Sepp Mall

 3.8 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor von Wundränder, Hoch über allem und weiteren Büchern.

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Wundränder

Wundränder

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Erschienen am 01.09.2004
Hoch über allem

Hoch über allem

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Erschienen am 18.10.2017
Wundränder: Roman

Wundränder: Roman

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Erschienen am 14.05.2013
Berliner Zimmer

Berliner Zimmer

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Erschienen am 26.01.2012
Aus der neuen Welt

Aus der neuen Welt

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Erschienen am 13.10.2003
Brüder

Brüder

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Erschienen am 19.01.2017
Wo ist dein Haus

Wo ist dein Haus

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Erschienen am 27.08.2007
Schläft ein Lied

Schläft ein Lied

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Erschienen am 10.10.2014

Neue Rezensionen zu Sepp Mall

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Rezension zu "Wundränder" von Sepp Mall

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buchwanderervor 3 Jahren

„Das Leben, das sind die anderen, die sich draußen bewegen, als wäre nichts geschehen.“ (S.134)

Zum Inhalt: Es ist ein doppelter Handlungsstrang an dem Mall vor dem Hintergrund des „Südtiroler Freiheitskampfes“ in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts immer wieder Streiflichter auf die Familiengeschichte seiner beiden Erzähler fallen lässt. Aus der Sicht des jungen Paul, der in seiner kindlich naiven Art beginnt, die Sphären der Erwachsenen für sich zu entdecken und dessen Welt sich hauptsächlich um Anerkennung bei seinen Freunden, Fußball und ersten Kontakten mit Mädchen dreht, schildert der Autor den Blick eines de facto an der familiären Tragödie Unbeteiligten, den jedoch die Härte des Schicksals unvermittelt und mit voller Härte trifft. Pauls Vater wird aus für den Jungen unverständlichen Gründen inhaftiert. Selbst die Frage seiner italienischen Freundin Stella, ob denn sein Vater tatsächlich ein Verräter sei, kann Paul nur vollkommen befremdet verneinen; mit „politischen“ Dingen kenne er sich nicht aus, weiß nicht einmal was das denn sei, das „Politische“. Pauls Vater kehrt nach geraumer Zeit aus der Haft zurück, jedoch ist er nicht mehr der Mann den Paul kannte. Die lethargische, siechende, umweltverneinende Art des Vaters gipfelt in der Verzweiflungstat des Selbstmordes, in der Paul für sich ein davonlaufen sieht. Dies nicht einmal wertend, sondern fasst nüchtern konstatierend, zumal er mit seinem Freund ebensolche Pläne des „von-zu-Hause-Weglaufens“ des öfteren geschmiedet hatte, allerdings waren dabei Amerika oder Italien als Land des Fußballs ihr Ziel.

Die zweite Erzählende Person ist Johanna, welche mit ihrem Bruder Alex vom elterlichen strengen zu Hause in die große Stadt zieht, um dort ein eigenständiges Leben aufzubauen. Von Kindesbeinen an war sie Alex‘ Stimme, der stark stottert, was ihn immer stärker isolierte. Erst in der Stadt beginnt Alex, der nun als Handwerker arbeitet, Freundschaften mit seinen Arbeitskollegen zu schließen und emanzipiert sich zusehends von seiner Schwester. Johanna, welche als Krankenschwester arbeitet, möchte ihrem Bruder den Freiraum nicht nehmen und lässt ihn gewähren. Sie lernt Erika, die Tochter von Alex’s Chef kennen, die ihrerseits eine innige Beziehung zu Alex aufbaut. Alex gerät mehr und mehr in politisch aktive Kreise, deren Fanatismus sich in Bombenanschlägen äußert, wobei er bei einem dieser Anschläge ums Leben kommt. Für Johanna, die von der Enthüllung des Doppellebens ihres Bruders vollkommen überrascht ist, zerbricht eine Welt und nur ihre Arbeit, sowie die Freundschaft zu Erika fangen sie in dieser Situation auf („Nie hätte ich Alex damit in Verbindung gebracht, er hatte seinen eigenen Krieg auszufechten, nicht den anderer.“ (S.55)). Immer wieder zieht sie Parallelen zwischen dem Kampf den Alex mit der Sprache, den Wörtern führte und dem des „Südtiroler Freiheitskampfes“. („Ich nahm meinen Mantel, zog die Schuhe an und hörte ihn kämpfen, seinen Befreiungskampf, seinen Silbenbefreiungskampf. Hörte ihn nach Luft reißen, nach Atem für seine Wörter…“ (S.147)).

