Seishi Yokomizo Inugami Clan

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Inhaltsangabe zu „Inugami Clan“ von Seishi Yokomizo

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  • Tödlicher Familienzwist

    Inugami Clan
    Ein LovelyBooks-Nutzer

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    28. September 2014 um 14:31

    In einem Februar der 1940er Jahre versammelt sich die Familie Inugami am Sterbebett des Clanoberhaupts und Firmengründers Sahei. Der eigenwillige Mann hat eine lebhafte und teils geheimnisumwitterte Vergangenheit und zeitlebens einen kühlen Umgang mit seinen drei Töchtern gepflegt. Dementsprechend feindselig beobachten die sich, als es an die Testamentseröffnung geht. Denn es geht nicht nur um die Übernahme des Konzerns, sondern auch darum, endlich eine Vormachtsstellung in der Familie zu bekommen, die bis dato jedem verwehrt blieb. Die einzigen von ihm geliebten Menschen waren und sind die Familie Nonomiya des ehemaligen Priesters vom Nasu Schrein. Deren Enkelin wird von Sahei zur Verärgerung der Töchter wie ein Familienmitglied behandelt. Gemäß den strikten hierarchischen Regeln wäre die Sache ansonsten klar: Alle Töchter haben jeweils einen Sohn, sodass der Sohn der ältesten Tochter Familienoberhaupt werden sollte. Eine Klausel des Testaments sorgt dafür, dass ein Mitarbeiter des Familienanwalts Kontakt zu dem Privatdetektiv Kosuke Kindaichi aufnimmt: Sahei wünscht, dass einer seiner Enkel erst aus dem Krieg heimkehren muss, bevor der Wille verlesen wird. Während dieser monatelangen Wartezeit nährt sich der Verdacht, dass der Familie Schlimmes bevorsteht. Kindaichi wird bereits am ersten Tag seines Aufenthalts am Nasu-See mit einem Unfall konfrontiert, der möglicherweise gar keiner war. Es gibt offensichtlich handfeste Gründe für Saheis Anweisung, die Kindaichi offen legen muss, wenn er den Täter finden will. Kindaichi ist ein Detektiv mit einem sehr guten Ruf, der aber nicht an den Bekanntheitsgrad heranreicht, den zum Beispiel Sherlock Holmes seinerzeit hatte. Im Buch wird immer wieder Bezug auf frühere, erfolgreich gelöste Fälle genommen. Wenn sich die lokalen Polizisten nach Kindaichi erkundigen, hören sie also nur Gutes, auch wenn sie selbst keine Ahnung haben, wer der Mann ist, der sich beim Denken immer ein Kopf zerzaust. Trotz der großen Medienresonanz, die der Fall auslöst und die zeigt, dass auch Kindaichi hätte bekannt sein können, ist er ein Mann im Hintergrund geblieben. Die Arbeitsweise von Kindaichi ist sehr klassisch - entsprechend dem amerikanischen Stil, den Yokomizo schätzte (Wikipedia zufolge nennt man ihn den japanischen John Dickson Carr). Kindaichi stellt Hypothesen auf, erhält Hinweise, muss nach neuen Vorfällen alles neu sortieren und hofft immer wieder, bei den Leuten vor Ort Details aus Saheis Vergangenheit herauszufinden. Zwar gibt es eine schöne Biografie zu dem wichtigen Unternehmer Sahei, die Kindaichi natürlich gelesen hat, aber erzählt wird darin natürlich beileibe nicht alles. Für das Mitraten gibt es hin und wieder Tipps vom Erzähler: „In hindsight, this was the first event that disrupted his investigation of the Inugami case.“ Man scheint etwas mehr zu wissen, aber auch für den Leser ist es mitunter eine trügerische Sicherheit. Während die Erzählstruktur amerikanisch inspiriert ist, sind die Protagonisten ganz japanisch. Die Hintergründe der Tat liegen lange zurück und vieles liegt in der gesellschaftlichen Struktur dieser Zeit begründet, organisiert und streng hierarchisch. Seishi Yokomizo hat ca. 100 km von Tokyo entfernt ein eigenes Museum und auch Kosuke Kindaichi scheint eines zu haben. Allerdings hat die Entdeckung dieses Autoren einen kleinen Nachteil: Viele Bücher seines großen Schaffens wurden nie in andere Sprachen übersetzt und so muss man sich, will man mehr von ihm haben, durch die Antiquariate nach den wenigen Übersetzungen graben. Oder auf Wiederauflage als Ebook hoffen.

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