Wunderwaffe

von Sebastian Thiel 
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Wunderwaffe
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Bellis-Perenniss avatar

Ein packender Krimi aus Düsseldorf während des Zweiten Weltkriegs.

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Inhaltsangabe zu "Wunderwaffe"

Das Rheinland im Frühjahr 1944. Erik Stuckmann, als Chemiker bei der IG Farben beschäftigt, wird tot aufgefunden. Er soll sich unter Medikamenteneinfluss das Leben genommen haben. Sein bester Freund Nikolas Brandenburg glaubt nicht an einen Selbstmord und nimmt die Ermittlungen auf. Die Spur führt ihn nicht nur zur französischen Widerstandsbewegung, sondern auch in die höchsten Kreise der IG Farben. Nur langsam sammelt er Indizien und deckt dabei Unglaubliches auf …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783839212516
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:374 Seiten
Verlag:Gmeiner-Verlag
Erscheinungsdatum:13.02.2012

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    Pelikanchens avatar
    Pelikanchenvor 3 Jahren
    Ein Wunder wenn man überlebt

    Im Frühjahr 1944 wird Erik Stuckmann, der als Chemiker bei der IG Farben beschäftigt war, tot aufgefunden. Unter Medikamenteneinnahme soll er sich selbst das Leben genommen haben, mit seiner kleinen Tochter Marie.
    Sein bester Freund Nikolas Brandenburg, der Kriminalbeamter ist, zweifelt aber an den Ermittlungen und will herausfinden, was wirklich passiert ist. Die Spur führt in die höchsten Kreise der IG Farben und auch zur französischen Widerstandsbewegung. Nur langsam kommt er voran und als er entdeckt, was wirklich dahinter steckt, ist es schon fast zu spät. Die Geschichte spielt mitten in den dunklen Kriegsjahren im nationalsozialistischen Deutschland und ist auf ihre Art unglaublich fesselnd und auch wirklich gut recherchiert.

    Ich interessiere mich sehr für diese Zeit und bin immer wieder fassungslos, wenn ich solche Bücher lese. Ich finde es hier sehr gut beschrieben, wie schnell aus einem Mensch einer normale Bevölkerung, ein fanatischer Hitleranhänger wird. Die Zerstörung der Düsseldorfer Synagoge war so echt beschrieben, das man sich mitten im Geschehen gefühlt hat und sich über das Verhalten der Bevölkerung geschämt hat und wirklich nicht Glauben kann, das fast keiner über den Tellerrand gesehen hat. 
    Man musste es dem Volk nur richtig verkaufen und wer nicht an Hitler geglaubt hat, der hat sich am besten raus gehalten, aus Angst um die eigene Familie. 
    Auch der Bombenangriff, den Nikolas im Luftschutzkeller erlebt hat, machte das Buch so lebendig.

    Einige Handlungen wurden mir aber zu passend gemacht und auch Nikolas hat für mich viel zu viel unüberlegt gehandelt. Wer ihm am Schluss verraten hat, das habe ich mir von Anfang an gedacht und habe auch nicht Verstanden, warum er es überhaupt zu diesem Zeitpunkt unbedingt jemanden erzählen musste. Aber gut, die Geschichte musste ja irgendwie voran gehen .................

    Was ich auch nicht schön fand, das waren diese wirklich vielen Rechtschreibfehler / Grammatikfehler, denn man könnte meinen das es gar nicht Korrektur gelesen wurde. Die Fehler wären so leicht zu finden gewesen, ohne ein großes Genie zu sein.

    Aber ansonsten fand ich das Buch einfach Spannend, ein tolles Finale macht es wirklich lesenswert und diese Zeit eben unvergessen.

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein packender Krimi aus Düsseldorf während des Zweiten Weltkriegs.
    Verfügt Nazideutschland die Wunderwaffe(n)?

    Ein Nikolas-Brandenburg-Krimi/1

    Sebastian Thiel entführt seine Leser in eine der dunkelsten Zeiten Deutschlands, in den Zweiten Weltkrieg.

    Frühjahr 1944 die Gerüchte um Deutschlands Wunderwaffen machen die Runde

    Nikolas Brandenburg, Kriminalbeamter versieht seinen Dienst in Frankreich, als ihn der Anruf seines Freundes Martin erreicht, dass der gemeinsame Freund Erik Stuckmann im Drogenrausch Selbstmord begangen und seine kleine Tochter Marie, Nikolas Patenkind, mit in den Tod genommen hat.

    Nikolas erreicht seine Heimatstadt Düsseldorf erst nach der Beerdigung und erhält den Abschiedsbrief Eriks. Erik, war Chemiker im kriegswichtigen Betrieb der IG-Farben.
    Recht bald tauchen Ungereimtheiten auf. Wieder nach Frankreich zurückgekehrt, beginnt Nikolas zu recherchieren. Immer wieder trifft er auf den Namen Luger und dessen SS-Einheiten. Mit Luger, seinem Vorgesetzten, hat er ohnehin noch eine Rechnung offen, hat der ihm doch seine Verlobte Lisa abspenstig gemacht.

    Er macht schmerzhafte Bekanntschaft mit der Réstistance. Doch scheint ausgerechnet die französische Widerstandsbewegung Licht in den dubiosen Selbstmord von Erik zu bringen.

    Nikolas lässt sich auf ein gefährliches Spiel ein.
    Wird er die Wunderwaffe finden und entschärfen?

    Ich finde den Krimi packend und spannend erzählt. Ein bisschen zu dick aufgetragen kommt mir die Flucht aus dem GESTAPO-Gefängnis vor.
    Das schwarz-weiß Cover mit den Kindern, die Gasmasken mit sich führen, deutet schon auf den brisanten Inhalt der „Wunderwaffe“ hin.

    Historiker werden sich möglicherweise an der einen oder anderen Ungenauigkeit stoßen.

    Die Rolle der IG-Farben unter dem Nazi-Regime ist sicherlich nicht untertrieben.

    Kommentare: 5
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    Traenenherzs avatar
    Traenenherzvor 6 Jahren
    Rezension zu "Wunderwaffe" von Sebastian Thiel

    Klappentext:

    DUNKLE WOLKE
    Das Rheinland im Frühjahr 1944. Erik Stuckmann, als Chemiker bei der IG Farben beschäftigt, wird tot aufgefunden. Er soll sich unter Medikamenteneinfluss das Leben genommen haben. Sein bester Freund Nikolas Brandenburg glaubt nicht an einen Selbstmord und nimmt die Ermittlungen auf. Die Spur führt ihn nicht nur zur französischen Widerstandsbewegung, sondern auch in die höchsten Kreise der IG Farben. Nur langsam sammelt er Indizien und deckt dabei Unglaubliches auf …

    Ein Kriminalroman aus den dunklen Kriegsjahren im nationalsozialistischen Deutschland. Brilliant recherchiert und unglaublich fesselnd.

    Die Story:

    Nikolas Brandenburg ist eine der Hauptfiguren in unserem vorliegenden Roman. Er wollte nie Kriminalbeamter werden, aber durch gute Kontakte seines Vaters kam er doch zu diesem Beruf, und er wurde nach Frankreich versetzt, wo er mit seiner Verlobten lebte. Gleich zu Anfang ruft ihn sein langjähriger Freund Martin an, nachdem er es 2 Tage erfolglos versucht hatte, und berichtet ihm, dass ihr Freund Erik tot im Auto gefunden wurde, und bei ihm war seine Tochter Marie, der er bei der Geburt schwor, dass er sie immer beschützen will, denn die Mutter starb bei der Geburt.
    Nikolas schafft es sich zwei Tage freistellen zu lassen, obwohl Luger, sein Chef ihn erst nicht gehen lassen will. Aber da dieser das Bett mit seiner Verlobten teilt, willigt er ein, so haben sie erstmal ihre Ruhe.
    In Düsseldorf angekommen bekommt er von seinem Vater einen Brief von Erik, welcher am Todestag datiert wurde. Zuerst versteht er nicht, und alles deutet auf einen Selbstmord bei seinem Freund hin, aber um so mehr er nachdenkt, er kennt seinen Freund sehr sehr gut, bemerkt er, dass in dem Brief viele Rätsel eingebaut sind, und so kommt es, dass Nikolas durch den französischen Untergrund auf die richtige Fährte gerät, und am Ende mit den Leuten der Résistance zusammen arbeitet, um die Waffe, die durch Zufall in der Firma IG-Farben entdeckt wurde, zu vernichten versucht, obwohl er eigentlich bei Lugers Kommando gegen einen gewissen Pâquerette (Gänseblümchen) ermitteln soll, weil dieser die Strippen im französischen Untergrund zieht. Luger allerdings traut Nikolas eh nicht viel zu, und meint es seie nur ein Hirngespinst.
    Wie es weiter geht solltet ihr dann allerdings selbst lesen, denn sonst ist die Spannung ja dahin.

