Senait G. Mehari

 3.9 Sterne bei 136 Bewertungen
Autorin von Feuerherz, Wüstenlied und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Senait G. Mehari

Senait Ghebrehiwet Mehari ungefähr um 1974 vermutlich in Asmara, heutige Hauptstadt von Eritrea geboren. Bis sie drei Jahre alt war lebte Mehari in einem Waisenheim und zog danach zu ihren Großeltern. Durch den Krieg im Land wurde ihre Familie von einander getrennt und Mehari kam in ein Kinderlager einer Guerillaarmee. Im Alter von neun Jahren floh sie mit ihren Schwerstern vor dem Bürgerkrieg in den Sudan. Mittlerweile hat sie Zuflucht in Deutschland gefunden. Sie setzt sich sehr für die Aktion Weißes Friedensband gegen den Einsatz von Kindersoldaten sowie für die Aktion »Mensch für Mensch« und für die UNICEF Aktion Misereor und Terre des Hommes ein. Sie lebt und arbeitet als Sängerin, Komponistin und Songwriterin in Berlin. 2004 wurde ihre Biografie »Feuerherz« veröffentlicht. In diesem Buch verarbeitet sie ihre Kindheit in Afrika.

Alle Bücher von Senait G. Mehari

Cover des Buches Feuerherz (ISBN:9783426273418)

Feuerherz

 (106)
Erschienen am 23.09.2004
Cover des Buches Wüstenlied (ISBN:9783426779286)

Wüstenlied

 (26)
Erschienen am 01.09.2007
Cover des Buches Senait G. Mehari: Feuerherz (ISBN:B004FFPJVQ)

Senait G. Mehari: Feuerherz

 (2)
Erschienen am 01.01.2004
Cover des Buches Feuerherz (ISBN:9783785730416)

Feuerherz

 (2)
Erschienen am 31.03.2005

Neue Rezensionen zu Senait G. Mehari

Neu

Rezension zu "Wüstenlied" von Senait G. Mehari

Eine Geschichte, die einen sofort in den Bann zieht
book_by_vanessavor 6 Monaten

Autorin: Senait G. Mehari
Verlag: Droemer
Format: Hardcover
Seitenanzahl: 320
Empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
ISBN-13: 978-3426273876


Inhalt

Sie wollte heimkehren, doch sie fand ein zerstörtes Paradies: Der Krieg hat der traditionellen Gesellschaft ihrer Heimat Eritrea tiefe Wunden zugefügt, die Menschen sind körperlich und seelisch gezeichnet. Senait begegnet ehemaligen Kindersoldatinnen, die nicht wie sie dem Elend entfliehen konnten, und unvermittelt ergreift die Vergangenheit wieder von ihr Besitz.
Aber dann trifft sie ihre Großmutter Sifan. Bei ihr findet Senait, was ihr die Ich-Kultur des Westens nicht geben kann: die Gemeinschaft, das Füreinander-da-Sein – und vor allem die Musik, die schon ihre Kindheit geprägt hat.
Wüstenlied ist die Geschichte einer jungen Frau und ihrer Sehnsucht nach einem Ort in der Welt, wo sie zu Hause sein kann. Auf der Suche nach diesem Platz versöhnt Senait in sich die Welten Afrikas und Europas, und sie entwickelt – nicht zuletzt durch ihre Musik – die Kraft und das Selbstvertrauen, sich zwischen den Kulturen zu behaupten.


Mein erster Gedanke zum Buch

Vor Jahren habe ich von Senait das Buch ,,Feuerherz´´ gelesen und war begeistert über ihre Lebensgeschichte. Jahre später habe ich erfahren, dass sie ein zweites Buch rausgebracht hat. Ich habe es gekauft und musste es einfach lesen.


Meinung

Senait Geschichte geht schon sehr früh los. Als sie noch ein Säugling war, sperrte sie ihre Mutter in ein Koffer ein und ließ sie zurück. Doch warum? Warum lebt ihre Familie zerstreut im Afrika? Warum wusste sie fast 30 Jahre nicht, dass sie einen großen Bruder hat? Senait ist die Wurzeln ihrer Familie nachgegangen und findet Antworten auf ihre Fragen. Ihre Geschichte hat sie niedergeschrieben und man ist sofort gefesselt von dieser Geschichte. Man leidet so oft mit Senait mit, freut sich mit ihr und es ist ein Genuss, die Geschichte zu hören. Sie fand ihre Familie Stück für Stück wieder. Sie lässt uns teilhaben von ihrer Geschichte. Solch eine Geschichte zu veröffentlichen kostet sehr viel Mut und Selbstbeherrschung.. Trotz Kriterien ist Senait Bodenständig geblieben.


