Neuer Beitrag

odenwaldcollies

vor 2 Jahren

(8)

Der gut 50 Jahre alte Boris ist seit seinem sechsten Lebensjahr Soldat des Zaren und ihm treu ergeben. Boris ist der einzig Überlebende eines Experiments, dessen Körper vor Jahren quantenmagisch umgebaut wurde, mit dem Ziel, den perfekten Krieger zu erschaffen. Momentan befindet er sich mit seiner Einheit mitten im Krimkrieg gegen die Osmanen, verliert aber den Anschluss, da seine veränderten Körperfunktionen nicht an die kalten Temperaturen angepasst sind. Bewegungslos wird er von der 12-jährigen Anarchistin Olga gefunden. Das ungleiche Paar hat einen etwas holprigen Start, aber die folgenden Geschehnisse schweißen die beiden immer mehr zusammen.

Die Romane um Boris und Olga gehören zur Steampunk-Reihe „Clockwork Cologne“, von der ich bereits mit Begeisterung die Bücher von Simone Keil und Susanne Gerdom gelesen haben. Im Gegensatz zu ihren Kolleginnen lässt Selma J. Spieweg ihre Figuren im russischen Zarenreich agieren. Aber es tauchen einige Verbindungen zu Cöln und zu Figuren aus „Der blaue Tod“ auf. Diese Querverbindungen finde ich immer besonders gelungen. Es ist allerdings keine Voraussetzung, die anderen Bücher zum Verständnis dieses Romans gelesen zu haben.

In diesem ersten Band um den langjährigen Soldaten und die freche kleine Anarchistin kommen die typischen Steampunk-Elemente wie Luftschiffe oder dampfbetriebene Technik eher weniger vor. Der Schwerpunkt liegt auf der Flucht der ungleichen Gruppe durch den Ural nach Perm und in Rückblicken auf dem „Umbau“ von Boris in einen Blauen Krieger. Eine große Rolle spielt dagegen das Blaustein bzw. die blaue Strahlung, der auch die zentrale Energie für Boris' Körper darstellt. Wobei das mit der Energiekartusche und ihre Fähigkeiten nicht so ganz klar wird, ich denke, das wird auch noch Thema in den nächsten Bänden sein.

Boris ist seit seinem 6. Lebensjahr Soldat des Zaren und führt seither pflichttreu seine Befehle aus, was anderes hat er nie kennengelernt. Eigene Entscheidungen sind ihm fremd, menschliche Nähe ebenfalls. Als Blauer Krieger wird er von den Kameraden gemieden und gefürchtet, daher ist die Aufmerksamkeit und Zuneigung, die ihm Olga entgegenbringt, für ihn absolutes Neuland.

Olga hat ebenfalls keine leichte Kindheit hinter sich und schlägt sich als Diebin durch das Leben. Sie hat ein sehr großes Herz und viel Empathie, kann aber auch ganz schön frech und mutig sein, außerdem ist sie für ihr Alter ziemlich clever. Sie sieht in Boris den Menschen und behandelt ihn auch dementsprechend.

Die Gruppe um Boris und Olga vergrößert sich mit der Zeit um doch recht überraschende Zeitgenossen.

Die Erzählperspektiven wechseln zwischen Boris und Olga ab und die Gegenwartshandlung wird immer wieder durch Rückblenden unterbrochen. Gerade Boris' Erinnerungen an seine Umwandlung zum Blauen Krieger sind erschütternd und oftmals keine leichte Kost. Die Handlung ist am Ende im Großen und Ganzen zwar in sich abgeschlossen, aber es bleiben noch genügend Fragen, auf deren Beantwortung ich mich im zweiten Teil sehr freue.

Autor: Selma J. Spieweg
Buch: Clockwork Cologne: Boris und Olga - Tod dem Zaren
Neuer Beitrag

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks