Sebastian Steffen Aschtronaut unger em Miuchglasdach

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Inhaltsangabe zu „Aschtronaut unger em Miuchglasdach“ von Sebastian Steffen

»Geschter hei mir üs trennt. Füf Jahr sy mir zäme gsi. D Sofie und ig. Me sött sich nid am ene Frytig trenne. Mir sy näbenang uf em Sofa ghocket und hei ds Nötigschte besproche. We me sich am Mäntig trennt, isch d Chance vom ene Absturz chlyner. Myni Mueter seit, äs syg für se immer wider erstuunlech z gseh, wi säubschtbewusst üsi Generation syg. Wie chönn me derewäg vo sich säuber überzügt sy und glychzytig so ungloublech unsäubständig. My Vatter het gseit, mir syge woustandsverwahrlost. Mischu seit, faus es unger dyne Künschtlerfründe öpper git, wo öppis z kiffe suecht, Nachschub wär da. I säge: ›Wenn i’s hüt nid härebringe mit däm Lied, de lan i’s haut la sy.‹« »Sebastian Steffen hat aus dem Seeländer Dialekt eine literarische Sprache gemacht, die einen ganz eigenen Sog erzeugt, sie hat einen Ton, von dem man sich gerne verführen lässt, und sie transportiert die Erlebnisse der Kleinstadtastronauten direkt unter unsere Hirnkappe. Ein urbaner Roman mit einer eben so urbanen Sprache.« Francesco Micieli Das Buch erscheint zweisprachig, in Mundart und Hochdeutsch. Sebastian Steffen lebt und arbeitet in Biel. Er schreibt und macht Musik und hat am Bieler Literaturinstitut studiert. Es ist sein erstes Buch.

Zieht einen schnell in seinen Bann.

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    Aschtronaut unger em Miuchglasdach
    Sommerregen

    Sommerregen

    19. November 2016 um 20:08

    Fünf Jahre lang sind sie zusammengewesen, Sofie und er. Doch nun haben sie Schluss gemacht, was ihn völlig aus der Bahn wirft. Noch während er versucht, bei einem Freund Unterschlupf zu finden, kreisen seine Gedanken um Sofie und darum, bei wem sie jetzt gerade sitzt. Was sie sagt, denkt und fühlt. Sie meinte, sie sei bei Lia. Mit der hatte sie schon eine kurze Beziehung bevor Sofie und er zusammenkamen. Und als Sofie davor mit einem seiner Freunde eine Beziehung hatte, war Lia ihr auch nie fern gewesen. Wahrscheinlich ist sie nun glücklicher so.Er jedenfalls ist es nicht. Seine Abende verbringt er die nächste Zeit mit Freunden im Odéon, während sich über Biel das allherbstliche Milchglasdach aus Nebel bildet, welches bis zum nächsten Sommer nicht abmontiert werden wird. Alkohol, Drogen, das Vermissen tragen dazu bei, dass er seine Umwelt nicht mehr so genau wahrnimmt. Gesprächsfetzen dringen zu ihm durch, bahnen sich manchmal den Weg durch die Gedanken an Sofie. Nur allmählich wird es besser.Beim Lesen spürt man wie der Alltag verschwimmt und die Zeit zähflüssiger wird, da die kurzen Sätze und abgebrochenen Gedankengänge das Einfühlen in die Situation des Erzählers unumgänglich machen. Ich konnte mich nach anfänglicher Verwirrung sehr schnell in die Geschichte hineinversetzen, sodass ich das Buch auch nicht mehr aus der Hand zu legen vermochte. Nach und nach werden die Sätze wieder länger, die Überlegungen stringenter und verschiedene Erzählstränge werden verknüpft, sodass man den Eindruck gewinnt, der Realität immer näher zu kommen. Dabei wird sich darüber hinaus einer zunehmend bildlich-phantasievollen Sprache bedient, beispielsweise wenn der Nebel beschrieben wird.So wartet man mit dem Erzähler darauf, dass endlich der Sommer kommt und die Schmerzen um die Trennung endlich zurückgelassen werden können.Sehr ansprechend finde ich zudem, dass das Buch zweisprachig - auf Hochdeutsch und in Mundart erscheint. Wendet man also das Buch, so kann man "Aschtronaut unger em Miuchglasdach" lesen.Die 136 Seiten habe ich in einem Rutsch verschlungen und auch wenn mich keine ausgefeilte Handlung mit zahlreichen Wendungen erwartet hat, bin ich mit der Lektüre sehr zufrieden. In meinen Augen ist dies ein sehr gelungenes Debüt, welches mich sehr schnell packen konnte. Dieses Wendebuch auf schweizer- und hochdeutsch kann ich somit weiterempfehlen.

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