Sebastian Junger Tod in Belmont

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Inhaltsangabe zu „Tod in Belmont“ von Sebastian Junger

Boston, 11. Mai 1963. Der Tatort liegt nur ein paar Meter vom Haus der Familie Junger entfernt: Im idyllischen Vorort Belmont wird eine Frau brutal misshandelt und erwürgt – zu einer Zeit, da eine spektakuläre und bis heute nicht restlos aufgeklärte Mordserie, die des Boston Stranglers, die Stadt in Atem hält. – Persönlich und unwiderstehlich: die beste true - crime - Reportage seit Capotes „Kaltblütig“.

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  • Grandiose Aufarbeitung einer historischen Mordserie

    Tod in Belmont
    Babscha

    Babscha

    30. October 2013 um 05:17

    Während Anfang der 60er-Jahre der als „Boston Strangler“ in die Geschichte eingegangene Serienmörder an der amerikanischen Ostküste sein Unwesen treibt, wohnt der Autor mit seinen Eltern selbst im beschaulichen Bostoner Vorort Belmont, als dort wenige Straßen weiter ein erneuter sadistischer Mord an einer älteren Frau verübt wird. Rasch gerät Roy Smith, ein herunter gekommener schwarzer Tagelöhner, der am selben Tag im Haus der Frau gearbeitet hatte, in Verdacht. Obwohl er die Tat bis zuletzt vehement abstreitet, entkommt er nur wegen der reinen Indizienlage und mangels Tatzeugen dem elektrischen Stuhl und erhält Lebenslänglich. Zwei Jahre später bekennt sich Albert DeSalvo, ein kleinkrimineller Weißer, überraschend dazu, zwar der Strangler zu sein, leugnet aber speziell den Smith zugeordneten Mord in Belmont. Zu diesem Zeitpunkt erkennt Jungers Mutter DeSalvo wieder als den Handwerker, der unter anderem am Tattag in Haus der Jungers Umbauten durchgeführt hatte und erinnert sich rückblickend an eine beklemmende, eigenartige Szene mit ihm im Keller des Hauses. DeSalvo wird in der Folge zwar für einige der Morde auch langjährig verurteilt, dem Ganzen haftet jedoch der massive Beigeschmack eines unzureichenden, manipulierten Verfahrens an. Und währenddessen kämpft Smith im Knast unbeugsam für seine Unschuld und ein Wiederaufnahmeverfahren. Zu guter Letzt entscheidet das Schicksal: Beide Hauptbeteiligte versterben nach Jahren im Gefängnis ohne dass die Wahrheit aufgedeckt wurde. Junger hat sich, ausgelöst durch die Betroffenheit der eigenen Familie, die ihn nie los gelassen hat, Jahrzehnte später nochmals akribisch mit den diversen Mordfällen auseinander gesetzt, diverseste noch lebende Zeitzeugen und Beteiligte befragt, Unmengen von Protokollen und Archiven recherchiert und versucht in fast schon verzweifelter Manier, irgendeine neue Spur, einen roten Faden in den Zusammenhängen der damaligen Begebenheiten zu finden. Begleitumstände und Unlogiken in den diversen Geschehnissen setzt er in hochkritischer Profilermanier in Beziehung, er wägt ab, deckt auf und verwirft, setzt neu zusammen, versucht sich an Psychogrammen der beiden Verurteilten, fragt sich immer wieder, wie es wohl seinerzeit wirklich gewesen sein könnte. Das Buch gewinnt hierbei eine Brisanz und Intensität, die die Recherchen seines Bestsellers „Der Sturm“ noch um Längen schlägt und den Leser, so er sich denn drauf einlässt, quasi zum Co-Ermittler werden lässt, der sich -ganz im Sinne Jungers- möglichst ein eigenes Urteil bilden soll. Zu guter Letzt muss die Wahrheit im Nebel verborgen bleiben, vor allem, da die amerikanische Kriminalistik der damaligen Zeit mangels heute gängiger zweifelsfreier Nachweismöglichkeiten wie DNA-Analysen ihre Justizurteile einfach in den oftmals rassistisch gefärbten und voreingenommenen „Menschenverstand“ und die Hände einer Geschworenenjury legte, die dann über Schuld und Unschuld befand. Von daher ist das Buch gleichzeitig auch eine mutige, offene Kritik am amerikanischen Gesellschafts- und Rechtssystem. Ein absolut faszinierendes Werk.

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  • Rezension zu "Tod in Belmont" von Sebastian Junger

    Tod in Belmont
    Kaivai

    Kaivai

    08. April 2007 um 18:16

    Dies Buch begint mit einem Foto.Zwei Männer stehen hinter einer Frau und einem Kleinkind.Der ältere Mann schaut auf das Kind,genauso wie die Mutter.Der andere Mann,der seine kräftige Hand auf den Bauch legt,schaut in die Kamera und das Kind auch.Das Kind heißt Sebastian Junger und der Mann Albert de Salvo. Al de Salvo ist Handwerker und arbeitet am Studio von Jungers Mutter.Eines Nachmittags, Al arbeitet allein im Haus der Jungers,geschieht ganz in der Nähe ein Mord.Eine Frau wird in ihrer Wohnung vergewaltigt und erwürgt.Der Mord trägt die Handschrift des Boston Stranglers,der schon für eine Reihe von Morden im Raum Boston verantwortlich gemacht wird.Ein kleinkrimineller Schwarzer,der im Haushalt des Opfers geputzt hat,gerät ins Visier der Fahnder.Ist er der Boston Strangler? Sebastian Junger ist ein Meister der gruseligen Sachlichkeit.Das hat er schon in "Der Sturm" bewiesen, doch hier setzt er nochmal einen drauf.Ausführlich beschreibt er wie Erwürgen am effektivsten funktioniert und auch was in einem Mörder beim Morden vor sich geht und welche Rolle Dissoziationen dabei spielen.Zugleich entwickelt er eine Fallgeschichte,die in ihrem Verlauf immer packender wird und im letzten Drittel des Buches gar nicht mehr losläßt.Ein wahrer Krimi und voll menschlicher Tragik. Bis zum bitteren Ende.

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