Sebastian Krumbiegel Courage zeigen

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Inhaltsangabe zu „Courage zeigen“ von Sebastian Krumbiegel

»Ohne Courage fällt Vergeben schwer.«(Sebastian Krumbiegel)
Das Thema Courage ist für Sebastian Krumbiegel nicht erst seit dem traumatischen Überfall auf ihn durch Rechtsradikale enorm wichtig. Schon als Jugendlicher im rigiden DDR-System und während seiner Ausbildung im Thomanerchor fiel er durch sein rebellisches Naturell auf. Da kamen die Umbrüche, die zum Ende der DDR führten, gerade recht.Jetzt zieht Sebastian Krumbiegel eine Zwischenbilanz seines Lebens und verknüpft seine Biographie mit zeitgeschichtlichen Ereignissen. Denn beides gehört untrennbar zusammen. So lernen wir ihn aus mehreren Perspektiven kennen: als Popstar und Musiker, als Zweifler und sozial Engagierten.Und Krumbiegel offenbart seine zentralen Fragen: Wann habe ich mich für etwas stark gemacht? Wann fehlten mir Mut und Haltung? Und was habe ich daraus gelernt?

Für alle Menschen, die Achtung haben, wenn jemand mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hält.

— AmyJBrown

Eine autobiografische Streitschrift für aktive Zivilcourage.

— GernotUhl

Einblicke in das Leben eines ehemaligen Thomaners- Nachdenklich, aber auch mit viel Augenzwinkern

— leniks

Sebastian Krumbiegel zieht mit 50 Jahren eine interessante Zwischenbilanz seines Lebens und nimmt uns so auch mit in die Zeit des Umbruchs

— Kinderbuchkiste

Das Buch ist sozusagen eine literarische Komposition !!! ... die mir sehr gut gefallen hat, sie zeigt auf, wie Krumbiegel zum Prinzen wurde

— HEIDIZ

Mit seinen ehrlichen Worten über seine Heimatstadt Leipzig, sein Leben und das aktuelle Deutschland hat Krumbiegel mich echt überrascht.

— Svenjas_BookChallenges

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    Courage zeigen

    AmyJBrown

    08. October 2017 um 11:59

    Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, weil mit die Themen Haltung zeigen und Zivilcourage persönlich sehr wichtig sind, und ich habe mich sehr für seine Erlebnisse und seine Meinung diesbezüglich interessiert.Noch vor dem Vorwort finden hier einen abgedruckten Brief von Udo Lindenberg, der seine erste Begegnung mit Sebastian Krumbiegel schildert und erklärt, was er mit dem Autor gemeinsam hat. Fand ich schön zu lesen und ich kann schon mal sagen, dass die beiden alleine dadurch in meinem Ansehen gestiegen sind.Dann folgt das Vorwort von Krumbiegel, was mich dann endgültig begeistert, denn er stellt klar, dass er sein Fähnchen nicht mit dem Wind dreht. Soll heißen, er sagt seine ehrliche Meinung, auch wenn er Gefahr läuft, damit anzuecken. Sehr sympathisch, solche Menschen mag ich gerne, Ehrlichkeit ist mir sehr wichtig. Weiterhin stellt er klar, dass er seine Berühmtheit dafür nutzen möchte, für ein besseres, friedvolleres und respektvolleres Miteinander zu kämpfen. Großartig.Der Rest des Buches ist in einzelne Berichte aufgeteilt, in denen er von Ereignissen und Menschen berichtet, die ihm das ein oder andere gelehrt haben. Beispielsweise geht es um seine Proteste, mit denen er schon während seiner Schulzeit begonnen hat. Er berichtet, wie er den Mauerfall und die Zeit danach empfunden hat und schildert, wie er sich in den verschiedenen Zeiten der Geschichte verhalten hätte.Er schildert die Geschichten grundsätzlich aus seiner Sicht und vertritt lediglich seine Meinung, und das macht dieses Buch für mich interessant. Er ist jedoch in der Lage, eigenes Handeln zu hinterfragen, er reflektiert unter anderem Äußerungen, die er in der Öffentlichkeit getätigt hat.Wir lernen durch seine Erzählungen viele Menschen kennen, die ihn auf die ein oder andere Weise ein Stück weit begleitet haben, manche positiv, manche negativ. Er versucht, Menschen wieder zu treffen, mit denen er Konflikte hatte und greift diese dadurch wieder auf, hierdurch erfahren wir, was aus dem ein oder anderen Mensch aus Krumbiegels Vergangenheit geworden ist.Was ich aber am großartigsten finde, ist, dass Krumbiegel durch verschiedene Situationen und Begegnungen zeigt, dass auch er nicht frei von rassistischen Vorurteilen und Schubladendenken ist. Er stellt sich mit seinem Denken hier nicht über alle anderen, sondern gibt damit zu, dass er auch er manchmal in eine Denkfalle tappt.Ich empfehle dieses Buch allen Lesern, die sich für andere Menschen interessieren, die ihre wahre Meinung nicht hinter dem Berg halten, sondern sie auch äußern, wenn sie Gefahr laufen, anzuecken.

