Selim Özdogan Die Tochter des Schmieds

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Inhaltsangabe zu „Die Tochter des Schmieds“ von Selim Özdogan

"Glanz meiner Augen" nennt der Schmied seine Lieblingstochter Gül. Weil ihre Mutter, die schön war wie ein Stück vom Mond, früh stirbt, glaubt das Mädchen, besonders auf seine jüngeren Schwestern achtgeben zu müssen. Gül ist klein, aber stark, vor allem jedoch kann sie lieben und weiß, daß man sich von nichts schrecken lassen darf. Schlicht und poetisch erzählt Selim Özdogan vom Leben in einem anatolischen Städtchen, vom Geschmack der Sorglosigkeit im Sommer, von Sprüchen der Ahnen und ungeduldigen Wünschen der Jungen. Die Geschichte von Gül ist voll Zärtlichkeit, Leid und Sehnsucht wie der anatolische Blues.

Familiengeschichter einer türkischen Migrantin - sehr cool!

— Ruby Summer
Ruby Summer

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  • Gül - „Glanz meiner Augen“

    Die Tochter des Schmieds
    JanaBabsi

    JanaBabsi

    26. July 2017 um 17:56

    Timur ist 11 als sein Vater stirbt. Mit 16 Jahren übernimmt er die Schmiede des Vaters, die bis dahin von seiner Mutter vermietet wurde. Mit 25 führt Timur ein behagliches Leben, sein Beruf als Schmied macht ihm Spaß, er sitzt gerne in den Teehäusern und raucht eine Wasserpfeife und wenn er Abwechslung braucht fährt er einfach in die nächste größere Stadt. Er selbst hat nicht das Bedürfnis zu heiraten, es fehlt ihm an nichts. Seine Mutter ist jedoch anderer Meinung und so arrangiert sie die Hochzeit zwischen Fatma und Timur. Das Buch „Die Tochter des Schmieds“ erzählt die Geschichte der erstgeborenen Tochter Gül, die in den 1940er Jahren in einem kleinen Dorf in Anatolien aufwächst. Nachdem Fatma noch 2 weitere Mädchen zur Welt gebracht hat erkrankt sie an Typhus und stirbt. Nun steht Timur alleine mit 3 kleinen Kindern da, aber da er sich um keinen Preis von den Mädchen trennen möchte, braucht er eine Mutter für seine Kinder und so heiratet er recht schnell nach der Beerdigung von Fatma die 19jährige Arzu. Gemeinsam mit Arzu bekommt Timur noch Tochter Nalan und den lang ersehnten Sohn Emin. Arzu jedoch ist mit ihrer Rolle als Mutter von 5 Kindern überfordert und so überlässt sie gerne Gül die Rolle der Aufpasserin, während sie sich mit ihren Freundinnen trifft oder anderweitig beschäftigt ist. Um ihrer Rolle als „Mutter“ gerecht zu werden bricht Gül die Schule ab und macht eine Ausbildung als Schneiderin, während ihre Schwester Melike Fremdsprachen studiert und Sibel Dorflehrerin wird. Mit 15 Jahren heiratet Gül den Bruder ihrer Stiefmutter und bekommt bald selbst 2 Kinder. In den 1960er Jahren geht ihr Mann Fuat nach Deutschland um dort Arbeit zu finden und ein besseres Leben zu beginnen. Anfangs wehrt Gül sich noch dagegen ihrem Mann zu folgen, aber nach 1 Jahr beschließt sie, ihre beiden Kinder vorübergehend bei ihrer Schwiegermutter zu lassen und ihrem Mann in das unbekannte Land zu folgen. Der Autor Selim Özdogan zeichnet in seinem Buch das Bild einer anatolischen Familie, wie es zur damaligen Zeit Usus war, mit allen seinen Traditionen. Gül ist eher die schüchterne und zurückhaltende Tochter, die niemals aufbegehrt oder sich auflehnt und alle Arbeiten, die ihr ihre Stiefmutter aufbürdet, ohne zu Murren verrichtet. Auch auf die Avancen eines Jungen, der ihr sehr gefällt, geht sie nicht ein. Mehrfach hatte sie die Möglichkeit, aber Gül lässt sie verstreichen. Ist es ihre Kultur, die es ihr verbietet oder ihr Pflichtbewusstsein? Vielleicht ist es eine Mischung aus beidem, dass sie ihren Schwarm ziehen lässt um dafür später einen älteren Mann zu heiraten, der sich nicht sonderlich viel für seine Frau interessiert. Im Gegensatz zu ihren Geschwistern macht Gül in diesem Buch keine große Entwicklung durch. In Anbetracht der Tatsache, dass es im September 2012 den Nachfolger „Heimstraße 52“ gab, ist das jedoch auch nicht weiter verwunderlich. Und am 18.07.2017, also vor wenigen Tagen, ist der 3. Teil „Wo noch Licht brennt“ erschienen – es geht also weiter mit der Geschichte von Gül. Leider ist der überaus poetische und malerische Schreibstil, der von vielen LeserInnen/RezensentInnen so hoch gelobt wird, gerade das, was mir nicht so gut gefallen hat an diesem Buch. Der Autor schafft es leider nicht, mich mit dieser Art der Erzählung an seine Protagonisten zu fesseln – ich brauchte recht lange um das Buch zu lesen, obwohl die Geschichte über Güls Leben interessant ist. 

