Bei dem Roman handelt es sich um den ersten Band einer zweiteiligen Reihe.
Der Einstieg ist sprachlich ruhig und atmosphärisch dicht. Im Zentrum steht Sebastian, ein Hotelmitarbeiter, der auf den verletzten, verstörten Mika trifft – ein Junge, der aus dem Wald taumelt, nicht spricht und Hilfe braucht und nur durch Sebastians couragierte Hilfe überlebt. Kurz darauf erfährt Sebastian im Vertrauen, dass Mika vergewaltigt worden ist.
Die Erzählung bleibt am Anfang überwiegend beobachtend. Sebastian versorgt ihn, bringt ihn unter und informiert einen Arzt – alles sehr kontrolliert, ohne wirkliche emotionale Öffnung.
Inhaltlich fokussiert sich die Geschichte behandelt schwierige Themen wie Trauma durch Gewalt, Misshandlung und Selbstverletzung, wie Vertrauen behutsam aufgebaut werden kann. Der Roman ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, hat aber stilistisch ein paar Schnitzer. Sebastian wirkt glaubhaft und geerdet. Mika, bleibt lange ein Rätsel, was dramaturgisch gut funktioniert, aber emotional auf Distanz hält.
Für Leser mit schwachen Nerven ist der Roman allerdings nicht geeignet, da auch explizite Szenen dargestellt werden. Die Altersempfehlung ab 16 Jahren ist wirklich nur für emotional gefestigte Menschen, ansonsten sollte man dieses Buch besser nicht lesen.










