Bastard City

von Sebastian Wotschke 
3,7 Sterne bei3 Bewertungen
Bastard City
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Seehase1977s avatar

Western-Roman mit gesellschaftskritischer Aussage. Hat mich überrascht und beeindruckt!

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Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9781537671437
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:232 Seiten
Verlag:CreateSpace Independent Publishing Platform
Erscheinungsdatum:15.09.2016

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    loralees avatar
    loraleevor einem Jahr
    Yeeehaw!


    Ein Western, wie er im Buche steht: Im Jahr 1800-schieß-mich-tot: Eine aufstrebende Stadt mitten im Nirgendwo, mit Saloon, Saufereien und Schlägereien. Ein Sheriff, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Nutten, Whiskey und keusche Bürgerstöchter. Jedes Klischee wird bedient, jeder Stilbruch ist erlaubt. Willkommen im Pulp Fiction des wilden Westens.

    Rauchende Colts und Bonanza – was habe ich diese Serien früher geliebt!

    In Bastard City ist alles im Aufbruch, alles ist möglich. Und doch sind die Menschen in ihrem Verhalten und Handeln an alte Strukturen gebunden.

    Bastard City ist ein Western, der sich in Stil und Qualität an die alten Wildwest-Fernsehserien der 70er und 80er Jahre anlehnt. Wenn sprachlich und gedanklich Themen angerissen werden, die gar nicht in Zeit und Ort passen wollen – so what?! Wenn es der Handlung dient, ist doch jedes Stilmittel erlaubt! Die Handlung schillert, die Sprache ist rau und voller klischeehafter Dialoge. Ich gebe zu, ich brauchte eine Weile, um den Stilbruch zu akzeptieren. Er hat mich genauso irritiert, wie die langen Dialoge zu Anfang, die wie ein starres Kammerstück auf mich wirkten und nicht in das Bild eines Westerns passten. Das legte sich aber im Laufe der Handlung und wurde abgelöst durch Action und slapstickartige Situationen. Als ich soweit war, musste ich das Buch in einem Rutsch zuende lesen.

    Der Roman greift außerdem sehr ernste Themen auf, die aktueller nicht sein können und Parallelen zum Umgang mit Rassismus, Homophobie und willkürlicher Gewalt im heutigen Land der unbegrenzten Möglichkeiten (und anderswo) aufweisen. Das lässt mich schaudern.

    Wenn du dich auf raue Sprache, Klischees und „Haudrauf“ einlassen, und salonfähige Pulp Fiction magst, gar ein Fan der Rauchenden Colts bist, wird es dir ein Vergnügen sein, dieses Buch zu lesen. Yeeehaw!

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    Buchfeelings avatar
    Buchfeelingvor 2 Jahren
    Rassismus im wilden Westen und viel Politik

    Western liegen mir eigentlich nicht so, aber auf die Mischung „wilder Westen“ und Politik war ich gespannt…

    In dem Buch geht es hauptsächlich um Marshal John Bailey, der als Erzähler seine Erlebnisse in Straight Flush City zum Besten gibt. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund. Kein Wunder, ist John doch nur an Alkohol und der Prostituierten Luisa interessiert. Ansonsten würde er gern einfach nur seine Ruhe haben. Doch damit ist es vorbei, als Fremde in die Stadt kommen. Doch es sind nicht einfach „nur“ Fremde, sondern Mexikaner, Indianer und Schwarze!

    Von nun an ändert sich das Leben in der kleinen, verschlafenen Stadt beträchtlich. Es regieren Mißtrauen, Fremdenhass und Verleumdung. Auf der anderen Seite versuchen einige wenige Bewohner, den Fremden zu helfen. Doch der Sheriff ist rassistisch und stellt bei Zwischenfällen mit den Fremden keine Fragen, sondern handelt.

    Und so wird gemeuchelt, gemordet, geschossen und gehängt. Es wird viel gesoffen, beleidigt, es werden diverse Körperflüssigkeiten vergossen und zwischendrin viel geflucht.

    Aber in erster Linie ist das Buch eine Aneinanderreihung von rassistischen Handlungen, politischen Inkompetenzen, Korruption und Feigheit…

    Mir persönlich fehlte eine Rahmenhandlung. Sicher kann man das Thema Rassismus und Politik der heutigen Zeit auf den wilden Westen übertragen. Doch das allein macht für mich keinen spannenden Roman aus. Auch die Saufexcesse des Marshalls machten die Story nicht interessanter, im Gegenteil.

    Für meinen Geschmack war das Buch zu politisch, zu sehr auf die Thematik Rassismus fixiert.

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    Seehase1977s avatar
    Seehase1977vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Western-Roman mit gesellschaftskritischer Aussage. Hat mich überrascht und beeindruckt!
    Bastard City

    Zum Inhalt:
    Schauplatz Wilder Westen, 1866: John Bailey ist Marshal in der kleinen Stadt Straight Flush City. Der Marshal und die Bewohner führen ein ruhiges und beschauliches Leben. Viel passiert nicht in Straight Flush City und der Marshal hat genug freie Zeit, um sich in der Cantina seines mexikanischen Freundes oder bei der Prostituierten Luisa dem Müßiggang hinzugeben. Doch dann wird eine naheliegende Stadt von einer Bande überfallen, die sicher Killer Coons nennt. Sie hinterlassen Chaos, Verwüstung und Tod. Eine kleine Gruppe Einwohner kann entkommen und sucht Zuflucht in Straight Flush City. Während John sich für die Vertriebenen, die überwiegend einer ethnischen Minderheit angehören, einsetzt, sind die neuen Bewohner dem rassistischen Sheriff McDormand ein Dorn im Auge. Er greift zu drastischen Mitteln um seine Ziele zu verfolgen und Hass und Zwietracht in der Stadt zu säen…

    Mit dem Western-Roman „Bastard City“ von Sebastian Wotschke habe ich mich auf komplett neues Terrain gewagt. Ehrlich gesagt wusste ich nicht was mich erwartet und nach anfänglicher Skepsis hat mich „Bastard City“ wirklich überrascht. Wotschke entführt seine Leser in die fiktive Western-Stadt Straight Flush City. Alkoholkonsum und der Gebrauch von Schusswaffen ist Tagesprogramm, dementsprechend derb ist auch der Sprach- und Schreibstil, den der Autor für seinen Roman gewählt hat. Hauptthema in diesem Buch ist jedoch der Fremdenhass, der die Einwohner der kleinen Stadt und deren Ansichten spaltet. Und genau hier gelingt Sebastian Wotschke der Sprung in die Gegenwart. Denn sind es nicht der Fremdenhass, Ausländerfeindlichkeit oder religiöse Ansichten die auch in der heutigen Zeit die Menschen gegeneinander aufbringen, entfremden oder verfeinden? Genau das erlebt der Leser auch in Straight Flush City, verpackt in eine überaus gelungene und authentische Western-Story.

    „Bastard City“ von Sebastian Wotschke hat mich wirklich beeindruckt. Der Autor hebt der Gesellschaft, sei es in seiner fiktiven Westernstadt oder aber in der heutigen Zeit den Spiegel vor und verpackt ein leider immer aktuelles Thema in einen gelungenen Western-Roman. Obwohl der Wilde Westen lektüretechnisch Neuland für mich war, hat mich „Bastard City“ bestens unterhalten. Den Autor werde ich definitiv weiter im Auge behalten. Von mir gibt’s eine Leseempfehlung!

    Kommentare: 1
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