Selim Özdogan

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Selim Özdogan

Lebenslauf von Selim Özdogan

Selim Özdogan wurde 1971 geboren und wuchs zweisprachig auf. Seit 1995 veröffentlichte er einige Romane. Özdogan lebt in Köln.

Alle Bücher von Selim Özdogan

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Die Tochter des Schmieds

Die Tochter des Schmieds

 (46)
Erschienen am 28.02.2011
Wieso Heimat, ich wohne zur Miete

Wieso Heimat, ich wohne zur Miete

 (41)
Erschienen am 27.06.2016
Trinkgeld vom Schicksal

Trinkgeld vom Schicksal

 (25)
Erschienen am 10.01.2008
Zwischen zwei Träumen

Zwischen zwei Träumen

 (21)
Erschienen am 27.11.2010
Ein gutes Leben ist die beste Rache

Ein gutes Leben ist die beste Rache

 (20)
Erschienen am 01.03.2000
Wo noch Licht brennt

Wo noch Licht brennt

 (18)
Erschienen am 19.09.2017
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 (17)

Neue Rezensionen zu Selim Özdogan

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Rezension zu "Wo noch Licht brennt" von Selim Özdogan

Sensible Lebensgeschichte einer Deutschtürkin
Aischavor 10 Monaten

Özdogans letzter Teil der Trilogie rund um die Deutschtürkin Gül ist auch ohne Kenntnis der ersten beiden Bände gut zu lesen.
Gül kehrt nach einigen Jahren in der Türkei erneut nach Deutschland zurück, um wieder bei ihrem Mann Fuat zu leben. Die Familie ist verstreut, ihre bereits erwachsenen Kinder leben teils in Deutschland, teils in der Türkei. Wo sich Gül zu Hause fühlt ist lange unklar, sie scheint irgendwo zwischen der türkischen und der deutschen Gesellschaft zu hängen. 
Özdogan schildert die Gefühlswelt seiner Protagonistin sehr einfühlsam und mit ungewöhnlichen Bildern. Seine Sprache ist blumig, geradezu poetisch. So werden etwa Gefühle mit Farben assoziiert, und man findet noch weitere Synästhesien, die jedoch nie ins Kitschige abdriften.
Gül wird von mehreren Schicksalsschlägen getroffen, ihr so sehr geliebter Vater stirbt in der Türkei, ohne dass sie ihn noch einmal sprechen kann, Güls Tochter wird jung Witwe. Gül muss nicht nur mit der Untreue ihres Ehemannes fertig werden, nein, er verspielt auch noch das gemeinsame Ersparte. Gül reagiert wenig, meist erträgt sie ihr Schicksal, sie ist gottergeben, bescheiden und doch sehr stark. Diese Stärke ist ihr selbst wohl kaum bewusst, sie ist zugleich in vielen Ängsten gefangen und begehrt nur selten auf. 
Als Rentnerin geht sie wieder zurück in die Türkei, doch auch dort ist es nicht wirklich ein "nach Hause kommen". 
Der Roman ist weniger eine Geschichte über kulturelle denn über individuelle Unterschiede. Ich habe sehr mit Gül gelitten, ihre Melancholie zieht sich fast wie ein roter Faden durch die Geschichte. Beeindruckt hat mich, wie sie ihr Schicksal anzunehmen vermag.
Ein großer Roman über eine leise Frau.

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Rezension zu "Wo noch Licht brennt" von Selim Özdogan

Heimatgefühle (er)leben zwischen zwei Welten
mannomaniavor einem Jahr

Wo noch Licht brennt von Selim Özdogan
Ein Roman aus dem Haymon-Verlag im Hardcover mit 342 Seiten

Zum Inhalt:

Heimatgefühle bleiben, so erleben wir es in diesem Roman.
Gül, verheiratet, hat eine Familie. Ein Teil lebt in der Türkei und ein Teil in Deutschland.
Gül verläßt wieder einmal ihre Heimat, um zu ihrem Ehemann nach Deutschland zu fahren. Dort angekommen, erlebt sie, daß ihre Ehe in der Zwischenzeit Risse bekommen hat und auch ihre Kinder entwickeln sich nicht nach Plan.
Obwohl sie jetzt schon oft in Deutschland war, ist das Land ihr fremd. Sie kann die Sprache nicht so gut und wir immer wieder vom Heimweh geplagt.
In dieser Geschichte spielen viele Dinge eine Rolle.
Zunächst ist es wichtig, wenn man sich entscheidet, in ein fremdes Land zu gehen, die Sprache zu lernen, dann muß man versuchen anzukommen, indem man Freundschaften sucht, an kulturellen Veranstaltungen teilnimmt oder sich in (Sport)vereinen integriert.
Gül ist eine starke Frau, sie hat Vieles versucht, sie ist eine aufgeschlossene Frau und es ist schön, daß der Leser das miterleben kann.

Ich habe einen guten Zugang zu dem Buch gefunden, da ich in jungen Jahren selbst einmal Flüchtling warund einige Anzweiflungen von Außen ohne Eltern im Rücken selbst abwehren mußte.
Aber ich war für mein Handeln selbst verantwortlich, da ich den Weg der Freiheit gewählt hatte, das machte mich stark.