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  • Zwischen Geborgenheit und Enge, Tradition und Neuzeit, Verzicht und Glück

    Die Tochter des Schmieds
    The iron butterfly

    The iron butterfly

    05. September 2016 um 10:26

    Gül, Rose, so soll das kleine Mädchen heißen, das Fatma und Timur erwarten. Unter dem Sternenhimmel liegen die beiden in einer warmen Septembernacht auf dem Friedhof, weil es dort so still und dunkel ist. Sie dort so völlig miteinander alleine sein können, sich halten, die Sterne betrachten, schlafen. Gül, Fatma weiß es ganz genau. Und so wird Gül an einem schönen Septembertag geboren und Timur überprüft als erstes, ob alles an ihr dran ist und kann sein Glück kaum fassen. Anatolien, die 40er Jahre, Timur ist ein fleißiger Schmied, der sein Handwerk beherrscht und seine kleine Familie ernähren kann. Sein für die Hochzeitsnacht geschmiedetes Bett mit Blatt- und Rankwerk verziert, macht die Runde in den umliegenden Dörfern, denn alle neuvermählten wollen ihre ersten Nächte in einem so zauberhaften Bett verbringen. Fatma webt Teppiche, begleitet Timur auf seinen Fahrten in die Stadt und ist eine treusorgende Mutter für die kleine Gül. Als Melike geboren wird, kehrt Unruhe ins Haus ein, denn sie ist im Gegensatz zu Gül ein umtriebiges Kind, das schneller laufen als sprechen lernt und jede Nacht ins Bett macht. Gül ist immer die stille, brave Tochter, die keine Schwierigkeiten bereiten will und es allen recht machen möchte. Als nach Sibels Geburt Timur und Fatma an Typhus erkranken ist der Familienverbund gefordert, um die kleinen zu umsorgen und die Kranken zu pflegen. Doch Timurs Mutter Zeliha kümmert sich bei weitem nicht so fürsorglich um Fatma, sondern ist viel mehr an Timurs Genesung interessiert. Fatma stirbt und Gül spürt die Last, die auf Timur lastet. Der Verlust seiner geliebten Frau und die Bürde die Verantwortung für drei Töchter alleine zu tragen lastet schwer auf ihm. So kommt es, dass Arzu, die neue Mutter, Stiefmutter relativ schnell zu ihnen aufs Dorf zieht. Gül schlüpft jetzt vollkommen in die Rolle der Behüterin und achtet dabei viel zu wenig auf sich selbst. Selim Özdogan erzählt Güls Geschichte mit viel Einfühlungsvermögen. Sehr anschaulich und poetisch verpackt wird Gül in seiner Erzählung zur großen Schwester, zur jungen, begehrten Frau, zur Ehefrau und Mutter und bleibt doch immer die geliebte Tochter. Die Tochter des Schmieds.

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  • Rezension zu "Die Tochter des Schmieds" von Selim Özdogan

    Die Tochter des Schmieds
    Buchhandlung_am_Schaefersee

    Buchhandlung_am_Schaefersee

    06. September 2011 um 21:33

    Ein sehr ruhiges Buch, das aber mit seinen wunderbaren Formulierungen und seiner Einfühlsamkeit in die verschiedenen Charaktere dafür sorgt, dass man immer wieder weiterlesen möchte, und dass man das auch gern tut. Ein konventioneller Spannungsbogen fehlt hingegen. Für passionierte Leser deren Lieblingswort nicht "spannend" ist, findet sich in "Die Tochter des Schmieds" ein wunderbarer Lesegenuss. Erzählt wird die Geschichte der jungen Türkin Gül vom Kennenlernen ihrer Eltern an bis hin zu ihrer unfreiwilligen Auswanderung nach Deutschland. Gül ist eine "Dulderin". Sie steht nicht auf, wenn ihr Ungerechtigkeit widerfährt, sie tut ohne zu murren alles für ihre Familie. Auch wenn sie sich mehr Anerkennung erhofft, findet und gibt sie viel Liebe in ihrem Leben. Besonders das Verhältnis zu ihrem Vater und ihren Schwestern führt zu kleinen aber nachhaltigen Lichtblicken in ihrem einfachen Leben. Kleine, herzliche Anekdoten durchflechten die Geschichte und sorgen für so manchen Schmunzler und auch das Leben auf dem türkischen Dorf und am Stadtrand im Sommerhaus sind so gelungen, dass man ein starkes Gefühl zu diesen Orten entwickeln kann. Özdogan ist ein sehr schönes, athmosphärisches Buch gelungen.

