Sebastian Schlösser

 3.8 Sterne bei 24 Bewertungen

Lebenslauf von Sebastian Schlösser

Sebastian Schlösser wurde 1977 geboren. Er arbeitete als Regieassistent bei Jürgen Gosch und Theaterregisseur u. a. am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Seit seiner Entlassung aus der Psychiatrie studiert er Jura. Mit seiner Frau und seinen beiden Kindern lebt er in Hamburg.

Alle Bücher von Sebastian Schlösser

Sebastian Schlösser»Lieber Matz, Dein Papa hat 'ne Meise«
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»Lieber Matz, Dein Papa hat 'ne Meise«
»Lieber Matz, Dein Papa hat 'ne Meise«
 (21)
Erschienen am 14.09.2011
Sebastian Schlösser"Lieber Matz, Dein Papa hat 'ne Meise"
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"Lieber Matz, Dein Papa hat 'ne Meise"
"Lieber Matz, Dein Papa hat 'ne Meise"
 (3)
Erschienen am 16.09.2011
Sebastian Schlösser"Lieber Matz, Dein Papa hat 'ne Meise"
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"Lieber Matz, Dein Papa hat 'ne Meise"
"Lieber Matz, Dein Papa hat 'ne Meise"
 (0)
Erschienen am 16.09.2011

Neue Rezensionen zu Sebastian Schlösser

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Rezension zu ""Lieber Matz, Dein Papa hat 'ne Meise"" von Sebastian Schlösser

Einblicke...
pardenvor 3 Jahren

EINBLICKE...

Sebastian Schlösser gilt als Shooting Star. Mit 27 wird er Theaterregisseur am Hamburger Schauspielhaus. Doch der Höhenflug endet abrupt: Sebastian Schlösser leidet an einer bipolaren Störung. In den manischen Phasen ist er größenwahnsinnig, arbeitet Tag und Nacht und ist durch nichts zu bremsen. In den depressiven Phasen hält er sich für einen Niemand, bewegt sich nicht aus dem Bett und denkt an Selbstmord. Schließlich bricht er zusammen und erkennt: So kann es nicht weitergehen.
Mit der Diagnose 'manisch-depressiv' landet Sebastian Schlösser in der Psychiatrie. In seinen Briefen erzählt er seinem achtjährigen Sohn, was die Krankheit mit ihm gemacht hat. Was mit einem Menschen passiert, der in die 'Irrenanstalt' eingeliefert wird; was es bedeutete, psychisch krank zu sein; und wie schwierig es ist, seine 'Meise' zu bezwingen - das alles beschreibt Schlösser hier seinem Sohn.


Ich bin fast geflogen vor Glück. Ich hätte dieses Gefühl gerne in eine Schachtel getan - für schlechte Zeiten. (...) Man wird süchtig nach diesem Gefühl.


Ich bin ganz ehrlich. Was mich zu diesem Hörbuch hat greifen lassen, war der Titel. Da ist ein Vater, noch dazu ein ehemaliger Prominenter, der lange im Rampenlicht gestanden hat und dem eine glänzende Karriere vorausgesagt wurde, der sich dann aber irgendwann eingestehen musste, dass er nicht allein kreativ-exaltiert war und seine künstlerische Ader auslebte, sondern dass er ernsthaft erkrankt war. An einer psychischen Erkrankung, was gesellschaftlich immer noch ein Tabuthema ist und für eine Karriere gerade im öffentlichen Leben tödlich sein kann. Neugierig war ich, wie Sebastian Schlösser mit dieser Erkrankung und deren Konsequenzen umgegangen ist - vor allem aber, wie er versucht hat, dies in Briefen seinem kleinen Sohn zu erklären.

Um es kurz zu machen: für Kinder ist dieses Buch definitiv nicht geeignet. Viel zu erwachsen sind die Themen, der Bericht über die Erlebnisse in und um das Theater ist zwar interessant,  jedoch für Kinder schlichtweg zu langatmig. Schlösser schildert selbst in einem Interview für das Zeitmagazin, dass er die Briefe nachträglich geschrieben hat - nach den extremen manisch-depressiven Zuständen, die ihn zum Handeln gezwungen und zu vielen Veränderungen in seinem Leben gebracht haben. Er sagt hierzu: "Mein Sohn war anderthalb, als ich meine manische Phase hatte, da konnte ich ihm nichts erklären. Die Briefe, das sind die Worte, die ich ihm geschrieben hätte, wenn er alt genug gewesen wäre. Wobei… vielleicht ist es am Ende gar kein Text für Kinder geworden, wichtig ist der Text vor allem für mich."


Ich bleibe wach. Alles flirrt, alles glüht. Ich brauche nicht zu schlafen, ich bin ein Delfin. Die schlafen mit einer Gehirnhälfte, mit der anderen schwimmen sie einfach weiter. Immer weiter...


Auch der Untertitel täuscht etwas anderes vor als das Hörbuch letztlich tatsächlich präsentiert. Über seine Zeit in der Psychiatrie erfährt der Hörer nämlich eher weniger. Zwar war er mit seiner 'Meise' durchaus auch im 'Wolkenkuckucksheim', wie Sebastian Schlösser selbst die Psychiatrie in seinen Briefen nennt, jedoch betrifft dies nur einen kleineren Teil der dargestellten Ereignisse. Den größeren Teil bestreiten die Geschehnisse, die dazu geführt haben, dass Schlösser psychiatrische Hilfe in Anspruch nehmen musste. Wenn auch phasenweise langatmig, erhält der Hörer hier einen eindrucksvollen Einblick in das Erleben eines Erkrankten vor allem in seiner manischen Phase. Ich persönlich fand das allein vom Zuhören schon anstrengend - wie mag das sein, so jemanden tatsächlich zu erleben?

Ich ziehe meinen Hut vor dem Mut zur Offenheit, den Sebastian Schlösser hier beweist. Die Briefe wirken ehrlich, auch wenn ich gelegentlich den Eindruck hatte, hier noch einmal einer Inszenierung zuzuschauen. Das will ich hier aber gar nicht unterstellen. Viel mehr jedoch als einen kleinen Einblick in das Erleben eines psychisch Erkrankten bietet das Hörbuch nicht. Allerdings vermittelt es auch die Botschaft, dass mit einer solchen Erkrankung das Leben keineswegs gescheitert ist, dass es allerdings doch auch den Mut erfordert, womöglich einiges zu ändern und vor allem, ehrlich zu sich selbst zu sein.

Andreas Fröhlich liest die Briefe sehr angemessen und in der jeweils passenden Betonung, was mir gut gefallen hat. Und auch wenn das Hörbuch meinen Erwartungen nicht wirklich entsprochen hat, war der kleine Einblick in das Erleben eines Manisch-Depressiven durchaus interessant.


© Parden

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Shadowgirls avatar

Rezension zu "»Lieber Matz, Dein Papa hat 'ne Meise«" von Sebastian Schlösser

Lieber Matz, dein Papa hat 'ne Meise!
Shadowgirlvor 5 Jahren

Sebastian Schlösser ist Theaterregisseur. Er schwankt zwischen Höhen- und Tiefflügen. Sein Umfeld kann manches Mal nur noch den Kopf über ihn schütteln - doch niemand kann zu ihm durchdringen. Mit der Diagnose "manisch-depressiv" geht er schließlich in die Psychiatrie.

In seinem Buch "Lieber Matz, dein Papa hat 'ne Meise!" erzählt er in Briefen an seinen Sohn, was er erlebt hat. Er schreibt von der Zeit seines Abiturs, als die bipolare Störung das erste Mal auftrat, von den Zeiten am Theater und der Zeit in der Psychiatrie.
Seinem Sohn Matz erklärt er seine Krankheit anhand des Ausspruchs "Der hat eine Meise!". Er berichtet vom "Wolkenkuckucksheim" (der Psychiatrie), den "Meisendoktoren" und den "Meisensmarties". Anschaulich erklärt er seinem Sohn die Zeiten, in denen die "Meise" kam und in denen sie sich in eine Eule wandelte, die ihren Kopf unters Gefieder steckte.

Das Hauptaugenmerk in Sebastian Schlössers Buch liegt nicht auf der Behandlung der Störung wie es in den meisten anderen Büchern über Erkrankungen ist, sondern darauf, was er erlebt hat, insbesondere während der manischen Phasen. Es wird deutlich, wie viel Kraft ihm sein Sohn gegeben hat.

Das Buch liest sich angenehm und flüssig. Ich empfehle es jedem, der in einfachen Worten erfahren will, wie die bipolare Störung auf den Erkrankten wirkt.

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Rezension zu "»Lieber Matz, Dein Papa hat 'ne Meise«" von Sebastian Schlösser

Rezension zu "»Lieber Matz, Dein Papa hat 'ne Meise«" von Sebastian Schlösser
GeschichtenAgentinvor 6 Jahren

Lieber Matz,

die Erinnerung an Deine Geburt hat mir wieder Kraft gegeben. Ich habe ein Ziel vor Augen. Ich will mich zusammenraufen. Für Dich. Für mich. Das Erinnern hilft, meine ich. Etwas klärt sich. Ich were mir meines Weges bewusst. Der Strecke, die ich schon gerannt bin. Jetzt mache ich eine Pause und sehe mir das an. Mit Dir zusammen. Auch wenn Du nicht direkt neben mir sitzen kannst, bist Du doch immer da. Das ist seit Deiner Geburt so.

So beginnt einer der Briefe Sebastian Schlössers an Matz, seinen 8-jährigen Sohn. Schreibend versucht der Vater, seine Meise und wie er in den Meisenzoo kam, zu verstehen. Schreibend klärt er seine Welt – für sich, für seine Frau und für Matz.

Manisch-depressiv heißt die Meise mit Vornamen; bipolar mit Nachnamen. Ernährt hat sie sich vom Leben am Theater – vom Rausch der Premieren, von durchschafften Nächten, von durchzechten Nächten. Aber auch von der Leere zwischen den Aufträgen, von Konflikten mit Schauspielern und Schriftstellern, von nicht-funktionierenden Bühnenbildern.

Bis Sebastian Schlösser die Notbremse zieht und in die Psychiatrie geht.

Das ist immer ehrlich geschrieben – und sehr berührend.

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