Fazit:
Zusammenfassend empfehle ich das Buch allen Lesern, wenn es um mehr Toleranz gegenüber Flüchtlingen und Zerrissenheit von Heimatlosen geht!

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W

Rezension zu "Wo noch Licht brennt" von Selim Özdogan

"Ach, so war das mit Opa und Oma, als sie nach Deutschland kamen. Das habe ich ja gar nicht gewusst"
Waschbaerinvor einem Jahr

   Spontan ins Auge fiel mir dieser Roman „Wo noch Licht brennt“ von Selim Özdogan, seines wunderschönen Covers wegen, das mich auf Anhieb an einen lichtdurchfluteten Garten Eden erinnerte. Noch immer liegt dieses Buch auf meinem Schreibtisch und ich ertappe mich dabei, wie ich öfters liebevoll mit der Hand über das Deckblatt streiche.

   Erzählt wird die Familiengeschichte einer türkischen Familie. Die deutsche Industrie brauchte billige Arbeitskräfte, was zu der Idee führte, Arbeitskräfte aus den unterschiedlichsten Ländern anzuwerben. Auch im Hinterland der Türkei. Was man nicht bedachte, es kamen keine Gastarbeiter die nach getaner Arbeit wieder zurück gingen, sondern Menschen, die der Armut ihrer Länder entfliehen wollten, für sich und ihre Kinder ein besseres Leben in diesem reichen Deutschland erhofften und in diesem Land eine neue Heimat finden wollten, bzw. fanden. Dieser Teil der Geschichte wird jedoch in den Vorgängerbänden erzählt. Immer wieder streut der Autor in dem vorliegenden Buch kurze Rückblicke ein, weshalb man beim Lesen sofort in diesem Roman ankommt, auch wenn man die vorherigen Romane nicht kennt Aber ich gestehe, ich wurde neugierig gemachte, wie alles anfing.

   Dieses Buch steigt ein, als die Protagonistin Gül, nachdem sie wieder einige Jahre bei ihrer Familie in der Türkei wohnte, zu ihrem Ehemann Fuat nach Deutschland zurückkehrt. Die Kinder sind inzwischen erwachsen, haben ihr eigenes Leben, ihre eigenen Familien. Fuat und Gül sind beide älter geworden und jeder lebte sein Leben getrennt von dem Ehepartner. Nun müssen sie sich wieder zusammenraufen.

   Der Leser steht nicht außerhalb und schaut der Handlung zu sondern dem Autor gelang es, uns in die Gedankenwelt von Gül mitzunehmen. Wir erleben die Geschehnisse aus Güls Sicht. Es ist, als seien es unsere Gedanken, unser Empfinden und unser Alltag, der sich vor unseren Augen ausbreitet. Bereits auf Seite 5 der Satz: „Schlaflosigkeit ist schlimmer als Sehnsucht“, setzte in meinem Kopf ganz eigene Überlegungen frei. Selim Özdogan drückt sich in einer wunderschönen Sprache, in vielfach blumigen Wortgebilden aus. Kratzt nicht nur an der Oberfläche. Seite 129: „Was Licht wohl wiegen mag“.

   Gül, eine einfache, aber beeindruckende Frau, aufgewachsen in der Tradition ihres dörflichen Lebens in der Türkei, muss den Spagat  zwischen dem Althergebrachten und dem Leben in Deutschland hinbekommen. Ihr Deutsch blieb immer in den Kinderschuhen stecken. An Sprachkurse hat früher niemand einen Gedanken verschwendet und dann war es zu spät. Sie ist fest in ihrer türkischen Familie verwurzelt. Als Älteste war sie nach dem Tode ihrer Mutter für die jüngeren Geschwister verantwortlich und fühlt sich auch jetzt, in fortgeschrittenem Alter, noch immer in der Verantwortung und Pflicht. Doch auch in der Türkei blieb die Zeit nicht stehen und im Laufe des Romans wehren sich ihre Geschwister gegen die eingeforderte ewige Dankbarkeit. Sie ist in deren Augen nicht länger jemand, den man kritiklos achten muss. Bedingt durch Erbstreitigkeiten gibt es heftigste Auseinandersetzungen unter Gül und ihren Geschwistern, wie es deren Vater der Schmied, voraussagte. Sie entzweien sich, vermeiden sich zu begegnen. Ein schwerer Schlag für Gül.

