Selim Özdogan Wieso Heimat, ich wohne zur Miete

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Inhaltsangabe zu „Wieso Heimat, ich wohne zur Miete“ von Selim Özdogan

FREIBURG–ISTANBUL UND ZURÜCK Krishna Mustafa wird von Laura verlassen, weil er seine Identität noch nicht gefunden hat. Aber wer hat das schon? Doch Krishna lässt es auf einen Versuch ankommen. Kurz entschlossen tauscht er mit seinem türkischen Cousin das WG-Zimmer und zieht vorübergehend von Freiburg nach ISTANBUL. ÜBER DAS LEBEN ZWISCHEN ZWEI KULTUREN Auf der Suche nach seiner Identität, der verlorenen Liebe und guter Schokolade beginnt für Krishna in der Türkei eine unvergessliche Reise. Neugierig auf das Leben und stets leicht zu begeistern taucht er in das turbulente und PULSIERENDE LEBEN DER GROSSSTADT ein. Über seine Wurzeln weiß er ein halbes Jahr später zwar immer noch nicht mehr, dafür aber eine ganze Menge über die Türken und die Deutschen, über Erdoğan und den Gezi-Park, über Moscheen und Starbucks, darüber, wie man mithilfe von Gebets-Apps zum guten Moslem und mithilfe des richtigen Haarschnitts zum Islamisten wird. PROVOKANT, SCHARFSINNIG UND WITZIG FASZINIEREND SPIELERISCH, BERÜHREND UND HERRLICH POLITISCH UNKORREKT ERZÄHLT SELIM ÖZDOGAN VOM LEBEN ZWISCHEN ZWEI WELTEN. In leichtem Ton bringt er dem Leser den Alltag in Istanbul aus zugleich deutscher und türkischer Sicht näher, schildert provokant, scharfsinnig und witzig die vermeintlichen Eigenheiten der Deutschen, der Türken und all derjenigen, die zwischen den Kulturen leben. Ein grandios kluger und grandios komischer Roman über die Menschen mit ihren Sehnsüchten, ihren Vorstellungen und Vorurteilen, ihren Konflikten und Leidenschaften. Ein Roman über das Leben selbst. ************************************************************** „Özdogan versteht es, in unterschiedlichste Welten zu entführen, ohne dabei jemals unglaubwürdig zu wirken.“ APA, Wolfgang Huber-Lang ****************************************************************** LESERSTIMMEN: >>Ein entlarvender und köstlich unterhaltsamer Blick auf Deutschland und die Türkei<< >> urkomisch, berührend und treffend beobachtet<< ****************************************************************** ALLE BÜCHER VON SELIM ÖZDOGAN ERSCHIENEN BEI HAYMON: • Der Klang der Blicke • DZ • Wieso Heimat, ich wohne zur Miete

einfach nur genial, weil man nur über Wahrheiten lachen kann ;)

— MoWilliams
MoWilliams

Lange keine so gelungene Geschichte mehr in der Hand gehabt! Die richtige Mischung Zeitgeschichte, Philosophie und Humor! Lesen!

— Wortteufel
Wortteufel

Das Cover ist das beste an dem Buch.

— mysticcat
mysticcat

multikulti ergebniss sucht seine wurzeln und wird in alles und nichts reingezogen.

— sille72
sille72

Die Zeit mit dir war sehr schön, ich möchte nicht, dass sie schon zu Ende ist. Seicht und Unterhaltsam

— oblomov
oblomov

Ein humorvoller Abriss über die Unwegbarkeiten verschiedener Kulturkreise und ihre Auswirkungen auf die Identität des Einzelnen.

— jenvo82
jenvo82

Krishna Mustafa reist für ein halbes Jahr in seine Heimat Türkei, um seine Identiät zu finden und seine (Ex)Freundin Laura zurückzugewinnen.

— Milicevicicic
Milicevicicic

Krishna Mustafa - Sohn einer deutsc Identitätssuche in Istanbul - nicht so komisch, wie der fulminante Anfang es versprach ...

— takabayashi
takabayashi

Wieso Heimat, ich wohne zur Miete

— urmeli
urmeli

Vorteile-Entlarven auf philosophisch-satirische Art à la Forrest Gump- großartig!!

— mamamal3
mamamal3

Stöbern in Romane

Ich, Eleanor Oliphant

Ein Highlight für mich. Wunderbar ehrliche Protagonisten in einer erschreckenden, aber auch berührenden Geschichte mit witzigen Momenten.

Lisbeth76

Und es schmilzt

Ein wenig umständlich geschrieben in meinen Augen, aber auch tiefgründig, erschreckend und düster.

Lisbeth76

Im siebten Sommer

Ein tolles Wohlfühlbuch über Mut für einen Neuanfang, Vater-Kind-Beziehung und natürlich auch Liebe

lenisvea

Underground Railroad

Eine düstere Geschichte, die unvorstellbare Grausamkeiten bereithält, aber auch einen Hoffnungsschimmer erkennen lässt.

Johanna_Jay

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Verlust der Menschlichkeit – Eindrucksvoll, bedrückend und auf die heutige Zeit übertragbar

Nisnis

Liebe zwischen den Zeilen

Alles in allem ist „Liebe zwischen den Zeilen“ so herrlich kitschig schön und hat mein Leserherz erwärmt.

LadyDC

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  • Erfrischend bescheuert und erfrischend anders!