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  • Rezension zu "Die Tochter des Schmieds" von Selim Özdogan

    Die Tochter des Schmieds
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    Gül ist die Tochter des Schmieds Timur und seiner wunderschönen Frau Fatma. Das Ehepaar lebt glücklich miteinander und bekommt nach Gül noch zwei Töchter, Melike und Sibel. Doch dann wird Fatma krank und stirbt. Timur ist untröstlich. Aber die kleinen Töchter brauchen eine Mutter, und so heiratet er die junge Arzu, mit der er noch zwei Kinder bekommt, Nalan und den lang ersehnten Sohn Emin. Arzu ist völlig überfordert. Die Liebe ihres Mannes gehört immer noch seiner ersten Frau, während sie, selbst noch Jugendliche, drei fremden Kindern eine Mutter sein soll. Kein Wunder, dass sie nicht in der Lage ist, die Mädchen zu loben oder zärtlich zu ihnen zu sein. Besonders Gül vermisst das, vermisst die Anerkennung und Zärtlichkeit, die sie von ihrer Mutter erhalten hat. Gül hat ein schweres Leben. Nie darf sie Kind sein, auch die Schule darf sie nicht beenden. Sie wird von allen gescheucht und mit Arbeit zugeschüttet. Allerdings wehrt sie sich auch nicht, sie lässt alles mit sich machen. Ihr Schulfreund Recep interessiert sich für sie, und sie mag ihn auch. Aber sie lässt alle Chancen verstreichen, reagiert nicht auf seine Signale. Schließlich heiratet Gül Fuat, obwohl sie ihn eigentlich gar nicht wollte. Und dann folgt sie ihm auch noch nach Deutschland, obwohl er sich schon als schlechter Ehemann erwiesen hat, und obwohl die Übersiedlung bedeutet, dass Gül sich von ihren kleinen Kindern trennen muss. „Statt selbst den Mund aufzumachen, leidet sie lieber im Stillen. Sie duldet.“ Ich hatte beim Lesen manchmal den Wunsch, Gül durchzuschütteln, damit sie endlich einmal für ihre Interessen einsteht und sich nicht ständig ausnutzen lässt. Denn es liegt an ihr, nicht an den äußeren Bedingungen, dass ihr alles versagt wird. Ihre Schwester Melike, die sich nichts gefallen lässt, darf studieren, sie darf nach Istanbul ziehen, und sie darf den Mann heiraten, den sie sich selbst ausgesucht hat. All das hätte Gül auch haben können, wenn sie endlich einmal den Mund aufgemacht hätte. Ihr Vater hätte sie unterstützt. Aber es gibt auch Eigenschaften an Gül, die mir gefallen haben. Sie strebt nicht nach äußeren Reichtümern wie die anderen, die unbedingt Autos und andere Statussymbole haben müssen. Gül kann sich an kleinen Dingen und an der Natur erfreuen, sie findet auch ohne materiellen Besitz Zufriedenheit. Auch die anderen Charaktere, die so liebevoll und authentisch beschrieben sind, und die Landschaftsbeschreibungen haben mir gefallen. Obwohl ich noch nie in der Türkei war, konnte ich das Dorf nahezu vor mir sehen, konnte ich fast die Düfte des Essens riechen. Die poetische Sprache hat mich gefangen genommen, die plastischen Bilder, die einfühlsamen Beschreibungen. Dieses Buch hat mir zum Träumen schöne Lesestunden bereitet.

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  • Rezension zu "Die Tochter des Schmieds" von Selim Özdogan

    Die Tochter des Schmieds
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. October 2009 um 22:26

    Die Lebensgeschichte der jungen Gül, ihre Kindheit in der ländlichen Türkei, ihr Erwachsenwerden, die Verheiratung und schließlich die Übersiedlung nach Deutschland als Gastarbeiterfamilie, ist ein leises, aber trotzdem eindringliches Buch, das einfühlsam erzählt ist. Es passiert nichts Spektakuläres, doch der Gegensatz der sanftmütigen Gül zu ihrer eher aufmüpfigen kleinen Schwester hat mich das Buch gern lesen lassen. Schade, dass der Stellenwert der Frauen vielerorts immer noch so gering ist.

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  • Rezension zu "Die Tochter des Schmieds" von Selim Özdogan

    Die Tochter des Schmieds
    Lovecat

    Lovecat

    10. March 2009 um 17:15

    Sein neues Buch nach langer Zeit hat mich ganz schön enttäuscht! Kein Spannungsbogen, kein Höhepunkt... Hat sich irgendwie nicht gelohnt...