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  • Selbermachen statt meckern

    Courage zeigen

    derMichi

    15. August 2017 um 09:07

    Es ist schwierig einen Menschen zu verstehen, ohne seine Geschichte zu kennen. Entsprechend beginnt Krumbiegel bei einem persönlichen und historischen Wendepunkt, nämlich den Montagsdemonstrationen in Leipzig 1989. Bereits damals mischten sich offenbar nationalistische Untertöne in die Sprechchöre, die eigentlich offene Grenzen, Meinungsfreiheit und Mitspracherecht einforderten. Da liegt es nahe die Stimme zu erheben, denn angesichts ähnlicher Phänomene in diesem Jahrhundert liegt der Schluss nahe, dass entsprechende Stimmungen nicht erst gestern entstanden.Was sein Buch nahbar macht und nicht unnötig moralisierend erscheinen lässt ist vor allem die Tatsache, dass Krumbiegel kein Verächter von Selbstkritik und kleinen Schritten auf dem Weg zu einem besseren Miteinander ist. Sei es im klärenden Gespräch mit Politikern oder Bild-Chef Kai Diekmann, die Frage, ob solche Aktionen überhaupt etwas bewegen oder nur nette Episoden bleiben, beantwortet er mit distanzierter Zurückhaltung. Einseitiges Missionieren gibt es bekanntlich auf allen Seiten des politischen Spektrums, das Ansprechen der Dinge, das Nachbohren, die Konfrontation mit unliebsamen Wahrheiten dagegen kann dazu führen, dass etwas "in den Köpfen hängenbleibt". Ein Ansatz der Geduld erfordert und genau deswegen mit Respekt zu behandeln istDie starke persönliche Verbindung zum Thema wird spätestens anhand eines brutalen Überfalls durch Neonazis deutlich, den Krumbiegel in seiner Heimatstadt Leipzig erlebte. Kapitel wie der Versuch einer Aussprache mit einem der Täter offenbaren den Willen zum Verstehen der Denkweise hinter solchen Taten und klammern die davon Betroffenen auf beiden Seiten nicht von vornherein aus. Dem Vorwort nach will das Buch keine Autobiografie sein, weitere Kapitel befassen sich jedoch auf unterhaltsame Weise mit der musikalischen Laufbahn des Autors sowie verschiedenen anderen Stationen seines Lebens. Diverse Erlebnisse rund um die "Friedliche Revolution" 1989 sind ebenso Thema wie der Kirchenaustritt des ehemaligen Thomaners, den er mehr am Versagen der Institution und ihren Vertretern, als an persönlichen Glaubenserfahrungen festzumachen scheint.Unter all den Büchern, die mit mehr oder weniger Distanz gegenwärtige gesellschaftliche Problematiken thematisieren, liest sich "Courage zeigen" im Schnitt angenehm differenziert. Krumbiegel gibt außer der Demokratie keinem anderen politischen System den Vorzug, klärt aber auch über den erlebten DDR-Alltag auf, der eben nicht immer dem Klischee entsprach. Da war nicht alles schlecht, besonders wenn man als privilegierter Chorknabe ins westliche Ausland reisen durfte, aber manches eben schon. Seine Selbstreflexion im Hinblick auf protorassistische Äußerungen, die schnell ausgesprochen sind, auch wenn man es nicht so meint, bricht die idealistischen Gedanken auf ein alltagstaugliches Maß herunter. Die klare Positionierung gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie ist bemerkenswert, Toleranz gegenüber Religionen bleibt im Vergleich eher außen vor.Man muss allerdings auch gar nicht alles gut finden um zu sehen, dass sich hier jemand wichtige Gedanken macht und, ähnlich wie in der Musik, "Unterhaltung mit Haltung" bieten will. Das hört man nicht von jedem Popstar. Wenn man aus dem Buch eines lernen kann, dann dass jeder für das mitverantwortlich ist, was in seinem Land und in seiner Stadt passiert. Und, dass man sich nicht darauf ausruhen sollte, dass andere sich schon kümmern werden.Seitenzahl: 224Format: 14,2 x 22,1, gebundenVerlag: Gütersloher VerlagshausBonusmaterial: Song-Downloads per QR-Code