    Wieso Heimat, ich wohne zur Miete
    Wortteufel

    Wortteufel

    17. January 2017 um 22:28

    Krishna Mustafa tümpelt zwischen zwei Welten. Als Sohn einer Deutschen und eines Türken wurde er in Istanbul geboren und wuchs seit seinem sechsten Lebensjahr in Deutschland auf. Doch so wenig wie sein Name scheint er auch in diese Kulturen zu passen - irgendwie ist er von allem ein bisschen und doch nichts ganz. Als seine Freundin sich von ihm trennt, weil er ihr als ewig Suchender erscheint, der seine Identität noch nicht gefunden hat, macht er sich auf in die Stadt seines Vaters, um eben jener Identität wieder auf die Spur zu kommen. Zugegeben, Mustafas Suche ist die Suche eines naiven jungen Studenten, eher zufällig als zielgerichtet und doch ist Mustafa am Ende ein ganzes Stück schlauer und seinem Selbst vermutlich näher, als es die meisten Menschen je sein können. Mit Humor, einem Spritzer Selbstironie und viel Kritik am System lässt Selim Özdogan seinen Protagonisten durch die Geschichte stolpern. Dabei muss Krishna Mustafa notgedrungen polarisieren. So manchem Leser wird der naive Junge schwer auf den Senkel gehen, doch der Rest wird ihn lieben.

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    • 2
  • Heimat

    Wieso Heimat, ich wohne zur Miete
    Luc

    Luc

    Krishna Mustafa hat eine deutsche Hippie Mutter, einen türkischen Vater und aus diesem Grund ein Problem mit seiner Identität, zumindest meint das die Frau, die ihn verlassen hat. Ratlos zieht es ihn nach Istanbul. Er will, so vermittelt es mir das gelungene Buchcover, vom Halbmond aus in die Ferne blicken, um sich selbst nahe zu kommen. Krishna, dieser von Geburt an zwischen die Kulturen geratene Schelm streunt ziellos durch die Stadt seines Vaters und stößt die Heimat zu seiner inneren Heimat auf. In etwa so kann man Selim Özdogans neuen Roman beschreiben. Manchmal habe ich mich während des Lesens gefragt, wie viel von dem Autoren Özdogan in diesem immer und alles beobachtenden Krishna Mustafa steckt, der einfach nichts ernst nehmen kann. Schon gar nicht die Liebe. Wahrscheinlich weniger, wie der Leser glaubt, aber immer noch genug, um mit reichlich Tiefenschärfe das literarische Fallbeil auf deutsche Biojünger und einen türkischen Präsidenten niedersausen lässt, wie man(n) Machohafter kaum sein kann. Selim Özdogan schreibt voller bissiger Ironie, im Plauderton eines geborenen Leichtfußes, wunderbar lakonisch und stilsicher. Allerdings mit einem Hang zum Abschweifen. Fraglos ist in dem Buch nicht jede Pointe ein Treffer, bisweilen ist die Geschichte einfach inhaltlich belanglos, aber was trifft, dass haut einen aus den Socken und sorgt für Lachfalten im Gesicht des Lesers. Vor allem in der zweiten Hälfte des Romans ist das der Fall. Fein, die Geschichte mit dem angeblichen Terroristen, den Seitenhieben auf Spießertum und glücklose Sinnsuche. Und Überhaupt: Was ist schon eine Demonstration im Gezi Park gegen ein Flirt mit dem Schicksal? Alles in allem ein gelungenes Buch!

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    • 2
  • Identität finden

    Wieso Heimat, ich wohne zur Miete
    Landkartenleser

    Landkartenleser

    02. June 2016 um 17:42

    Inhalt: Selim Özdogans Buch "Wieso Heimat, ich wohne zur Miete" erzählt die Geschichte von Krishna Mustafa, der nach fast zwei Jahrzehnten in die Türkei zurückkehrt, in der er bis zu seinem sechsten Lebensjahr aufwuchs. Seine Freundin Laura hat ihn kurz zuvor um eine Auszeit gebeten, sie ist der Meinung, er solle erst mal seine Wurzeln und seine Identität finden. Und auch wenn Krishna Mustafa nicht wirklich weiß, wie sie sich das vorstellt, entschließt er sich nach Istanbul zu reisen, um vielleicht dort mehr über sich selbst und seine Herkunft zu erfahren. Er lernt die verschiedensten Seiten der Türkei kennen und ist überrascht wie vielfältig dieses Land doch ist. Cover und Aufmachung: Das Cover gefällt mir wirklich gut, es löst beim anschauen eine Sehnsucht zur Türkei aus, aufgrund der verwendeten Symbole und der warmen Farbe. Ich fand es wirklich interessant, dass die Kapitelnamen wie eine kurze Zusammenfassung funktionieren, aber trotzdem nie zu viel verraten, sondern oft auf lustige Weise den Leser in die Irre führen. Auch den Titel finde ich nach Beenden des Buches passend zur Geschichte. Er ist einfach wie so eine typische Krishna Frage, humorvoll und interessant. Meine Meinung: Selim Özdogans Buch setzt sich mit sehr interessanten Themen auseinander. Es werden Vorurteile angesprochen, man lernt neue Seiten der Kultur kennen und erhält einen Einblick in die politische Situation der Türkei. Özdogan hat einen wirklich besonderen Schreibstil, der an einigen Stellen die Geschichte sehr bereichert, an andere Stelle mich leider auch manchmal verwirrte. Auch, dass nie Anführungsstriche verwendet wurden, hat meinen Lesefluss oft etwas gestört. Genauso besonders, wie der Schreibstil, ist auch der Protagonist, ein sympathischer, lebensfroher, junger Mann, der sein Leben so nimmt wie es kommt. Leider war er mir an mancher Stelle dann doch zu naiv, was mich manchmal schon sehr gestört hat. Ich hätte ihn am liebsten mal durch geschüttelt und ihn den Ernst der Lage erklärt, da bin ich wohl seiner Freundin Laura sehr ähnlich. Davon abgesehen setzt sich "Wieso Heimat, ich wohne zur Miete" sehr gelungen und humorvoll mit Vorurteilen zwischen Deutschland und der Türkei auseinander, was mich oft zum schmunzeln brachte. Man wird an so einigen Stellen zum Denken angeregt und mit tollen Zitaten und schockierenden Ereignissen konfrontiert. Besonders die Gezi-Proteste werden oft angesprochen auf sehr authentischen Weise. Dieser Einblick in die verschiedenen Seiten der Türkei, speziell Istanbul, hat mir wirklich gut gefallen. Fazit: Dieses Buch beschreibt wirklich gut, die verschiedensten Seiten der Türkei. Es bringt den Leser zum Schmunzeln, aber spricht auch ernste Themen an. Da es leider für mich aber auch ein paar negative Aspekte gab und dieses Buch mich so nicht ganz von sich überzeugen konnte, vergebe ich 3 Sterne.