Fazit: Es ist Schulstoff, Geschichtsstoff, Zahlenwerk; jener „Freiheitskampf“, der Südtirols Geschichte mitgeprägt hat. Nüchtern lernbar, distanziert betrachtbar. So stellte er sich mir seinerzeit in der Schule dar. Mall’s Roman hingegen ist eine andere Geschichtsstunde. Jene in der Menschen von Entscheidungen betroffen sind, die ihr Leben auf den Kopf und in Frage stellen, die daran Zweifeln lassen, ob man je einen Menschen aus seiner Umgebung wirklich gekannt hat oder ob man der / die einzige sei, der / die kein zweites Leben abseits des realen Alltages führen würde. „Sensibel erzählt Sepp Mall von den Wunden, die der Konflikt entlang der Südtiroler Sprachgrenzen in den Familien geschlagen hat.“ (Umschlagtext) Nie wertend, stets beobachtend und doch ungemein einfühlsam, den Leser hineinziehend in eine atmosphärisch dichte, verwobene Melange aus Alltag, Doppelleben, privatem Scheitern und dem Leben trotzen, so kann man den Eindruck schildern den Mall’s Erzählung hinterlässt… vielleicht auch weil dieses Land und seine Leute über 12 Jahre mein zu Hause waren.

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Rezension zu "Wundränder" von Sepp Mall

Rezension zu "Wundränder" von Sepp Mall
Bellexrvor 8 Jahren

Ausgegrenzt
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Eines Morgens ist Pauls Vater nicht mehr da. Er wurde verhaftet. Warum, dass weiß der 12-jährige Paul nicht und keiner der Erwachsenen erzählt ihm etwas genaues. So macht sich Paul selbst so seine Gedanken und redet mit seinem besten Freund Herbert darüber. Die junge Johanna zieht mit ihrem stark stotternden Bruder Alex vom Berg hinunter in die Stadt. Dort macht sie eine Ausbildung als Krankenschwester und auch Alex findet sehr schnell eine Anstellung. Sehr fürsorglich kümmert sich Johanna um ihren jüngeren Bruder, liest ihm jeden Wunsch von den Augen ab. Bis Alex eines Tages anfängt, eigene Wege zu gehen. Wege, die Johanna unbekannt sind und die ihr Angst machen.
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Anhand dieser beiden Schicksale erzählt Sepp Mall die Unterdrückung, unter denen sich die Südtiroler gegenüber den Italienern ausgesetzt fühlen. Der Roman spielt im Jahr 1966, wo Südtirol bereits seit bald 50 Jahren Italien zugeteilt ist und so lange leiden die Südtiroler schon unter der polizeilichen Willkür, staatlicher Unterdrückung und der Ausgrenzung durch die Süditaliener. Solange rebellieren sie aber auch schon dagegen und Terrorakte sind keine Seltenheit. In dieser Zeit wachsen die Protagonisten auf, Kontakte mit Italiener sind verpönt, man bleibt unter sich.
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Sehr eindringlich, nachdenklich und gefühlvoll beschreibt der Autor diese beiden Familienschicksale, die sich mit Sicherheit so oder zumindest so ähnlich abgespielt haben können. Zumindest mag man dies glauben, denn seine Schreibweise wirkt sehr authentisch und beispielhaft.
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Anhand kurzer Kapitel wechselt Sepp Mall immer wieder zwischen den beiden Geschichten, wobei er die Geschichte von Paul aus Sicht einer dritten Person erzählt und Johanna ihre Geschichte selbst erzählen lässt. So wirken beide Schicksale sehr nahegehend, berühren einen und man fühlt regelrecht ihren Schmerz und ihre Angst, zumal man sich bei Beiden schon recht bald vorstellen kann, wie ihre Geschichte enden wird. Zum Schluss verknüpfen sich die beiden Schicksale sogar noch auf eine sehr traurige Art und Weise.
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Fazit: Ein sehr eindringliches, gefühlvolles, nachdenkliches Buch, für das man sich wirklich ein wenig Zeit nehmen sollte und das ein Thema aufgreift, dass immer noch aktuell ist.

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sarahsbuecherwelts avatar

Rezension zu "Wundränder" von Sepp Mall

Rezension zu "Wundränder" von Sepp Mall
sarahsbuecherweltvor 8 Jahren

Ein Stück Tiroler Geschichte erwartet den Leser von Sepp Malls Werk „Wundränder“. Der Autor, der dieses Buch seinem Vater gewidmet hat, erzählt abwechselnd die bewegenden Geschichten des 12jährigen Paul, der seinen Vater auf tragische Weise verliert, und einer jungen Frau Johanna, deren sprachbehinderter Bruder Alex Opfer eines Bombenattentates wird. Deutlich zeigt Sepp Mall an diesen beiden Schicksalen wie sich die Tiroler gegen die staatliche Unterdrückung zur Wehr gesetzt haben.

Die Thematik „Südtiroler Freiheitskämpfe“ war mir bis zu diesem Buch völlig fremd. Ich wusste weder etwas über die Zeit, noch die Gründe für diese Freiheitskämpfe. Aus diesem Grund musste ich mich vorab erstmal mit diesem Thema beschäftigen. Schließlich wollte ich vorab etwas mehr über diese Situation erfahren. Viele werden sicherlich den Kopf schütteln, ich persönlich hätte es jedoch einfacherer gefunden, wenn der Autor den nachfolgenden Generationen die Problematik der Freiheitskämpfe in einem Vorwort erklärt hätte. So wurde ich ohne Informationen in die Schicksale von Paul und Johanna geworfen. Beide Schicksale werden aus der Ich-Perspektive beschrieben und ließen mich als Leser in eine völlig Fremde, beängstigende Welt voller Tränen, Angst, Schmerz und Hoffnung eintauchen. Konflikte, Emotionen und die entstandenen Wunden in den Familien; die Suche nach den Gründen und der Zugehörigkeit, all dies arbeitet Sepp Mall in seinem Werk auf.

Um den historischen Hintergrund und die Gefühle der betroffenen Personen an Hand dieser zwei Schicksale deutlich zu beschreiben, setzt der Autor auf einen bildhaften, authentischen Stil, der unter die Haut geht. Kurze Kapitel stellen kleine Erinnerungen dar und lassen den Leser nur schwer zur Ruhe kommen. Die emotionalen Wunden, welche die Südtiroler Bevölkerung in dieser Zeit erlebt hat, werden lebendig vermittelt. Es sind zwei Schicksale, die so manchen Leser zu Tränen rühren werden. Oftmals bekam ich das Gefühl, dass der Autor seine Erfahrungen, Gedanken und Erlebnisse aus dieser Zeit in die Geschichten einfließen lässt. Erfahrungen, die aussagen, dass ein Kind von den Eltern nicht richtig aufgeklärt wird und die ganze Situation gar nicht begreifen kann.

Empfehlen kann ich das Buch jeder Person ab 14 Jahren, die sich für die Thematik interessiert. Durch die anschauliche und authentische Darstellung eignet sich die vorliegende Lektüre hervorragend für den Schulunterricht. Es vermittelt einen wichtigen geschichtlichen Aspekt und verwendet dabei einen interessanten Stil.

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