Selja Ahava Dinge, die vom Himmel fallen

(48)

Lovelybooks Bewertung

  • 44 Bibliotheken
  • 4 Follower
  • 0 Leser
  • 42 Rezensionen
(7)
(23)
(11)
(6)
(1)

Inhaltsangabe zu „Dinge, die vom Himmel fallen“ von Selja Ahava

Sachen gibt es, die gibt es gar nicht. Einen Eisbrocken etwa, der mitten im Sommer vom Himmel stürzt und der achtjährigen Saara auf tragische Weise die Mutter nimmt. Wenig später widerfährt auch Saaras Tante Unwahrscheinliches, als sie zum zweiten Mal im Lotto gewinnt – und vor Schreck in einen dreiwöchigen Dornröschenschlaf fällt. Und dann ist da noch der Fischer aus Schottland, der wiederholt vom Blitz getroffen wird – und sein Schicksal dennoch immer wieder aufs Neue herausfordert.
Was passiert, wenn von einem Moment auf den anderen nichts mehr ist, wie es war? Wenn ein kleiner Zufall die ganze Welt ins Wanken bringt?
In ihrem prämierten neuen Roman erzählt Selja Ahava eine Geschichte von den unberechenbaren Launen des Schicksals, schmerzhaft und ehrlich, tröstlich und märchenhaft leicht.

Tolle Sprache und eine kurios-traurig-schöne Geschichte mit kleinen Schwächen in der Umsetzung.

— katzenminze

Typisch finnisch schräg, aber auch nachdenklich und inspirierend!

— miro76

melancholisches ruhiges Buch über die Wechselfälle des Lebens - und wie wir meist versagen im Umgang damit

— StefanieFreigericht

Poetisches, märchenhaft erzähltes Buch

— PaulaAbigail

Ein forderndes Buch, keine bequeme Lektüre, doch ein Roman, den ich letztlich wirklich gerne gelesen habe.

— LitteraeArtesque

Märchen sind grausam - das Leben manchmal auch. Von der Macht des Schicksals erzählt dieses Buch, leicht in der Sprache, schwer im Inhalt.

— parden

Modernes Märchen mit Wachmacher-Effekt: Wir werden daran erinnert, "dass uns zu jeder Zeit der Himmel auf den Kopf fallen kann."

— alasca

Interessante Geschichte

— Ivonne_Gerhard

Für mich abgesehen von ein paar Lichtmomenten kein Lesegenuss... schade, es hat so vielversprechend begonnen!

— naninka

nicht einfach, verstörend, aber nachdenklich machend und auch berührend

— vielleser18

Stöbern in Romane

Alles über Heather

Ein Thriller? Ein Familiendrama? Hält auf jeden Fall bei der Stange, verwirrt aber auch enorm

LaLecture

Olga

Ein wunderschönes Buch, hat mich sehr beeindruckt.

claudiaausgrone

Die Farbe von Milch

So richtig versteh ich die Begeisterung um dieses Buch nicht. Mir ist es zu anstrengend.

Marina_Nordbreze

Solange unsere Herzen schlagen

Sehr schöne Handlung mit so individuellen Charakteren, wirklich herzzerreißend.

laraantonia

Wie der Wind und das Meer

Nervenzerreißend, poetisch und einfach nur zum Hinschmelzen! Das poetischste Buch, das in meinem Leben gelesen habe!

linesandrhymesuniverse

All die Jahre

Familien-Geheimnisse

QPetz

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Überraschend wie das Leben

    Dinge, die vom Himmel fallen

    czytelniczka73

    06. November 2017 um 08:50

    "Die Erwachsenen sagen die Zeit heilt alle Wunden,und damit ist gemeint,dass die Zeit vergeht und sich deswegen alles,was passiert,in Gedanken verwandelt und man sich immer schlechter daran erinnern kann.Wenn man sich dann nur noch ganz schlecht erinnert,ist die Wunde verheilt." Inhalt: "Sachen gibt es, die gibt es gar nicht. Einen Eisbrocken etwa, der mitten im Sommer vom Himmel stürzt und der achtjährigen Saara auf tragische Weise die Mutter nimmt. Wenig später widerfährt auch Saaras Tante Unwahrscheinliches, als sie zum zweiten Mal im Lotto gewinnt – und vor Schreck in einen dreiwöchigen Dornröschenschlaf fällt. Und dann ist da noch der Fischer aus Schottland, der wiederholt vom Blitz getroffen wird – und sein Schicksal dennoch immer wieder aufs Neue herausfordert. Was passiert, wenn von einem Moment auf den anderen nichts mehr ist, wie es war? Wenn ein kleiner Zufall die ganze Welt ins Wanken bringt?" Meinung: Ich hab nichts dagegen,wenn eine Geschichte bisschen skurril ist,solange sie inhaltlich was zu bieten hat,und auf dieses Buch trifft beides zu.Verworren und skurril,deswegen nicht ganz so einfach und flüssig zum lesen,aber gleizeitig klug und tiefgründig.Eine schöne Geschichte über das Leben,das einfach unberechenbar ist,mit allen seinen Zufällen und Schicksalschlägen und sogar mit dem Glück,das manchmal auch überfordern und in Schock versetzen kann.Vorallem zum Thema Verlust und Trauer sind in dem Buch viele kluge Gedanken zu finden.Das hat mir ,glaube ich,am meisten gefallen,dass die Geschichte zweifellos skurill ist,aber trotzdem auch realistisch und autenthisch bleibt,weil so vieles im Leben unerwartet kommt und uns einfach überfordert,wir aber beharrlich weiter machen.Ich kann mir vorstellen,dass bei diesem Buch die Meinungen weit auseinander gehen,weil es wirklich sehr speziel ist,mir hat es aber wirklich gut gefallen und bin auch froh es gelesen zu haben.

    Mehr
  • Ein finnisches Märchen

    Dinge, die vom Himmel fallen

    katzenminze

    28. October 2017 um 18:18

    Ein finnisches Märchen Dinge die vom Himmel fallen ist ein schönes Buch, mit traurig-melancholischem Touch, einer kuriosen Geschichte und wirklich lesenswerten Passagen. Zu Beginn der Geschichte erzählt die achtjährige Saara aus ihrem Leben. Durch einen unglaublichen Zufall ist ihre Mutter gestorben und nun lebt sie mit ihrem komplett aus der Bahn geworfenen Vater bei ihrer Tante Annu. Und auch die Tante hat mit einem unglaublichen Zufall der ganz anderen Art zu kämpfen. Beeindruckend war, wie Saara erzählt. Die Mischung aus kindlichen Gedanken und einer Abgeklärtheit, die Erwachsene einem so jungen Mädchen oft nicht zutrauen hat mir sehr gut gefallen. Wie sie sich an ihre Mutter erinnert war ergreifend. Es gibt einige Stellen, an denen ich eine dicken Kloß im Hals hatte. So weit so schön. Mir hat nur die Richtung, in die sich die Geschichte entwickelt nicht Hundertprozentig gefallen. Plötzlich wechselt die Erzählperspektive und wir lesen einen Briefwechsel von Saaras Tante Annu und dem Schotten Hamish. Sie unterhalten sich über unglaubliche Zufälle. Auch das fand ich noch ganz schön - und vor allen Dinge unterhaltsam! Nur war es schade, das Saara und ihre Eltern so aus dem Fokus verschwunden sind. Noch weniger gefallen hat mir dann ein erneuter Perspektivwechsel zu einer bis dahin unbekannten Frau. Zwar sind wir damit auch zurück bei der mittlerweile 12 jährigen Saara und ihrem Vater, aber dass Saara von ihr konsequent als „das Mädchen“ tituliert wird, wollte sie mir ganz und gar nicht sympathisch werden lassen. Zum Schluss kehrt die Geschichte zwar wieder zu ihrer ursprünglichen Erzählerin zurück, aber die Wechsel hätte man sich in meinen Augen auch sparen und eine elegantere Lösung finden können. Trotzdem finde ich, dass Dinge die vom Himmel fallen vor allem wegen seiner Sprache und seiner speziellen Mischung aus schönen und traurigen Momenten ein lesenswerter Roman ist. Auch seine Länge ist sehr angenehm. Er mag etwas unbequem sein, weil er keine Antwort auf die Zufälle des Lebens bietet und einen gleichzeitig mit der Nase drauf stößt. Aber allein wegen Stellen wie dieser, hat mir das Lesen Freude bereitet: Mal kommt der Weltuntergang, mal bricht schlagartig das Paradies aus. Mal stirbt jemand so unbemerkt, dass man es gar nicht kapiert. Vielleicht versucht so eine Person dann, als Gespenst wiederzukehren und seine unfertigen Geschichten weiterzuerzählen. Obwohl sie eigentlich einfach nur fortgehen sollte. Am Straßenrand aussteigen und das Auto davonfahren lassen. Sich in Schwarz-Weiß verwandeln. Kleiner werden und die Zeitform ändern. - S. 202