    Doch zurück nach Deutschland. Als Fuat ins Krankenhaus kommt entdeckt Gül, dass ihr Ehemann während der Jahre ihrer Abwesenheit mit einer anderen Frau eine Beziehung einging, die noch immer besteht. Wie soll sie damit umgehen? Doch auch das gelingt ihr. Sie wird weiterhin das Leben mit ihrem Ehemann teilen, wenngleich sie nun anfängt und kleine Geheimnisse vor ihm hat. Von ihrem Fenster aus sieht sie die kleinen Dealer auf der Straße, wie sie ihren Stoff unter die Leute bringen. Lernt einen windigen türkischen Jungen kennen, der immer wieder mit dem dtsch. Gesetz in Konflikt kommt und Monate im Gefängnis verbringen muss. Hin- und hergerissen zwischen mütterlicher Fürsorge und einer gewissen Bewunderung, dass er trotzdem sein Leben auf die Reihe bekommt, lässt sie den Kontakt zu ihm nie abbrechen. Erzählt ihrem Ehemann gar etwas von einem Sohn einer ehemaligen Kollegin, als sie zu dessen prunkvoller Hochzeit eingeladen werden. Als Leser freut man sich, dass sie Fuat gegenüber nicht einmal ein schlechtes Gewissen bei ihren sich häufenden kleinen Lügen hat.

   Doch sie sieht auch den Verfall der Sitten. Seite 131, „..... das Klauen von Kopierpapier, Klopapier im Betrieb. Und keiner hat ein schlechtes Gewissen“.

   Einer der für mich bemerkenswertesten Sätze steht auf Seite 276: „ Die Kinder die wir bekommen, sind keine weißen Blätter. Sie sind bunt und wir müssen ihre Farbe nur erkennen.“ Oder auch auf Seite 317: „Die Menschen sind wie Regentropfen. Manche fallen in den Dreck, manche auf ein Rosenblatt“.

   Wir begleiten Güll durch ihre kleinen und größeren Sorgen des Lebens, der Fürsorglichkeit ihrer Kinder und Enkel, die sie kaum noch versteht. Im Ruhestand kaufen Gül und Fuat eine kleine Wohnung in der Türkei am Meer, wo sie nun die meisten Monate des Jahres verbringt. Sie hat im Alter eine Freundin gewonnen und endlich jemanden, der sie versteht und ihre Gedanken teilt. Gül kann loslassen und sein, wie sie ist.

   Ich glaube, dieses Buch wird sich seine Leser selbst suchen. Es werden interessierte Menschen sein, die wissen wollen wie sich türkischstämmige Bewohner dieses Landes mit der neuen Heimat in der Fremde arrangierten. Oder auch Nachkommen von eingewanderten Türken, die sich beim Lesen verwundert die Augen reiben und erstaunt ausrufen, „ach, so war das für Oma und Opa, als sie hier ankamen. Das habe ich ja gar nicht gewusst!“.

    Von mir bekommt dieses Buch eine absolute Leseempfehlung.

 

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Gespräche aus der Community

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Einladung zur Leserunde

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

hiermit möchte ich euch herzlich einladen zur Leserunde von „Wo noch Licht brennt“. Bewerbt euch hier vor dem 6. August und gewinnt eines von 20 Freiexemplaren!

„Wo noch Licht brennt“ ist ein Roman, in dem es um Trennung geht, um die damit verbundene Sehnsucht und den Schmerz. Ein Buch voller Melancholie, doch die Melancholie ist ein Teil der Liebe und hier hilft die Warmherzigkeit der Hauptfigur Gül, dass sie nie zu schwer wird.

Ein Roman, in dem es um Familie geht, den Halt, den man dort findet und das Leid, das sie verursachen kann. Ein Roman, der einen auch herausfordern kann, den eigenen Partner mit anderen Augen zu betrachten. Ein Buch, in dem ich versucht habe, möglichst nahe am Innenleben der Protagonistin zu sein.

"Wo noch Licht brennt“ ist der letzte Teil einer Trilogie, die mit "Die Tochter des Schmieds" begann und mit "Heimstrasse 52" weiterging. Er kann - wie die anderen beiden Teile auch - sehr gut allein gelesen werden.


Kurzinhalt

Es gibt drei Möglichkeiten, dem Leben zu begegnen: dulden, kämpfen, fliehen. Nach acht Jahren in der Türkei verlässt Gül zum zweiten Mal ihre anatolische Heimat in Richtung Deutschland: Um wieder bei ihrem Mann Fuat zu sein, und um noch einmal Fuß zu fassen in einem Land, das ihr eine bessere Zukunft verspricht, obwohl es ihr stets fremd geblieben ist. Heimweh und Sehnsucht hat sie gelernt zu erdulden, indem sie ihrer Umwelt immer liebevoll und voller Akzeptanz begegnet. Mit ihrer Herzlichkeit und Wärme berührt Gül jeden - über die Grenzen kultureller und sozialer Konventionen hinweg.

Es ist das Leben einer beeindruckenden Frau, das Selim Özdogan mit viel Gefühl und Poesie, aber ohne Sentimentalität schildert. Ein Leben, das geprägt ist von Melancholie und Trennung ebenso wie von Warmherzigkeit und Anteilnahme.


Ich freue mich darauf, eure Lesarten kennenzulernen.



Alle Infos zum Buch: https://goo.gl/dL5GXw

Hier geht’s zur Leseprobe: http://b2l.bz/5aID3B

Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Selim Özdogan im Netz:

Community-Statistik

in 345 Bibliotheken

auf 56 Wunschlisten

von 13 Lesern aktuell gelesen

von 17 Lesern gefolgt

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