Senait G. Mehari

 3.9 Sterne bei 135 Bewertungen
Autorin von Feuerherz, Wüstenlied und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Senait G. Mehari

Senait Ghebrehiwet Mehari ungefähr um 1974 vermutlich in Asmara, heutige Hauptstadt von Eritrea geboren. Bis sie drei Jahre alt war lebte Mehari in einem Waisenheim und zog danach zu ihren Großeltern. Durch den Krieg im Land wurde ihre Familie von einander getrennt und Mehari kam in ein Kinderlager einer Guerillaarmee. Im Alter von neun Jahren floh sie mit ihren Schwerstern vor dem Bürgerkrieg in den Sudan. Mittlerweile hat sie Zuflucht in Deutschland gefunden. Sie setzt sich sehr für die Aktion Weißes Friedensband gegen den Einsatz von Kindersoldaten sowie für die Aktion »Mensch für Mensch« und für die UNICEF Aktion Misereor und Terre des Hommes ein. Sie lebt und arbeitet als Sängerin, Komponistin und Songwriterin in Berlin. 2004 wurde ihre Biografie »Feuerherz« veröffentlicht. In diesem Buch verarbeitet sie ihre Kindheit in Afrika.

Alle Bücher von Senait G. Mehari

Feuerherz

Feuerherz

 (106)
Erschienen am 23.09.2004
Wüstenlied

Wüstenlied

 (25)
Erschienen am 01.09.2007
Senait G. Mehari: Feuerherz

Senait G. Mehari: Feuerherz

 (2)
Erschienen am 01.01.2004
Feuerherz

Feuerherz

 (2)
Erschienen am 31.03.2005

Neue Rezensionen zu Senait G. Mehari

Neu

Rezension zu "Feuerherz" von Senait G. Mehari

Umstrittene "Biographie"
daydreaminvor einem Jahr

Selten fiel es mir so schwer, eine Rezension zu einem Buch zu verfassen. Bei "Feuerherz" handelt es sich um die Autobiographie der Sängerin Senait G. Mehari, welche um 1973 herum in Äthiopien geboren wurde und mittlerweile in Deutschland lebt. Im Buch schildert sie vor allem ihre Kindheit, angefangen von der Verstoßung der Mutter bis hin zu ihrer Abschiebung in ein Camp der Eritreischen Befreiungsfront (ELF), wo sie angeblich zur Kindersoldatin ausgebildet wurde, bis sie in den Sudan fliehen konnte und schließlich nach Deutschland ausreiste. 

Ich schreibe ganz bewusst, dass sie dieses Schicksal nur angeblich durchmachte. Einige Jahre nach der Veröffentlichung dieses Buches mehrten sich die Stimmen, die den Wahrheitsgehalt Meharis Erzählungen anzweifelten. Sie sei nie Soldatin gewesen, habe nie eine Waffe gehalten und das Ausbildungslager sei viel mehr eine Schule als ein Camp gewesen, heißt es von Zeitzeugen. Bei meinen Recherchen sind sogar mir einige schwerwiegende Unstimmigkeiten aufgefallen. Beispielsweise soll der Konflikt zwischen ELF und der davon abgespaltenen Eritreischen Volksbefreiungsfront (EPLF) Anfang der 1970er stattgefunden haben, als Mehari selbst gerade erst geboren war. Der Konflikt dieser beiden Gruppierungen spielt jedoch eine tragende Rolle im Roman. Eine Frau, die im Buch als Kindermörderin dargestellt wurde, reichte 2008 sogar Klage ein und der Verlag widerrief schon bald einige Kapitel. 

Ich bin wahrlich keine Expertin auf dem Gebiet und habe nur wenige Stunden recherchiert, jedoch bin ich auf ein Interview gestoßen, in denen Mehari sich selbst nur noch als "Kind des Krieges" betitelte und die Anrede "Kindersoldat" den Medien zuschustert, obwohl sie zumindest das Wort "Soldat" mehrfach in ihrem Buch nutzt. Im Detail werde ich wohl nie erfahren, welche Szenen der Wahrheit entsprachen, welche überzogen dargestellt oder gar erfunden wurden. 

