Sebastian Steyer Risiko- und Money-Management

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Inhaltsangabe zu „Risiko- und Money-Management“ von Sebastian Steyer

Viele Trader und Anleger verbringen sehr viel Zeit mit der Suche nach dem perfekten Einstiegssignal. Ist dies gefunden, lässt das verlockende Kursziel die Risiken in den Hintergrund treten. Die Position wird eröffnet. Erfolgreiche Anleger und Trader hingegen beschäftigen sich zuerst mit dem, was an der Börse planbar ist: dem Ausstieg. Dazu nutzen Sie ein konsequentes Risiko- und Money-Management, um ihre Positionsgrößen zu bestimmen und das Risiko ihres Gesamtdepots stets klein zu halten. Erst dann wird die Position eröffnet und nach festen Regeln weiter gemanagt. Nur so kann die viel zitierte, aber selten umgeSetzte Börsenregel „Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen!“ auch wirklich gelebt werden. In „Risiko- und Money-Management“ zeigt Ihnen Sebastian Steyer die Grundlagen für ein erfolgreiches Risiko- und Money-Management-System. Hinzu kommen weitere Techniken speziell für den Hebelhandel sowie das Pyramidisieren. Doch auch der Faktor Mensch kommt nicht zu kurz. Die Vorgänge in unserem Gehirn beim Traden werden beleuchtet und die große Bedeutung von Disziplin und Konsequenz wird herausgearbeitet. Ergänzt wird dies durch ein Kapitel mit Praxisbeispielen und Charts, anhand derer Risiko- und Money-Management dem Leser zukünftig in Fleisch und Blut übergeht.

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    Risiko- und Money-Management

    R_Manthey

    20. July 2015 um 12:16

    Bis zum letzten Kapitel dieses Buches muss man den Eindruck gewinnen, dass man über wenigstens 20.000 € Kapital für eine Aktienanlage verfügen sollte, wenn man den Ausführungen des Autors folgen möchte. In seinen Beispielen wählt er oft diese Summe als Ausgangslage, denn wenn man wie er pro Position nur maximal ein Prozent des Kapitals oder 200 € riskiert, kommt man leicht auf das genannte Minimum. Doch im letzten Kapitel diskutiert der Autor dann überraschend bei der praktischen Anwendung auch den Handel mit CFDs, ohne dass er allerdings diesen irgendwie erklärt. Der Text gliedert sich in fünf Kapitel. Zunächst beschreibt Steyer wie uns unsere Emotionen bei unseren Anlageentscheidungen in Fallen locken können, wenn wir auf sie hören. Dann kommt er zu den Grundlagen und erläutert sowohl das Risikomanagement bei den einzelnen Positionen als auch des gesamten Kontos. Seine Ausführungen folgen einem roten Faden, den man leicht erkennen kann. Wenn nicht das letzte Kapitel wäre, würde man bis dahin vermuten, dieses Buch richtet sich eher an Laien, die hier erste Schritte auf dem Wege einer risikobewussten Aktienanlage erlernen sollen. Der Autor empfiehlt eine genaue Dokumentation und Überwachung aller Risikogrößen sowie das Führen eines Tagebuches, um eventuelle Handelsfehler im Nachhinein besser erkennen und auswerten zu können. Wie man so etwas macht, findet beispielhaft im Buch, ebenso wie einige Formel etwa zur Bestimmung der Positionsgröße bei gegebenem Risiko. Das zweite Kapitel endet mit einem Abschnitt über Stoppkurse. Kapitel drei befasst sich zunächst mit möglichen Korrelationen verschiedener Positionen in einem Depot. Hier schwächelt der Autor leider etwas, denn er benutzt den sogenannten Korrelationskoeffizienten, den er zwar umschreibt, aber nicht definiert. Wie soll man als Leser dann damit arbeiten, etwa die "Korrelationsmatrix" wie empfohlen aufstellen? Zudem wird eine solche Korrelationsmatrix bei einer Börsenschwäche wenig helfen. Darauf weist der Autor anhand der Lehman-Krise auch hin. Schließlich beschreibt Steyer auch noch die Kelly-Formel zur Bestimmung der Höhe des Kapitaleinsatzes beim Glücksspiel. Das läuft alles unter der Überschrift "Denken in Wahrscheinlichkeiten". Auf eine Aktienanlage umgemünzt bedeutet die Anwendung dieser Formel jedoch die Gewinnwahrscheinlichkeit für diese Anlage zu kennen. Dazu benutzt Steyer das Chance-Risiko-Verhältnis, was man nur subjektiv ermitteln und sich entsprechend schöndenken kann. Das ist dann schon etwas merkwürdig, wenngleich es natürlich super klingt. Ähnlich verwirrend gestaltet sich der Abschluss dieses Kapitels. Da geht es um "Kennzahlen für Trader". Gemeint sind Trefferquote, Gewinn und Verlust pro Trade und andere Quotienten. Diese Zahlen haben aber nur eine wirkliche Aussagekraft, wenn ein vollständiges System gehandelt wird, in dem der Trader auch durch einen Computer ersetzt werden kann. Ansonsten vermischen sich die Aussagen über die Methode und den handelnden Akteur unauflösbar miteinander. Das vierte Kapitel erklärt zuerst das Setzen von Stoppkursen mit Hilfe der Average True Range und kommt dann zum Pyramidieren von Gewinnpositionen in Verbindung mit einem aktiven Stoppkursmanagement. Das letzte Kapitel will Risiko- und Money-Management in der Praxis erklären. Für mich völlig überraschend beginnt der Autor hier plötzlich mit CFDs, also mit Hebelprodukten. Sein Ziel auf diesen ersten paar Seiten dieses Kapitels besteht wohl darin, zu verdeutlichen, dass man seine Prinzipien auch bei kleineren Depots ebenso umsetzen kann. Wer jedoch noch nie etwas mit CFDs zu tun hatte, wird hier nicht viel verstehen. Dann kommt Steyer zu "Schwarzen Schwänen". Tritt so etwas ein, hilft auch kein Risikomanagement mehr, denn man wird wahrscheinlich mit heftigen Verlusten ausgestoppt. Die Bemerkungen des Autors, man solle im Bedarfsfall seine Positionsgrößen reduzieren, greifen nur, wenn noch etwas zu retten ist. Dann folgen einige wenige Seiten zum persönlichen Kapitalbedarf. Schließlich erklärt Steyer danach ausführlich wie man nach seiner Meinung ein Portfolio in der gegenwärtigen Situation krisengerecht aufbaut. Ganz am Ende stellt der Autor dann noch ein sehr einfaches Handelssystem für den Dax vor, bei dem man nach seinen Angaben auch bei einer geringen Trefferquote noch profitabel agieren kann. Ob das wirklich stimmt, kann allerdings nur anhand historischer Daten gezeigt werden. Ein solcher Beweis fehlt im Text. Das Buch enthält alles, was man über Risiko- und Money-Management grundlegend wissen sollte. Es ist gut und übersichtlich geschrieben, setzt jedoch an gewissen Stellen (insbesondere bei CFDs) Vorkenntnisse voraus und lässt an anderen Stellen Voraussetzungen einfach weg. Das betrifft jedoch keine wesentlichen Punkte. Als Grundlagenbuch eignet es sich sehr gut.

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