Sebastian Haffner Germany: Jekyll & Hyde

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Inhaltsangabe zu „Germany: Jekyll & Hyde“ von Sebastian Haffner

Sebastian Haffner berichtet über die Methoden Hitlers und der Naziführer, die Macht zu ergreifen und für sich zu sichern. Er beschreibt die vielen kleinen Nazis und ihre loyalen Mitläufer, erklärt die Gründe für das Stillhalten der nicht-loyalen Bevölkerung, analysiert den Zustand der Opposition und skizziert mögliche künftige Aufgaben der Emigranten. So entsteht ein authentischer Querschnitt der Bewußtseinslage der deutschen Bevölkerung während der ersten Jahre der Naziherrschaft in Deutschland.

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  • Rezension zu "Germany: Jekyll & Hyde" von Sebastian Haffner

    Germany: Jekyll & Hyde

    BuchWolf

    07. July 2008 um 17:33

    “Germany: Jekyll and Hyde“ erschein 1940 in englischer Sprache und ist der Versuch eine Innenansicht Nazi-Deutschlands zu erstellen. Haffner ging es darum, der englischen Öffentlichkeit zu erklären, wie sich die politische Lage in Deutschland zusammensetzt und vor allem, wie die Alliierten sich die Situation zu Nutze machen könnten um den Krieg zu gewinnen und einen beständigeren Frieden herzustellen. In sieben Kapiteln stellt er deshalb schematisch die verschiedenen politischen Gruppen und Akteure des Dritten Reiches vor: Hitler, die Naziführer, die Nazis, die loyale Bevölkerung, die nichtloyale Bevölkerung, die Opposition und die Emigranten. Zum Abschluss versucht er, in einem achten Teil die Möglichkeiten aufzuzeigen, die sich aus seiner bis dahin geführten Untersuchung ergeben haben. Haffner ist 1938 aus freien Stücken emigriert. Bei Kriegsausbruch 1939 unterbrach er die Arbeit an seinem eigentlichen ersten Buchprojekt um mit „Germany: Jekyll and Hyde“ auf die neue weltpolitische Situation zu reagieren (das Manuskript für dieses „erste Buch“ wurde erst viele Jahre später gefunden und ist heute als „Geschichte eines Deutschen“ ein Bestseller). Entscheidend für Entstehung und Inhalt des Buches ist der genaue Zeitpunkt. Zwar hatte Deutschland bereits Polen und Norwegen überfallen, mit den Westmächten lag es bis dahin aber nur formell im Krieg. Erst kurz nach Erscheinen des Buch startete Hitler den Angriff auf Frankreich. Damit verlor „Germany: Jekyll and Hyde“ schon kurz nach der Veröffentlichung einen großen Teil seiner Aktualität, da die zahlreichen Erfolgmeldungen der deutschen Wehrmacht die politische Situation in Deutschland stark veränderten und das Nazi-Regime weiter festigten. Es stellt sich nun die Frage, warum man dieses Buch trotzdem lesen soll. Vorrausgesetzt, man führt sich die historisch-politische Situation vor Augen, ist es spannend, sich Haffners Beitrag zur hitzig geführten Debatte um die Zukunft Deutschlands, Europa und – was Haffner noch nicht ahnt – der Welt genau anzuschauen. Zwar stolpert man immer wieder über vorgebrachte Ideen und Möglichkeiten, die sich als unzutreffend erwiesen haben, dennoch besticht Haffner durch seine scharfe Analyse seiner Gegenwart und der deutschen Geschichte. Viele Elemente, seiner spätern Büchern, wie „Anmerkungen zu Adolf Hitler“ oder „Preußen ohne Legende“, sind hier schon deutlich angelegt. Diese Freude erschließt sich aber gewiss nicht jedem und so ist das Buch fast ausschließlich Haffner-Fans zu empfehlen. Es scheint mir das schlechteste Werk Haffners zu sein und ich habe es eher aus biographischen, denn aus historischem Interesse gelesen. Sollte man sich dennoch zur Lektüre entschließen, rate ich zur englischen Ausgabe. Da Haffner 1939/40 selbst noch nicht über genügend Englischkenntnisse verfügte, verfasste er das Buch auf Deutsch und ließ es übersetzen. Da aber das Original-Manuskript verloren ist, handelt es sich bei der deutschen Ausgabe um eine Übersetzung der Übersetzung, die im Vergleich mit der englischen einige Schwächen aufweist. Fazit: Eine sehr spezielle aber dennoch interessante Lektüre für begeisterte Haffner-Leser.

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