    Anfang:

    Was für ein beschissener Tag für eine Verhaftung. Nikolas Brandenburg zog seinen Hut tiefer ins Gesicht, schlug den Kragen seines Mantels hoch und rückte ein wenig enger an den Zeitungsstand, der ihm nur unzureichenden Schutz vor dem prasselnden Regen bot. Die Kälte hatte sich tief in ihn hineingefressen und dort eingenistet, trotz seiner dicken Kleidung und den schwarzen Handschuhen. Wenige Laternen warfen ihr spärliches Licht auf das Kopfsteinpflaster und ließen die Pfützen gelblich schimmern. Zum wiederholten Male zog Nikolas ein Streichholz über die Reibfläche, steckte sich einen Salem an und ließ seinen Blick über die Kreuzung vor dem Place d`Italie im 13. Arrondissement schweifen.

    Leseprobe:

    Diese findet ihr hier.

    Zitate:

    S. 109
    "Wie weit bist du bereit zu gehen?"

    S. 233
    "Nur die Verrückten fanden die süße Erholung im Traum und wurden nicht von Gedankenspielen gequält."

    S. 237
    "Er konnte dieser all zu verlockenden Versuchung nicht mehr länger widerstehen."

    S.238
    "Ihr heißer Atem brannte in Nikolas' Nacken. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals, doch es lag nicht an dem Messer, das immer noch auf seiner Haut ruhte."

    S.239
    "Nach und nach schickte Pâquerette neue Männer, neue Aufträge, er zeigte uns, wie wir die Nazis wirklich treffen können. Er lehrte uns, wie wir den Krieg führen sollten, um ihn auch zu gewinnen."

    Schreibstil, Perspektiven, Aufbau:

    Der Autor lässt die Charaktäre selbst sprechen, er hat Tagebucheinträge von Nikolas aus vergangenen Jahren eingebaut, so werden verschiedene Dinge sehr viel deutlicher und interessanter als ohne. Es gibt auch einen Erzähler. Alles in allem ist dieses Buch sehr gut zu lesen, verständlich geschrieben, und man möchte gar nicht mehr aufhören.

    Covergestaltung:

    Das Cover passt zum Krieg, und somit in die Zeit in der dieser Kriminalroman spielt. Ich denke es war eine gute Wahl, denn das Cover verführte mich auch, und so kam es mit zu mir nach Hause.

    Zum Autor:

    Sebastian Thiel, Jahrgang 1983, lebt und arbeitet als freier Autor in Tönisvorst am Niederrhein. Nach "Die Hexe vom Niederrhein", einem historischem Roman, erscheint mit "Wunderwaffe" sein erster Kriminalroman. Autorenhomepage.

    Meine Meinung:

    Da ich selbst nicht zu der Zeit des Krieges gelebt habe, interessiere ich mich wohl sehr dafür. Früher als ich noch in die Schule ging war das nicht so, aber irgendwann kam das einfach so. Ich finde, man hat hier in diesem Buch einen sehr guten Einblick in die Machtgefilde die zu Hitlers Zeiten so an der Tagesordnung waren bekommen. Wie gefährlich diese "Wunderwaffe" war, und wie verbohrt die Menschen damals immer noch trotz massiver Niederlagen an den Sieg geglaubt haben. Was damals betrieben wurde, war Gehirnwäsche pur. Ich bin froh dass diese Zeiten überstanden sind, und ich hoffe das sowas nie mehr passiert.

    Fazit:

    Das Buch ist zu empfehlen, ein Herz Abzug gibt es bei mir nur, weil mir der letzte "Kick" gefehlt hat, und ich gern noch mehr Spannung gehabt hätte.

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    Gospelsingervor 6 Jahren
    Rezension zu "Wunderwaffe" von Sebastian Thiel

    Frühjahr 1944. Der in Paris stationierte deutsche Kommissar Nikolas Brandenburg erfährt, dass sein bester Freund Erik Stuckmann umgekommen ist. Angeblich soll der bei der IG Farben beschäftigte Chemiker Selbstmord begangen haben.
    Nikolas glaubt nicht an diese Version. Sein Freund war strenggläubig, außerdem hatte er seine kleine Tochter mit sich im Auto.
    Nikolas beginnt zu ermitteln und fährt zunächst zurück nach Paris, wo seine Verlobte ihn ausgerechnet mit seinem unsympathischen Chef, Hauptsturmführer Luger, betrügt. Dort kommt Nikolas einer Zelle französischer Widerstandskämpfer auf die Spur und erfährt von unglaublichen Vorgängen bei der IG Farben. Das hat weitreichende persönliche Konsequenzen für ihn.
    Dieser historische Krimi ist sehr gut recherchiert und macht die damalige Zeit lebendig. Besonders die Beschreibung eines Bombenangriffs, den Nikolas im Luftschutzkeller erlebt, ist sehr realistisch.
    Nikolas macht eine glaubhafte Entwicklung durch und wird dadurch zu einem authentischen Charakter.
    Sehr gut beschrieben sind auch die fanatischen Hitleranhänger, die sich nicht nur in den Offiziersrängen, sondern auch in der ganz normalen Bevölkerung finden, wie an der Zerstörung der Düssseldorfer Synagoge deutlich wird.
    Am Ende wird es ziemlich brutal. Nicht aus billiger Effekthascherei, sondern weil ein Krieg nun einmal so ist – brutal.
    Das einzige Manko dieses Buches sind für mich die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler. Das Buch ist offensichtlich überhaupt nicht Korrektur gelesen worden. Oder wurde aus Versehen eine ältere Fassung gedruckt?
    Davon abgesehen ist dieser spannende Krimi mit seinem furiosen Finale sehr lesenswert.

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    Wir-Lesenvor 6 Jahren
    Rezension zu "Wunderwaffe" von Sebastian Thiel

    Nikolas Brandenburg, Kriminalkommissar in der SS, ist in Paris stationiert und den Französischen Rebellen auf der Spur, ihnen jedoch immer ein Schritt hinterher. Sein Chef, Obersturmführer Luger, ist ihm nicht nur übel gesinnt, sondern hat auch noch ein Verhältnis mit seiner Verlobten, aus dem er (und auch sie) keinen Hehl machen. Als Nikolas‘ bester Freud aus Kindertagen in Deutschland gemeinsam mit seiner 6Jährigen Tochter einen tödlichen Unfall hat, bittet Nikolas seinen Chef um Beurlaubung, um Abschied nehmen zu können. Das kommt Luger natürlich grade rescht, und während Nikolas‘ Verlobte sich mit Luger eine schöne Zeit macht, erlebt der Kommissar sein ganz eigenes Abenteuer. Misstrauisch hinterfragt er Eriks Unfall, stellt Nachforschungen an und gerät dabei immer tiefer in eine beinahe unglaubliche, brandgefährliche Geschichte. Ein Brief seines kürzlich verstorbenen Freundes, der ihn im Haus seines Vaters erwartet, bringt ihn auf die richtige Spur, und die führt gradewegs in eben jene Rebellengruppe, die er bislang so verbissen im Auftrag der SS verfolgte. Gemeinsam mit der schönen Anführerin Claire und dem desertierten Soldaten Rohn kommt er nach und nach einer neu entwickelten Waffe auf die Spur, die ihren Ursprung in der Firma IG Farben hat, in der auch Erik arbeitete. Nikolas schlägt sich auf die Seite der Rebellen und kämpft von nun an gemeinsam mit ihnen dafür, diese Waffe zu vernichten. Mitten im Krieg des Jahres 1944, zwischen Bombardements und Intrigen, lässt er sein altes Leben hinter sich und begibt sich für seine Überzeugung in Lebensgefahr. Und am Ende ist nichts so, wie es mal schien ...

