Selma J. Spieweg Clockwork Cologne: Boris und Olga - Tod dem Zaren

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Inhaltsangabe zu „Clockwork Cologne: Boris und Olga - Tod dem Zaren“ von Selma J. Spieweg

Boris Sergejewitsch ist Soldat, ein treuer Untertan des Zaren. Seit 45 Jahren kämpft er jede Schlacht für Nikolaus II., und es käme ihm nie in den Sinn, einen Befehl zu verweigern. Selbst dann nicht, als er einem geheimen Experiment zugeteilt wird, bei dem eine unbesiegbare Armee aus Blauen Kriegern erschaffen werden soll, Soldaten, die halb Mensch, halb Maschine sind. Das Projekt entpuppt sich als totaler Fehlschlag. Boris verliert seinen rechten Arm, seine Gesundheit und einen Teil seiner Menschlichkeit. Man schickt ihn zurück zu seiner Einheit. Eines Tages kann Boris seiner Kompanie nicht mehr folgen und wird zurückgelassen. Die quantenmagische Energiequelle, die den mechanischen Teil seines Körpers antreibt, erweckt das Interesse von Olga, einer 12-jährigen Diebin. Zur Bewegungsunfähigkeit verdammt muss er mitansehen, wie Olga versucht, ihn auseinanderzubauen. Der zu Tode erschöpfte und desillusionierte Boris hätte vielleicht noch akzeptieren können, auf diese Art zu sterben, nicht jedoch, dass die wertvolle Energiequelle ausgerechnet in die Hände von verräterischen Aufständischen fällt, denn Olga macht aus ihrer Gesinnung keinen Hehl. Aber „Tod dem Zaren!“ ist eine Parole, die man niemals in Boris’ Gegenwart aussprechen sollte. Mit anderen Worten: Ihre erste Begegnung stand unter keinem guten Stern. Ebenso wenig die zweite … Teil 1 von 3 - Abenteuerreicher Steampunk Roman im zaristischen Russland mit einem alternden, zarentreuen Soldaten und einer 12-jährigen Anarchistin.

Boris & Olga - ein russisches Wintermärchen der etwas anderen Art ...

— RedRose
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    BlueSunset

    Regenbogen-Bücher-Challenge 2016 Hallo liebe Lesebegeisterte! Euch ist die Buchwelt zu trist? Kein Problem, wir helfen euch! Lest zusammen mit uns einen Regenbogen, damit das Jahr 2016 bunt und fröhlich wird! Ihr wollt dem Regenbogen noch einen Topf voll Gold verpassen? Das ist eine Herausforderung, aber auch die kann gemeistert werden!Wie auch in den vergangenen Jahren findet die Regenbogen-Challenge hier auf Lovelybooks statt. Das Besondere an dieser Challenge ist, dass wir hier nicht nur Bücher mit bestimmten Farben lesen, sondern auch die Herausforderung suchen und zusätzliche Aufgaben bearbeiten. Neugierig? Es gibt keine Anmeldefrist und ihr könnt jederzeit einsteigen! Allerdings wird nur die aktuelle Monatsaufgabe bearbeitet. Ihr braucht euch nicht über das Bewerbungsformular hier anzumelden. Erstellt einfach einen Sammelbeitrag in dem zugehörigen Unterthema.  Die Regeln Jeden Monat steht eine andere Farbe im Zentrum. Lest ein Buch dessen Cover zu mehr als 2/3 aus dieser Farbe besteht. Es gibt zudem noch Jahresaufgaben: Für diese Aufgaben habt ihr das ganze Jahr Zeit. Diese Aufgaben können nur mit Büchern der Monatsfarbe gelöst werden. Pro Buch kann eine Jahresaufgabe bearbeitet werden. Jeder der 6 Aufgaben sollte EINMAL gelöst werden (mehrfach gibt keine Punkte).Dann gibt es auch noch die Herausforderung!Jeden Monat gibt es eine Herausforderung, die gelöst werden sollte. Die Aufgabe wird einen Monat vorher angekündigt, sodass ihr Zeit habt ein passendes Buch zu finden. Die Herausforderung kann nur im jeweiligen Monat erfüllt werden! Eine Besonderheit ist, dass ihr diese Aufgabe auch mit einem zusätzlichen Buch, das nicht der Monatsfarbe entspricht, lösen könnt. Bitte verlinkt in eurem Sammelbeitrag auch eure Rezension oder den Lesestatus (mit Kurzmeinung). Es besteht keine Rezensionspflicht, aber ich möchte gerne einen "Nachweis" sehen, dass ihr das Buch gelesen habt. Eine Kurzmeinung reicht da. Es dürfen alle Bücher gelesen werden: vom SuB, neu gekauft, ausgeliehen, eBook und auch Hörbücher. Allerdings sollten die Bücher eine Mindestlänge von 80 Seiten haben! Manga, Comic und Graphic Novels zählen nicht! Die Aufgaben Monatsfarben:Januar: SchwarzFebruar: BraunMärz: Gelb April: OrangeMai: RotJuni: Lila / Rosa / PinkJuli: BlauAugust: Metallic / Gold / Silbern / GlitzerSeptember: WeißOktober: TürkisNovember: GrünDezember: BuntJahresaufgaben (nur mit dem Buch der richtigen Farbe zu erfüllen! Und jeweils nur 1x)Lese ein Buch, ……des Genres Fantasy oder Historisch oder Krimi....des Genres Liebesroman oder Thriller oder Dystopie…von einem Debütautor…das verfilmt wurde…das weniger als 300 Seiten hat…das mehr als 500 Seiten hat.► Hinweis zu "Debütautor": Hierbei beziehen wir uns auf den Autor und nicht auf das Buch. Das heißt der Autor hat zu dem Zeitpunkt, wenn ihr das Buch lest, nur dieses eine Buch veröffentlicht. Es darf sich auch nicht um ein Pseudonym eines Autors handeln, der bereits Bücher veröffentlicht hat. Sollte ein weiteres Buch des Autor bereits angekündigt sein, so kann dieser trotzdem gezählt werden, solange ihr das Buch tatsächlich vor dem Erscheinungstermin seines zweiten Buches erscheint. ► Hinweis zu Verfilmungen: Es zählen alle Bücher, die bereits als Serie oder Film verfilmt wurden oder 2016 ausgestrahlt werden (also so wie z.B. "ein ganzes halbes Jahr", "Girl on the Train", "Die Bestimmung 3", ...) . Bitte das Erscheinungsdatum angeben!Hier werden nach und nach die Monatsaufgaben/Herausforderungen gepostet:Januar: Lese ein Buch mit einer Stadt oder einem Haus auf dem CoverFebruar: Lese ein Buch mit 4 oder mehr Wörtern im Titel. Untertitel zählen auch. März: Lese ein Buch mit Blumen oder Blüten auf dem Cover.April: Lese ein Buch, dessen Titel kursiv oder in GROßSCHRIFT ist. Mai: Lese ein Buch, dessen Handlung außerhalb Deutschlands, den USA und Großbritannien stattfindet.  Punkte Hast du ein Buch mit der Monatsfarbe gelesen? Ja =1 PunktHast du die Herausforderung erfüllt? Ja, mit dem gleichen Buch, wie die Farbe = 2 Punkte. Ja, aber ich habe ein anderes Buch dafür genommen = 1 PunktHast du eine Jahresaufgabe erfüllt? Ja = 1 Punkt(In manchen Monaten wird es möglich sein zusätzliche Punkte zu sammeln)Am Ende des Jahres wird ein/e Gewinner/in ermittelt.  Teilnehmer:  Neue Regel: Falls ihr in einem Monat die Aufgaben nicht geschafft habt, schreibt das bitte dazu. Sollte ich 2 Monate in Folge keine Änderung eures Beitrages sehen wird in dieser Liste >inaktiv< neben eurem Namen stehen und ich gucke nicht mehr in eure Listen. Solltet ihr trotzdem noch dabei sein, dann schreibt mir bitte eine PN und aktualisiert euren Beitrag. WICHTIG Ihr habt jeweils bis zum 3. des Folgemonats Zeit eure Bücher und Links einzutragen. Anschließend mache ich die Monatsauswertung und trage die Punkte in meine Tabelle ein. Alles was noch später eingetragen wird kann erst bei der nächsten Wertung berücksichtigt werden.  Wichtig bei der Rezension/Lesestatus (inkl. Kurzmeinung) ist mir, dass ich sehe, dass ihr das Buch wirklich gelesen habt, zusätzlich kann ich da sehen, wann das Buch gelesen wurde. Solltet ihr also einen Monat versäumt haben, eure Links einzutragen ist das nicht so wild, solange ich sehen kann, dass das Buch trotzdem im richtigen Monat gelesen wurde.  STAND: JuniAnendien ........................ 14 Annlu  .............................. 24 ban-aislingeach  ............. 18BlueSunset ....................  11BookW0nderland .......... 23Buchgespenst  ............... 21 _Buchliebhaberin_ ......... 12 {INAKTIV} christarira ......12 ChubbChubb  ................. 16Code-between-lines ...... 21 ConnyKathsBooks ......... 19 czytelniczka73 ................ 23 {INAKTIV}DasBuchmonster .....1dia78 ............................... 11 fairybooks ...................... 11 Igela ................................ 16 {INAKTIV}janaka ..............7jenvo82 ........................... 17JuliB ................................. 21LadySamira091062 ....... 16Lesebiene27 ................... 15 Lisa11 .............................. 21{INAKTIV} littlebanshee ... 4Luzi92 .............................. 22louella2209 ..................... 21mabuerele ...................... 15{INAKTIV} MalinaIda ........8mareike91 ....................... 18marpije ............................ 23MissSnorkfraeulein ....... 17Mrs_Nanny_Ogg ............. 17PMelittaM ........................ 20QueenSize ........................ 21rainbowly ......................... 16Sansol ............................... 22schafswolke ..................... 17{INAKTIV} sternblut ..........11SomeBody ....................... 17suggar .............................. 16sursulapitschi ................. 18Tatsu ................................ 11Thalathiel ......................... 13Vucha ................................ 22Wolly ................................. 12

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    • 1392
  • Der Soldat und das Mädchen