Cover

Wie auch schon bei ,,Feuerherz´´ ist nur Senait auf dem Cover. Mit ihrer natürlichen Schönheit. Das Cover sagt nicht viel aus, was ich leider schade findet. Ich finde, man hätte mehr aus dem Cover machen können.


Schreibstill

Dafür, dass sie Afrikanerin ist, schreibst sie sehr gut und flüssig. Senait hat bereits im jungen Kindesalter Deutsch gelernt, aber sie hat keine deutschen Wurzeln. Dadurch hat ein wenig ihre Muttersprache verlernt. Doch was man einmal als Kind gelernt hat, bleibt auch. 


Schlusswort

Kaum zu glauben, dass die Bücher vor gute 13 Jahren erschienen sind und das ich sie erst jetzt gelesen habe. Ich kann jeden, der wahre Begebenheiten liebt, nur empfehlen. 


Die Autorin

Senait Mehari wurde von ihrer Mutter ausgesetzt, nach ihren eigenen Angaben im Buch wurde sie in einem Koffer auf einem Schrank abgelegt. Nach ihrer Rettung kam sie in das staatliche Kinderheim Orfan in Asmara. Zwei Jahre später wurde sie in ein anderes von Daniele Comboni gegründetes Heim gebracht, ein Kloster italienischer Ordensschwestern. Nachdem sie ein paar Jahre dort verbracht hatte, wurde sie von ihren Großeltern aufgenommen.

Später holte ihr Vater sie zu sich und verprügelte sie regelmäßig, sodass sie fast gestorben wäre. Im Alter von sechs Jahren brachte er sie zusammen mit ihren beiden älteren Halbschwestern Tzegehena und Yaldiyan, zur Eritreischen Befreiungsfront (ELF), der ihr Vater früher angehört hatte. Dort wurde sie eigenen Aussagen zufolge als Kindersoldatin ausgebildet und sollte auch an die Front. 




Kommentieren0
2
Teilen

Rezension zu "Feuerherz" von Senait G. Mehari

Umstrittene "Biographie"
daydreaminvor 2 Jahren

Selten fiel es mir so schwer, eine Rezension zu einem Buch zu verfassen. Bei "Feuerherz" handelt es sich um die Autobiographie der Sängerin Senait G. Mehari, welche um 1973 herum in Äthiopien geboren wurde und mittlerweile in Deutschland lebt. Im Buch schildert sie vor allem ihre Kindheit, angefangen von der Verstoßung der Mutter bis hin zu ihrer Abschiebung in ein Camp der Eritreischen Befreiungsfront (ELF), wo sie angeblich zur Kindersoldatin ausgebildet wurde, bis sie in den Sudan fliehen konnte und schließlich nach Deutschland ausreiste. 

Ich schreibe ganz bewusst, dass sie dieses Schicksal nur angeblich durchmachte. Einige Jahre nach der Veröffentlichung dieses Buches mehrten sich die Stimmen, die den Wahrheitsgehalt Meharis Erzählungen anzweifelten. Sie sei nie Soldatin gewesen, habe nie eine Waffe gehalten und das Ausbildungslager sei viel mehr eine Schule als ein Camp gewesen, heißt es von Zeitzeugen. Bei meinen Recherchen sind sogar mir einige schwerwiegende Unstimmigkeiten aufgefallen. Beispielsweise soll der Konflikt zwischen ELF und der davon abgespaltenen Eritreischen Volksbefreiungsfront (EPLF) Anfang der 1970er stattgefunden haben, als Mehari selbst gerade erst geboren war. Der Konflikt dieser beiden Gruppierungen spielt jedoch eine tragende Rolle im Roman. Eine Frau, die im Buch als Kindermörderin dargestellt wurde, reichte 2008 sogar Klage ein und der Verlag widerrief schon bald einige Kapitel. 

Ich bin wahrlich keine Expertin auf dem Gebiet und habe nur wenige Stunden recherchiert, jedoch bin ich auf ein Interview gestoßen, in denen Mehari sich selbst nur noch als "Kind des Krieges" betitelte und die Anrede "Kindersoldat" den Medien zuschustert, obwohl sie zumindest das Wort "Soldat" mehrfach in ihrem Buch nutzt. Im Detail werde ich wohl nie erfahren, welche Szenen der Wahrheit entsprachen, welche überzogen dargestellt oder gar erfunden wurden. 

Abgesehen davon, dass die Rubrik "Autobiographie" in diesem Fall die falsche sein dürfte, behandelt Mehari ein sehr wichtiges Thema. Kindersoldaten sind in einigen Ländern immer noch Realität, ganz egal, wie ihre eigene Kindheit aussah. Ihre Schilderungen gehen unter die Haut und haben nach Veröffentlichung des Buches definitiv wachgerüttelt. Hinzukommt, dass ich nun auch noch einiges mehr über Äthiopien, Eritrea und den Unabhängigkeitskampf weiß (nicht zuletzt durch zusätzliche Recherchen, die bei diesem Buch einfach notwendig sind). Selbst wenn es mich enttäuscht, dass ich während des Lesens durch Nachforschungen feststellen musste, dass wohl so einige maßgebliche Aussagen im Buch nicht der Wahrheit entsprechen, habe ich das Buch dennoch gerne gelesen und werde einiges daraus mitnehmen. Auf eine Sternebewertung hätte ich wegen oben genannter Kontroverse verzichtet, Lovelybooks besteht aber darauf, deswegen habe ich aus dem Bauch heraus 2 Sterne vergeben.

Quellen: 
Infos über die ELF und EPLF: Wikipedia [1][2]
Diverse Artikel: [1], [2], [3], [4]
NDR-Reportage: [1]

Kommentieren0
3
Teilen

Rezension zu "Feuerherz" von Senait G. Mehari

Ein Buch, das ein feuriges Herz besänftigt!
Faiditvor 2 Jahren

Es fehlt dem Buch nicht an guter Sprache und Tiefsinn. Es fehlt ihm auch nicht an einer sehr frappierenden Friedensbotschaft und vollem Wahrheitsgehalt. Und trotz der unglaublichen Brutalität, von der Senait G. Mehari in ihrer Lebensgeschichte erzählt, bleibt keine Wut und kein Hass im Herzen des Lesers nach Beendigung des Buches, ja selbst beim Lesen von Beginn an, zurück. Denn diese Biografie gibt dem Leser noch mehr als nur eine schön geschriebene, spannende Geschichte zur Unterhaltung im Zeitgeist einer offenen Gesellschaft mit dem großen Interesse an bewegenden Flüchtlingsstories. Diese Biografie lehrt Vergebung.

Obwohl Senait G. Mehari noch selbst an der Bewältigung ihrer Vergangenheit und somit auch Vergebung arbeitet, kommt bereits der beginnende Frieden in ihrer von Kindheit an geschundenen Seele beim Leser an.

Ich selbst vermeide von Gewalt zu lesen, weil ich diese Wutenergie nicht in meinem Leben nähren möchte. Umso mehr freut mich da dieses Buch, das man auch schon Jugendlichen zur Aufklärung über unsere menschliche Gesellschaft in die Hand geben kann, weil es bei den Berichten über ständige Vergewaltigung schon vor der Pubertät, brutale Schläge sogar von den Eltern und Leid des inzwischen leider weit verbreiteten Einsatzes von Kindersoldaten in den Kriegen überall auf der Welt, objektiv bleibt.

Trotz ihres noch jungen Alters verfügt Senait G. Mehari über Größe. Diese Größe kommt von der Liebe, mit der sie ihren ehemaligen Peinigern vergibt und auf ihr Land schaut. Und diese Biografie ist somit weder Mitleid heischendes Gejaule noch Selbstbeweihräucherung, sondern einfach nur erzählte Information über das, was in anderen Ländern im Umgang mit Kindern, Frauen und auch Männern geschieht.

Danke für den Frieden dieses Buches!  

Kommentieren0
32
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 221 Bibliotheken

auf 5 Wunschlisten

von 3 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks