Sebastian Junger

 3.8 Sterne bei 57 Bewertungen
Autor von Der Sturm, War und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Sebastian Junger

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Der Sturm

Der Sturm

 (23)
Erschienen am 01.02.2008
War

War

 (15)
Erschienen am 23.04.2012
Tribe

Tribe

 (3)
Erschienen am 25.04.2017
Tod in Belmont

Tod in Belmont

 (3)
Erschienen am 01.08.2009
Feuer

Feuer

 (5)
The Perfect Storm

The Perfect Storm

 (1)
Erschienen am 19.01.2007

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M

Rezension zu "Tribe" von Sebastian Junger

Was schmerzlichen verloren geht
michael_lehmann-papevor einem Jahr

Was schmerzlichen verloren geht

Im Grunde ist die These und Botschaft von Sebastian Junger ganz einfach und klar.

Was eine „gute“ Gesellschaft ausmacht, ist, dass die Mitglieder dieses „Stammes“ (zumindest untereinander, gewünscht wäre dies sicher im großen Rahmen ganz allgemein), sich „nicht nur einander großzügig zeigen“, sondern „Verantwortung füreinander übernehmen“.

Den anderen „Stammesangehörigen“ (am besten den anderen Menschen“, zu „sehen“. Ihn ein stückweit „aufzunehmen“, sich verantwortlich für ihn zu zeigen. Alte Ordnungen sind das, die von der orientalischen „Gastfreundschaft“ mit ihren klaren und deutliche Regeln über das Neue Testament (Hüter des Bruders zu sein) und in anderen Religionen und Verbünde über die Zeiten hi8nweg entfaltet und bewahrt wurden.

Eine Haltung, die gerade in Zeiten allgemeiner „Entbehrungen“ (sehr eindrucksvoll von Junger beschrieben) oft in der Geschichte stark zum tragen kamen (wobei Ausnahmen die Regel bestätigen).

Eine Haltung, die den anderen anerkennt, wertschätzt und sieht und damit mehr an Selbstwert vermittelt, als es jede finanzielle Fürsorge leisten kann.

Eine Haltung, so Junger, die in der modernen Gesellschaft nach 1960 Schritt für Schritt verloren ging und ersetzt wurde durch kleinste bis keine soziale Verbünde und eine rein effektiv und funktional ausgerichtete Art des gesellschaftlichen Wirtschaftens, die Menschen am Rande liegen lässt, die eben nicht mehr „effektiv und produktiv“ im System „mitarbeiten“ können. IN den Staaten mit Wohlfahrtssystemen zwar noch materiell einigermaßen versorgt, aber eben im eigentlichen Sinne nicht mehr Teil des Stammes, der nur noch abstrakt sich verpflichtet fühlt.

Aus diesen Gedanken heraus wird sehr klar, warum Junger die Beobachtung setzt, dass Zeiten der Entbehrungen und Katastrophen in dieser Hinsicht oft das Beste im Menschen freisetzen können und eine tiefe „Schicksalsverbindung“ generiert.

Wie stark Depressionen und andere psychische Erkrankungen in solchen Gesellschaften, die diese Verantwortung füreinander verlieren, auf dem Vormarsch sind, belegen vielfache Statistikern. Bis hin zu den „abgeschobenen Alten“, die in früheren Zeiten selbstverständlich Teil der Familie und des Stammes blieben. Auch Räumlich.

Allerdings bleiben bei Jungers durchaus überzeugenden Darlegungen Fragen offen. Es ist kein unbedingter Automatismus, dass gemeinsame Armut „Solidarität“ erzeugt. Es scheint noch andere Faktoren geben zu müssen, die im Buch höchstens am Rande angerissen werden.

Und was im Lauf von Jahrzehnten erudiert, kann nicht schnell und einfach so wieder hergestellt werden.

Dennoch bildet das Buch eine wichtige und nachdenkliche Lektüre. Denn jeder weiß oder ahnt zumindest, dass der „Sinn des Lebens“ und inneres Wohlbefinden letztlich nicht materiell herstellbar sind. Und das eine rein auf Produktivität ausgerichtete Gesellschaft dauerhaft instabil wird. Nicht nur weil der Klebstoff der „emotional Selbstverständlichen Verantwortung füreinander fehlt“, sondern weil auch viele Mitglieder der jeweiligen Gesellschaft „angehängt“ werden und damit eine sich steigernde Unruhe geschaffen wird.

Es ist also nicht nur Altruismus, sich umeinander zu sorgen als Teil eines Stammes, sondern tief reichender Selbstzweck in Gesellschaften, die stabil bleiben wollen.

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H

Rezension zu "Der Sturm" von Sebastian Junger

Der "Perfekte Sturm" ist eine perfekte Reportage
hazweivor 3 Jahren

Godspeed to the men of the Andrea Gail! 

Sebastian Junger beschreibt die Schicksale der Menschen, die jeden Tag aufs neue den Naturgewalten die Stirn bieten. Sei es um ihren Lebensunterhalt zu verdienen oder um andere aus eben diesen Naturgewalten zu retten. Und am Ende des Buches hat man das Gefühl, dabei gewesen zu sein, hat ihren Mut, ihre Angst, ihre Hoffnung und ihre Ohnmacht erlebt. Man hat mitgekämpft und gelitten, hat den unvorstellbaren Sturm mit der USS Tamaroa abgewettert, ist mit Dave Ruvola notgewassert und mit Billy Tyne und seinen Männern letztendlich an der schieren Gewalt der See gescheitert. Und man hat einiges gelernt, denn Junger versteht es virtuos, wissenschaftliche und technische Fakten in dieses große Drama einzuflechten, das im Oktober 1991 wirklich so stattgefunden hat.

Die im Ankerherz-Verlag erschienene illustrierte Ausgabe ist zu allem Überfluss auch noch ein zum Niederknien schönes Buch.

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MirandaRathmanns avatar

Rezension zu "Der Sturm" von Sebastian Junger

Als Sachbuch zu empfehlen, als Roman eher nicht
MirandaRathmannvor 3 Jahren

"Der Sturm - Die letzte Fahrt der Andrea Gail"

Sebastian Junger hat für sein Buch gut recherchiert. Er schreibt die wahre Geschichte des Schwertfischtrawlers Andrea Gail aus Gloucester, die im Herbst 1991 vor Kanada in einen Jahrhundertsturm gerät und sinkt. Die Mannschaft wird nie gefunden.

Das ist auch die Geschichte des Buches, die mich gefesselt hat und die auch Wolfgang Petersen als Katastrophenfilm im Jahr 2000 heraus brachte.

Aber, "Der Sturm" ist nun einmal ein Sachbuch und der Hauptteil des Buches besteht aus meteorologischen Fakten. Wer sich also für die Entstehung von Stürmen, Wellen, Orkanen usw. interessiert, findet hier ein gutes Buch, dass ich dann sehr empfehlen kann.

Wer sich allerdings nur für die Geschichte der Andrea Gail und deren Besatzung interessiert, sollte die Finger von diesem Buch lassen und sich lieber den Film ansehen.

Ich gehöre leider eher zum letzteren Leserkreis und habe mich eher durch das Buch gequält.

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