    Clockwork Cologne: Boris und Olga - Tod dem Zaren
    annlu

    annlu

    05. December 2016 um 22:24

    Was für ein seltsamer Schachzug des Schicksals, dass einmal ein Soldat ihr, einer entflohenen Leibeigenen, einer Diebin und Anarchistin, das Leben retten sollte. Boris und Olga 1 Seit Jahrzehnten herrscht Krieg zwischen dem russischen und dem osmanischen Reich. Als Geheimwaffe der russischen Armee gedacht, ist Boris der einzige Überlebende des Projektes Blauer Krieger. Mechanisch aufgerüstet und über Quantenenergie betrieben ist er mehr Maschine als Mensch und überlebt Schlacht um Schlacht. Aber nun scheint es um ihn geschehen, als die osmanische Armee näher rückt und er sich in die Kälte des Gebirges zurückziehen muss, wo sein Öl stockt und er sich nicht mehr bewegen kann. Doch der Zufall bringt das Mädchen Olga zu ihm, das in dem Soldaten ihren Retter sieht. Immer wieder laufen sich die Beiden über den Weg und scheinen sich immer mehr aneinander zu gewöhnen. Die Welt von Boris und Olga ist einerseits eine, die von typischen Steampunk-Elementen beherrscht wird. So gibt es nicht nur Boris, sondern auch Tesla-Waffen, Luftschiffe und Mechaniken und Energien, denen ich bereits in anderen Büchern des Genres begegnet bin. Andererseits spielt die Geschichte nicht in der typischen Umgebung. Russland als Austragungsort – genauer die unfreundliche, winterliche Umgebung des Urals – waren etwas Neues für mich, auf das ich schon gespannt war. Der russische Winter war dann doch nicht so nach meinem Geschmack, der Zar und die – wenn auch frei interpretierte und etwas andere – russische Geschichte aber doch. Die Kapitel wechseln zwischen Boris und Olga ab und passen dabei ihren Erzählstil an die beiden Protagonisten an. Während Boris schon seit Jahren der Außenseiter der Einheit ist und einzig durch die Treue dem Zar gegenüber lebt, ist Olga eine in vielerlei Hinsicht noch kindlich erscheinende Zwölfjährige, die schon viel durchlebt hat. Von der Familie verachtet, kennt sie niemanden, der sich bisher um sie gekümmert hat, als die Anarchisten. Nun stößt sie auf einen der Soldaten, die sie bisher nur als Bedrohung der einfachen Bevölkerung kannte und interpretiert seine Handlungen ganz anders, als er sie meint. Grundsätzlich ist die Geschichte von vielen Missverständnissen zwischen den beiden geprägt. Während er in ihr eine Feindin sieht, denkt sie, dass er sie beschützen will. Das hat bei mir unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Manchmal fand ich es witzig, manchmal gefühllos. Der Zufall bringt die Beiden aber immer wieder zueinander. Der Wechsel der Perspektiven brachte es mit sich, dass manche Szenen aus dem anderen Blickwinkel wiederholt wurden. Zuerst fand ich das sehr langatmig und ich war eher daran interessiert, wie die Geschichte weitergehen würde. Mit fortschreitender Handlung zeigten sich die Charaktere dadurch aber von einer anderen Seite. Fazit: Der Einstieg in die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Doch dann kam eine Phase, in der ich mir nicht sicher war, was ich von den dauernden Missverständnissen zwischen Boris und Olga halten sollte. Sie kam mir immer naiver und er sehr begriffsstutzig vor. Erst die wechselnde Handlung, neue Charaktere und mehr Spannung haben mich wieder in die Erzählung gebracht und ich konnte das Ende wieder genießen.

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  • Steampunk kurz vor der russischen Revolution

    Clockwork Cologne: Boris und Olga - Tod dem Zaren
    RedRose

    RedRose

    21. October 2015 um 11:59

    Ich gestehe ja, ich bin ein Fan von Clockwork Cologne. Ich habe alle bisher erschienen Bände mit Freunden gelesen und war schon ganz hibbelig darauf, auch endlich den ersten Band von Jacqueline Spieweg in den Händen halten zu können. Ich wurde nicht enttäuscht! Die Sprache ist klar und schnörkellos, unaufdringlich. Sie hat mich mit in die Geschichte genommen und mir keinerlei Startschwierigkeiten gemacht. Gerade jetzt im Winter war es sicherlich eine passende Lektüre, bewegen sich die Protagonisten doch größtenteils durch Schnee und Kälte. Der alte Soldat Boris, der zu einem Blauen Krieger gemacht wurde, einer Kampfmaschine, fast schon einem Cyborg. Ich mochte ihn von Anfang an, auch wenn er von eher schlichtem Gemüt ist und sich sein Leben lang wenig Gedanken gemacht hat. Für mich hatte er sehr viel von dem Mutanten Wolverine aus den X-Men, vor allem durch seine „Verbesserungen“, das metallverstärkte Skelett und die beschleunigte Selbstheilung. Außerdem erleidet Boris ebenso wie Wolverine wiederkehrende Alpträume/Visionen von den dafür notwendigen Operationen. Das hat mir den Zugang zu Boris vielleicht so einfach gemacht, denn ich mag jenen knurrigen Mutanten sehr gerne ;) Aber damit haben sich die Ähnlichkeiten auch schon. Die Autorin nimmt uns in den Kapiteln, die Boris uns zeigt, mit in seine Gefühl- und Gedankenwelt. Wir begleiten ihn auf seinem Weg vom tumben Befehlsempfänger hin zu einem empfindungsfähigen Mann, der versucht, seinen neuen Platz inmitten des Wahnsinns zu finden. Ich fand seine zaghaften Gefühle für seine „Halluzination“ sehr schön. Wie er nach und nach durch sie seine Menschlichkeit (wieder)entdeckt. Sie er das Gefühl hat, daß sie ihm hilft, vieles zu verstehen, was bis dahin keinen Sinn ergeben hat. Sehr gut gefallen hat mir auch die Vorstellung, daß hier offenkundig bereits massiv an der Zeit manipuliert wurde – eine Idee, die in der „Magnus“-Reihe von Susanne Gerdom aufgekommen war. Hier finden sich auch leichte Berührungspunkte der beiden Bücher. Leider kam das Ende für mich viel zu abrupt. Ich war mit Boris und Olga noch nicht fertig! Auch wenn natürlich ein Folgeband irgendwo im Raum steht, finde ich, daß dieses Ende zu früh kam. Natürlich, beide sind wieder vereint, ihnen ist die Flucht gelungen – aber eben nur der Anfang davon. Wie es weitergeht, was mit dem Zaren ist, bleibt uns verborgen. Ich bin ein wenig enttäuscht – wie immer, wenn ich das Ende eines Mehrteilers erreicht habe. Aber ich bin auch weiterhin gespannt auf die Abenteuer von Boris und Olga! Von mir gibt es hier die volle Punktzahl.

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  • Boris und Olga, zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten

    Clockwork Cologne: Boris und Olga - Tod dem Zaren
    Piranhapudel

    Piranhapudel

    28. September 2015 um 09:50

    Ursprünglich erschienen auf meinem Blog Piranhapudel: https://piranhapudel.de/tod-dem-zaren-clockwork-cologne-boris-und-olga-von-selma-j-spieweg/ Letztes Jahr im Winter habe ich die ersten Bücher aus der Clockwork Cologne-Welt gelesen, und zwar die Reihe um Magnus von Susanne Gerdom. Nun, nicht ganz ein Jahr später, aber der Sommer ist leider während der Lektüre so langsam verschwunden, habe ich endlich weiter gelesen und das hätte ich schon viel früher tun sollen! Diesmal las ich die Reihe um Boris und Olga von Selma J. Spieweg, die passend zum Temperaturabfall in unserer Welt im verschneiten und eiskalten Russland spielt. Das Setting ist hier also ein ganz anderes, die Steampunk-Welt erkennt man aber zweifellos wieder und genügend Verbindungen zu Cöln sind selbstverständlich auch vorhanden. Clockwork Cologne ist eine Steampunk-Reihe von Simone Keil, Susanne Gerdom und Selma J. Spieweg. Die drei Autorinnen schreiben jeweils eigene Reihen mit ihren eigenen Figuren, verknüpfen diese allerdings auch immer mal wieder miteinander. Diese Bücher können auch unabhängig voneinander gelesen werden, dennoch hoffe ich, dass es jeden Leser wie mir ergehen wird: Nach der Lektüre eines Buches wollte ich unbedingt noch mehr Abenteuer in dieser Welt erleben. "Tod dem Zaren" begleitet den älteren Soldaten Boris, der es irgendwie geschafft hat rund 40 Jahre im Krieg zu überleben, und das kleine Mädchen Olga, das ständig „Tod dem Zaren“ schreit, frech und humorvoll durch die Gegend flitzt und sehr ehrenhaft alles stiehlt, was sie in die Finger bekommt. Obwohl sie beide heimatlos sind und in derselben Welt wohnen, könnten diese beiden Personen nicht unterschiedlicher sein. Und doch treffen sie sich immer wieder. Zusammen versuchen sie in der eiskalten Einsamkeit zu überleben, müssen vor Aasgeiern flüchten, die den Krieg ausnutzen, um verlorene Menschen auszubeuten, und treffen plötzlich auf den Zaren selbst. Oder doch nicht? Die Geschichte wird abwechselnd aus den Sichtweisen von Boris und Olga erzählt, was manchmal unglaublich putzige und witzige Missverständnisse aufdeckt. Kleine Szenen werden nämlich hintereinander aus beiden Perspektiven erzählt. Das klingt erst mal so, als wären es unnötige Wiederholungen, dies hat für mich allerdings den Charme dieser Geschichte ausgemacht. Boris und Olga verstehen sich den Großteil der Geschichte über ganz und gar nicht. Wie denn auch? Boris ist, seit er denken kann, ein Soldat des Zaren und dient ihm treu, Olga hingegen scheint eine Gegnerin des Zaren zu sein. Zudem haben beide viele Momente ihres Lebens einsam verbracht, mussten sich allein durchkämpfen und sind es gar nicht gewohnt Beziehungen zu anderen aufzubauen. Boris‘ Überlebensglück macht ihn bei seinen Kollegen überhaupt nicht beliebt, er wird hingegen sogar gefürchtet, und Olga hatte nicht das Glück mit Liebe aufzuwachsen. Das wirkt sich auch auf die Handlungen der beiden aus. Boris ist ständig ruppig und weiß gar nicht so recht, was er machen soll, wenn es sich nicht um Marschbefehle oder ähnliches handelt; und Olga ist ständig auf der Suche nach ein bisschen Zuneigung und Geborgenheit. Ist so ein eingefleischter Soldat da wirklich das richtige Ziel? "Tod dem Zaren" ist mal wieder ein Buch, an dem man richtige Charakterstudien durchführen könnte, aber das ist natürlich noch lange nicht alles. Die Handlung und die Steampunk-Elemente sind mindestens genauso spannend. Boris beispielsweise kann man gar nicht mehr wirklich als Menschen bezeichnen, denn er musste sich als „Freiwilliger“ zur Verfügung stellen, um neue Entwicklungen der Quantenmechanik an ihm testen zu lassen. Ein Arm ist nun mechanisch, zudem leuchtet er blau und glücklich ist er damit garantiert nicht. Zudem gibt es Gerüchte über eine Zeitmaschine oder nur die Pläne dafür, die natürlich äußerst begehrt sind. Boris und Olga treffen auf ihrer Reise auf die unglaublichsten Leute und erleben Dinge, die langsam ein großes und spannendes Ganzes ergeben. Selma J. Spieweg hat mit diesem Reihenauftakt eine Geschichte geschaffen, die eine ganz andere, aber genauso tolle Atmosphäre wie die anderen Clockwork Cologne-Bücher hat. Das Lesen und das Zusammenpuzzeln aller Handlungen und Zusammenhänge haben Spaß gemacht und ich freue mich nun auf den zweiten Band "Die Zeitmaschine des Arabers".