    Mehr
  • Ein Roman wie ein modernes Gemälde

    Dinge, die vom Himmel fallen

    Mary2

    05. September 2017 um 08:33

    Ein Roman über unvorhersehbare Dinge, die einfach passieren. Menschen sind zur falschen Zeit am falschen Ort – und das Leben ist für immer verändert. Saara – zu Beginn des Romans acht Jahre alt – muss erfahren, dass ihre Mutter von einem Eisbrocken im eigenen Garten erschlagen wurde. Der Vater, der seine Frau gefunden hat, wird traumatisiert und verfällt in eine anhaltende Depression. Selbst auf die Schafe ihrer Tante Annu ist kein Verlass – die Lämmer werden erwachsen und sogar geschlachtet. Das Buch ist in vier ungleiche Teile gegliedert. Zunächst erzählt Saara auf knapp 100 Seiten über ihren Verlust und die Erinnerungs-Bruchstücke, die sie mit ihrer Mutter verbinden. Ein melancholischer Abschnitt mit poetischen Anteilen. In wunderbaren Gedankensplittern zeichnet das Kind ein warmes Bild der verstorbenen Mutter. Märchen haben in der Mutter-Tochter-Beziehung eine wichtige Rolle gespielt. Ein unvorhergesehener doppelter Lotto-Gewinn wirft Saaras Tante Annu aus der Bahn. In einer intensiven Brieffreundschaft sucht sie im schottischen Fischer Hamish einen Vertrauten. Dieser hatte wunderbarerweise vier Blitzschläge überlebt – sein Umfeld jedoch isolierte diesen „Glückspilz“. Nach einem Zeitsprung ist Saara ein Teenager und ihr Vater hat eine neue Partnerin gefunden, die den dritten Abschnitt (30 Seiten) erzählt. Krista ist mit einer Schwangerschaft beschäftigt und dem Wissen um ein schweres Handicap ihres Babys. Die Beziehung zu Saara ist merkwürdig distanziert. Interessant ist Kristas Blickwinkel auf das Haus der Familie, in dem sich Jahre zuvor das Unglück ereignet hatte. Den letzten – schwer zugänglichen – Abschnitt erzählt wiederum Saara. Hier wird es noch einmal märchenhaft, ja mystisch. Saaras Blickwinkel spannt sich zwischen Weltuntergang und Paradies aus. Sie philosophiert über das Ende: „Wenn es keinen Schluss gibt, dann ist es auch keine richtige Geschichte.“ „Vielleicht sind Schlüsse in unserer Familie nie gut.“  Ein Gespenst (die Mutter?) erzählt nachts Märchen ohne passendes Ende. Auch der Roman endet auf den ersten Blick unbefriedigend. Die Geschichte der Hauptpersonen wird nicht zu Ende erzählt. Vieles bleibt offen – das Baby wird nicht geboren, Tante Annu ist im Ausland, der Vater zwar von der Depression geheilt, aber verändert, Saara ist verwirrt. Sicherlich ist das von der Autorin so beabsichtigt, aber es erscheint ungewohnt.Der Erzählstil ist wunderbar leicht und trotz des schwierigen Themas nicht unpassend.Die Gliederung des Buches in Abschnitte mit deutlichen Brüchen macht die Lektüre anspruchsvoll. Nicht jedes Stilmittel ist hier dem Leser sofort zugänglich. Meiner Meinung nach steckt im letzten, so schwierigen Abschnitt, sehr viel von der Botschaft des Buches und ich habe ihn sofort zwei Mal gelesen. Ohne etwas vorwegzunehmen: Es passiert noch etwas Unerwartetes, aber dieses Mal kommt es nicht vom Himmel sondern von der Erde. Eine klare Leseempfehlung für dieses Buch – sprachlich ein Genuss, aber anspruchsvoll. Ein bisschen wie ein modernes Gemälde, das als Kunst sofort bewundert wird, dessen Bedeutung sich jedoch erst bei längerer Betrachtung erschließt.

    Mehr
  • Zufall oder Schicksal?

    Dinge, die vom Himmel fallen

    miro76

    04. June 2017 um 12:32

    „Was passiert, wenn von einem Moment auf den anderen nichst mehr ist, wie es war? Wenn ein kleiner Zufall die ganze Welt ins Wanken bringt?“      (Klappentext) Die Welt wird für Saara und ihren Vater nie mehr die gleiche sein, als sie ihre Mutter tot auf der Veranda finden. Ein Eisbrocken, der sich von einem Flugzeug löste, hatte sie erschlagen. Dieser absurde Tod ist zu schwer zu begreifen. Gleichzeitig wird die Welt von Saara‘s Tante Annu erschüttert, als sie mit denselben Zahlen ein zweites Mal im Lotto gewinnt. Auch ihr Schock sitzt tief und sie fällt erst mal für drei Wochen in einen komatösen Zustand. „Man kann um einen echten Menschen herum eine Linie ziehen, so wie Poirot es tut, wenn eine Leiche auf dem Boden liegt. Der Tod ist leichter zu verstehen, wenn er Ellbogen und Kniekehlen und seinen Platz auf dem Fußboden hat. (…) Ein bisschen wie bei einem Lottogewinn, den man leichter begreifen könnte, wenn er ein Haufen Geld wäre. Aber Erinnerungen haben keinen Körper.“             (S. 27) Während sich Saara und ihr Vater durch die Trauer zurück ins Leben kämpfen, beginnt Annu einen Briefwechsel mit einem Mann, der vier Mal von einem Blitz getroffen wurde. Seine Einsichten helfen Annu mit dem Zufall zurechtzukommen. Selja Ahava erzählt diese Geschichte in drei Abschnitten. Den ersten Teil lesen wir aus der Sicht von Saara, die sich in Bruchstücken an ihre Mutter erinnert und langsam ein Bild ihres Familienlebens entstehen lässt. Der zweite Teil ist der Briefwechsel zwischen Annu und dem irischen Fischer. Zwischen den beiden entspinnt sich eine wunderschöne Freundschaft und sie können sich gegenseitig Halt geben. Der dritte Teil fällt für mich etwas aus der Reihe. Ich habe ziemlich lange gebraucht, um die Erzählstimme festzumachen. Dieser Teil wird von Saaras neuer Stiefmutter erzählt, die ein Kind bekommt, das ebenfalls vom Zufall bestraft wurde. Oder sind das alles die Launen des Schicksals? Diese große Frage bleibt im Raum stehen. Die ersten zwei Drittel des Buches haben mir sehr gut gefallen. Die Autorin schafft es gut, sich den Erzählstil eines Kindes anzueignen. Und der Abschnitt mit dem Briefwechsel lockert die Geschichte ungemein auf. Die Thematik ist ja keine einfache Kost. Einziger Wehrmutstropfen ist für mich der letzte Abschnitt. Für mein Gefühl hat die Autorin mit diesem weitern Schicksalsschlag den Bogen überspannt. Das war für mich nicht mehr ganz stimmig. Deshalb gibt es einen Stern Abzug.

    Mehr
  • Zufälle gibt's

    Dinge, die vom Himmel fallen

    Fornika

    18. May 2017 um 15:05

    Die 8-jährige Saara verliert ihre Mutter an einem strahlenden Frühsommertag; sie wird von einem Eisbrocken erschlagen, der sich von einem Flugzeug löste. Saara trauert, doch in ihrer Trauer fragt sie sich auch immer wieder: was sind Zufälle? Was wäre passiert, wenn ihre Mutter nur einen Meter weiter links gestanden hätte, wenn sie später in den Garten gegangen wäre oder es geregnet hätte? Auch Saaras Tante ringt mit dem Zufall, denn sie hat im Lotto gewonnen. Zweimal. Ein Fischer wird vom Blitz getroffen. Wieder. Und wieder. Und wieder…  Selja Ahava hat mit „Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm“ ein hervorragendes Debut abgeliefert. Für mich kommt ihr zweites Buch nicht an den Erstling heran, sie zeigt aber auch mit diesem Werk, dass sich nachdenklich und schräg nicht ausschließen müssen. Die Geschichte der kleinen Saara ist berührend und gefühlvoll geschrieben, trotzdem konnte ich mich nicht so richtig einfinden. Im Verlauf wechseln Perspektive und Stil, doch richtig gut hat mir eigentlich nur Saaras Sicht der Dinge gefallen. Die ist keine typische Achtjährige und hat mich manches Mal zum Schmunzeln gebracht. Ahava schlägt einen melancholischen Ton an, der überzeugt. Märchenhafte Elemente gesellen sich zu der schrägen, aber realistischen Geschichte; nicht immer klappt das Zusammenspiel. Zum Ende hin verliert die Story für mich immer mehr, sodass mein Fazit eher gemischt ausfällt. Ein Buch, das ein bisschen sperrig ist und bei mir leider nicht ins Schwarze getroffen hat.

    Mehr
  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

    Mehr
    • 2070
  • Behutsam und tröstend

    Dinge, die vom Himmel fallen

    ulrikerabe

    14. May 2017 um 19:41

    Saara ist acht Jahre alt, als ihre Mutter stirbt, erschlagen von einem Eisbrocken, der losgelöst von einem Flugzeug einfach vom Himmel fiel. Mit ihrem Vater zieht sie zu ihrer Tante Annu, die nun schon zum zweiten Mal den Haupttreffer beim Lotto erzielt.Selja Ahava erzählt ganz behutsam, was passiert, wenn der Zufall das Leben berührt, aus der Bahn wirft, verändert.Sie lässt Saara viel über die Zeit und die Erinnerung nachdenken, über die vielen kleine Teilchen, die bleiben, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Die Teilchen, die blieben, während der Mensch dahinter schmerzlich fehlt. Ein Mann wird viermal vom Blitz getroffen, die Erde verschluckt einen Schlafenden, ein Baby wächst ohne Beine im Bauch der Mutter, Lots Frau erstarrt zur Salzsäule, weil sie nicht hätte hinsehen dürfen. Kommen wir alle ins Paradies, wenn wir nur alle die richtigen Nachrichten hören würden? Und manchmal wächst ein Apfelbäumchen dort, wo niemand damit rechnet.Manche Dinge geschehen, einfach so, zur falschen Zeit, am falschen Ort, weil wir hinsehen, nicht zuhören, den Bus versäumen und an der falschen Stelle stehen. Die Welt dreht sich weiter, die Zeit bleibt nicht stehen.Dinge, die vom Himmel fallen ist ein ganz zartes Buch über Trauer, Heranwachsen, Liebe, über die Hilflosigkeit, welche das Schicksal so mit sich bringt und wie wir damit umgehen können. Aber auch über den Willen weiter zu gehen, nach vorn zu schauen, neu zu beginnen.

    Mehr
  • Dinge, die es nicht geben dürfte

    Dinge, die vom Himmel fallen

    Petris

    12. April 2017 um 10:14

    Erwartungen:Manchmal ist es für einen Roman gar nicht von Vorteil, wenn man mit großen Erwartungen an die Lektüre geht. In diesem Fall hatte mich der erste Titel der Autorin begeistert mit seiner schönen Erzählweise, dem berührenden Thema und der poetischen Sprache, der mare Verlag zählt zu meinen Lieblingsverlagen und das Cover fand ich unglaublich schön. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen.Geschichte:Es gibt Dinge, die dürfte es nicht geben. Solche, die vom Himmel fallen und einem Kind die Mutter rauben, solche, die Glück bringen, wie wiederholte Lotto-Gewinne und solche, die einfach unglaublich sind, wie Menschen, die öfter als einmal im Leben vom Blitz getroffen werden. Und darum geht es. Wie das Leben weitergeht nach solchen Zufällen, was sie verändern oder auch nicht. Das wird hier sehr schön erzählt, nicht linear, sondern in Sprüngen, aus unterschiedlichen Perspektiven. Ich musste ein wenig an eine Collage denken oder auch an den Flickenteppich der Tante, gewebt aus Saaras alter Kinderkleidung.Sprache:Selja Ahavas Sprache würde ich als ruhig und poetisch beschreiben. Sie wird nie kitschig, berührt aber mit ihren Worten. Wunderbar passt ihre Sprache zum Erzählten. Man taucht in sie ein und will das Buch nicht mehr aus der Hand legen.Fazit:Trotz hoher Erwartungen alles andere als eine Enttäuschung, ganz im Gegenteil. Ein Roman, der mich berührt hat, den ich mit Freude gelesen habe und den ich auch gerne weiterempfehle. Wiedermal ein wunderbares Buch aus dem Hause mare!