Abgesehen davon, dass die Rubrik "Autobiographie" in diesem Fall die falsche sein dürfte, behandelt Mehari ein sehr wichtiges Thema. Kindersoldaten sind in einigen Ländern immer noch Realität, ganz egal, wie ihre eigene Kindheit aussah. Ihre Schilderungen gehen unter die Haut und haben nach Veröffentlichung des Buches definitiv wachgerüttelt. Hinzukommt, dass ich nun auch noch einiges mehr über Äthiopien, Eritrea und den Unabhängigkeitskampf weiß (nicht zuletzt durch zusätzliche Recherchen, die bei diesem Buch einfach notwendig sind). Selbst wenn es mich enttäuscht, dass ich während des Lesens durch Nachforschungen feststellen musste, dass wohl so einige maßgebliche Aussagen im Buch nicht der Wahrheit entsprechen, habe ich das Buch dennoch gerne gelesen und werde einiges daraus mitnehmen. Auf eine Sternebewertung hätte ich wegen oben genannter Kontroverse verzichtet, Lovelybooks besteht aber darauf, deswegen habe ich aus dem Bauch heraus 2 Sterne vergeben.

Quellen: 
Infos über die ELF und EPLF: Wikipedia [1][2]
Diverse Artikel: [1], [2], [3], [4]
NDR-Reportage: [1]

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Rezension zu "Feuerherz" von Senait G. Mehari

Ein Buch, das ein feuriges Herz besänftigt!
Faiditvor einem Jahr

Es fehlt dem Buch nicht an guter Sprache und Tiefsinn. Es fehlt ihm auch nicht an einer sehr frappierenden Friedensbotschaft und vollem Wahrheitsgehalt. Und trotz der unglaublichen Brutalität, von der Senait G. Mehari in ihrer Lebensgeschichte erzählt, bleibt keine Wut und kein Hass im Herzen des Lesers nach Beendigung des Buches, ja selbst beim Lesen von Beginn an, zurück. Denn diese Biografie gibt dem Leser noch mehr als nur eine schön geschriebene, spannende Geschichte zur Unterhaltung im Zeitgeist einer offenen Gesellschaft mit dem großen Interesse an bewegenden Flüchtlingsstories. Diese Biografie lehrt Vergebung.

Obwohl Senait G. Mehari noch selbst an der Bewältigung ihrer Vergangenheit und somit auch Vergebung arbeitet, kommt bereits der beginnende Frieden in ihrer von Kindheit an geschundenen Seele beim Leser an.

Ich selbst vermeide von Gewalt zu lesen, weil ich diese Wutenergie nicht in meinem Leben nähren möchte. Umso mehr freut mich da dieses Buch, das man auch schon Jugendlichen zur Aufklärung über unsere menschliche Gesellschaft in die Hand geben kann, weil es bei den Berichten über ständige Vergewaltigung schon vor der Pubertät, brutale Schläge sogar von den Eltern und Leid des inzwischen leider weit verbreiteten Einsatzes von Kindersoldaten in den Kriegen überall auf der Welt, objektiv bleibt.

Trotz ihres noch jungen Alters verfügt Senait G. Mehari über Größe. Diese Größe kommt von der Liebe, mit der sie ihren ehemaligen Peinigern vergibt und auf ihr Land schaut. Und diese Biografie ist somit weder Mitleid heischendes Gejaule noch Selbstbeweihräucherung, sondern einfach nur erzählte Information über das, was in anderen Ländern im Umgang mit Kindern, Frauen und auch Männern geschieht.

Danke für den Frieden dieses Buches!  

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Rezension zu "Wüstenlied" von Senait G. Mehari

Rezension zu "Wüstenlied" von Senait G. Mehari
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

Das erste Buch, "Feuerherz", von Senait G. Mehari habe ich nicht gelesen.
Dieses hier war ganz ok.
Sie beschreibt ihre Suche nach ihren Wurzeln - wie sie als Kind von ihrer Mutter im Koffer ausgesetzt, von ihrem Vater in eine Rebellenarmee gesteckt und von ihrem Onkel schließlich gerettet wird.
Sie findet einen Bruder, von dem sie gar nicht wusste, dass er existiert und muss auch direkt wieder Verluste erleiden.
Alles in Allem ganz ok..
Ich finde es halt auch etwas schwierig zu bewerten, schließlich ist es eine Lebensgeschichte, kein fiktiver Roman, bei dem man Spannung erwartet..

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