Sefi Atta

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Autor von It's my turn!, Nur ein Teil von dir und weiteren Büchern.

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Sefi AttaIt's my turn!
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It's my turn!
It's my turn!
 (2)
Erschienen am 01.07.2010
Sefi AttaSag allen, es wird gut!
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Sag allen, es wird gut!
Sag allen, es wird gut!
 (1)
Erschienen am 21.02.2011
Sefi AttaNur ein Teil von dir
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Nur ein Teil von dir
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Erschienen am 19.08.2013
Sefi AttaHagel auf Zamfara
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Hagel auf Zamfara
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Erschienen am 13.02.2012
Sefi AttaNews from Home
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News from Home
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Erschienen am 01.04.2010
Sefi AttaSwallow
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Erschienen am 01.09.2010
Sefi AttaBit of Difference
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Bit of Difference
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Erschienen am 15.01.2015
Sefi AttaA Bit of Difference
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A Bit of Difference
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Erschienen am 16.01.2014

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Rezension zu "Nur ein Teil von dir" von Sefi Atta

Zwischen zwei Welten
Gospelsingervor 5 Jahren

Deola stammt aus Nigeria und arbeitet als Wirtschaftsprüferin für eine Hilfsorganisation in London. Im Auftrag der Organisation kommt sie viel in der Welt herum, und nun wird sie auch nach Nigeria geschickt, wo die Hilfsorganisation bisher nicht vertreten ist. Deola soll sich einige Projekte ansehen und überprüfen, ob sie förderungsfähig sind.

Der Zeitpunkt ihrer Dienstreise ist für Deola günstig, denn gerade wird die traditionelle Gedenkfeier zum fünften Todestag für ihren verstorbenen Vater durchgeführt. Eine Gelegenheit, die gesamte Familie zu sehen - mit allen Vor- und Nachteilen.

Denn im Alter von 39 Jahren weder verheiratet zu sein, noch Kinder zu haben, ist für eine afrikanische Frau undenkbar. Entsprechend viele Vorwürfe muss sich Deola anhören. Studium? Guter Job? Zählt alles nicht, solange sie ihrer Mutter keine Enkelkinder beschert.

Kein Wunder, dass Deola lieber in einem Hotel übernachtet als bei ihrer Familie. Aber das hat unvorhergesehene und weitreichende Folgen für sie.

Wie alle Afrikaner, die außerhalb ihres Heimatlandes studieren, arbeiten und leben, ist Deola zwischen zwei Welten hin und her gerissen. Und keiner der Welten kann sie es recht machen.
Während ihre nigerianische Mutter an Deola die Forderung stellt, sich wie eine traditionelle afrikanische Frau zu verhalten, soll sie sich außerhalb des afrikanischen Kontinents so verhalten, wie das von Afrikanerinnen und Afrikanern erwartet wird.

Wie schwierig es ist, in zwei Welten gleichzeitig zu leben, wenn man ständig mit falschen Bildern und Einschätzungen umgehen muss, ist das Hauptthema dieses Romans.

Wo diese Afrikabilder herkommen, wird im Buch deutlich, wenn es beispielsweise um Filme geht, die auf dem afrikanischen Kontinent spielen und die „üblichen Komponenten“ enthalten, durch die gängige Klischees weitertransportiert werden.

Auch die Berichterstattung über Nigeria in den Zeitungen transportiert diese Bilder, denn sie beschränkt sich auf „Internetbetrug, Drogenschmuggler, islamische Fundamentalisten und bewaffnete Kämpfer im Nigerdelta“.

Angesichts Deolas beruflicher Position sollte man zwar denken, dass sie nicht von Rassismus betroffen ist. Aber weit gefehlt. Auch sie gerät täglich in Situationen, in denen die herrschenden Vorurteile deutlich werden.
In ihrem englischen Internat wurde Deola gesagt, dass Afrikaner nicht intelligent genug seien, die Universität zu besuchen, für Bewerbungsgespräche musste sie ihre Haare glätten, und in ihrem Wirtschaftsprüferunternehmen merkte einer der Teilhaber an, ihre Braids wirkten unprofessionell.

Ein unrealistisches Afrikabild und falsche Erwartungen haben auch die Promis, die sich für Afrika engagieren.

Noch schlimmer sind die Hilfsorganisationen, egal, ob staatlich oder nicht-staatlich. So hält beispielsweise die Organisation, für die Deola arbeitet, nichts davon, afrikanischen Frauen Mikrokredite zu geben. Das ist ganz klar, findet Deola.

„(…) die Begünstigten der Wohltaten sollen ja nicht autark wirken. Man muss schließlich Mitleid erregen, wenn man Gelder eintreiben will. So funktioniert das Wohltätigkeitsgeschäft. Niemand spendet Menschen Geld, die auf Augenhöhe sind (…)“.

Oder, wie Deolas Freundin Subu es ausdrückt:

„Spenden haben Armut noch nie behoben, (…). Sie wollen nicht, dass wir selbstständig und unabhängig sind. Sie wollen nicht, dass wir Macht haben.“

Sie nennt das den „Tarzan-Komplex“.

In der Tat wird nicht in Afrika investiert. Schließlich möchte man sich keine Konkurrenz auf dem Weltmarkt schaffen. Genau das ist der Grund, warum die Hilfsprojekte nicht funktionieren. Eine echte „Hilfe“ wäre der Aufbau einer verarbeitenden Industrie.

Im Buch bekommen aber ebenso die Nigerianer ihr Fett ab. Der Roman dient also auch dazu, ein realistischeres Bild dieses Landes zu bekommen.
Atta lästert über Schwarzenveranstaltungen, die immer zu Selbstmitleidsorgien verkommen und über afrikanische Literatur, die so düster ist, dass man Afrika den Kontinent des Jammerns nennen könnte.

Ich fand diesen Roman mit seinem Realismus und seinem sarkastischen Unterton sehr lesenswert. Besonders die Dialoge zwischen Deola und ihrer Mutter sind herrlich, und trotz der ernsten Thematik liest sich das Buch unterhaltsam.

Vor allem aber vermittelt dieser Roman eine Sichtweise des afrikanischen Kontinents jenseits der gängigen Bilder von Safari und Armut.


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