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  • Steampunk mitten im Ural

    Clockwork Cologne: Boris und Olga - Tod dem Zaren
    odenwaldcollies

    odenwaldcollies

    23. September 2015 um 13:09

    Der gut 50 Jahre alte Boris ist seit seinem sechsten Lebensjahr Soldat des Zaren und ihm treu ergeben. Boris ist der einzig Überlebende eines Experiments, dessen Körper vor Jahren quantenmagisch umgebaut wurde, mit dem Ziel, den perfekten Krieger zu erschaffen. Momentan befindet er sich mit seiner Einheit mitten im Krimkrieg gegen die Osmanen, verliert aber den Anschluss, da seine veränderten Körperfunktionen nicht an die kalten Temperaturen angepasst sind. Bewegungslos wird er von der 12-jährigen Anarchistin Olga gefunden. Das ungleiche Paar hat einen etwas holprigen Start, aber die folgenden Geschehnisse schweißen die beiden immer mehr zusammen. Die Romane um Boris und Olga gehören zur Steampunk-Reihe „Clockwork Cologne“, von der ich bereits mit Begeisterung die Bücher von Simone Keil und Susanne Gerdom gelesen haben. Im Gegensatz zu ihren Kolleginnen lässt Selma J. Spieweg ihre Figuren im russischen Zarenreich agieren. Aber es tauchen einige Verbindungen zu Cöln und zu Figuren aus „Der blaue Tod“ auf. Diese Querverbindungen finde ich immer besonders gelungen. Es ist allerdings keine Voraussetzung, die anderen Bücher zum Verständnis dieses Romans gelesen zu haben. In diesem ersten Band um den langjährigen Soldaten und die freche kleine Anarchistin kommen die typischen Steampunk-Elemente wie Luftschiffe oder dampfbetriebene Technik eher weniger vor. Der Schwerpunkt liegt auf der Flucht der ungleichen Gruppe durch den Ural nach Perm und in Rückblicken auf dem „Umbau“ von Boris in einen Blauen Krieger. Eine große Rolle spielt dagegen das Blaustein bzw. die blaue Strahlung, der auch die zentrale Energie für Boris' Körper darstellt. Wobei das mit der Energiekartusche und ihre Fähigkeiten nicht so ganz klar wird, ich denke, das wird auch noch Thema in den nächsten Bänden sein. Boris ist seit seinem 6. Lebensjahr Soldat des Zaren und führt seither pflichttreu seine Befehle aus, was anderes hat er nie kennengelernt. Eigene Entscheidungen sind ihm fremd, menschliche Nähe ebenfalls. Als Blauer Krieger wird er von den Kameraden gemieden und gefürchtet, daher ist die Aufmerksamkeit und Zuneigung, die ihm Olga entgegenbringt, für ihn absolutes Neuland. Olga hat ebenfalls keine leichte Kindheit hinter sich und schlägt sich als Diebin durch das Leben. Sie hat ein sehr großes Herz und viel Empathie, kann aber auch ganz schön frech und mutig sein, außerdem ist sie für ihr Alter ziemlich clever. Sie sieht in Boris den Menschen und behandelt ihn auch dementsprechend. Die Gruppe um Boris und Olga vergrößert sich mit der Zeit um doch recht überraschende Zeitgenossen. Die Erzählperspektiven wechseln zwischen Boris und Olga ab und die Gegenwartshandlung wird immer wieder durch Rückblenden unterbrochen. Gerade Boris' Erinnerungen an seine Umwandlung zum Blauen Krieger sind erschütternd und oftmals keine leichte Kost. Die Handlung ist am Ende im Großen und Ganzen zwar in sich abgeschlossen, aber es bleiben noch genügend Fragen, auf deren Beantwortung ich mich im zweiten Teil sehr freue.

