Sebastian Pirling

 2.6 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf von Sebastian Pirling

Sebastian Pirling, Jahrgang 1979, ist seit seiner Jugend von anderen Welten begeistert. Nach einem Germanistik-Studium und diversen Jobs als Redakteur und Grafikdesigner ist er inzwischen Lektor für Science Fiction, Fantasy und Jugendbuch im Heyne Verlag. Sebastian Pirling ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in München.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Sebastian Pirling

Cover des Buches Der Planet der verbotenen Erinnerungen (ISBN:9783961400720)

Der Planet der verbotenen Erinnerungen

 (5)
Erschienen am 10.10.2018

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Rezension zu "Der Planet der verbotenen Erinnerungen" von Sebastian Pirling

Wir sind die Erzähler, die Exegeten – und das ist es, was wir tun. Wir erinnern uns.
LEXIvor 6 Monaten

Wir sind die Erzähler, die Exegeten – und das ist es, was wir tun. Wir erinnern uns.

Ein aufstrebender junger Wissenschaftler von der Universität Alpha Centauri unternimmt eine Forschungsreise zum Agrarplaneten Makoto. Sein eigentlicher Beweggrund für diese Expedition ist jedoch die Suche nach den Exegeten, einer geheimen Gemeinschaft. 

Der Klappentext dieses Buches lässt eine spannende Reise – wörtlich „das Abenteuer seines Lebens“ - vermuten. Doch entgegen diesen Verheißungen schaffte es dieser Roman, der mit dem C.S. Lewis-Preis ausgezeichnet wurde, in keiner Weise, mich zu fesseln. Es gelang mir einfach nicht, gedanklich in dieses Abenteuer einzutauchen und mich an der Seite des Protagonisten Benjamin G. Sacharow auf die Suche nach den Kryptoreligiösen zu begeben, ihre Rituale zu erforschen. Zu abstrus und futuristisch waren für mich die Beschreibungen des Lebens in Makoto – Nahrungsdrucker, nanointelligente Selbst, Körpertech-Stromkörperkonzepte, intelligente Hartschaumwände, Organsurfer und Menschen, die ihre Körper an Digitalreisende vermieten, Menschen mit eingebauten Nokis und Körpertechimplantaten oder Gespräche mit auf Podesten ruhenden Köpfen sowie das Wandeln in Hallen, die „eigentlich“ die Innereien einer Person sind, ließen mich verwirrt zurück.  Weder der Handlungsstrang mit dem durch ein Flexoskelett und neuen Augen ausgestatteter Benjamin G. Sacharow als Protagonist, noch die eingeschobenen Kapitel mit den Erzählungen des alten Psychophysikers und Digitalanatomen Taliesin val Akumai, der als Kind seiner eigenen Enkelin begegnete, vermochten mich an dieses Buch zu fesseln. 

Nach mehrfachen Versuchen brach ich diesen Roman nach etwa siebzig Seiten ab und muss ernüchtert feststellen, dass Science-Fiction definitiv nicht mein Genre ist. In diesem Fall kam das falsche Buch somit zum falschen Leser. „Der Planet der verbotenen Erinnerungen“ hat meinen persönlichen Lesegeschmack leider in keinerlei Hinsicht getroffen - ich konnte mich weder mit dem Schreibstil, den Figuren der Handlung, noch mit dem Inhalt anfreunden. Schade.

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Rezension zu "Der Planet der verbotenen Erinnerungen" von Sebastian Pirling

Zu viele offene Fragen
mabuerelevor einem Jahr

„...Der Mensch lebte von der Erde, folglich waren die Speisen der Erde gut für ihn. Wir aber, wir sind keine Erdenmenschen mehr. In den letzten tausend Jahren haben wir uns zu einer astralen Spezis weiterentwickelt. Wir haben den Raum gemeistert, und an der Bezwingung der Zeit arbeiten wir noch...“


Wie schon das obige Zitat zeigt, befinden wir uns in einer fernen Zukunft. Benjamin ist Gedankendesigner. Doch der Tod seines Professors hat in ihm Fragen aufgeworfen. Wer sind die Exegeten? Was macht sie zu etwas Besonderen? Um dies zu erforschen, ist er auf Makoto gelandet. Sein Auftrag muss geheim bleiben, denn die Exegeten entsprechen nicht dem gängigen Bild der Zeit.

Der Autor hat zwar einen spannenden Roman geschrieben, doch der rote Faden geht ab und an verloren.