    Fazit
    Wunderwaffe ist einer erschreckend real wirkenden Story. Nikolas‘ Weg ins „Feindeslager“ mitzugehen, ist eine spannende und Faszinierende Sache. In einem grandiosen Finale muss Nikolas feststellen, das Freund und Feind oft nicht jene sind, die sie zu sein scheinen und das er den eindeutigen Hinweis darauf übersehen und deswegen einen fatalen Fehler begangen hat. Und vor allem muss er feststellen, das nicht alles, wofür er einst gekämpft hat, gut ist.
    Die reale Umgebung des Krieges, der SS und dem ganzen Drumherum geben dem Kriminalroman einen unglaublich echten Touch, und man fühlt sich regelrecht in jene Zeit hineinversetzt.
    Was mich allerdings ein wenig störte, war die Tatsache, dass es doch erhebliche Schreibfehler in dem Buch gab, welche von der Lektorin eigentlich hätten bemerkt werden müssen. Daher gibt es dafür keinen Punkte-Abzug, denn die Korrektur liegt ja nicht in der Aufgabe des Autors ;)
    Also: 5 von 5 Sternen, eindeutig. Und ein Dankeschön an den Autor, dafür, dass er mich auf diese spannende Reise mitgenommen hat. ;)

    Calliope aus dem Team von Wir Lesen

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    Mika2003s avatar
    Mika2003vor 7 Jahren
    Rezension zu "Wunderwaffe" von Sebastian Thiel

    Das Buch zu lesen war nicht leicht und darüber eine Rezension zu verfassen fällt mir gleich noch schwerer. Es war ein packender Krimi, ein richtig gut durchdachte Story und ein sehr plastischer Schreibstil. Alle Charaktere, auch die Nebencharaktere, sind so durchdacht und beschrieben, dass sie richtig Tiefgang haben.
    Vom Kriminalfall her wird die Geschichte nie langweilig. Sie beginnt in Paris, wo wir einen ersten Eindruck von Nicolas Brandenburg bekommen. Er führt uns nach dem vermeintlichen Selbstmord seines Freundes zurück ins Rheinland des Jahres 1944. Beim Lesen des Krimis wird einem klar, wie viel Wert der Autor auf kleine zeitgeschichtliche Details legt, die auch beweisen dass er sich mit der Geschichte der Zeit beschäftigt hat. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen.
    Die Rückblenden in die Kinder- und Jugendzeit zeigen die Zeit der Machtergreifung von Hitler aus der Perspektive von den drei Freunden und beschert dem Krimi eine besondere Atmosphäre. Das ist ein Pluspunkt für die Geschichte.
    Ein weiter Pluspunkt sind die glaubwürdigen Dialoge, die nachvollziehbar sind und nicht als „Lückenfüller“ unendlich ausgedehnt werden.
    Was mir so manches Mal ein Schauer über den Rücken gejagt hat ist der sehr detaillierte Schreibstil des Autors. Durch seinen Sprachstil und seine Schreibweise wurden viele Sachen, Begegnungen und Begebenheiten so beschrieben, dass man meinte direkt dabei zu sein. Besonders beim miterlebten Bombenabwurf und der anschließenden Fahrt durch die zerstörten Gebiete war mir richtig schlecht und ich musste das Buch weglegen. So ging es mir einige Male – auch bei den Gesprächen mit SS-Leuten, die Beschreibungen der Gefangenen die in dem Farbenwerk arbeiten …. So manches Mal musste ich ganz tief Luft holen und pausieren, damit ich überhaupt weiterlesen konnte.
    Hier kann man dem Autor nur ein Kompliment machen – denn den Leser so zu fesseln und teilweise zu verstören nur mit dem Schreistil und der gewählten Sprache – dass ist nicht so leicht.
    Genauso, wie ich es nicht leicht finde, über so ein Thema, über so eine Zeit ein Buch zu schreiben. Hier gibt es mit Sicherheit sehr viele Stolperfallen. Ich finde aber, der Autor hat das gut gemeistert, bietet gute Krimiunterhaltung und historisch gut recherchierte Fakten.

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    odenwaldcolliess avatar
    odenwaldcolliesvor 3 Jahren
    Bender87s avatar
    Bender87vor 4 Jahren
    RalfderPreusses avatar
    RalfderPreussevor 5 Jahren
    Nerolaans avatar
    Nerolaanvor 5 Jahren

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