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  • Selma J. Spieweg - Tod dem Zaren (Boris & Olga 1, Clockwork Cologne)

    Clockwork Cologne: Boris und Olga - Tod dem Zaren
    Marny

    Marny

    14. June 2015 um 15:11

    Russland, 1898: Boris Sergejewitsch ist mit Leib und Seele Soldat und hat sein Leben dem Dienst am Zaren verschrieben. Ihm kommen nicht einmal Zweifel, als er einem geheimen Experiment zugeteilt wird und dort nicht nur seinen Arm sondern auch einen Teil seiner Menschlichkeit verliert. Zurück bei seiner Einheit kann er eines Tages seiner Kompanie nicht mehr folgen und während er auf den Tod wartet, erwecken seine quantenmechanischen Teile das Interesse der 12-jährigen Diebin und Revolutionärin Olga. So beginnt ein Abenteuer, das sie zu einem ungewöhnlichen Team zusammenschweißt – und in dem auch ein Flüchtling eine Rolle spielt, der Zar Nikolaus II. zum Verwechseln ähnlich sieht … Der Einstieg in die Geschichte ist mir leicht gefallen, weil ich die Atmosphäre mochte und von der Tragik gefesselt wurde, die Boris’ Leben begleitet. Alles fühlte sich so nah an, nicht nur die Figuren und ihre Emotionen sondern auch die beschriebenen Landschaften und Szenen. Ich war also schnell mittendrin, an der Seite von Olga und Boris. Die erschaffene Welt hat mich sehr fasziniert, diese Mischung aus Realität und Phantasie, in der Mechanik sich manchmal wie Magie anfühlt. Es geht dort rücksichtslos und brutal zu, aber glücklicherweise wurde es für mich nie zu detailliert-blutig. Manche Szenen konnte ich einfach nur noch fassungslos miterleiden – und darauf hoffen, dass sich irgendwie ein Ausweg findet. Als Ausgleich dazu empfand ich die zwischenmenschlichen, freundschaftlichen Szenen. Außerdem gibt es rätselhafte Ereignisse und Zusammenhänge, die sich einem erst später erschließen. Also viel Stoff zum Spekulieren! Boris ist hier meine absolute Lieblingsfigur, aber nicht nur wegen meiner Schwäche für tragische Figuren. Er hat sehr intensiv auf mich gewirkt, mit vielfältigen Empfindungen und Unsicherheiten. Außerdem hat mich seine Entwicklung sehr beeindruckt! Ihm wurde ein Teil seiner Menschlichkeit und seines Fühlens genommen, im Lauf der Geschichte entwickelt Boris sich aber wieder zu einem fühlenden Menschen und lässt auch den “einfachen” Soldaten hinter sich. Olga mit ihrer Klugheit und Anhänglichkeit mag ich aber auch sehr. Wie könnte man auch nicht? Genau wie Boris erzählt sie ihre Vergangenheit in Rückblenden, so dass ein facettenreiches Bild entsteht und man ihr ein glückliches Ende wünscht. Eine Nebenfigur, die es mir sehr angetan hat, ist der Schriftsteller Lew Tolstoi. Aus Sympathie wurde schnell Interesse, denn was er zu erzählen hatte, fand ich sehr spannend. Darum habe ich mir das Glossar auch aufmerksam durchgelesen und überlege sogar, ob ich es nicht mal mit einem Buch von ihm versuche. Auch wenn ich mir bei Klassikern ja nicht soviel zutraue, die Neugier ist jetzt da … Besonders gelungen finde ich auch die Schilderung einiger Szenen sowohl aus Boris’ als auch aus Olgas Sicht, denn so wird deutlich, wie unterschiedlich diese von beiden wahrgenommen werden. Daran hatte ich viel Freude – und manchmal musste ich auch darüber grinsen. “Tod dem Zaren” war für mich eine vielschichtige und intensive Lektüre mit einer dichten Atmosphäre und so einigen Überraschungen. Ich wurde von vielen Dingen fasziniert und berührt, außerdem hat mich Boris’ Entwicklung sehr beeindruckt. Die mitreißende Geschichte hinterlässt bei mir bleibende Eindrücke und die Vorfreude auf die Fortsetzung. Denn natürlich bin ich neugierig, wie es mit Boris & Olga weitergeht. Und mit dem einen oder anderen angeschnittenem Thema …

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  • Ein weiterer Geniestreich aus dem Clockwork Cologne-Universum

    Clockwork Cologne: Boris und Olga - Tod dem Zaren
    inflagrantibooks

    inflagrantibooks

    09. February 2015 um 08:15

    Cover Ich liebe die Cover der Clockwork Cologne-Bücher. Jedes ist auf den eigenen Inhalt angepasst und dennoch merkt man, dass man hier „Geschwister“ vor sich hat. Auch dieses Cover ist wieder einmal genial! Boris und Olga wurden genauso gezeichnet, wie ich mir die beiden vorgestellt hab. Ganz große Klasse!! Meinung Ich hab alle Bücher aus dem Clockwork Cologne-Universum gelesen und kann sagen, dass sie alle genau so unterschiedlich sind, wie die Autorinnen dazu.^^ Jedes hat seinen Charme, seine feste Hand, die den Leser packt und nicht wieder loslässt. Hier waren es zwei: Boris und Olga. Ein Gespann, das unterschiedlicher nicht hätte sein können. Konnten sie mich überzeugen oder endete alles in einem großen, blauen Knall? Zu Anfangs sei gesagt, ich verzichte auf eine extra Inhaltsangabe. Der Klappentext verrät m.E. schon genug und wer noch mehr wissen will, könnte ja vielleicht das Buch lesen. :-D Ich war gespannt, was Frau Spieweg mir hier servieren würde und fragte mich, ob ich wieder so begeistert vom Steampunk sein werde. Ich wurde NICHT enttäuscht! Wie ich schon einmal sagte, ist Steampunk für mich ein Gefühl innerhalb der Geschichte und Jacqueline hat dieses Gefühl zwischen Blauen Kriegern und kleinen Mädchen, bösen Zaren und fliegenden Soldaten bestens eingebunden. Vor meinen Augen entstand die Welt von Boris, von Olga und allen, die mit ihnen zusammen unterwegs waren. Boris ist ein Soldat, der sein ganzes Leben schon im Dienste des Zaren kämpft. Er ist an Treue und Loyalität nicht zu überbieten. Sogar als ihm das schlimmste überhaupt angetan wird, zweifelt er nicht am Zaren und tut, was er tun muss: Er ist loyal. Niemals würde er zweifeln. Boris ist kein Idiot, er denkt nur sehr einfach, mehr nicht. Er sieht die Welt durch den Blickwinkel „Armee“. Feinde müssen sterben, Gefangene werden nicht gemacht, Befehle müssen ausgeführt werden. So einfach. Oder? Boris Loyalität wird auf eine harte Probe gestellt und ein kleines Mädchen bringt ihm zum Nachdenken. Zum Grübeln. Eigentlich mag er sie nicht, schließlich wollte sie ihn beklauen, aber irgendwie überschneiden sich immer wieder ihre Wege. Diese kleine Illusion lässt sich nicht abschütteln. Außerdem ist Boris kein üblicher Soldat. Er ist ein Blauer Krieger, er ist der einzige Blaue Krieger, der von einem Experiment übrig geblieben ist. Das macht ihn zu einer unbezahlbaren Waffe für so ziemlich alle noch herrschenden Oberhäupter und alle, die ein Stück vom Kuchen abhaben wollen. Blöd nur, dass Boris das überhaupt nicht interessiert. Es dauert eine Weile, aber bald schon beginnt Boris seinen Weg zu gehen, wenn auch mit dieser und jener Halluzination. Olga. Ich wollte sie am liebsten dauernd in die Backe kneifen und knuddeln. Sie ist zwölf, ganz und gar nicht auf den Kopf gefallen und doch so kindlich-naiv, dass ich dauernd das Gefühl hatte, sie beschützen zu müssen. Nicht, dass das nötig gewesen wäre. Olga weiß sich ganz gut allein zu helfen und sie kann jeder noch so vertrackten Situation etwas Gutes abgewinnen. Niemals verliert sie ihren Mut, auch wenn sie manchmal sehr traurig ist. Sie hat eine ganz andere Sicht auf die Dinge, die passieren, dass sie viele um sich herum (auch mich) mehr als einmal zum Nachdenken gebracht hat. Olga ist einzigartig und ich kann es kaum erwarten, mehr von ihr zu lesen. Boris und Olga wechseln sich damit ab, die Geschichte zu erzählen. Sie gehen eine Zeitlang getrennte Wege, bis sie wieder zusammenkommen. Beide erleben unterschiedliche Dinge, die aber immer irgendwie miteinander zu tun haben. Alles, was anfangs nicht zusammen gehört, wird gegen Ende zusammen gebracht. Im Prinzip hat die Autorin einen Faden genommen, der zuerst gerade lief. Dann hat sie ihn in gefühlte hundert Bestandteile zerlegt, nur um diese am Ende wieder zu einem Faden zusammenzuführen. Einfach, genial und in seiner Wirkung einzigartig. Ich mochte den klaren Schreibstil, die einfachen Bilder, die aber dafür sorgten, dass ich auch so kleine Details wahrnahm. Es geht um mehr, als nur um Krieg und Frieden oder um eine Auferstehung. Es geht darum, nachzudenken. Sich sicher zu sein, was man will und dafür auch einzustehen. Sich nicht in der Zeit zu verrennen, sondern im Hier und Jetzt zu leben. Ob mit Freunden oder Halluzinationen, ist da relativ unwichtig. Das Einzige, was mich wirklich störte, und das wurde leider mit der Zeit auch nicht besser, war das Wiederholen mancher Szenen. Einige Szenen werden aus Boris Sicht geschildert, nur um danach noch einmal aus Olgas Sicht erzählt zu werden (und umgekehrt). Dass das wichtig für den Einblick in die Gedankenwelt der jeweiligen Figur ist, ist klar. Auch ist es wichtig, zu verstehen, wie unterschiedlich Boris und Olga eigentlich denken und die Dinge sehen. Aber auf Dauer hat es mich genervt. Ich finde, diese Wiederholungen hätte man irgendwie beschränken können, denn das Boris und Olga anders denken und sich dennoch gegenseitig gut tun, liest man einfach heraus. Es gab ein paar Szenen, bei denen m. E. eine Wiederholung nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Aber das ist nur meine Meinung.^^ Das Ende hat noch mal richtig eingeschlagen und ich saß vor meinem Reader und hab Rotz und Wasser geheult und dass, obwohl NIEMAND gestorben ist (jedenfalls niemand, der wichtig war). Solch epische Voraussagungen sind nicht gut für´s mitfühlende Leserherz, Frau Autorin! Außerdem fand ich die Brücke, die am Ende zu Magnus geschlagen wurde, einfach genial! Fazit „Tod dem Zaren“ ist ein weiter Geniestreich im Clockwork Cologne-Universum und Jacqueline Spieweg reiht sich neben Guy und Magnus in die Reihe der fantastischen Steampunk-Geschichten ein. Für alle Steampunk-Fans und solche, die es noch werden wollen, kann ich Boris und Olga nur ans Herz legen. Bewertung Das fällt mir schwer. Aber diese Szenenwiederholungen haben mich auf Dauer wirklich gestört, so dass ich hier sehr gute 4 von 5 Marken gebe.

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  • Das neue russische Traumpaar ...

    Clockwork Cologne: Boris und Olga - Tod dem Zaren
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. January 2015 um 11:17

    Die russischen Figuren Selma J. Spiewegs haben es mir angetan. Es sind gebrochene Helden. Das hat mir bereits bei der Deserteur Alexej-Reihe gefallen und setzt sich mit Boris in diesem Sammelband fort. INHALT: Boris ist einer der treuesten Soldaten im Dienste des russischen Zaren, und das seit 44 Jahren. Deswegen wurde er auch für ein Spezialprojekt ausgewählt, das ihn zu einem „Blauen Krieger“ gewandelt hat. Sein menschlicher Körper wurde durch mechanische und quantenmechanische Technik ergänzt. Erst als er auf die 12-jährige Olga trifft, erkennt er allmählich, was er verloren hat ... Aber er gibt nicht kampflos auf, schließlich ist er Soldat. MEINUNG: Schon mit den ersten Zeilen eröffnet die Autorin eine faszinierende Steampunk-Welt in der russischen Weite des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Soldat Boris Sergejewitsch ist seit 44 Jahren Soldat für den Zaren. Für ihn kämpft er seit seinem sechsten Lebensjahr, hat alles gegeben, auch Teile seines Körpers, seiner Seele und seiner Gefühle, als man ihn zum Blauen Krieger „umgebaut“ hat. Fassungslos folgte ich mit jedem Wort der Geschichte dieses „Kerls“ – Mensch kann man ja nicht mehr sagen in Anbetracht seiner Mensch-Maschine-Verbindung – und fühlte immer stärker das, was Boris verloren hat: Mitgefühl für sein Schicksal und die Hoffnung, dass er da irgendwie rauskäme. Nun, ein bisschen Positives schenkt ihm die Autorin in Gestalt der kleinen Aufrührerin und Diebin Olga, die in Boris ihren persönlichen Helden sieht und ihn mit ihrer Anhänglichkeit und Liebe verfolgt. Und ihr gelingt tatsächlich das nicht geglaubte Wunder: Boris taut auf ... Boris und Olga sind die beiden Hauptfiguren des Sammelbandes. Aber auch die Nebenfiguren sind faszinierend gestaltet. Da wäre zum einen Zar Nikolaus II., der sich nicht entscheiden kann, ob er echt oder ein Doppelgänger ist, diverse Aasgeier, die die Opfer des Krieges aufsammeln und in Bergwerken und Schlimmerem zu Tode knechten, der Schriftsteller Leo Tolstoi und der Maler Ilja Repin. Ein wenig fand ich mich an die Welten Dostojewskis erinnert, die ich schon seit meiner Kindheit liebe. Die Handlung beschreibt meiner Einschätzung nach eine Heldenreise, wenn auch der Held ein gebrochener Held ist, was seinen Reiz für mich nur noch erhöht. Angereichert wird die lineare Geschichte durch Rückblenden aus der Erinnerung Boris’ und Olgas sowie die Möglichkeit von Zeitreisen, was aber nur angedeutet, nicht ausgeführt wird. Besonders fasziniert hat mich die Gestaltung der Steampunk-Welt mit ihrer Quantenmechanik, den Blausteinen und deren Entstehung. Inwieweit es hier Berührungspunkte zu den anderen Clockwork Cologne-Büchern gibt, kann ich nicht beurteilen, da dies mein erster Band aus der Reihe ist. Wahrscheinlich aber nicht mein letzter ...^^ Aber auch die ganz „normale“ russische Seele bringt Selma J. Spieweg so wunderschön rüber, dass es eine Freude ist, sich dem Buch hinzugeben. WERTUNG: Ich habe mich in der Geschichte rundum wohl gefühlt. Figuren, Handlung, Dramaturgie und nicht zuletzt die Sprache sind einwandfrei und bieten ein gelungenes Lesevergnügen. Dafür gebe ich gerne mein persönliches „Sehr gut“ und fünf von fünf Wertungspunkten. Mein Fazit: Steampunk in Russland mit einem neuen Traumpaar: Boris und Olga

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