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  • Autobiografische Streitschrift für aktive Zivilcourage

    Courage zeigen

    GernotUhl

    27. July 2017 um 21:43

    Sebastian Krumbiegel rennt weg. Er wird von zwei Nazis durch den dunklen Park gejagt. Die Glatzköpfe machen keinen Spaß. Sie bringen den späteren Frontmann der Leipziger Kultband Die Prinzen zu Fall und dreschen erbarmungslos auf den Wehrlosen ein. Erst als zufällig ein Autofahrer anhält und entschlossen dazwischengeht, lassen die beiden von ihm ab. Sebastian Krumbiegel erfährt am eigenen Leib, dass Zivilcourage Leben retten kann. Er hat sich diese Einstellung zueigen gemacht. Seine Autobiografie Courage zeigen ist ein Plädoyer für ein Leben mit Haltung. In den Neunzigern habe ich Die Prinzen verehrt.  "Ich wär so gerne Millionär", "Küssen verboten" und "Alles nur geklaut" kann ich heute noch auswendig. Natürlich war das uncool, mit The Prodegy und Marusha oder Guns'n'Roses und Metallica weniger anfangen zu können als mit den a capella-Künstlern aus Leipzig. Das hat mir die Die Prinzen  nicht madig gemacht. Ich mochte die Mischung aus sinnlosen, tiefsinnigen, witzigen und motivierenden Texten: "Mein bester Freund" ruft zum Beispiel dazu auf, gegen das Unrecht in der Welt zu kämpfen. Für Die Prinzen und ihren Vorsänger Sebastian Krumbiegel sind das keine hohlen Phrasen, sondern eine Frage der Haltung. Und für ein Leben mit diese Haltung macht Krumbiegel in seiner soeben erschienen Autobiografie Werbung. Solche Typen und solche Botschaften braucht es in unruhigen Zeiten wie unseren.Sebastian Krumbiegel erzählt seinen bisherigen Werdegang. Das hat beim Lesen viele vergrabene Erinnerungen an die erste Blütezeit der Prinzen wach werden lassen. Er beschreibt auch an vielen Beispielen, was es bedeuten kann, Haltung zu zeigen. Aber Sebastian Krumbiegel hat vor allem seine eigene Haltung im Blick. Die ist ziemlich konkret und hat viel mit einem leidenschaftlichen Engagement gegen Rechts zu tun. Das ist mutig und aller Ehren wert. Der Widerstand gegen die immer unverhohlener ausgelebte Ausländerfeindlichkeit der Neonazis und gegen die perfiden Methoden der Populisten, braune Parolen salonfähig zu machen, muss aus der Mitte einer demokratischen Gesellschaft heraus geleistet werden. Sebastian Krumbiegel ist in dieser Hinsicht nicht nur Vorsänger, sondern auch Vorbild. Er schafft es auch, aus seiner eigenen Lebensgeschichte heraus etwas zu vermitteln, was heute zusehends in Vergessenheit zu geraten scheint: Demokratie und Freiheit sind nicht selbstverständlich. Sie sind so unwahrscheinlich wie der Fall der Berliner Mauer und der Zusammenbruch des sozialistischen Unrechtsstaates DDR, den Sebastian Krumbiegel miterlebt hat.Trotzdem hatte ich mir irgendwie mehr erhofft von diesem Buch. Oder vielleicht auch nur etwas anderes, da bin ich mir nicht ganz sicher. Erwartet hatte ich mir ein Plädoyer für Courage im Alltag, vielleicht die Ermutigung, dass nicht nur Promis etwas bewegen können und wahrscheinlich die Erklärung, dass die Demokratie ganz unterschiedliche Haltungen kennt und aushält, wenn sie sich im Grundsatz zu ihr bekennen. Es ist die eine Sache, einen engagierten Mitbürger wie Sebastian Krumbiegel zu bewundern – das tue ich! Eine andere Sache ist es, vom Vorbild auf das eigene Tun zu kommen. Vielleicht hätte Sebastian Krumbiegel bei diesem schwierigen Unterfangen noch etwas mehr Hilfestellung geben können. Das aber ist wahrscheinlich in den Krümeln gelesen. Der große Brocken ist ein großer Wurf: Eine autobiografische Streitschrift für aktive Zivilcourage.

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  • Erinnerung von Jugend und jüngerer Vergangenheit

    Courage zeigen

    leniks

    29. June 2017 um 22:46

    Ich mag die "Prinzen" und ich bleibe auch immer beim Fernsehen hängen, wenn der Autor dort zu sehen ist, egal ob er was zu politischen oder allgemeinen Themen sagt. In diesem Buch erzählt er in vierzehn Kapiteln aus seinen unterschiedlichen Lebensjahren. Dabei  erzählt er Gutes und weniger Gutes aus seiner Zeit als Thomaner, als Jugendlicher in der DDR und auch als er später zum Popstar wurde mit seiner Lieblingsband. Das Buch bringt einen zum Nachdenken und Erinnern.  Auch die Liedtexte die im Buch stehen sind entsprechend der Stimmung von damals entstanden. Die Schreibweise ist flüssig und es macht trotz der teilweise schwierigen Themen Spaß das Buch zu lesen. Ich gebe dem Buch fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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  • Sebastian Krumbiegels persönliche Zwischenbilanz mit viel Zeitgeschichte und Haltung

    Courage zeigen

    Kinderbuchkiste

    18. June 2017 um 22:45

    Eine Biografie und ZeitreiseDDR meets BRD+ 3 Liedern Sebastian Krumbiegel ist bekannt.Nicht nur als Frontmann der Prinzen auch als ein Mensch der Haltung zeigt, seine Meinung sagt und sich engagiert.Mit nun 50 Jahren zieht er eine Art Zwischenbilanz, die nicht nur sein persönliches Leben beleuchtet sondern vor allem auch ein Stück Zeitgeschichte vermittelt.Die Zeit des Aufbruchs / Umbruchs in der DDR, dem Beginn der Montagsdemos im Leipzig die Wende und das Leben nach der DDR. Er erzählt von der Kindheit und Jugend als Thomaner, von seinen oft sehr regimekonformen  Lehrern, und der  nicht immer ganz so stillen  inneren Revolution.Aber auch von dem Weg der Prinzen und seinen privaten Erlebnissen.Von dem DDR Gefühl ein Deutscher  zweiter Klasse zu sein, von seinem ersten Auto ,dem ersten Urlaub nach der Wende in Ungarn und den amüsanten Anekdoten dieser Reise.Er erzählt aber auchwie er von Skins überfallen wird, die Angst danach, der lange Weg der Verarbeitung, wie er die Gerichtsverhandlung erlebte und auch das später statt gefundene Täter Opfer Gespräch.Die Einstellung zum Täter und den Gerüchten danach.Wir erfahren von dem was ihn bewegt und wofür er sich wieso einsetzt.Haltung zeigen ein Motor der ihn ständig antreibt  aus dem die Texte seiner Lieder erwachsen.Er hat viel zu sagen und er verfolgt seinen Weg konsequent auch wenn es dem ein oder anderem hin und wieder zu rebellisch erscheinen mag ,ist doch klar ohne Haltung hat unsere Gesellschaft keine Chance friedlich zusammen zu leben.Selbstverständlich lässt Sebastian Krumbiegel alle Prinzenfans, die dieses Buch lesen nicht  außer acht. Die Prinzen sind ein großer Teil seines Lebens. Seine Einstellung und Haltung spiegelt sich in den Liedern der Band wieder. Die Prinzen als Botschafter sehr gezielter Positionierung. Sie wollen mit ihren Liedern etwas bewegen und schaffen dies auch.Von den Anfängen der Prinzen, dem plötzlichem Erfolg, der Freundschaft zu anderen Musikern, dem Werdegang bis heute berichtet er genauso interessant wie spannend und vor allem auch mit Humor.Besonders für Leute die nicht aus dem Osten kommen ist  es ein besonderer Einblick in eine bewegende wie spannende Zeit, die man sich als quasi nicht Beteiligte kaum vorstellen kann.Ich muss zugeben ich hatte keinen unmittelbaren Kontakt zu Familien in der DDR, bis auf einen Brieffreund ( den Neffen meiner Deutschlehrerin).Vieles hatte ich mir wesentlich strenger und reglementierter vorgestellt als wie es Sebastian Krumbiegel jetzt schreibt. Es lag und liegt eben an den Menschen und ihrer Haltung, wie sie agieren und reagieren.*Das Buch liest sich sehr gut. Einmal eingestiegen liest und liest man, vergisst die Zeit und taucht in eine Welt, die einen an viel erinnert und gleichzeitig viel Neues erfahren lässt.Vielleicht ist es genau das was das Buch ausmacht, die eigene Erinnerung in Kombination mit dem was ein anderer zur gleichen Zeit erlebt hat. Im Klappentext  Sebastian Krumbiegels  tabellarischer Werdegang. Von der Geburt 1966 über die Zeit im Thomanerchor, Cello-, Trompeten- und Schlagzeugunterricht ,Musikstudium, Examen bis hinzu den Prinzen,  Leipzig Courage  und 2015 dem Bambi für Musik National.*Gleich zu Beginn ein Brief von Udo Lindenberg als eine Art Geleit ins Buch, der mit einem Postkarten großen selbst gezeichneten Bild von ihm und Sebastian, endet.Dem Brief schließt sich das Vorwort des Autors an bevor er mit seiner Zwischenbilanz auf sein Leben beginnt.Dabei gibt er den einzelnen Kapiteln ,14 an der Zahl, sehr besondere Überschriften, die einen mal schmunzeln, mal Rätseln lassen und immer neugierig machen.Kapitel 4 z.B. hat zur Überschrift:" Ich habe das Glück, ein Prinz zu sein" und im Untertitel:" Roter Teppich, die Höhle der Löwen und die Erotik der Macht."oder Kapitel 7. " Ich glaube an die Liebe" im Untertitel:" Bibelrüstzeit, glibberiger Gulasch und ein letztes Gebet.". Das Buch schließt mit einem Nachwort das mit dem Liedtext " Diese Welt ist unbezahlbar" endet. Das Lied und zwei weitere kann man mittels QR Code auf dem Buch downloaden. Die Texte der anderen beiden Lieder sind im Buch integriert.Zahlreiche persönliche Fotos lassen uns auch visuell an Sebastian Krumbiegels Leben teilhaben.*Für mich ist es ein Buch, dass man nicht einfach nach dem Lesen ins Regal stellt. sondern immer wieder mal heraus holt.Um weitere Meinungen zum Buch zu bekommen habe ich es weiter gegeben.*Das mag jetzt etwas schräg klingen aber zuerst hat es eine, von mir sehr geschätzte, 92 jährige ehemalige Rektorin eines katholischen Gymnasiums gelesen, die mir danach mit Feuereifer von ihren Eindrücken berichtete und auch Vergleiche zwischen Ost und West aufstellte.*Als zweites laß es ein 30jähriger Musiker, der sich natürlich besonders für den musikalischen Part interessierte.Er war sehr überrascht über die vielen persönlichen Berichte bzw. Eindrücke und musste entsetzt feststellen, dass er kaum etwas über die DDR wusste. Sich irgendwie auch nie Gedanken über das Leben der Leute gemacht hatte.*Aller guten Dinge sind Drei, als Dritter und Vierter lasen es zwei Lehrer, aufgewachsen in der DDR und nicht viel älter als der Autor selbst.Sie waren unter anderem  begeistert von dem Schreibstil, der jeden anspricht und viel zu sagen hat.Sie gingen sogar so weit zu sagen, dass sie das Buch in den Unterricht mit einbauen werden um den Kindern und Jugendlichen diese Zeit einmal aus der Warte der Prinzen zu veranschaulichen.*Fazit:Rund um positiv!Ein Buch das zum Nachdenken anregt, und Einblicke in ein spannendes, vielschichtiges Leben mit Haltung liefert.

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  • Mehr als eine Biografie

    Courage zeigen

    HEIDIZ

    31. May 2017 um 12:25

    Ich hatte das Glück, Sebastian Krumbiegel, den Autor des Buches "Courage zeigen"  zur Leipziger Buchmesse kennen zu lernen.   Der Untertitel seines Buches, seiner Biografie mit .... Zügen lautet "Warum ein Leben mit Haltung gut tut". Das Buch ist wirklich mehr als eine reine Biografie, natürlich hat es biografische Züge, dennoch hat es mir mehr gegeben, als "nur" die Infos zu seinem Lebenslauf.   Gliederung: =========   Brief von Udo Lindenberg Vorwort   Zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle Da rutschte mir das Herz in die heruntergelassene Hose Wie aus einem perfekten Tag ein Albtraum wurde Ich habe das Glück, ein Prinz zu sein Wer den Kopf aus dem Fenster hält, wird geföhnt Manchmal erschrecke ich mich vor mir selbst Ich glaube an die Liebe Hier ist das erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau Wir trauern um Jimi Hendrix und Janis Joplin Über Nacht Superstar Das Ende einer Freundschaft Und führe uns nicht in Versuchung 37-38-39 - Pfirsich Stasi ist nicht gleich Stasi   Nachwort Bildlegenden   Dem Vorwort von Udo Lindenberg ist eine coole Karikatur der beiden angefügt.   Leseprobe: ========   Die Geschichte von "Leipzig - Courage zeigen" ist - wie erwähnt - im zwanzigsten Jahr angekommen, und sie geht sicher noch sehr lange weiter. Nicht, weil ich hoffe, dass wir uns noch lange gegen Nazis oder andere Idioten wehren müssen, sondern, weil ich weiß, dass wir nie aufhören dürfen, uns um uns und unser Leben zu kümmern. ...   Den Autor des Buches in seiner Heimatstadt zu treffen, war etwas besonderes für mich. Berühmt wurde er durch seine Zugehörigkeit zu den "Prinzen" - der Kultband, die ich schon immer gern gehört hatte.   Er ist fast so alt wie ich - und er setzt sich im Buch auseinander mit seinem Leben zum einen -mit seiner Kindheit als Chorknabe, als Jugendlicher in der DDR und schließlich mit dem traumatischen Überfall durch Rechtsradikale und mit seinem Lebensweg überhaupt. Hinten auf dem Buch kann man sich drei Lieder mittels Strichcode anhören, die zum Buch gehören. Man wird weiter geleitet auf die Homepage des Verlages und kann sich die Lieder anhören.  "Die Welt ist unbezahlbar" und "Mein rechter rechter Platz" und "Ich schrob ein Buch" - Titel mit tiefsinnigen Texten rund um die Welt und um aktuelles Geschehen und Gedanken des Autors dazu, dass er eigentlich Musik macht (Es war nicht geplant, es ist einfach passiert, es ist schon erstaunlich, was passiert, es war wie im Kino, Erinnerungen kamen angeflogen ....)   Das Buch ist sozusagen eine literarische Komposition !!! ... die mir sehr gut gefallen hat, sie zeigt auf, wie Krumbiegel zu dem geworden ist, der er ist, als den wir ihn kennen und wir lernen ihn noch besser kennen, wenn wir das Buch gelesen haben, lernen seine Gedanken kennen zu vielen Themen, die uns heute durch den Kopf gehen.

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  • [Rezension] „Courage zeigen“ von Sebastian Krumbiegel

    Courage zeigen

    Lesefeuer

    08. May 2017 um 17:49

    „Courage zeigen“ von Sebastian Krumbiegel, erschien 2017 im Gütersloher Verlagshaus (Verlagsgruppe Randomhouse) und siedelt sich in dem Genre Sachbuch an.Das Thema Courage ist für Sebastian Krumbiegel nicht erst seit dem traumatischen Überfall auf ihn durch Rechtsradikale enorm wichtig. Schon als Jugendlicher im rigiden DDR-System und während seiner Ausbildung im Thomanerchor fiel er durch sein rebellisches Naturell auf. Da kamen die Umbrüche, die zum Ende der DDR führten, gerade recht. Jetzt zieht Sebastian Krumbiegel eine Zwischenbilanz seines Lebens und verknüpft seine Biographie mit zeitgeschichtlichen Ereignissen. Denn beides gehört untrennbar zusammen. So lernen wir ihn aus mehreren Perspektiven kennen: als Popstar und Musiker, als Zweifler und sozial Engagierten. Und Krumbiegel offenbart seine zentralen Fragen: Wann habe ich mich für etwas stark gemacht? Wann fehlten mir Mut und Haltung? Und was habe ich daraus gelernt?Meine Meinung:Ich bin Prinzenfan seit meiner Kindheit. Früher haben wir die Kassetten im Auto hoch und runter gehört und mein allererstes Konzert, was ich jemals besucht habe, war ein Prinzenkonzert im Jahr 1993 oder 1994. Schon alleine aus diesem Grund musste ich „Courage zeigen“ von Sebastian Krumbiegel lesen. Das Buch ist keine Autobiografie im eigentlichen Sinne, es ist vielmehr ein Buch mit und über Sebastian Krumbiegel; man liest über seine Vergangenheit als Thomaner, seine Vergangenheit in der DDR und sein politisches Engagement. Ich bin auch in der DDR geboren, war zur Wende 3 Jahre alt. Somit kann ich mich an diese Zeit nicht erinnern. Ich kenne all das nur aus Erzählungen meiner Eltern oder aus Filmen und Dokumentationen. Somit fand ich es spannend über die DDR Zeit zu lesen. Während seiner Schulzeit war er ein kleiner Rebell und seine Lehrer hatten es offensichtlich nicht immer leicht mit ihm, aber er hatte immer schon großes Talent und hat sich sozial engagiert. Dem System der DDR hat er sich gefügt. Die Geschichten und Anekdoten aus dem Thomanerchor und dem Internat fand ich äußerst spannend und interessant. Als Kind ist es sicher nicht immer ganz leicht so viel Fleiß, Ehrgeiz und Verständnis aufzubringen. Politik spielt in diesem Buch eine große Rolle. Politisch gesehen habe ich die gleiche Einstellung wie Sebastian und hatte immer mal Gänsehaut beim Lesen. Beispielsweise auf Seite 18: Er schreibt über die Anfänge von „Leipzig – Courage zeigen“. Am 1. Mai 1998 sollte am Leipziger Völkerschlacht-Denkmal eine Nazi-Kundgebung veranstaltet werden. Sebastian versuchte mit einigen Freunden, Gastronomen und - ganz wichtig - dem Oberbürgermeister der Stadt, innerhalb kurzer Zeit ein Konzert am Vorabend genau an dieser Stelle zu organisieren. Das gelang! Und wegen der großen Sicherheitsvorkehrungen konnte der Nazi-Aufmarsch am nächsten Tag nicht stattfinden. Gewonnen!!! Als ich das gelesen habe, hatte ich wirklich Gänsehaut! Ähnlich ging es mir auf der Seite 82: Nach einer Live-Sendung hat sich Sebastian mit Alexander Gauland unterhalten und fragte ihn, ob er nicht manchmal denke: „Die Geister, die ich rief, werde ich nicht mehr los“. Woraufhin Herr Gauland sagte: „Das sagt mir meiner Tochter auch immer.“ Meine Güte – dieser Mann sollte wirklich öfters mal auf seine Tochter hören. Sebastian bezieht klar Stellung zur AfD und ich kann mich da einfach nur dahinter stellen. Es gibt aber auch genug Stellen, wo man einfach nur lachen kann. Mit einer herrlichen Selbstironie, aber auch Selbstkritik schreibt Krumbiegel, was mir sehr imponiert und was mich nicht nur einmal zum Nachdenken und auch Hinterfragen meines eigenen Tuen und Handels gebracht hat. Dieses Buch ist ein Muss für jeden Prinzenfan und auch für jeden, der sich ein wenig für Politik interessiert. Dieses Buch wird mich noch lange beschäftigen und entgegen meiner Prinzipien werde ich es vermutlich noch ein zweites oder sogar drittes mal lesen!Sebastian Krumbiegel, geboren 1966, Sänger und Mitbegründer der „Prinzen". Engagement gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und soziale Ungerechtigkeiten. 2012 Bundesverdienstorden und Humanismus-Preis für Zivilcourage und soziales Engagement, 2015 Bambi für Musik National. Er lebt in Leipzig.Fazit: 5 Sterne.

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  • Überraschend ehrlich, überraschend gut

    Courage zeigen

    Svenjas_BookChallenges

    22. April 2017 um 14:29

    Auf der Leipziger Buchmesse habe ich ein Interview mit Sebastian Krumbiegel verfolgt, in dem er über sein Buch sprach, über AFD und Co. und auch über die Erlebnisse, die ihn geprägt haben. Mir haben seine Aussagen sehr imponiert, deswegen war für mich klar: Courage zeigen gehört auf meine Leseliste! Und was mir eigentlich schon nach Krumbiegels Interview klar war, hat sich mit der Lektüre nur bestätigt: Er ist ein außerordentlich kluger Kopf, ein sehr couragierter und manchmal unbequemer Mann, der vor allem eines immer tut. Eine klare Meinung vertreten!Courage zeigen ist nicht unbedingt eine klassische Autobiografie - vielmehr erzählt Krumbiegel kurze, für ihn besonders prägnante Anekdoten aus seinem Leben und findet dabei immer einen Bezug zum aktuellen Weltgeschehen. Was mir sehr gut gefallen hat, ist, dass er auch immer selbstkritisch ist, so manches Handeln seinerseits hinterfragt und sich auch nicht davor scheut, von Erlebnissen zu berichten, die ihm im Nachhinein unangenehm sind. Man hat von Anfang an das Gefühl, dass er eine ehrliche Haut ist - jegliche Art von Heuchelei fehlt hier komplett. Krumbiegel bezieht zu einigen brisanten Themen (zum Beispiel und vor allem Rassismus, aber auch Stasi-Überwachung in der DDR) klar Stellung, gibt aber im selben Atemzug unumwunden zu, dass auch er nicht immer frei von Vorurteilen und dergleichen ist - auch wenn er das gerne wäre.Das macht ihn für mich zu einem unglaublich sympathischen Menschen, dem man gerne zuhört (bzw. dessen Worte man gerne liest), weil man einfach spürt, dass er etwas zu sagen hat und dass dieses "Etwas" wichtig ist. Mit vielen seiner Meinungen und Einschätzungen bestimmter Ereignisse gehe ich außerdem absolut konform - Zivilcourage und Toleranz sind auch für mich essentielle Grundsätze, nach denen ich versuche mein Leben auszurichten. Und natürlich blicke ich genau wie Krumbiegel manchmal besorgt auf meine (Wahl)-Heimatstadt Leipzig (okay, "besorgt" ist mittlerweile wahrscheinlich das falsche Wort, vermutlich trifft es "beunruhigt" besser) und finde es wichtig, dass man Themen wie Rassismus, Legida und alles, was damit verbunden ist, offen anspricht.Aber natürlich ist Krumbiegels Buch nicht nur ernst - es gibt auch zahlreiche witzige Anekdoten und Geschichten zum Schmunzeln. Geschichten über einen rebellischen Teenager, der seine Rolle als Mitglied des renommierten Thomanerchors nicht immer so ernst nahm, wie er es hätte tun sollen. Geschichten über einen jungen Musiker, der gern schon mal den ein oder anderen aufs Korn nimmt und manchmal nicht weiß, wann er besser die Klappen halten sollte. Vor allem aber waren es die sehr persönlichen Episoden aus Krumbiegels Leben, die mich bewegt und angesprochen haben. Beispielsweise seine Erlebnisse während der Montags-Demos in Leipzig, insbesondere jedoch der brutale Übergriff auf Krumbiegel und seinen Bandkollegen durch zwei Neonazis. Ich fand es einfach großartig, wie offen und ehrlich er über dieses offensichtlich traumatische Erlebnis spricht und wie er letztendlich einen Weg gefunden hat, um auch mit den Tätern seinen Frieden zu machen.Kurzum: Krumbiegels Buch liest sich für mich als Leipzigerin durchgehend spannend, regt zum Nachdenken an, ist aber durchaus auch humorvoll und witzig. Man hat den Eindruck, man würde den Sänger dabei beobachten, wie er auf sein Leben zurückblickt, die ein oder andere Situation neu bewertet und auch (und das hat mir besonders imponiert) in einen aktuellen Kontext stellt. Durchaus überrascht hat mich auch Krumbiegels angenehmer, lockerer Schreibstil - obwohl, eigentlich sollte das nicht überraschen, schließlich ist er ja auch Songwriter. ;) Wer politisch zumindest ein ganz klein wenig interessiert ist, wie ich Anteil nimmt an der aktuellen Situation in unserem Land nimmt und obendrein auch noch gut unterhalten werden möchte, der ist mit Courage zeigen bestens beraten.Mein Fazit:Mit Courage zeigen hat Sebastian Krumbiegel mich wirklich überrascht, weil es eben nicht nur für Leipziger den ein oder anderen Aha-Moment bereithält, weil es nicht nur unterhält. Das Buch ist mehr als eine einfache Autobiografie, denn es zeigt, wie wichtig es schon immer war und vor allem in der heutigen Zeit ist, eine klare Meinung zu vertreten und die auch zu verteidigen. Und das alles vermittelt Krumbiegel ganz ohne erhobenen Zeigefinger und, wenn es angemessen ist, auf humoristische Art und Weise. Mich hat das Buch restlos überzeugt.

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