorie, sozialen Bewegungen und antikolonialem Widerstand. Er ist u.a. Herausgeber der im Unrast Verlag erschienen Titel "Kolonialität der Macht" (2013) und "Ch‘ixinakax utxiwa – Eine Reflexion über Praktiken und Diskurse der Dekolonisierung" (2018).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Sebastian Garbe

Cover des Buches Ch'ixinakax utxiwa (ISBN: 9783897712577)

Ch'ixinakax utxiwa

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Erschienen am 10.10.2018
Cover des Buches Solidarität mit Wallmapu (ISBN: 9783897711891)

Solidarität mit Wallmapu

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Erschienen am 13.03.2024

Neue Rezensionen zu Sebastian Garbe

Cover des Buches Kolonialität der Macht (ISBN: 9783954051212)
Georg333s avatar

Rezension zu "Kolonialität der Macht" von Pablo Quintero

Bedeutsames Buch der "Grundlagenarbeit" des für die ausgebeutete Landbevölkerung (Leibeigene!) Partei ergreifenden Soziologie-Professors Ambai Quijano (nicht Pablo Quintero = Herausgeber) zum Fortwirken kolonialer Denk- & Ausbeutungs-Strukturen in Lateinamerika: Landfrage! Lebens- und Arbeitsbedingungen der bäuerlichen Bevölkerungsgruppen...!
Georg333vor 5 Monaten

1) Fazit: Kritische marxistische Abrechnung ("Grundlagenarbeit") des peruanische Soziologe-Professors Ambai Quijano [*1928] mit den die Landbevölkerung oft brutal ausbeutenden postkolonialen Machthabern & deren Denk-Strukturen!
Quijano greift eine Diskussion auf und vertieft sie, 



"die sowohl auf theoretischer wie auch auf politischer Ebene von José Carlos Mariátegui (1894–1930) angestoßen worden war. Der ebenfalls peruanische Marxist und Mitbegründer der sozialistischen Partei Perus (1928) hatte Ende der 1920er Jahre auf die besondere Situation Lateinamerikas, insbesondere im Hinblick auf die ökonomische Rückständigkeit der ländlichen Regionen, hingewiesen und nach den Konsequenzen gefragt, die daraus für eine marxistische Gesellschaftsanalyse – und selbstverständlich auch für linke Politik - zu ziehen seien....Anders als anderen dekolonialististischen TheoretikerInnen war es Quijano nicht um eine Abgrenzung vom Marxismus zu tun, auch als er sich Fragen der Moderne, des Eurozentrismus und der Globalisierung zuwandte. Es ging ihm immer auch um eine Erneuerung und Aktualisierung marxistischer Grundannahmen, etwa in Form einer Revision zentraler Begriffe wie dem der Arbeit." (S.7 der Einleitung von Jens Kästner und Tom M. Waibel)

(Letzte Änderung: 18.02.2024, © Georg Sagittarius)


2) Hilfreiches
Leseprobe 10 S.: turia.at
Herausgeber: Pablo Quintero (nicht Autor dieses Buches)

3) Zitate aus dem Rezensionsbuch



S.7-8 Vorwort von Jens Kästner und Tom M Waibel:
Der peruanische Soziologe Ambai Quijano [*1928] gehört ohne Zweifel zu den wichtigsten Autorinnen der dekolonialistischen Theorie. Zentrale Begriffe der Debatten um das Fortwirken kolonialer Strukturen und um mögliche Strategien dagegen sind von ihm geprägt. Seine Rezeption im deutschsprachigen Raum ist jedoch kaum angelaufen. Trotz eines verstärkten Interesses, das in den letzten Jahren auch an theoretischen Positionen aus Lateinamerika zu verzeichnen ist, hat offensichtlich die mangelnde Verfügbarkeit von Texten Quijanos auf Deutsch eine breite Bezug nahme bisher verhindert.1 Während der von Pablo Quintero und Sebastian Garbe herausgegebene Band zur Kolonialität der Macht (2013)2 - einem der wichtigen, von Quijano geprägten Begriffe - erstmals einige Texte der lateinamerikanischen Diskussion um den Ansatz des Soziologen versammelt, soll dieses Buch Grundlagenarbeit leisten und stellt daher einen von Quijanos bedeutenden Texten im Original vor....

Er erwarb seinen Doktortitel 1964 an der UNMSM. Seit 1975 war er als Professor an der Soziologischen Fakultät der UNMSM tätig. Zuletzt
war er Professor am Department of Sociology an der Binghamton University, New York. Zahlreiche Gastprofessuren in vielen Städten der Welt (Paris, São Paolo, MexikoStadt, u.v.a.) weisen ihn zudem als gefragten Gelehrten aus. 3 In den 1970er Jahren beschäftigte er sich vor allem mit der Landfrage in Lateinamerika, mit den besonderen Lebens und Arbeitsbedingungen der bäuerlichen Bevölkerungsgruppen und den Schlüssen, die aus diesen für eine linke, klassenkämpferische Position zu ziehen waren. Allein die Titel der wichtigsten seiner Veröffentlichungen wie etwa Crisis Imperialista y clase obrera en America Latina (1974) und Imperialismo, clases sociales y estado en el Perú, 1890-1930: El Perú en la crisis de los años 30 (1978) weisen sein Denken als eines aus, das tief in der marxistischen Theorie
verankert ist. Das änderte sich auch nicht mit den Schwerpunktverlagerungen, die Quijanos Arbeiten in den 1980er und 1990er Jahren erfuhren. Anders als anderen dekolonialististischen TheoretikerInnen war es Quijano nicht um eine Abgrenzung vom Marxismus zu tun, auch als er sich Fragen der Moderne, des Eurozentrismus und der Globalisierung zuwandte. Es ging ihm immer auch um eine Erneuerung und Aktualisierung marxistischer Grundannahmen, etwa in Form einer Revision zentraler Begriffe wie dem der Arbeit.

S. 10-11: K L A S S E U N D K L A S S I F I Z I E R U N G
Es lässt sich ohne Weiteres sagen, dass Quijano eine Diskussion aufgreift und vertieft, die sowohl auf theoretischer wie auch auf politischer Ebene von José Carlos Mariátegui (1894–1930) angestoßen worden war. Der ebenfalls peruanische Marxist und Mitbegründer der sozialistischen Partei Perus (1928) hatte Ende der 1920er Jahre auf die besondere Situation Lateinamerikas, insbesondere im Hinblick auf die
ökonomische Rückständigkeit der ländlichen Regionen, hingewiesen und nach den Konsequenzen gefragt, die daraus für eine marxistische Gesellschaftsanalyse – und selbstverständlich auch für linke Politik - zu ziehen seien.6 Mariätegui stellte mit seiner Feststellung, dass 90 Prozent der Indigenen in Lateinamerika nicht Proletarier, sondern Leibeigene seien, nicht nur die zentrale Fokussierung marxistischer Strategie auf das Industrieproletariat in Frage. Zu gleich tat sich theoretisch das Problem auf, wie die Zugehörigkeit zu ethnisch bestimmten Gruppen mit derjenigen zu sozialen Klasen ins Verhältnis zu setzen sei.

Quijano greift diese Frage auf und beantwortet sie mit einem Modell rassialisierter Klassifizierung, die unmittelbar mit dem (kapitalistischen) Produktionsprozess zusammenhängt. Zunächst leitet sich die Zugehörigkeit zu einer Klasse laut Quijano nicht automatisch aus dem Produktionsprozess oder aus gesellschaftlichen Strukturen ab, sondern sie ist ein Effekt sozialer Kämpfe

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