    Mehr
    • 2
  • Zu skurril, zu verworren, zu viele Zufälle

    Dinge, die vom Himmel fallen

    Federfee

    09. April 2017 um 10:41

    Leider habe ich zu diesem Buch keinen Zugang gefunden. Dabei hat mir Ahavas Buch 'Der Wal ...' sehr gut gefallen: https://www.lovelybooks.de/autor/Selja-Ahava/Der-Tag-an-dem-ein-Wal-durch-London-schwamm-1077404822-w/Was dort gut zur dementen Anna passte, fand ich hier an den Haaren herbeigezogen. Sowohl die sich häufenden Zufälle als auch die Personencharakterisierungen, die mir völlig unglaubwürdig erschienen. Die Handlung wird zum Ende hin verworrener und für mich bleiben zu viele Fragen offen. Schade.2 1/2 Sterne

    Mehr
  • Von den Wechsel“fällen“ des Lebens

    Dinge, die vom Himmel fallen

    StefanieFreigericht

    15. March 2017 um 12:08

    S. 114 „Wenn ich den Laden betrete, erinnert sich jeder Kunde daran, dass uns zu jeder Zeit der Himmel auf den Kopf fallen kann.“ so schreibt Hamish an Tante Annu. Alle, alle in diesem Buch, machen diese Erfahrung persönlich. „Dinge, die vom Himmel fallen“ ist nicht nur der Titel – da kommen in der Handlung Eisklumpen herunter oder Blitze, letztere sogar mehrfach. Menschen sterben – oder eben nicht, nie dadurch, andere werden wie vom Blitz getroffen durch einen Lottogewinn, den Verlust eines geliebten Menschen oder durch die für sie selbst schwer nachvollziehbare Tatsache, trotz allem, was vom Himmel herunter kommt, immer noch am Leben zu sein. „Wenn ich den Laden betrete, erinnert sich jeder Kunde daran, dass uns zu jeder Zeit der Himmel auf den Kopf fallen kann.“ Auch das ist eine Tatsache – was noch nicht für die Charaktere des Buchs an sich ein Problem ist, wird dazu durch die Menschen um sie herum. Da sind die überforderten Lehrer, die die Mitschüler eines plötzlich mutterlosen Mädchens Bilder ihrer Ängste malen lassen, mit denen sie dann selbst nichts anzufangen wissen. Da sind die Nachbarn, die ausweichen, von Vorsehung sprechen oder Strafe. Die anderen Schwangeren scheinen Angst vor einem Überspringen von Unglück zu haben – Menschen lassen andere Menschen schlicht im Stich - teils sicherlich ohne Not, teils, weil sie es wie der in Depressionen versinkende Vater im Moment nicht vermögen. „Wenn ich sage, meine Mutter beugt sich übers Bett, ist sie hier bei mir. Wenn ich sage, sie beugte sich übers Bett, bewegt sie sich schon weg. Mein Vater redet nicht über sie, weil er es nicht schafft zu sagen, sie beugte sich übers Bett. Er kann über Mama nicht in der Vergangenheit sprechen.“ S. 27 Selbst einem kleinen Mädchen schaut hier niemand in die Augen.  Warum? Ist es das Gefühl des Versagens? Vielleicht ist das ein Teil davon, so wie Saara über Pekka sagt: „Mein Vater versuchte immer, uns zu beschützen, aber das reichte am Ende nicht. Er hat sich zu sehr auf die Wände konzentriert und dabei den Himmel vergessen.“ S. 81 Aber das wird nicht der einzige Grund sein, das Buch regt zum Nachdenken an. Während die ersten Ereignisse eher herausfordern dazu, auf die „Wunder“, die unwahrscheinlichen Ereignisse verzichten zu wollen, wird aus Kristas Situation heraus genau so ein Wunder wider besseres Wissen herbei gesehnt.  Selja Ahava hat keinen leichten Text geschrieben, auch wenn er nicht kompliziert zu lesen ist. Der Ton ist melancholisch, Stil und Perspektive wechseln – von der Sicht der kleinen mutterlosen Saara über den Briefroman zwischen ihrer Tante und dem Fischer Hamish zu Krista, der neuen Partnerin von Vater Pekka und wieder zurück zum Teenager Saara. Die Wechsel schaffen dabei ebenso Distanz wie die märchenhaften Einschübe und Traumsequenzen, regen mich aber zum eigenen Nachdenken an wie der nicht eindeutige Text. Die irgendwie sowohl parallel als auch komplementär verlaufenden Ereignisse verschränken sich beim genauen Hinsehen an mehr Stellen, als man zuerst sieht. Kein leichtes Thema, Erwachsene machen hier häufig keine gute Figur, das Kind Saara stellt sich seinen Ängsten und Nöten meist unmittelbarer. Ein ungewöhnlicher Text, der die Bereitschaft voraussetzt, sich ihm öffnen zu wollen.

    Mehr
    • 3
  • Von der Macht des Schicksals...

    Dinge, die vom Himmel fallen

    parden

    05. March 2017 um 16:14

    VON DER MACHT DES SCHICKSALS...Saara ist gerade einmal acht Jahre alt, als ihr Leben auf den Kopf gestellt wird. Als sie mit ihrem Vater von einer Besorgung nach Hause kommt, ist die Mutter tot: erschlagen von einem von einer Flugzeugturbine herabgefallenen Eisbrocken. Der Vater verfällt in eine schwere Depression, doch wenigstens ist da noch Tante Annu, die die beiden zu sich in das Gutshaus holt. Gerade als sich wenigstens für Saara wieder ein wenig Normalität einzustellen scheint, widerfährt der Tante ebenfalls ein Schicksalsschlag: sie gewinnt zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre den Jackpot im Lotto. Darüber verfällt Tante Annu in einen Schock, der sie schließlich fast vier Wochen lang schlafen lässt. Danach schreibt sie verzweifelte Briefe an einen schottischen Fischer auf den Hebriden, der bereits viermal vom Blitz getroffen wurde und überlebt hat. Wie kommt man damit zurecht, wenn man nicht mehr an einen Zufall glauben mag? Welcher Sinn steckt hinter all diesen Geschehnissen? Und gibt es eine Antwort auf das 'Warum'?"In der Schule wurde uns von Lots Familie erzählt, zu der die Engel sagten: 'Geht, aber seht euch nicht um. Wir werden jenen Menschen nun etwas Schreckliches antun. Euch werden wir retten, aber ihr dürft es nicht sehen.' Und dann lief Lots Familie davon, aber Lots Frau glaubte den Engeln nicht und drehte sich um. Und sie sah das Schreckliche, das die Engel den Menschen antaten, und verwandelte sich in eine Salzsäule. Lots Frau wurde zur Säule, weil sie nicht ertrug, was sie dort sah. Die Lehrerin sagte, die Säule sei ein Zauber der Engel gewesen, aber ich weiß jetzt, dass man auch ohne Engelszauber zur Säule erstarren kann. Es reicht, dass man etwas sieht, das man nicht aushält." (S. 42 f.)Aufgeteilt ist die Erzählung in vier Abschnitte, die das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten: Der erste und umfassendste Abschnitt wird aus der Sicht der achtjährigen Saara erzählt, leicht und kindlich, fast emotionslos im Stil, und doch gelingt es Selja Ahava, die große Fassungslosigkeit, Einsamkeit und Traurigkeit des kleinen Mädchens aber auch der anderen Betroffenen zu transportieren. In diesem Abschnitt fühlte ich mich dem Geschehen nahe, konnte nachempfinden und hoffen, dass die Zeit womöglich tatsächlich alle Wunden heilt."Die Zeit blieb stehen. Man konnte nicht vor- und nicht zurückdenken. Jemand zeichnete eine dicke weiße Linie um unsere Gedanken herum, und die Gedanken blieben stehen, und wir steckten darin fest (...) Man kann nur hoffen, dass die Zeit die Wunden heilt. Aber dass die Zeit heilt, war Scheißdreck..." (S. 47)Der zweite Abschnitt präsentiert den bereits angedeuteten Briefwechsel zwischen Tante Annu nach ihrem zweiten Lottogewinn und dem schottischen Fischer, der bereits vier Blitzeinschläge überlebt hat. Dabei dreht sich nicht alles allein um die persönlichen Erfahrungen der beiden Briefeschreiber, sondern eingeflochten darin befinden sich auch noch andere skurrile Schicksalsschläge, die Gegenstand von Zeitungsberichten oder TV-Dokumentationen waren und die v.a. Annu gesammelt hat. Eine interessante Zusammenstellung von unglaublichen Ereignissen ist dies, und ich vermute, dass Selja Ahava diesen Briefwechsel zwischen Annu und dem Fischer eingeflochten hat, um diese Sammlung in der Geschichte unterbringen zu können. "...vielleicht braucht die Welt bisweilen Vorkommnisse, die uns alle aufrütteln. In diesem Dorf bin ich derjenige, der die Leute aufgeweckt hat. Wenn ich den Laden betrete, erinnert sich jeder Kunde daran, dass uns zu jeder Zeit der Himmel auf den Kopf fallen kann." (S. 114)Der dritte Abschnitt wird erzählt aus der Sicht der neuen Frau von Saaras Vater, mit der die beiden vier Jahre nach dem Unglück mit dem herabgefallenen Eisbrocken wieder in dem Haus von Saaras Kindheit leben. Schwanger ist Saaras Stiefmutter, doch verläuft diese Schwangerschaft nicht ohne Sorgen, und wirklich angekommen ist die Stiefmutter in dem Sägemehlhaus auch nie. Die Distanziertheit, mit der die Stiefmutter Saara betrachtet - stets spricht sie von ihr als 'das Mädchen' - hat mich dabei ehrlich gesagt verstört, und irgendwie wirkt diese Stiefmutter wie ein Fremdkörper in diesem Haus. "Und so wie der Himmel und das Meer nicht zuverlässig sind, so ist es auch die Erde nicht. Eisbrocken fallen vom Himmel, Blitze schlagen ein. Wellen spülen über das Deck, und manchmal reißt schlicht und einfach die Erde auf." (S. 129)Im vierten Abschnitt schließlich berichtet wieder Saara von ihrem Leben nach der Rückkehr ins Sägemehlhaus. Dieser Abschnitt war für mich der befremdlichste, denn immer wieder halten Inhalte von Märchen hier Einzug, und die Grenzen von Realität und Fiktion verschwimmen. Märchen sind grausam - das Leben manchmal auch. Und die Bilder der Märchen lassen diese Grausamkeit, das Willkürliche, die Gnadenlosigkeit des Zufalls noch einmal deutlicher werden. Von der Macht des Schicksals erzählt dieses Buch, oft leicht in der Sprache, dabei meist schwer im Inhalt, was einen reizvollen Kontrast darstellt. Die Frage nach dem 'Warum' oder dem 'Warum nicht' wird hier in den Raum gestellt, und dem Leser bleibt nichts anderes übrig, als dieser Frage ebenfalls nachzugehen, sein eigenes Leben zu durchforsten und erleichtert aufzuatmen, wenn das Schicksal ihn bislang verschont hat - doch der Frage nach dem Sinn hinter alldem kann er sich nicht entziehen. Ein forderndes Buch, keine bequeme Lektüre, doch ein Roman, den ich letztlich wirklich gerne gelesen habe.© Parden

    Mehr
    • 15
  • "Nichts ist klar". Ein modernes Märchen

    Dinge, die vom Himmel fallen

    alasca

    05. March 2017 um 14:36

    Ein modernes Märchen.Normalerweise gelingt es uns sehr gut zu verdrängen, dass  Sicherheit eine Illusion ist und ein Zufall unser Leben von einem Moment auf den anderen auf den Kopf stellen, ja zerstören kann. Saara, der kindlichen Heldin von Selja Selvas zweitem Roman, ist dies nicht mehr möglich. Ein Eisblock aus einer Flugzeugturbine hat ihre Mutter getötet. Vier Teile hat Selvas Text; Saaras Perspektive setzt eine Klammer am Anfang und am Ende. Der zweite Teil besteht aus einem Briefwechsel ihrer Tante Annu, die von einem zweimaligen Lottogewinn aus der Bahn geworfen wird, mit einem schottischen Fischer, der vier Blitzschläge überlebt hat, und der dritte Teil spiegelt die Sicht von Saaras Stiefmutter, die ein behindertes Kind erwartet. Dabei sind die Übergänge fast schmerzhaft abrupt und lassen jeweils eine Lücke von mehreren Jahren. Diese Struktur macht den Roman herausfordernd sperrig.Zunächst bin in das Buch geschlüpft wie in einen alten Lederhandschuh – Ahavas Prosa liest sich, trotz des ernsten Themas, wunderbar leicht. Mir gefiel Saaras Art, die Welt zu sehen; sie bürstet die "normale" Sichtweise gegen den Strich und setzt ihr eine sehr eigene Wahrnehmung entgegen. Unter anderem an Saaras Art, sich mit kurzen Vignetten („Mama morgens.“) an ihre Mutter zu erinnern, zeigt sich die hohe Kunst der Autorin, Figuren zu zeichnen. Jedoch erweist sich Ahavas stilistische Leichtigkeit bald als trügerisch; sie legt es darauf an, zu irritieren und zu verstören. Hierfür macht sie eine ganze Reihe Anleihen bei der Welt der Märchen: Dornröschen kommt vor, Aschenbrödel mit der bösen Stiefmutter, es gibt eine Variante von „Der Fischer und seine Frau“, und der Fötus von Krista wird als „Die kleine Meerjungfrau“ bezeichnet. Vor allem in diesem Teil des Buches hat die Erzählung etwas Grausames – wie ja auch Märchen oft sehr blutige, grausame Ereignisse schildern. Der Inhalt des Erzählten konterkariert die Leichtigkeit des Stils.Das Leben also als manchmal grausames Märchen? Oder das Leben als Geschichte, die man sich so oder so erzählen kann? Die Leserin kann es sich aussuchen, eine „Auflösung“ liefert die Autorin nicht, im Gegenteil. Haben die Geschehnisse, hat das Leben einen Sinn? Die erwachsenen Protagonisten zerbrechen fast an dieser Frage, und da kommt das Meer ins Spiel, wie immer an irgendeinem Punkt bei den Büchern aus dem Mare Verlag : "Da verstand ich zum ersten Mal, wie fremd und unbekannt uns das Meer ist. Es hat kein Gedächtnis und kein Gewissen", sagt der schottische Fischer. Das Meer als Metapher für das Leben. Das Beharren auf Sinn, so suggeriert Selva, sorgt dafür, dass dieser sich einem erst recht entzieht. „Vielleicht braucht die Welt manchmal Vorkommnisse, die uns alle aufrütteln“. Man kann nicht umhin, die Ereignisse des Romans – für die es bei aller Unwahrscheinlichkeit reale Gegenstücke gibt – auf das eigene Leben zu beziehen. Wie dankbar ich nach der Lektüre für die relative Ereignislosigkeit meines Lebens war! Mit ihrem eigenwilligen Roman zieht die Autorin uns den Schleier der Verdrängung mit einem Ruck weg und zwingt uns dazu, wahrzunehmen, „dass uns zu jeder Zeit der Himmel auf den Kopf fallen kann.“ Wer das verträgt, dem sei dieser Roman wärmstens empfohlen!