Die Geschichte lässt sich nicht ganz einfach lesen. Das liegt nicht zuletzt an der komplexen Welt der Zukunft. Der menschliche Körper wird gekonnt mit technischen Raffinessen aufgewertet. Gleichzeitig werden alle gedanklich gleichgeschaltet, denn Erinnerungen gibt es nur noch auf Speicherchip, den man im Körper trägt. Das menschliche Gedächtnis als Hort der Erinnerung, wird ausgeblendet.

Benjamin gelangt an die Erinnerungsfragmente seines Mentors und Professor. Sie reichen zurück in eine Zeit, wo in der Galaktopole, einer Art Gefängnis, Menschen aller Religionen umerzogen wurden. Trotzdem ist es einigen gelungen, die Erinnerung daran zu bewahren.

Wie die offizielle Regel lautet, besagt das folgende Zitat.


„...Nur wer etwas tat, existierte. Menschsein und Arbeiten waren eins, tun und Sein nicht länger voneinander unterscheidbar. […] Bürger, du bist, was du tust...“


Verschiedene Entwicklungen der Menschheit werden kurz angerissen. Keine davon allerdings macht für mich diese Zukunft lebenswert. Und es gibt eine neue Bedrohung. Sie wird als interstellare Wolke bezeichnet, aber weder genauer erklärt noch deren Wirkung dargestellt. Für mich als Leser bleibt sie eine anonyme Gefahr, deren Sinn ich nicht verstehe.

Das Buch wird in zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen begleite ich Benjamin auf seinen Weg über den Planeten Makoto, zum anderen werden immer wieder die Fragmente von Professor Taliesin val Akumei eingeblendet. Doch auch in den Bereich erscheint mir manches unvollendet. Der Professor hat mit der Zeit experimentiert. Das ist schief gegangen. Warum, ist unklar. Für mich liest es sich wie Sabotage. Aber vom wem? Und warum haben ihn danach Freunde und Familie verlassen?

Interessant fand ich, das es in der Welt der Zukunft noch bestechliche Beamte gibt. Die interstellare Wolke verschärft das Flüchtlingsproblem. Auch darüber geht die Meinung der Exegeten auseinander. Für mich sind die Exegeten Menschen, die abseits des Mainstreams leben und auf persönliche Erinnerungen setzen. Was sie damit für die anderen so gefährlich macht, bleibt für mich unklar. Deutlich wird allerdings, dass sie ein anderes Menschenbild als ihre Zeitgenossen haben. Das zeigt sich vor allem im Umgang mit dem Tod.

Die Geschichte hat mir gut gefallen. Trotzdem hat sie ein paar Schwächen. Zum einen nimmt die Begegnung mit den Exegeten nur einen geringen Teil des Buches ein, zum anderen ist es ein Ende ohne Hoffnung. Die Welt der Zukunft ist eine Welt ohne Religion. Der Gegenentwurf durch die Exegeten allerdings ist mir zu unausgereift.

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Rezension zu "Der Planet der verbotenen Erinnerungen" von Sebastian Pirling

Spannender Science-Fiction über die Suche nach dem wahren Selbst
Photonvor einem Jahr

Der Roman „Der Planet der verbotenen Erinnerungen“ von Sebastian Pirling aus dem Brendow Verlag erzählt die Geschichte eines Wissenschaftlers, der in einer Welt lebt, die keine eigenen Erinnerungen kennt.

Erinnerungen gibt es nur noch in Form von sogenannten Clips, die von einer jedem Menschen eingepflanzten KI, Noki genannt, bereitgestellt wird. Die oberste Pflicht eines jeden ist es sich ständig zu optimieren, um den größtmöglichen Gewinn für die Gemeinschaft zu erbringen.

Als Leser wird man in eine schräge Welt geworfen; wir beobachten Benjamin, er ist ein junger Gedankendesigner, auf einem Planten am Rand der bewohnten Milchstraße. Parallel erfährt man Hintergründe, was ihn dorthin verschlagen hat. Der geheimnisvolle Tod seines Mentors hat ihn auf eine Spur von Menschen gebracht, die sich die Exegeten nennen. Aber Religion ist verboten. Optimierung ist die neue Religion. Letztlich steht am Ende der Reise für Benjamin wie für den Leser die Frage: Was macht mich als Mensch aus?

Es hat mich gefesselt und zum Nachdenken angeregt, Benjamin dabei zu begleiten. Ich lese Science Fiction, um mich in nie gesehene Welten entführen zu lassen. Genau das hat Sebastian Pirling für mich in diesem Buch getan. Dabei wird durch die Rückblenden und Fragmente nicht nur spannend Stück für Stück das Ziel und die Triebfeder von Benjamin aufgedeckt, sondern auch seine Lebensgeschichte. Das Buch versucht eine Antwort darauf zu geben, was macht uns als Menschen aus? Dabei überlässt der Autor dem Leser das Urteil.

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