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  • Wieso Heimat, ich wohne zur Miete

    Wieso Heimat, ich wohne zur Miete
    mysticcat

    mysticcat

    30. May 2016 um 21:25

    Dieses Buch erscheint im Februar als gebundene Ausgabeim Haymon Verlag. Ich habe ein Rezensionsexemplar von vorablesen erhalten, das schon lange vor dem Erscheinungstermin bei mir war - dafür ganz herzlichen Dank! Optischer Eindruck: Die Covergestaltung ist originell und auch die Binding macht einen solidne Eindruck. Leider ist das Cover aus unbeschichtetem Papier, das zwar sicher sehr umweltfreundlich ist, aber leider nicht so schmutz- und feuchtigkeitsabweisend ist wie die Kunststoffvariante - die ich dann doch bevorzuge. Auch hätte ich mir in der "Ausstattung" in farblich passendes Lesebändchen gewünscht, leider ist jedoch kein Lesebändchen enthalten gewesen. Klar, ein Lesezeichen tut es auch, aber gerade bei Hardcovern ist so etwas ein kostengünstiger Zusatz, der das Buch aber in meinen Augen wertvoller erscheinen lässt. Schade finde ich auch, dass der Buchdeckel in dunklem Braun, das so gar nicht zum Cover oder einem anderen Element passt. Hier wäre zum Beispiel das Orange des Titelbildes sehr schön gewesen, oder eine andere Farbe des Covers. Das Leseerlebnis: Durch das dicke und qualitativ gute Papier lässt sich das Buch überall lesen und gut umblättern, auch bei leichtem Wind. In der Badewanne ist es schwierig, außer man hat eine wasserfreie Ablagemöglichkeit, wo auch keine Tropfen sind, denn das nimmt einem der Einband ziemlich übel. Ansonsten kann dem Buch vorischiges Lesen nichts anhaben - es sieht auch gelesen noch schön im Regal aus. Der Inhalt: Davon hätte ich mir mehr erwartet, vor allem nach der Leseprobe. Auch der Titel und die Aufmachung lassen auf ein humorvolles Werk schließen - entweder es ist tatsächlich nicht witzig oder ich verstehe den Witz einfach nicht, denn nach der Ankunft in der Türkei passiert in meinen Augen kaum noch etwas in der Handlung. Die Charaktere kann ich mir auch auf Seite 120 nicht so richtig vorstellen, wo der Autor mit der Handlung hin will ist mir bei der Hälfte des Buches auch noch nicht klar - und ich habe auf den letzten 70 Seiten weder gegrinst noch geschmunzelt. Die Terrorgeschichte finde ich schrecklich - über so etwas darf man, meiner Meinung nach, auch in keinem Buch versuchen zu scherzen oder das witzig einzubauen - gerade, wenn man selbst Jugendliche kennt, die sich auf den Weg in den heiligen Krieg gemacht haben, kommt einem da nicht mal ein Grinser über die Lippen. Fazit: Ich habe das Buch bei der Hälfte abgebrochen, da es ein Rezensionsexemplar ist, habe ich mein Möglichstes getan es ganz zu lesen, aber ich schaffe es nicht mehr. Eine Woche lang habe ich mich versucht damit zu motivieren, dass es erst ein neues Buch für mich gibt, wenn ich dieses zu Ende gelesen habe - als aber meine Leselust zu verschwinden drohte, habe ich das Buch abgebrochen - definitiv nichts für mich!

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  • Verwirrung, Suche und anderes

    Wieso Heimat, ich wohne zur Miete
    sille72

    sille72

    18. May 2016 um 10:11

    das cover hat mir nichts gesagt. die erzählung vom kennen lernen war interessant und die anfangs zeit von krishna ist auch für den leser verwirrend. ich selber könnte mir vorstellen das buch mal durchzulesen hab aber nicht die begeisterung in mir wie bei anderen büchern. es gibt bestimmt menschen die sich gut in das buch einfinden können da es recht locker geschrieben ist. in den text kam ich jedenfalls gut rein und konnte auch noch pausen machen. vieleicht wird das buch an sich noch besser. die verwirrung von krishna ist greifbar in den zeilen zu finden. sein vater ist für mich nur schwer zu greifen da er es nicht schaft seinen sohn wirklich in den richtigen starbucks zu lotsen. Leider hat das buch mich nicht mehr fesseln können ich bin volkommen verwirrt von dem text der sich als zu philosophisch erwiesen hat. krischna mustafas such nach seinen wurzeln ist für mich ein zu großes dureinander und seine zeit in istanbul zu sehr auf der basis der waldorfschulpädagogik beschrieben. das buch kann interessant sein ist für mich aber zu hoch. die einzelnen figuren agieren für mich getrennt von einander aber sie kommen in keiner szene zusammen. sie stehen beieinander doch in getrennten welten.

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  • Wer suchet, der findet!

    Wieso Heimat, ich wohne zur Miete
    Bokmal

    Bokmal

    17. May 2016 um 14:10

    Krishna Mustafa lebt zwischen zwei Welten auf. Seine deutsche Mutter und sein türkischer Vater lernten sich einst im berühmten Puddingshop in der Türkei kennen, verliebten sich ineinander und bekamen einen Sohn – Krishna Mustafa (seine Mutter war damals auf dem Rückweg von einem abenteuerlichen Trip nach Indien, was wohl den ungewöhnlichen Doppelvornamen erklärt). Nach den ersten Jahren in der Türkei möchte die Mutter zurück nach Deutschland, damit Krishna auf die Waldorfschule gehen kann. Die Ehe der Eltern zerbricht am Leben in der Bundesrepublik, mit dem der Vater nicht klarkommt. Er verlässt die Familie.Später, als Student, bringt ihn seine Freundin Laura bzw. Ex-Freundin (was Krishna Mustafa furchtbar bedauert) darauf, dass er doch seine Identität suchen müsse, denn das wäre wichtig für ihn. Kurz entschlossen tauscht er die WG Zimmer mit seinem Cousin, er kommt nach Freiburg und Krishna Mustafa geht nach Istanbul. Dort hat er viele spannende Begegnungen, trifft seinen Vater wieder und lernt so einiges über sich selbst, seine Identität und worauf es im Leben ankommt.Ein spannendes Thema, besonders in unserer heutigen Zeit. Dem Autor gelingt es, den Protagonisten mit einer gewissen Zerrissenheit zu charakterisieren und zu zeigen, dass Heimat für Krishna Mustafa weder hier noch dort sein kann, sondern jedes seiner beiden Herkunftsländer Teile in ihm verankert hat, die das andere nicht bieten kann. Dabei wird er manchmal als etwas schwer von Begriff dargestellt – vielleicht um die Verständnisschwierigkeiten nicht nur auf die Sprache zu beschränken, sondern zu zeigen, dass interkulturelles Verständnis und Kompetenz nicht nur mit dem Erlernen einer Sprache getan sind. Außerdem wird das ganze Thema auch noch auf die Schippe genommen, sodass es seine Ernsthaftigkeit aber nicht ganz einbüßt, sondern mit einem Augenzwinkern sagen möchte, dass bei dieser oft anstrengenden Suche nach Heimat und Identität auch die Freude nicht zu kurz kommen sollte. Klug und witzig geschrieben!

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  • Krishna Mustafas Reise zu sich selbst

    Wieso Heimat, ich wohne zur Miete
    jenvo82

    jenvo82

    Krishna Mustafa ist geborener Türke, lebt aber als Scheidungskind seit seinem 6. Lebensjahr in Deutschland. Seine Mutter, eine Deutsche hat die Lebensweise seines türkischen Vaters nicht länger ertragen und ist damals in ihre Heimat zurückgekehrt. Doch nun ist Krishna 24 und seine Freundin Laura hat ihn vor die Tür gesetzt, weil er angeblich seine Identität noch längst nicht gefunden hat. Also begibt sich der junge Mann auf Spurensuche in sein Geburtsland, um die Bedenken ein für allemal auszuräumen. Doch seine wahre Identität kann er nicht finden, denn er lebt nicht nur zwischen zwei Welten, sondern hat in erster Linie ganz eigene Vorstellungen von seinem Leben und die sind weder typisch Deutsch noch typisch Türkisch. Auf dieses Buch bin ich vor allem wegen seines kreativen Titels sowie seiner Aktualität aufmerksam geworden. Und beide Aspekte werden im vorliegenden Roman bedacht und mittels humorvoller Situationskomik geschildert. So befasst sich nicht nur der leicht orientierungslose Hauptprotagonist mit seinen Wurzeln, sondern auch der neugierige Leser gewinnt tiefe Einblicke in das Denken eines "Ausländers". Schon bald wird klar, dass die manifestierten Unterschiede zwischen den Kulturen anscheinend nur Vorurteile sind, die sich konkret gar nicht belegen lassen. Und außerdem gibt es in beiden Ländern Missstände und fortschrittliches Denken, hier und dort werden zwar klare Abgrenzungen sichtbar, die sich im alltäglichen Leben auch deutlich zeigen, doch sie sind eher menschlicher Natur, denn landesspezifischer Art.Und so schafft Selim Özdogan einen ehrlichen Abriss über zwei Kulturen, die sich nicht immer verstehen, aber durchaus miteinander verbinden lassen, indem der Einzelne einfach ein Leben führt, welches nur den eigenen Ansprüchen genügt und nicht den gesellschaftlichen Anforderungen. In 30 kurzen Kapiteln reiht sich eine Anekdote an die nächste und doch ergibt sich daraus ein zusammenhängendes Bild und ein abwechslungsreicher, innovativer Gesellschaftsroman. „Für die Türken ist der Türke etwas anderes, als er für die Deutschen ist. Und für die Deutschen ist der Deutsche etwas anderes, als er für die Türken ist.“ Fazit: Ein poetischer, teils philosophischer Roman, der immer mit einem Augenzwinkern aufwartet und den man getrost weiterempfehlen kann, an Leser die sich nicht sklavisch an Dogmen und völkischer Überheblichkeit orientieren. Ein wirklich andersartiger Unterhaltungsroman, der für mehr Offenheit und Zugeständnisse plädiert. Die Umsetzung hat mir gut gefallen.

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    • 6
    Igelmanu66

    Igelmanu66

    15. May 2016 um 11:56
  • Moderner Schelmenroman

    Wieso Heimat, ich wohne zur Miete
    amena25

    amena25

    02. May 2016 um 15:14

    Krishna Mustafa – schon der Name ist Programm. Als Sohn einer deutschen Hippie-Mutter und eines türkischen Vaters, in Deutschland mit Bio und Waldorf-Sozialisation groß geworden, lebt er ziellos und offensichtlich problemlos in den Tag hinein. Bis seine Freundin Laura der Meinung ist, dass er seine Identität noch nicht gefunden habe und ihn deswegen verlässt. Krishna war sich dieser „fehlenden“ Identität bisher wohl nicht bewusst, zumindest hat er nicht darunter gelitten. Nun macht er sich aber auf den Weg, tauscht mit seinem Cousin Emre das WG-Zimmer in Freiburg gegen eins in Istanbul. Dort stolpert er ziemlich ahnungslos und planlos durch die verschlungenen Wege der Stadt, verläuft sich und kommt auf vielen Umwegen irgendwo an, verpasst ständig seinen Vater, den er dort treffen will, da er trotz Stadtplan-App das richtige Starbuck-Café nicht findet. Trotz – oder wegen? – seiner Naivität gelangt Krishna zu klugen Erkenntnissen, wie z.B. über Touristen (,,Touristen wollen ja im Urlaub meistens dasselbe machen, was sie zu Hause machen, nur mehr davon. Sie wollen mehr trinken, mehr feiern, mehr fernsehen, mehr essen, mehr Sex haben und mehr nichts tun.“S. 35). Seine kindliche Gutgläubigkeit lässt ihn bei einem Chat-Interview mit mehr oder weniger subtilen Fragen dann auch ziemlich ins Messer laufen, sodass er am Ende nichts ahnend als Gotteskrieger dasteht. Parallel dazu erzählt ihm sein Cousin Emre über Skype, was ihn an deutschen Gegebenheiten verwundert, z.B. die Parallelen und Unterschiede von Kirchensteuern und GEZ-Gebühren. Die Sprache ist farbig und bilderreich, hin und wieder auch sehr einfach und umgangssprachlich, auf jeden Fall aber abwechslungsreich. Die Kapitelüberschriften sind ausführliche, manchmal aber auch rätselhafte Hinweise auf das Kommende. Immer wieder schweift Krishna weit ab von dem, was er eigentlich gerade erzählen wollte Das ist oft amüsant, manchmal aber auch etwas verwirrend.   Am Ende hat Krishna Mustafa zwar seine Identität immer noch nicht gefunden, dafür aber viel über die Türkei und Deutschland erfahren und so manch Skurriles erlebt. Das Buch liest sich wie ein moderner Schelmenroman: ausschweifend, unterhaltsam, witzig.

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  • Internationales Chaos...

    Wieso Heimat, ich wohne zur Miete
    Milicevicicic

    Milicevicicic

    18. April 2016 um 11:21

    Krishna Mustafa reist für ein halbes Jahr in seine Heimat Türkei, um seine Identiät zu finden und seine (Ex)Freundin Laura zurückzugewinnen. Doch was ist Identität und wie findet man sie? Chaos ist vorprogrammiert, denn mit seinem mäßigen türkisch, seinen Dreadlocks und seiner Vorliebe alles in Frage zu stellen, stolpert Krishna Mustafa von einem Missverständnis ins andere. Selim Özdogan lässt uns das internationale Durcheinander, durch seinen treffenden und manchmal philosophischen Schreibstil, hautnah miterleben.

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  • Auf Identitätssuche

    Wieso Heimat, ich wohne zur Miete
    uli123

    uli123

    15. April 2016 um 15:51

    Der Deutsch-Türke Krishna Mustafa tauscht nach der Trennung von seiner Freundin für ein halbes Jahr sein WG-Zimmer in Freiburg mit dem seines Cousins in Istanbul, wo er seine ersten sechs Lebensjahre verbracht hat. Dort will er seinen Vater wiedersehen und seine Identität finden.   In einer Aneinanderreihung vieler Dialoge zwischen dem Protagonisten und den Personen, die er während seines Istanbul-Aufenthaltes kennenlernt oder wiedertrifft, werden uns sowohl die türkische als auch die deutsche Kultur nahegebracht. Geschickt werden Klischees und Vorurteile über das jeweils andere Volk eingeführt und aufgeräumt. Alles ist in manch witzige Situation eingebettet, in die der eher unreif und weltfremd, aber durchweg sympathisch wirkende Krishna Mustafa immer wieder gerät (z.B. verfehlt er seinen Vater wiederholt bei Starbucks, weil es diesen in der Einkaufsmeile mehrmals gibt). Von sehr aktuellem Bezug sind die regelmäßig eingeflochtenen kritikreichen Ansichten über die Politik Erdogans, die vor allem von Krishna Mustafas studentischen Mitbewohnern vertreten werden. Erschwert wird der Lesefluss dadurch, dass die so dominante wörtliche Rede weder durch Anführungszeichen noch sonst wie kenntlich gemacht wird, und den jeweiligen Sprechern manchmal schwer zugeordnet werden kann.   Alles in allem ein unterhaltsamer Roman. 

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  • Regenbogen-Bücher-Challenge 2016

    Regenbogentänzer
    BlueSunset

    BlueSunset

    Regenbogen-Bücher-Challenge 2016 Hallo liebe Lesebegeisterte! Euch ist die Buchwelt zu trist? Kein Problem, wir helfen euch! Lest zusammen mit uns einen Regenbogen, damit das Jahr 2016 bunt und fröhlich wird! Ihr wollt dem Regenbogen noch einen Topf voll Gold verpassen? Das ist eine Herausforderung, aber auch die kann gemeistert werden!Wie auch in den vergangenen Jahren findet die Regenbogen-Challenge hier auf Lovelybooks statt. Das Besondere an dieser Challenge ist, dass wir hier nicht nur Bücher mit bestimmten Farben lesen, sondern auch die Herausforderung suchen und zusätzliche Aufgaben bearbeiten. Neugierig? Es gibt keine Anmeldefrist und ihr könnt jederzeit einsteigen! Allerdings wird nur die aktuelle Monatsaufgabe bearbeitet. Ihr braucht euch nicht über das Bewerbungsformular hier anzumelden. Erstellt einfach einen Sammelbeitrag in dem zugehörigen Unterthema.  Die Regeln Jeden Monat steht eine andere Farbe im Zentrum. Lest ein Buch dessen Cover zu mehr als 2/3 aus dieser Farbe besteht. Es gibt zudem noch Jahresaufgaben: Für diese Aufgaben habt ihr das ganze Jahr Zeit. Diese Aufgaben können nur mit Büchern der Monatsfarbe gelöst werden. Pro Buch kann eine Jahresaufgabe bearbeitet werden. Jeder der 6 Aufgaben sollte EINMAL gelöst werden (mehrfach gibt keine Punkte).Dann gibt es auch noch die Herausforderung!Jeden Monat gibt es eine Herausforderung, die gelöst werden sollte. Die Aufgabe wird einen Monat vorher angekündigt, sodass ihr Zeit habt ein passendes Buch zu finden. Die Herausforderung kann nur im jeweiligen Monat erfüllt werden! Eine Besonderheit ist, dass ihr diese Aufgabe auch mit einem zusätzlichen Buch, das nicht der Monatsfarbe entspricht, lösen könnt. Bitte verlinkt in eurem Sammelbeitrag auch eure Rezension oder den Lesestatus (mit Kurzmeinung). Es besteht keine Rezensionspflicht, aber ich möchte gerne einen "Nachweis" sehen, dass ihr das Buch gelesen habt. Eine Kurzmeinung reicht da. Es dürfen alle Bücher gelesen werden: vom SuB, neu gekauft, ausgeliehen, eBook und auch Hörbücher. Allerdings sollten die Bücher eine Mindestlänge von 80 Seiten haben! Manga, Comic und Graphic Novels zählen nicht! Die Aufgaben Monatsfarben:Januar: SchwarzFebruar: BraunMärz: Gelb April: OrangeMai: RotJuni: Lila / Rosa / PinkJuli: BlauAugust: Metallic / Gold / Silbern / GlitzerSeptember: WeißOktober: TürkisNovember: GrünDezember: BuntJahresaufgaben (nur mit dem Buch der richtigen Farbe zu erfüllen! Und jeweils nur 1x)Lese ein Buch, ……des Genres Fantasy oder Historisch oder Krimi....des Genres Liebesroman oder Thriller oder Dystopie…von einem Debütautor…das verfilmt wurde…das weniger als 300 Seiten hat…das mehr als 500 Seiten hat.► Hinweis zu "Debütautor": Hierbei beziehen wir uns auf den Autor und nicht auf das Buch. Das heißt der Autor hat zu dem Zeitpunkt, wenn ihr das Buch lest, nur dieses eine Buch veröffentlicht. Es darf sich auch nicht um ein Pseudonym eines Autors handeln, der bereits Bücher veröffentlicht hat. Sollte ein weiteres Buch des Autor bereits angekündigt sein, so kann dieser trotzdem gezählt werden, solange ihr das Buch tatsächlich vor dem Erscheinungstermin seines zweiten Buches erscheint. ► Hinweis zu Verfilmungen: Es zählen alle Bücher, die bereits als Serie oder Film verfilmt wurden oder 2016 ausgestrahlt werden (also so wie z.B. "ein ganzes halbes Jahr", "Girl on the Train", "Die Bestimmung 3", ...) . Bitte das Erscheinungsdatum angeben!Hier werden nach und nach die Monatsaufgaben/Herausforderungen gepostet:Januar: Lese ein Buch mit einer Stadt oder einem Haus auf dem CoverFebruar: Lese ein Buch mit 4 oder mehr Wörtern im Titel. Untertitel zählen auch. März: Lese ein Buch mit Blumen oder Blüten auf dem Cover.April: Lese ein Buch, dessen Titel kursiv oder in GROßSCHRIFT ist. Mai: Lese ein Buch, dessen Handlung außerhalb Deutschlands, den USA und Großbritannien stattfindet.  Punkte Hast du ein Buch mit der Monatsfarbe gelesen? Ja =1 PunktHast du die Herausforderung erfüllt? Ja, mit dem gleichen Buch, wie die Farbe = 2 Punkte. Ja, aber ich habe ein anderes Buch dafür genommen = 1 PunktHast du eine Jahresaufgabe erfüllt? Ja = 1 Punkt(In manchen Monaten wird es möglich sein zusätzliche Punkte zu sammeln)Am Ende des Jahres wird ein/e Gewinner/in ermittelt.  Teilnehmer:  Neue Regel: Falls ihr in einem Monat die Aufgaben nicht geschafft habt, schreibt das bitte dazu. Sollte ich 2 Monate in Folge keine Änderung eures Beitrages sehen wird in dieser Liste >inaktiv< neben eurem Namen stehen und ich gucke nicht mehr in eure Listen. Solltet ihr trotzdem noch dabei sein, dann schreibt mir bitte eine PN und aktualisiert euren Beitrag. WICHTIG Ihr habt jeweils bis zum 3. des Folgemonats Zeit eure Bücher und Links einzutragen. Anschließend mache ich die Monatsauswertung und trage die Punkte in meine Tabelle ein. Alles was noch später eingetragen wird kann erst bei der nächsten Wertung berücksichtigt werden.  Wichtig bei der Rezension/Lesestatus (inkl. Kurzmeinung) ist mir, dass ich sehe, dass ihr das Buch wirklich gelesen habt, zusätzlich kann ich da sehen, wann das Buch gelesen wurde. Solltet ihr also einen Monat versäumt haben, eure Links einzutragen ist das nicht so wild, solange ich sehen kann, dass das Buch trotzdem im richtigen Monat gelesen wurde.  STAND: JuniAnendien ........................ 14 Annlu  .............................. 24 ban-aislingeach  ............. 18BlueSunset ....................  11BookW0nderland .......... 23Buchgespenst  ............... 21 _Buchliebhaberin_ ......... 12 {INAKTIV} christarira ......12 ChubbChubb  ................. 16Code-between-lines ...... 21 ConnyKathsBooks ......... 19 czytelniczka73 ................ 23 {INAKTIV}DasBuchmonster .....1dia78 ............................... 11 fairybooks ...................... 11 Igela ................................ 16 {INAKTIV}janaka ..............7jenvo82 ........................... 17JuliB ................................. 21LadySamira091062 ....... 16Lesebiene27 ................... 15 Lisa11 .............................. 21{INAKTIV} littlebanshee ... 4Luzi92 .............................. 22louella2209 ..................... 21mabuerele ...................... 15{INAKTIV} MalinaIda ........8mareike91 ....................... 18marpije ............................ 23MissSnorkfraeulein ....... 17Mrs_Nanny_Ogg ............. 17PMelittaM ........................ 20QueenSize ........................ 21rainbowly ......................... 16Sansol ............................... 22schafswolke ..................... 17{INAKTIV} sternblut ..........11SomeBody ....................... 17suggar .............................. 16sursulapitschi ................. 18Tatsu ................................ 11Thalathiel ......................... 13Vucha ................................ 22Wolly ................................. 12

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    • 1392
  • Eine großartige Geschichte

    Wieso Heimat, ich wohne zur Miete
    MelaKafer

    MelaKafer

    27. February 2016 um 13:35

    Tiefgründig und doch leicht wie eine Feder, todtraurig und zum Brüllen komisch, Herzerwärmend und angsteinflößend, philosophisch und kindlich naiv. Selim Özdogan ist ein grandioser Geschichtenerzähler, der Themen wie Integration, Migration und Identität so feinfühlig, witzig und cool angeht, dass einem beim Lesen das Herz aufgeht. Ich habe mich in diesen etwas einfältigen, chaotischen, aber so ehrlichen und liebenswerten Krishna Mustafa geradezu verliebt. Vielen Dank für diese wunderschöne Geschichte, die einem soviel sagen kann über das Leben zwischen den Kulturen. Dieses Buch kann ich jedem nur ans Herz legen.

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  • Türkisch-deutscher Simplicissimus

    Wieso Heimat, ich wohne zur Miete
    takabayashi

    takabayashi

    26. February 2016 um 21:25

    Nach einem fulminanten Einstieg hat das Buch für mich leider nicht gehalten, was es versprach: Den Rückblick auf das Kennenlernen von Krishna Mustafas Eltern im Pudding Shop in Istambul und den Verlauf ihrer kurzen Ehe fand ich wunderbar geschrieben, komisch und authentisch. Die Eltern lebten erst in Istanbul, zogen dann aber, als der Sohn ins schulpflichtige Alter kam, auf Wunsch der Mutter nach Freiburg um, damit ihm der Besuch einer deutschen Schule ermöglicht wurde. Bald danach folgte der Niedergang der Beziehung, der türkische Vater kehrt nach Istanbul zurück, Mutter und Sohn bleiben in Freiburg. Die deutsche Mutter war auf dem Rückweg von Indien auf dem Hippie Trail in Istanbul gelandet und der Name Krishna verdankt sich ihrem Vorleben. Nun ist besagter Krishna Mustafa 24 Jahre alt, seine Freundin Laura hat ihn verlassen, weil er nicht weiß, was er will, weil er seine Identität suchen muss, wie sie meint und jetzt hat er mit seinem Cousin das Zimmer getauscht und befindet sich auf einem Selbstfindungstrip in Istanbul. Die Wohnung seines Cousins ist eine Studenten-WG, bewohnt von Isa, einem depressiven Studenten, der aus Verzweiflung über die politischen Verhältnisse in der Türkei kaum noch das Haus verlässt, und einem Studentenpärchen, das an einem Dokumentarfilm über die Proteste im Gezi Park arbeitet. Krishna flaniert durch Istanbul, spricht mit den unterschiedlichsten Leuten und philosophiert vor sich hin. Zu seiner Unterstützung gibt es zwischengeschaltete Kapitel mit dem Chor der Einäugigen. Zum Teil alles etwas verwirrend, da die direkte Rede in keiner Weise gekennzeichnet wird. Es gibt durchaus zwischendurch witzige Stellen und auch Sätze, die einen zum Nachdenken anregen. Aber der Text wurde für mich nie zu einem Ganzen, einem Roman eben. Krishna hat eine irritierende Angewohnhet: er versteht Redewendungen immer wörtlich. Das mag als Stilmittel einige Male ganz interessant sein, nervt aber auf Dauer und verhindert die Identifikation mit diesem "begriffsstutzigen" Wesen. Ich gehe jedenfalls davon aus, dass der Autor das als Stilmittel einsetzt und selbst nicht so naiv und begriffsstutzig ist, wie sein Protagonist. Die Krönung war, wie Krishna in seiner Naivität unwissentlich alles dafür tut, im Internet wie ein angehender Terrorist zu erscheinen, so dass er ins Visier des BND gerät. Und als er von seinen Freunden aufgefordert wird, sich zu wehren und gewisse Texte im Internet löschen zu lassen, verweigert er sich in seiner blauäugigen Art. Vermutlich habe ich die Intention des Autors nicht verstanden, aber jedenfalls ging dieser Simplicissimus mir immer mehr auf die Nerven und gegen den Strich. Ich musste zwischendurch erst einmal zwei andere Bücher lesen, bis ich mich dazu durchringen konnte, das Buch zu Ende zu lesen. Und weiß immer nocht nicht, worauf das Ganze hinauslaufen soll. Schade, nach dem viel versprechenden Anfang hatte ich mehr erwartet!

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  • Wie ein Narr zwischen zwei Welten

    Wieso Heimat, ich wohne zur Miete
    jahfaby

    jahfaby

    24. February 2016 um 15:29

    Krishna Mustafa ist der Sohn von Maria und Recep, Deutschtürke, der für ein halbes Jahr nach Istanbul geht, um den Liebeskummer zu vergessen und seinen Vater und seine Identität zu finden. 30 Kapitel lang erzählt Ödzdogan die Geschichte von Krishnas Zeit in Istanbul, erzählt von den Unterschieden zwischen Deutschen und den Türken, von den Menschen, die genau dazwischen sind, Istanbul, einer lebendigen und pulsierenden Stadt und eben von genau der Frage nach der Identität eines jeden Einzelnen. Dabei erinnert er von der Form an Erich Kästner, jedes Kapitel hat eine Überschrift, die eine Ouvertüre ist und das gesamte Kapitel zusammenfasst. Krishna erinnert an den shakespeareschen Narr, der naiv und fasst einfältig durch sein Leben streift und genau dadurch allen anderen, aber besonders dem Leser seine eigenen Vorurteile und Verhaltensweisen spiegelt. Das macht er aber in so einer extremen Art, dass Krishna Mustafa als Figur sehr unrealistisch wird. Wie ein Herr Keuner oder ein Eulenspiegel. Was den Erkenntnissen und den Gedanken nicht schadet. Überhaupt ist der gesamte Roman eher eine Sammlung toller Ideen, Gedankengänge und unterschreichenswürdiger Sätze, aber weniger eine ereignisreiche Geschichte. Natürlich passieren Dinge. Aber in welcher Reihenfolge sie passieren, spielt kaum eine Rolle. Wieso Heimat, ich wohne zur Miete liest sich mehr wie eine Reihe von Anekdoten mit dem gleichen Protagonisten, denn wie ein Roman mit einer großen Handlung und einem überraschenden Twist am Ende. Aber auch das ist in Ordnung. Ich hatte viel Spaß beim Lesen, habe Neues gelernt, habe Krishna Mustafa (oder Selim Özdogan?) oft Recht gegeben und freue mich darauf, endlich mal Istanbul zu besuchen.

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  • Wieso Heimat, ich wohne zur Miete

    Wieso Heimat, ich wohne zur Miete
    urmeli

    urmeli

    21. February 2016 um 16:35

    Krishna Mustafa ist halb Türke, halb Deutscher und laut seiner Freundin Laura fehlt es ihm an Identität. Um die Beziehung weiter aufrecht zu erhalten soll Krishna erst Mal herausfinden, wer er ist. So tauscht er mit seinem Cousin Emre sein WG Zimmer und zieht von Freiburg nach Istanbul. Die ersten 6 Jahre seines Lebens hat er in Istanbul gelebt, bis seine deutsche Mutter zur Einschulung mit ihm nach Freiburg zog. Seine Ausbildung hat er in einer Waldorfschule bekommen, was vielleicht auch seine Naivität und teilweise Weltfremdheit im Laufe der Handlung erklärt. Seine Eltern haben sich in Istanbul kennengelernt, seine Mutter auf der Suche nach Drogen, sein Vater hat sie verkauft. Inzwischen ist aus dem Vater ein vermögender Geschäftsmann mit einer neuen Frau und zwei kleinen Töchtern geworden und die Versuche Krishnas, sich mit seinem Vater zu verabreden, verlaufen zu Beginn sehr schwierig. Sich der großen und für ihn fremden Stadt zurecht zu finden gestalten sich problematisch. Durch seine Mitbewohner, die heimlich Videos über die Demonstrationen vom Gezi Park im Internet verbreiten, lernt er jedoch einiges über seine Fragen zur Identität, was macht einen Türken, was einen Deutschen aus und ist das überhaupt wichtig. Ein gelungener Roman für alle Menschen, egal ob sie in dem Land in dem sie leben auch geboren wurden, eine Anpassung an die Umgebung, an die Menschen mit denen man zusammen lebt, ist immer notwendig. Ein Roman der nachdenklich macht aber auch sehr witzig geschrieben wurde. Vorurteile und Stereotypen wurden durch Selim Özdogan sehr geschickt in die Geschichte eingewoben.

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