    Mehr
    • 2
  • so leicht und märchenhaft erzählt - und dabei so tiefgründig

    Dinge, die vom Himmel fallen

    katze102

    01. March 2017 um 10:21

    Selja Ahavas errstes Buch „Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm“ hatte mich schon sehr angesprochen und ich war ganz gespannt auf ihr neues Werk, das sie ebenso poetisch und kreativ geschrieben hat. Erzählt werden Geschichten über die unberechenbaren Launen des Schicksals, wobei diese auf ganz leichte Weise ineinander verwoben werden. Zu Beginn lernen wir Saara und ihre Familie kennen, die im „Sägespänehaus“ wohnen, es immer ein wenig weiter renovieren, bis eines Tages aus heiterem Himmel ein Eisbrocken vom Himmel fällt und Saaras Mutter tödlich trifft. Durch Aufzählungen, Beschreibungen, Träume und Albträume, Geschichten und Märchen, die Saara erzählt um nichts von ihrer Mutter zu vergessen, lernt der Leser diese kennen. Zu schmerzlich trifft Vater und Tochter der Verlust und so ziehen sie zu Tante Annu, die in der Nähe ein Gutshaus besitzt, das sie sich von einem kleinen Teil ihres ersten Jackpott-Lottogewinnes kaufte. Langsam ist bei ihr der Alltag eingekehrt und sie hat sich mit ihrem neuen Leben mittlerweile gut arrangiert – bis sie zum zweiten Mal einen großen Lottogewinn ihr eigen nennen darf. Sie hat Angst vor dem Schicksal, das sie herausgefordert hat und fällt in einen dreiwöchigen Dornröschenschlaf. Daraus erwacht, macht sie sich auf die Suche nach außergewöhnlichen Geschichten und beginnt eine Brieffreundschaft mit einem Mann in Schottland, der schon dreimal von einem Blitz getroffen wurde. Auch Saara und ihr Vater werden an weiteren unvorhersehbaren Außergewöhnlichkeiten teilhaben. Wie schon eingangs erwähnt, hat mir der poetische, manchmal märchenhafte Erzählstil Selja Ahavas sehr gut gefallen, den ich an sich schon außergewöhnlich finde. Die erzählten Geschichten von Schicksal oder Zufall hinterfragen aber auch, wie man damit umgeht. Manchmal wirft es den Betroffenen aus der Bahn und andere nehmen es ohne zu hinterfragen einfach als gegeben hin und wünschen sich, einfach in Ruhe so weiterleben zu können, wie vorher. Aber gerade in der kleinen Familie um Saara werden die Folgen des Schicksalschlages so leicht und doch so tiefgreifend erzählt – von dem überforderten Vater, der sich der Realität entzieht und dem Mädchen, das seine Mutter braucht und weiterleben läßt, manchmal in beängstigenden Szenen und Märchenvorstollungen. Fazit: Eine wunderschön erzählte Geschichte über Schicksalsschläge, die Unberechenbarkeit des Lebens und die Macht des Zufalls, die verschiedene Umgehensweisen aufzeigt.

    Mehr
  • Ein Buch voller Zufälle

    Dinge, die vom Himmel fallen

    Arizona

    26. February 2017 um 22:28

    In diesem Roman aus Finnland geht es um das Mädchen Saara, dessen Mutter plötzlich durch einen Unfall verstirbt. Ihrem Vater zieht dies den Boden unter den Füßen weg, und auch für Saaras ist es unfassbar. Denn die Mutter Handel wurde von herabfallenden Eis aus einem Flugzeug in ihrem Garten erschlagen. Daher also der Titel des Buches. Das Buch beginnt aus der Sicht Saaras. Sie ist ein sehr nachdenkliches Kind, sie denkt nach über die Erinnerungen an die Mutter, über das Vergehen der Zeit, über den Tod. Ihr Held ist Hercule Poirot, weil er immer für alles eine Lösung findet. Der Vater versinkt in Depressionen, Saara findet zunächst Halt durch die Tante, bei der sie wohnen. In dem Buch spielen auch die Häuser ein grosse Rolle, so ist das Haus der Familie das Sägemehlhaus, weil aus den Wänden immer Sägemehl rieselt. Oder auch der große Gutshof der Tante, den sie sich nach einem Lottogewinn gekauft hat. An dem Roman ist so einiges etwas skurril. Die Tante hat im Lotto gewonnen und kauft sich allein ein riesiges Haus, renoviert es aber kaum, weil sie dazu zu geizig ist. Und dieses Buch ist sehr melancholisch, durch den Tod der Mutter und den damit verbundenen Problemen für Vater und Tochter. Und alle sind sehr depressiv, später sogar die Tante, da sie ein zweites Mal im Lotto gewinnt und dies sie total aus der Bahn wirft. Also von der Handlung her ist das schon mal sehr merkwürdig. Die Sprache ist zum Teil ganz interessant, so werden manchmal märchenhafte Elemente mit eingebaut, bzw. es werden oft märchenhafte Geschichten erzählt. Für mich gab es in diesem Buch einfach zu viele Zufälle, und alle sind nur depressiv, und alles ist mir etwas zu skurril erzählt, davon bin ich nicht so ein Fan. 

    Mehr
  • Interessante Geschichte ;-)

    Dinge, die vom Himmel fallen

    Ivonne_Gerhard

    24. February 2017 um 00:16

    Dinge die vom Himmel fallen, sind so verschiedenen wie die Blätter der Bäume,... Dieses Buch fand ich eigentlich richtig gut, die ersten 3 Abschnitte waren interessant, gefühlvoll und spannend,... Der Erzählstil ging zuerst von der kleinen saara aus, dessen Mutter leider tödlich verunglückte,... Die Geschichte war am Anfang dann aus der Sicht des Kindes geschrieben, was sehr schön und toll war , so realistisch, wie Kinder es wirklich erzählen würden,... Nach und nach werden die Abschnitte immer aus anderen Blickwinkeln erzählt, man erfährt die Hintergründe und lernt die Charaktere kennen,.. Aber saara hat Ihre ganz eigene Art zu trauern und sich Gedanken zu machen,.. Nebenher wird die Frage gestellt und versucht zu beantworten , wie man mit viel Glück oder Unglück weiter lebt,.. Und was alles passieren kann,... Der Schluss ist versöhnlich, da verschiedene Varianten angeboten werden,.. Aber der 4te Abschnitt war leider nicht so meins,... Alles in allem, aber ein Buch, welches gut zu lesen ist und viel Gefühl besitzt,...

    Mehr
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks